LOGIN„Reize mich nicht, Isolde. Allein der Anblick deiner üppigen Silhouette reicht aus, um mir den Verstand zu rauben. Wenn ich dich dann auch noch in diesem Bett berühren müsste, würde ich jede Selbstbeherrschung verlieren.“ — Lucien Blackthorne. Für Isolde Ravelyn wird die Nacht ihrer Verlobung zur Hölle. Sie ertappt nicht nur den Mann, den sie liebt, dabei, wie er sie in einem Hotelzimmer auf schamlose Weise betrügt, sondern muss auch grausame Demütigungen über ihren üppigen, neunzig Kilogramm schweren Körper ertragen. Während ihr Leben in Scherben liegt und ihre öffentliche Erniedrigung landesweit viral geht, zieht ein geheimnisvolles Testament sie in die Blackthorne Mansion – den prachtvollen Familiensitz der mächtigsten und gefürchtetsten Unternehmerdynastie des Landes. Doch statt Schutz zu finden, gerät Isolde mitten in ein Monsternest. Die drei Erben der Familie Blackthorne betrachten ihre Anwesenheit zunächst als Bedrohung und versuchen mit allen Mitteln, sie durch Einschüchterung und psychischen Druck aus dem Haus zu vertreiben. Doch aus Abneigung wird nach und nach eine dunkle Obsession. Keiner von ihnen kann das Verlangen unterdrücken, das jedes Mal in ihnen entfacht, sobald ihr Blick auf Isoldes verführerische, üppige Kurven fällt. Lucien, der älteste Bruder – kühl, beherrscht und besitzergreifend. Evander, der zweite Bruder – charmant, verführerisch und gefährlich berechnend. Azriel, der jüngste – ein rätselhafter Künstler mit einer grenzenlosen Fantasie. Einer nach dem anderen ziehen sie Isolde immer tiefer in einen Strudel verbotener Begierde hinein. Jeder von ihnen will ihren Körper, ihre Seele – und keiner ist bereit, sie mit den anderen zu teilen. Wie soll Isolde überleben, wenn sie von drei dominanten Männern umringt ist, die sie um jeden Preis für sich beanspruchen wollen, während im Verborgenen ein jahrzehntealtes Geheimnis ihres Blutes darauf wartet, den Thron der Familie Blackthorne für immer zu erschüttern?
View MoreKapitel 1
„Verdammt ... eure Körper sind so viel heißer als die dieser wuchtigen Frau.“
Gavins tiefe Stimme drang durch die Tür der Hotelsuite. Isolde Ravelyn erstarrte. Das Samtetui in ihrer Hand begann leicht zu zittern, während sich ihr Brustkorb plötzlich zuschnürte.
„Deine Verlobte wartet doch unten auf dich, oder?“, folgte das kokette Lachen einer Frau.
„Lass sie doch“, entgegnete Gavin abwertend. „Lass diese langweilige Gans ruhig warten.“
„Aber mal ehrlich, Herr Gavin ... Ist es dein Ernst, dass du eine Frau mit so viel Übergewicht heiraten willst? Schämst du dich denn gar nicht?“
Drinnen brach schallendes Gelächter aus. In Isoldes Ohren begann es ohrenbetäubend zu dröhnen. Dieser Name – Gavin. Der Mann, der fünf Jahre lang an ihrer Seite gewesen war. Der Mann, der sie immer wieder versichert hatte, dass „das Aussehen nicht alles ist“.
Mit zitternden Händen stieß Isolde die Tür auf. Ihre gesamte Fassung brach in sich zusammen, als sie das Bild im Zimmer sah. Kleidung lag verstreut auf dem Boden. Auf dem Bett lag Gavin mit freiem Oberkörper, flankiert von zwei Frauen.
Gavins Augen weiteten sich vor Schreck. „Isolde ...“
Das Ringetui entglitt Isoldes Hand und fiel zu Boden. Die beiden Frauen im Bett zogen hastig die Decke hoch, während Gavin panisch aufsprang.
„Schatz, lass es mich erklären ...“
„Nenn mich nicht so. Es ist einfach nur ekelhaft“, unterbrach ihn Isolde mit brüchiger, von Tränen erstickter Stimme. Ihr Blick fiel auf die Lippenstiftabdrücke an Gavins Hals.
Eine der Frauen im Bett schnaubte verächtlich und musterte Isolde von oben bis unten. „Mein Gott ... Sie ist ja noch viel bulliger, als sie auf den Fotos aussieht. Ein echter Trampel!“
Isolde spürte, wie ihr das Blut ins Gesicht schoss. Eine Welle der Demütigung überrollte sie.
„Haltet verdammt noch mal den Mund!“, herrschte Gavin die beiden Frauen frustriert an.
Doch die andere zischte nur gehässig: „Tja, sie ist doch selbst schuld. Welcher Mann hält es schon mit einer Frau aus, die sich so gehen lässt? Neben dir sieht sie absolut lächerlich aus, Herr Gavin. Wie eine Eins und eine Null.“
Diese Worte trafen Isolde wie ein Schlag in die Magengrube. Grausame Bemerkungen über ihre Figur war sie seit ihrer Jugend gewohnt, doch sie direkt aus dem Mund der Geliebten ihres Verlobten zu hören, schnitt ihr das Herz auf eine ganz neue, vernichtende Weise auf.
„Isolde ...“ Gavin versuchte, nach ihrer Hand zu greifen. „Ich kann das erklären.“
„Was willst du erklären?“, flüsterte sie, während ihr die Tränen in die Augen stiegen. „Dass du dich für eine Verlobte wie mich schämst? Dass ich dir in Wirklichkeit den Magen umdrehe?“
„So ist das nicht!“
„Was dann?!“, verlor Isolde schließlich die Beherrschung. „Warum tust du mir diesen Abschaum ausgerechnet in der Nacht unserer Verlobung an?!“
Gavin schwieg. Seine Kiefermuskeln spannten sich an. Dieses Schweigen war für Isolde die ehrlichste Antwort, die er ihr je gegeben hatte.
Isolde lachte bitter auf – ein Lachen über ihre eigene Dummheit. „Weißt du was? Ich habe drei Wochen lang kaum etwas gegessen, bis ich fast zusammengebrochen wäre, nur um heute Abend in dieses Kleid zu passen. Nur um das Gefühl zu haben, es wert zu sein, an deiner Seite zu stehen.“
„Hat wohl trotzdem nichts gebracht, was? Reine Zeitverschwendung“, stichelte die Frau im Bett hämisch.
In dieser Nacht zerbrach etwas in Isolde. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, wandte sie sich um und rannte so schnell sie konnte aus diesem verfluchten Zimmer.
Der Hotelsaal war noch immer voller Leben und das Stimmengewirr der Gäste laut, als Isolde mit völlig zerzaustem Aussehen hereinstürmte. Ihr Kleid war zerknittert, ihr Make-up von den Tränen völlig verschmiert. Ihr plötzliches Auftauchen veränderte die Atmosphäre im Raum augenblicklich.
Gavins Mutter eilte mit besorgter Miene auf sie zu. „Um Himmels willen, Isolde. Was ist denn mit dir passiert?“
Isolde antwortete nicht. Ihr Blick war fest auf Gavin gerichtet, der gerade durch einen Seiteneingang hereingeschlüpft war. Sein Gesicht war kreidebleich, und er schüttelte flehentlich den Kopf, um sie anzuflehen, den Mund zu halten.
Gavin wusste, dass alles auf dem Spiel stand. Fünf Jahre lang war er nur aus einem Gefühl der moralischen Verpflichtung heraus mit Isolde zusammen gewesen. Vor Jahren hatten Isoldes Eltern ihr Leben geopfert, um Gavins Mutter zu retten. Diese Lebensschuld hatte Gavin in einer Endlosschleife aus Dankbarkeit gefangen gehalten – eine moralische Last, die ihn innerlich so sehr auffraß, dass er Zuflucht in den schmutzigsten Affären gesucht hatte.
Doch Isolde ignorierte seinen flehenden Blick. Sie ging mit festen Schritten auf das Podium zu und griff nach dem Mikrofon.
„Diese Verlobung ist abgesagt“, verkündete Isolde laut und deutlich. Im Saal wurde es totenstill.
„Isolde, hör auf, hier so ein billiges Drama zu inszenieren“, zischte Gavin, der inzwischen neben sie getreten war und versuchte, die Situation zu retten.
„Ein Drama?“ Isolde sah Gavin voller Abscheu an. „Du betrügst mich vor wenigen Minuten in einem Hotelzimmer mit zwei Frauen gleichzeitig, und jetzt wirfst du mir vor, ich würde ein Drama inszenieren?“
Sofort brach unter den Gästen wildes Getuschel aus. Gavins Mutter wurde so blass, dass sie beinahe in Ohnmacht fiel, während seinem Vater der Zorn ins Gesicht stieg, da das Ansehen der Familie vor aller Augen beschmutzt wurde.
„Weißt du überhaupt, was du da redest, Isolde?!“, rief Gavins Vater mit drohender Stimme.
„Sie lügt! Das ist alles nur ein Missverständnis!“, versuchte Gavin sich vor den versammelten Geschäftspartnern seiner Familie zu rechtfertigen.
„Ich lüge?“ Isolde trat noch einen Schritt näher und sah Gavin tief in die Augen. „Sieh dir deinen Hals an, Gavin. Er ist voller Knutschflecke von diesen Frauen. Es ist einfach nur erbärmlich.“
Gavin erstarrte und fasste sich unwillkürlich an den Hals. Sein bleiches Gesicht und sein Stammeln waren für jeden im Raum Bestätigung genug.
*Klatsch!*
Ein lauter Schlag hallte durch das noch immer eingeschaltete Mikrofon. Er kam nicht von Isolde. Es war Gavins Vater, der seinem Sohn mit hochrotem Kopf vor Wut eine schallende Ohrfeige verpasste.
„Du undankbarer Bastard! Du ziehst den Namen unserer Familie vor all unseren Geschäftspartnern in den Dreck!“, brüllte sein Vater mit rasendem Atem.
Gavins Mutter, die eben noch so getan hatte, als würde sie kollabieren, schlug nun immer wieder auf Gavins Brust ein, ohne Rücksicht auf die Hunderte von Augenpaaren, die auf sie gerichtet waren. „Gavin! Was hast du getan?! So habe ich dich nicht erzogen! Wie sollen wir uns jemals wieder blicken lassen?!“
Die prunkvolle Bühne der Verlobungsfeier verwandelte sich in Sekundenschnelle in den Schauplatz einer öffentlichen Schlammschlacht. Gavin stand nur mit gesenktem Kopf da, die Kiefer fest aufeinandergepresst, um die Scham und den Zorn zu unterdrücken, während seine eigenen Eltern seinen Stolz vor aller Augen vernichteten.
Das Brüllen und die Beschimpfungen der Familie hallten weiter durch den Saal, doch Isolde war es gleichgültig. Das wütende Chaos vor ihr berührte sie nicht mehr. Ihre Liebe war erloschen, ersetzt durch eine lähmende Leere.
Isolde trat einen Schritt zurück, um die Bühne zu verlassen und dieses familiäre Trauerspiel hinter sich zu lassen. Doch während oben das Chaos tobte, richtete sich die Aufmerksamkeit der Gäste weiter unten nun auf sie. Das Tuscheln aus den vorderen Reihen drang ungefiltert an ihr Ohr.
„Aber wenn man mal ehrlich ist ... Es ist kein Wunder, dass Herr Gavin sich anderweitig umsieht. Ein so gutaussehender und erfolgreicher Mann, der gezwungen wird, so eine wuchtige, unscheinbare Frau wie Isolde zu heiraten? Das passt doch hinten und vorne nicht.“
„Stimmt, schau dir nur ihre Figur an. Kein Wunder, dass er eine andere brauchte.“
Die grausamen, über ihren Körper urteilenden Stimmen schwollen an und schnürten ihr von allen Seiten die Kehle zu. Isoldes Brust zog sich zusammen, neue Tränen trübten ihre Sicht. Als sie hastig die Stufen der Bühne hinabsteigen wollte, um den verurteilenden Blicken zu entkommen, verfing sich der Saum ihres langen Kleides im Absatz ihres Schuhs.
Sie verlor das Gleichgewicht. Mit voller Wucht stürzte Isolde auf den kalten Marmorboden direkt am Fuß der Treppe. Einige Gäste, die in der Nähe standen, wichen instinktiv zurück, als hätten sie Angst, von ihr getroffen zu werden. Andere – vor allem die jüngeren Frauen der High Society – hielten sich tuschelnd die Hand vor den Mund, während einige sogar heimlich ihre Smartphones zückten und die Kameras auf sie richteten.
Isoldes Gesicht brannte wie Feuer. Der Schmerz in ihren Knien war nichts gegen die Demütigung, dass man ihren Stolz vor Hunderten von Menschen mit Füßen trat. Niemand reichte ihr die Hand, um ihr aufzuhelfen. Gavin und seine Eltern waren viel zu sehr mit ihrem Streit auf der Bühne beschäftigt, als dass sie auch nur einen Blick für sie übrig gehabt hätten.
Mit der letzten Kraft und dem letzten Funken Würde, der ihr geblieben war, rappelte sich Isolde auf. Ohne Rücksicht auf ihr zerrissenes Kleid oder ihr zerzaustes Haar rannte sie so schnell sie konnte aus dem Festsaal – weg von all den Augen, die sie anstarrten wie eine Attraktion im Zirkus.
Die kühle Nachtluft traf ihre Haut, als sie den Außenbereich des Hotels erreichte. Isolde blieb im Schatten einer dunklen Säule stehen. Ihr Körper bebte unter den heftigen Schluchzern, die nun ungehindert aus ihr herausbrachen. Mit einer abrupten Bewegung streifte sie die High Heels ab, ohne den brennenden Schmerz der Blasen an ihren Fußsohlen zu beachten.
Mitten in ihrem Weinkrampf begann das Handy in ihrer Tasche heftig zu vibrieren. Es war eine unbekannte Nummer. Isolde atmete tief durch, bevor sie den Anruf entgegennahm.
„Hallo ...?“, ihre Stimme klang brüchig.
„Spreche ich mit Fräulein Isolde Ravelyn?“ Die Stimme eines älteren Mannes klang am anderen Ende der Leitung – ruhig, formell und gefasst.
„Ja, das bin ich. Wer ist da?“
„Mein Name ist Raymond Hale. Ich bin der persönliche Rechtsanwalt der verstorbenen Frau Berliana Blackthorne.“
Isolde zog die Stirn in Falten. Frau Berliana war eine ältere, überaus wohlhabende und großherzige Frau gewesen. Seit dem Tod von Isoldes Eltern hatte die alte Dame im Geheimen für all ihre Lebenshaltungs- und Studienkosten gesorgt, ohne jemals eine Gegenleistung zu verlangen.
„Worum geht es, Herr Hale?“
Am anderen Ende der Leitung entstand eine kurze Pause. „Frau Berliana ist vor knapp einer Stunde im Krankenhaus verstorben.“
Für Isolde blieb die Welt in dieser Nacht zum zweiten Mal stehen. Der Verlust des einzigen Menschen, der sich je aufrichtig um sie gesorgt hatte, ließ ihr Herz vollends in Stücke brechen. „Was ...? Frau Berliana ...“
„Es gibt ein dringendes und überaus wichtiges Testament, das Ihnen als Begünstigte unverzüglich verlesen werden muss“, fuhr der Anwalt fort. „In wenigen Minuten wird ein Wagen unserer Kanzlei bei Ihnen eintreffen, um Sie direkt zum Hauptwohnsitz der Familie Blackthorne zu bringen.“
„Ein Testament? Aber ich verstehe nicht, was das mit mir zu tun hat ...“, flüsterte Isolde verwirrt.
Raymond machte eine kurze Pause, um den letzten Worten besonderes Gewicht zu verleihen. „Alles Weitere wird Ihnen bei Ihrer Ankunft im Detail erklärt, Fräulein Isolde. Denn ab heute Nacht sind Sie offiziell dazu verpflichtet, in der Blackthorne-Mansion zu leben.“
## Kapitel 21 — Auch dick ist verlockend, nicht wahr?Der scharfe, charakteristische Geruch von Antiseptikum und Bodenreiniger drang schlagartig in die Sinnesorgane, sobald sich die Tür des VIP-Krankenzimmers fest geschlossen hatte. Isolde lag matt auf dem Krankenhausbett mit seinen makellos weißen Laken; an einem Ständer aus Eisen hing eine Flasche mit klarer Flüssigkeit, die Tropfen für Tropfen Medikamente durch die Infusionsnadel in ihren rechten Handrücken leitete.Der Arzt mittleren Alters im weißen Kittel trat einen Schritt zurück, steckte das Stethoskop in die Kittelstasche und rückte seine rahmenlose Brille zurecht. Er stieß einen erleichterten Seufzer aus, als er sich Lucien zuwandte, der aufrecht am großen Fenster stand.„Wie ist ihr Zustand?“, fragte Lucien mit tiefer, rauer Stimme, die voller ungeduldiger Schärfe lag. Seine beiden Arme waren fest vor seiner breiten Brust verschränkt.Der Arzt lächelte milde und versuchte, die einflößende Atmosphäre zu lockern, die von dem
Kapitel 20 — Hinter der kalten und grausamen Fassade des MonstersMorgendlicher Sonnenschein drang durch die Spalten der Vorhänge im Prunksaal des Blackthorne-Anwesens. Der intensive Duft von Arabica-Kaffee und getoastetem Butterbrot lag spürbar in der Luft. Die drei jungen Herren der Familie Blackthorne saßen bereits an ihren angestammten Plätzen um den langen Marmortisch, doch ein Stuhl am Ende der Tafel blieb nach wie vor vollkommen leer.Lucien schnitt das Schinkenstück auf seinem Teller mit einer eleganten, aber bestimmten Messerbewegung. „Ist das Findelkind noch immer nicht heruntergekommen?“, fragte Lucien mit eiskalter Stimme. Seine grauen Augen wanderten mit einem scharfen Blick zur Wanduhr, die bereits sieben Uhr morgens anzeigte.Evander, der sich gerade Schokoladenaufstrich auf sein Brot strich, schnaubte leise. „Vielleicht schmerzen ihre Füße noch zu sehr zum Gehen, Lucien“, erwiderte Evander und lehnte seinen kräftigen Rücken entspannt gegen die Stuhllehne.„Oder sie tut
Kapitel 19 — Das Dröhnen des schwarzen Rolls-Royce verstummte schließlich, als seine Räder in der Haupthalle des Blackthorne-Anwesens zum Stillstand kamen. Die Autotür wurde von Martin unverzüglich von außen weit geöffnet. Isolde verharrte noch immer reglos in der Ecke des Sitzes, umklammerte ihre zitternden Knie und versuchte, ihr leises Schluchzen einzudämmen, das salzige Spuren auf ihren verschmutzten Wangen hinterlassen hatte.„Komm, steig aus, du Süße“, forderte Evander sie mit tiefer Stimme auf, die aus irgendeinem Grund etwas sanfter klang als sonst.Der kräftig gebaute Mann streckte seinen starken Arm in die Kabine des Wagens. Auf der anderen Seite der Tür stand bereits Azriel aufrecht und hielt Isolde seine blasse, kalte Handfläche hin. Mit überaus verlegenen und zögerlichen Bewegungen legte Isolde ihre Hände in die der beiden Männer.„Aua ...“, wimmerte Isolde leise, während ihre feuchten Lippen leicht bebten, als ihre nackten Fußsohlen den kalten Marmorboden der Halle berü
## Kapitel 18 — Narbenspuren auf dem BürgersteigLucien wirbelte herum, ohne auf die erstaunten Blicke seiner Geschäftspartner zu achten, die angesichts der Rotweinlache auf seinen Schuhen zu flüstern begannen. Mit langen Schritten und angespannten Kiefermuskeln stürmte er aus dem glamourösen Ballsaal des Hotels und ließ die großen Glastüren mit einem lauten Knall hinter sich ins Schloss fallen.Evander und Azriel, die die ungewohnte Reaktion ihres ältesten Bruders beobachtet hatten, sahen sich mit tief gerunzelter Stirn an. Sie wandten sich sofort an Martin Luther, der noch immer blass und wie erstarrt in der Ecke des Korridors stand.„Martin! Was ist passiert?!“, forderte Evander zu wissen. Seine kräftige Hand packte den Kragen des Assistenten mit festem, drängendem Griff. „Warum führt sich Lucien auf einmal auf wie von allen guten Geistern verlassen?!“„D-das ... Herr Evander ... Fräulein Isolde ist aus der Präsidentensuite verschwunden“, antwortete Martin stotternd, während ihm ka











