MasukNova
Ich war panisch, als dieser Mann versuchte, mich zu vergewaltigen, aber in dem Moment, in dem ich den Duft meines Mates wahrnahm, wusste ich, dass er kommen würde, um mir zu helfen. Irgendetwas an ihm fühlte sich trotzdem merkwürdig an. In seinen Augen lag immer Angst, und das ergab keinen Sinn. Er war ein Alpha. Die meisten Alphas zeigten keine solche Angst. Soweit ich gesehen hatte, war mein Mate herzlos und gnadenlos, wenn es nötig war. Die Art, wie er diesen Mann tötete, die Art, wie sich sein Gesicht und seine Augen veränderten – das sagte alles. Es war sein Wolf, der die Kontrolle übernahm und dem General das Genick brach. Er erinnerte mich so sehr an Weston. Westons Augen hatten sich genau so verändert. Sie wurden rot. Rote Augen gehörten zu den gefährlichsten Alphas der Welt, und sie waren selten. Ich hatte Angst, aber meine Wölfin war begeistert, einen Mate mit roten Augen zu haben. Sie wusste, wie mächtig wir zusammen werden konnten. Ich wollte wirklich seinen Wolf sehen, um zu wissen, welche Farbe er hatte. Westons Wolf war dunkelbraun, und mit diesen roten Augen sah er perfekt aus.
Meine Wölfin hatte früher gerne Zeit mit Westons Wolf verbracht, aber die Aura meines Mates war noch dunkler und gefährlicher als die meines Bruders. Ich hatte keine Ahnung, was für ein Leben er geführt hatte, weil ich seine Augen immer noch nicht lesen konnte. Er war der erste Mensch, bei dem mir das je misslungen war. Ich konnte seine Gedanken oder Gefühle nicht klar spüren, aber ich mochte ihn bereits sehr. Er behandelte mich so sanft, kochte für mich und hielt mich, während ich einschlief. Das war alles, was ich mir je von einem Mate gewünscht hatte. Ich fühlte mich glücklich, ihn zu haben. Die verletzenden Worte, die er früher gesagt hatte, zählten nicht. Er hatte einfach vor etwas Angst, und was auch immer es war, belastete ihn zutiefst.
Während wir im Bett lagen, zog er mich näher an sich und hielt mich fest. Ich vergrub mein Gesicht an seiner starken Brust und atmete ihn ein, wollte mehr von seinem Duft. Ich küsste seine Brust und spürte, wie er lachte. Er war halb im Schlaf, aber er hielt mich trotzdem nah bei sich und küsste meinen Scheitel, bis ich wegdämmerte. Ich hatte keine Ahnung, um wie viel Uhr ich schließlich eingeschlafen war.
Am nächsten Morgen wachte ich auf und suchte sofort nach Alex. Er war nicht neben mir. Angst durchfuhr mich. Hatte er mich hier zurückgelassen? Er würde mich doch nicht einfach verlassen … oder? Ich wusste nicht einmal, wo dieser Ort war.
‚Mate hat Arbeit. Er ist ein Alpha. Er ist beschäftigt. Beneimm dich nicht wie ein Baby, Nova,‘ kicherte meine Wölfin.
‚Okay,‘ antwortete ich, aber ich konnte nicht aufhören zu lächeln, als ich mich daran erinnerte, wie fest ich ihn gehalten hatte.
‚Mate wollte dich markieren, während du schliefst. Unser Duft macht ihn wahnsinnig.‘
Wirklich? Er wollte mich markieren? Meine Wangen wurden heiß bei dem Gedanken.
‚Aber er hat sich beherrscht,‘ fügte meine Wölfin hinzu und klang enttäuscht. Sie war unruhig gewesen, seit sie ihn gestern gesehen hatte. Sie wollte, dass er sie markierte. Sie wollte mehr. Wenn ich ehrlich war, wollte ich es auch. Ich wollte seinen Körper an meinem spüren. Es fühlte sich für uns beide gut an. Ich wusste, dass Alex dasselbe empfand. Männliche Werwölfe hatten Schwierigkeiten, sich in der Nähe ihrer Mates zu beherrschen.
Ich schob diese Gedanken beiseite und stieg aus dem Bett, um ins Badezimmer zu gehen. Bevor ich mehr als einen Schritt machen konnte, öffnete sich die Tür. Alex kam herein. Seine Augen glitten langsam über meinen Körper, voller Hitze. Erst dann merkte ich, wie entblößt ich war. Ich trug immer noch eines seiner Hemden, und die oberen beiden Knöpfe waren offen. Meine Schultern, Schlüsselbeine und die Hälfte meiner rechten Brust waren zu sehen. Ich biss mir vor Verlegenheit auf die Lippe und eilte, es zuzuknöpfen, aber Alex stand bereits direkt vor mir. Seine Augen waren dunkel vor Verlangen.
„Alex … ich—“
Er ließ mich nicht zu Ende sprechen. Er presste seine Lippen auf meine und drängte mich gegen die Wand. Es war mein erster Kuss. Meine Wölfin versuchte, die Kontrolle zu übernehmen, aber ich hielt sie zurück. Ich wusste, was passieren würde, wenn sie frei kam. Alex presste seinen Körper gegen meinen.
‚Gib ihm alles, Nova. Mate will uns,‘ heulte meine Wölfin glücklich. Darauf hatte sie gewartet.
Alex biss in meine Unterlippe.
„Ahh …“
Ein leises Stöhnen entwich mir, als seine Zunge in meinen Mund glitt. Er küsste mich tief und langsam, als existierte nichts anderes. Die einzigen Geräusche waren unsere Herzschläge und das feuchte Geräusch des Kusses. Dann hob er mich hoch. Ich schlang die Beine um seine Taille und fuhr mit den Fingern durch sein weiches Haar. Er trug mich zum Bett und legte mich sanft hin, bevor er sich über mich beugte. Mein Herz raste. Passierte das wirklich? Wollten wir gerade …? Ich umarmte ihn fester. Ich spürte, wie nass ich war, und ich spürte, wie hart er gegen meinen Bauch war.
„Nova …“ flüsterte er, als er den Kuss unterbrach.
Ich lächelte. Er hatte mir schon einen Spitznamen gegeben. Seine Hand glitt langsam meinen Oberschenkel hinauf. Ich sah in seine Augen und beobachtete, wie das Grün zu Rot wurde. Sein Wolf hatte die Kontrolle übernommen. Bevor ich reagieren konnte, stürmte meine eigene Wölfin nach vorn und übernahm die Kontrolle über mich. Gleichzeitig kam dieses seltsame Gefühl zurück – als würde etwas anderes in mir erwachen. Etwas, das ich nicht kannte. Ich zwang den Gedanken fort.
In dem Moment, in dem meine Wölfin die Kontrolle übernahm, knurrte Alex’ Wolf und küsste uns hart. Sein Mund wanderte zu unserem Hals. Er leckte die Markierungsstelle. Ich wusste, was er gleich tun würde. Ich klammerte mich fest an seine Schultern und vergrub mein Gesicht an seinem Hals. Er küsste meine Haut, legte dann seine Zähne sanft gegen die Stelle, bereit zu beißen—
Die Tür schlug mit einem lauten Knurren auf.
Ich stieß Alex weg und schaute hoch. Asher stand da, wütend, mit Kelvin direkt hinter ihm. Asher stürmte herüber und schlug Alex hart ins Gesicht.
„WIE KONNTEST DU ES WAGEN, DIE PRINZESSIN ANZUFASSEN, DU BASTARD?“
Ashers arroganter Wolf hatte die volle Kontrolle, als er Alex am Kragen packte. Nein. Das konnte nicht passieren. Ich sah Alex an und erkannte, dass er Sekunden davon entfernt war, zurückzuschlagen. Ich wollte nicht, dass sie sich prügelten.
„Hör auf, Asher! Lass ihn los!“
Ich versuchte, Asher wegzuziehen, aber ich war nicht stark genug. Er war nur fünfzehn, aber die Kraft seines Wolfs war kein Witz. Nur Weston hatte ihn je unter Kontrolle bringen können, wenn er so wurde.
„Geh weg, Nova. Er hat dich angefasst. Er wollte dich markieren. Ich werde ihn dafür bezahlen lassen, dass er seine Hände an etwas gelegt hat, das ihm nicht gehört.“
Er schlug Alex erneut. Alex stieß ein tiefes, wütendes Knurren aus. Sein Gesicht war reine Wut. Ich wusste, was passieren würde, wenn zwei Alpha-Blute anfingen zu kämpfen. Ich griff nach Alex’ Arm und hielt fest.
„Alex, tu es nicht …“
Er sah mich nicht einmal an. Seine Augen waren auf Asher gerichtet, voller Mordlust. Plötzlich stieß Alex Asher gegen die Wand. Bevor Asher sie treffen konnte, verwandelte er sich in seinen Wolf. Gleichzeitig knurrte Alex, und ich kannte dieses Geräusch – es war der Beginn eines echten Kampfes zwischen zwei Alphas.
„HÖRT AUF, BEVOR ICH EUCH BEIDE UMBRINGE!“
Die Macht meiner Wölfin ergoss sich in meine Stimme. Beide erstarrten und sahen mich an. Asher wusste bereits, dass ich Wölfe kontrollieren konnte, weil ich eine goldene Wölfin war. Alex’ Gesicht jedoch zeigte reinen Schock – denselben Schock, den ich auf Kelvins Gesicht sah.
„Bitte hört auf“, sagte ich sanfter.
Ashers Wolf kam herüber und leckte mein Gesicht. Ich tätschelte seinen Kopf und küsste ihn zwischen den Augen. Dann hörte ich Alex’ leises, wütendes Knurren. Ich seufzte, griff nach dem Betttuch und legte es über Asher.
„Verwandle dich zurück.“
Er gehorchte und verwandelte sich. In dem Moment, in dem er wieder Mensch war, warf er Alex einen tödlichen Blick zu.
„Asher … er ist mein Mate. Wir haben uns gestern getroffen“, sagte ich mit einem müden Seufzer.
Asher starrte mich eine Sekunde an, dann sah er zu Alex und nickte knapp.
„Habt ihr gestern Sex gehabt?“
Was war das für eine Frage? Meinte er das ernst? Das war das Erste, was er fragte, nachdem er erfahren hatte, dass ich meinen Mate getroffen hatte? Ich war gleichzeitig verlegen und genervt.
„ASHER!“
Er grinste nur.
„Okay, tut mir leid.“
Ich warf einen Blick zu Alex. Er sah mich bereits mit einem teuflischen kleinen Lächeln an. Ich schaute schnell weg.
„Du solltest mich von je
tzt an gut behandeln … Schwager“, sagte Asher und zwinkerte Alex zu.
Alex lachte leise.
Alex’ PerspektiveDie Worte meines Wolfs ließen mich völlig erstarren. Wie konnte er bereits spüren, dass sie unseren Sohn tragen würde? In dem Moment, als der Gedanke sich festsetzte, füllte sich mein Geist mit Bildern von Briar – ihrem geschwollenen Bauch, der Art, wie sie durch den Schmerz gelächelt hatte, der Art, wie alles geendet hatte. Jedes Bild brannte. Wie sollte ich überleben, wenn dasselbe Nova passierte? Was, wenn die Geschichte sich wiederholte, in dem Moment, in dem sie mit meinem Kind schwanger wurde?„Nova, verdammt noch mal, geh. Ich will allein sein. Verschwinde zum Teufel aus meinem Zimmer.“ Ich schüttelte ihre Hand ab und schrie die Worte. Wut und Terror mischten sich in meiner Stimme. Ich sah, wie ihr Ausdruck zerbrach. Schmerz breitete sich so klar über ihr Gesicht aus, dass es sich anfühlte, als hätte ich sie geschlagen.‚Tu das nicht, Alex…‘ Mein Wolf weinte bereits in mir, aber ich sah keinen anderen Weg. Dieser Schmerz war immer noch besser, als zuzusehen,
Alex’ Perspektive„Sprich. Ich rede mit dir.“Gideons Stimme schnitt erneut durch die Stille, diesmal schärfer. Ich sah ihn an und stieß einen leisen Atemzug aus.„Ich weiß nicht, wo ich war“, antwortete ich und begann zu essen. Ich spürte Novas Augen die ganze Zeit auf mir, aber ich weigerte mich, sie zu treffen. Ich beendete die Mahlzeit so schnell wie möglich und verließ den Speisesaal, ohne auch nur einmal in ihre Richtung zu blicken.‚Du darfst ihr nicht wehtun, Alex. Was zum Teufel tust du?‘ Die wütende Stimme meines Wolfs füllte meinen Kopf. Welche Wahl hatte ich? Ich hatte bereits eine Version von ihr sterben sehen. Ich weigerte mich, zuzusehen, wie es erneut passierte.Ich ging in mein Zimmer und schlug die Tür hart hinter mir zu. Auf dem Bettrand sitzend starrte ich auf die vertrauten Wände und erinnerte mich an die erste Vision, die ich in genau diesem Raum gesehen hatte – Lachlan und Briar ineinander verloren. Die Erinnerung zog sich wie eine Faust um mein Herz. Bilder vo
Alex’ Perspektive‚Sie ist weg…‘Das gequälte Heulen meines Wolfs hallte durch meinen Geist. Mein ganzer Körper wurde taub unter dem Gewicht des Schmerzes. Warum tat es so sehr weh? Sie gehörte der Vergangenheit, nicht der Gegenwart. Und doch fühlte sich die Qual vollkommen real an. Plötzlich loderte Hitze über meine Haut. Ich sah Lachlan an und erstarrte.Er stand über Briars Körper, schwarzes Feuer wirbelte in gewaltsamen Wellen um ihn. Seine Augen leuchteten mit einem unnatürlichen Licht. Der schwarze Umhang, den er trug, verbrannte zu Asche. Seine Haut verdunkelte sich zu reinem Schwarz, gezeichnet mit seltsamen goldenen Mustern, die sich über seine Arme und Brust ausbreiteten. Dann rissen riesige Flügel aus seinem Rücken, durch Fleisch und Knochen. Das war die volle Form des Dämons, der in ihm lebte. Gleichzeitig spürte ich, wie mein eigener Körper sich veränderte. Als ich hinabsah, hatten meine Hände bereits denselben dunklen Schatten angenommen, dieselben goldenen Zeichnungen b
Alex’ PerspektiveWir rannten so schnell, wie unsere schwächer werdenden Beine uns trugen. Tränen liefen ununterbrochen über Lachlans Gesicht. Der Schmerz in meiner eigenen Brust war fast unmöglich zu beschreiben. James war tot. Einen Beta zu verlieren war nie leicht. Die Bindung, die wir teilten, reichte tief, und die Qual ihres Brechens fühlte sich an, als hätte jemand ein Stück meiner Seele weggerissen.Ich dachte an Kelvin – meinen eigenen Beta und engsten Freund. In diesem Leben war James für Lachlan das gewesen, was Kelvin für mich war. Dieselbe Loyalität. Dieselbe unzerbrechliche Freundschaft. Derselbe Schmerz, wenn sie endete.‚Briar… sie ist bei James‘, sagte Lachlan, seine Stimme zitterte vor reiner Angst. Nein. Ihr durfte nichts passieren. Nicht jetzt.‚Warum schwindet unsere Kraft so schnell?‘, fragte ich. Ich spürte, wie die Macht aus uns beiden abfloss wie Wasser durch offene Hände.‚Wir stehen unter dem Zauber einer Hexe‘, antwortete er.In dem Moment, als er das Wort
Alex’ PerspektiveDie Welt um mich herum verdunkelte sich erneut. Ich wurde in einen weiteren wichtigen Moment ihres Lebens gezogen. Als meine Sicht klar wurde, stand ich in meinen eigenen Gemächern, aber weder Briar noch Lachlan waren da. Ich trat in den Korridor und hörte sofort einen scharfen, schmerzgefüllten Schrei. Mein Herz stockte – es war Briars Stimme. Ich rannte ohne nachzudenken auf den Laut zu.„Es tut mir leid, Engel. Ich weiß, dass es wehtut.“Erleichterung wusch über mich, als ich sah, wie Lachlan sie hielt und mit weicher, liebevoller Stimme sprach, während er versuchte, sie zu trösten. Meine Augen fielen auf ihren Bauch. Er war groß und rund. Sie stand kurz vor der Geburt. Ein starker, gleichmäßiger Herzschlag pulsierte in ihr, und Liebe füllte meine Brust so plötzlich, dass es fast wehtat.‚Es ist ein Junge. Ein starker‘, sagte mein Wolf, pure Freude in seinem Ton. Ich stimmte zu. Das Verlangen, selbst Vater zu werden, stieg hart und schnell auf. Ich wollte, dass N
Alex’ PerspektiveWut brannte durch mich, in dem Moment, als ich die nackte Frau auf dem Bett erkannte. Es war die Hexe aus dem Schloss – Senna. Mein Wolf knurrte tief und wütend bei dem Anblick. Der Jäger – Nathan – zog sich ohne Zögern aus und kletterte auf sie, stieß hart hinein.Ich sah nur ein paar Sekunden zu, bevor Ekel mich zwang, wegzusehen. Trotzdem ging ich nicht. Ich blieb in der Nähe der Tür, die Augen geschlossen, und wartete. Leute wie sie redeten immer, nachdem sie fertig waren.„Ahh… ah… schneller, Lachlan…“Meine Augen schnellten auf. Lachlan? Was zum Teufel sagte sie da?„Was zum Teufel hast du mich gerade genannt, du Hure?“, schnitt Nathans wütende Stimme durch die Luft. „Mach die Augen auf. Ich bin Nathan, nicht dieser verdammte Dämon.“Ich stieß einen leisen Atemzug der Erleichterung aus.Ein scharfer Schlag folgte, und Senna schrie vor Schmerz.„Du stellst dir ihn vor, während ich dich ficke?“, knurrte Nathan. „Sieh dir die wunderschöne Frau an seiner Seite an.







