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Kaltes Blut

Penulis: Veronica
last update Tanggal publikasi: 2026-10-20 17:27:13

Veronicas Atem entwich in einem harten Keuchlaut.

Ihre Augen waren auf das leuchtende Handydisplay in Damiens Hand geheftet. Das verschwommene Sicherheitsvideo zeigte einen Mann in grüner OP-Kleidung, der sich über ihren schlafenden Vater beugte. Die behaandshuhte Hand hielt eine transparente Spritze, deren Spitze direkt in den Infusionsschlauch aus Plastik drückte.

„Dad“, stieß sie hervor. Ihre Beine zitterten so stark, dass sie sich an der Sofalehne festhalten musste, um aufrecht zu bleiben. Kalte Angst fror ihr Blut ein.

Damien verschwendete keine Sekunde. Er tippte schnell auf eine Taste seines Handys, führte es ans Ohr und bellte einen Befehl in die Leitung, bevor irgendjemand sprechen konnte.

„Code Schwarz in Zimmer 412. Einbruch im Gange. Kappt den Feed und lasst sofort die Sicherheitsrollos runter.“

Er steckte das Handy in die Tasche, schnappte sich seine Smokingjacke vom Stuhl und warf sie sich über die Schultern. Er griff nach unten, packte Veronicas Handgelenk und riss sie vom Sofa hoch.

„Wir gehen“, sagte Damien. Seine Stimme war ruhig, doch das zuckende Muskelspiel an seinem Kiefer verriet die rohe Wut, die unter seiner Haut kochte.

„Lebt er? Damien, lebt mein Vater?“ Tränen kullerten über ihre Wangen und blendeten sie, während sie sie über den dicken Teppich zur privaten Notausgangstür der VIP-Suite zerrte.

„Wenn meine Wachen rechtzeitig auf der Etage waren, ja“, schnaubte Damien und riss die schwere Holztür auf. „Wenn nicht, bist du hier keine Sekunde länger sicher.“

Sie brachen in den dunklen Servicegang hinter der Küche aus. Der ferne Bass der Gala-Band wummerte durch die Wände, völlig ahnungslos von dem Albtraum, der sich im Obergeschoss abspielte. Zwei große Männer in dunklen Anzügen – Damiens persönliche Wachen – traten aus den Schatten, die Hände in den Sakkos verborgen.

„Räumt die Tiefgarage“, befahl Damien, ohne langsamer zu werden. „Bringt den Panzerwagen zum Haupttor. Sperrt diesen Korridor ab.“

„Sir, die Sicherheitskräfte haben vor zwei Minuten gesehen, wie drei fremde Autos in die Garage gefahren sind“, berichtete der Chef-Wächter, während er schnell neben ihnen herging. „Wir sollten den Lastenaufzug nach Ebene B2 nehmen.“

„Nein“, schoss Damien zurück, und durch seine langen Schritte musste Veronica neben ihm schnell laufen. Ihr schweres grünes Kleid schleifte über den Betonboden. „Sie erwarten, dass wir die Aufzüge benutzen. Wir nehmen das Treppenhaus.“

Er schlug mit der Hand gegen die Panikstange der Stahltür. Das metallene Scheppern hallte durch das Treppenhaus.

Veronica stolperte auf ihren High Heels, ihr Atem ging in kurzen, schmerzhaften Zügen. „Damien, warte! Wer ist dieser Mann? Wer will mich töten?“

Damien stoppte abrupt auf dem Betonpodest und drehte sich so schnell um, dass Veronica direkt gegen seine Brust prallte. Seine Arme legten sich um ihre Taille und fingen ihr Gewicht ab, bevor sie die steilen Stufen hinunterstürzen konnte.

„Hör mir zu“, knurrte Damien, sein Gesicht nur Zentimeter von ihrem entfernt. Seine dunklen Augen waren wild vor kalter Wut. „Vor zehn Jahren hat mein Vater nicht nur seine Firma verloren. Er wurde ermordet, weil er herausgefunden hatte, wer Gelder aus den Handelsrouten der Stadt abzweigte.“

Veronicas Mund klappte auf. Ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen. „Was?“

„Dein Vater hat die Schuld für diese Übernahme auf sich genommen, um seine Familie zu schützen“, flüsterte Damien, seine Hand fest um ihre Taille. „Wer immer meinen Vater vor zehn Jahren reingelegt hat, hat gerade begriffen, dass du und ich geheiratet haben. Sie wissen, dass ich die Macht habe, den Fall neu aufzurollen. Und sie wissen, dass dein Vater in dem Moment, in dem er aufwacht, mit dem Finger direkt auf sie zeigen kann.“

Die Wahrheit traf Veronica wie ein Faustschlag. Der plötzliche Zusammenbruch der Firma, die eingefrorenen Konten, die Zwangsheirat. Es war nicht nur eine feindliche Übernahme gewesen. Es war eine Vertuschungsaktion.

„Sie wollen nicht, dass dein Vater tot ist, um dir wehzutun“, fügte Damien leise hinzu. „Sie wollen ihn tot, damit er schweigt. Und sie wollen dich tot, damit ich keinen Grund mehr habe, in der Vergangenheit zu wühlen.“

Bevor Veronica antworten konnte, ertönte oben im Treppenhaus ein scharfes Klicken.

Die schwere Stahltür oben sprang einen halben Zoll weit auf.

Damiens Kopf schnellte nach oben. In Bruchteilen einer Sekunde stieß er Veronica hinter seinen breiten Rücken und drückte sie gegen die kalte Wand. Mit schneller, geübter Hand zog er eine schwarze Waffe aus einem versteckten Holster unter seinem Arm.

Stille erfüllte das Treppenhaus, dick und erstickend.

Da rief eine sanfte, vertraute Stimme aus den dunklen Schatten nach unten.

„Du warst schon immer viel zu klug für dein eigenes Wohl, Damien.“

Veronica erstarrte. Sie kannte diese Stimme. Sie war ruhig, höflich und erschreckend vertraut.

Arthur Vance trat auf das obere Podest hinaus. Doch er hielt kein Glas Scotch mehr in der Hand. In seiner behaandshuhten rechten Hand hielt er eine schallgedämpfte Pistole, die direkt auf Damiens Kopf gerichtet war.

„Arthur“, sagte Damien gelassen, seinen Griff um die Waffe fest. „Ich habe mich gefragt, wie lange du dich hinter deinen angeheuerten Schlägern verstecken würdest.“

„Ich habe deinem Vater vor zehn Jahren die Chance gegeben zu schweigen, und er hat abgelehnt“, höhnte Arthur, während sich sein Finger um den Abzug spannte. „Henry war klüger. Er hat meinen Deal angenommen, um seine Töchter zu retten. Aber dann musstest du unbedingt das Mädchen heiraten, nicht wahr?“

Arthurs scharfe Augen huschten an Damien vorbei und musterten Veronicas blasses, verängstigtes Gesicht.

„Es ist schade, meine Gute“, schnurrte Arthur. „Du siehst deiner Mutter so ähnlich. Aber dein neuer Ehemann hat gerade dein Todesurteil unterschrieben.“

Arthur hob seine Waffe.

Plopp!

Ein gedämpfter Pistolenschuss hallte durch das Treppenhaus.

Damien bewegte sich wie der Blitz, wirbelte herum und schirmte Veronica mit seiner Brust vollständig ab. Ein scharfer Keuchlaut entwich seinen Lippen, als sein Rücken gegen die Wand neben ihr prallte.

Heißes, dunkles Blut breitete sich augenblicklich auf dem makellosen weißen Stoff von Damiens Hemd direkt über seinem Herzen aus.

Veronica schrie auf. Ihre Hände schnellten vor, um ihn aufzufangen, als sein schwerer Körper zur Seite sackte.

Damiens Waffe glitt ihm aus den Fingern und schepperte die Betonstufen hinunter. Er lehnte sich schwer gegen ihre Schulter, seine dunklen Augen trafen die ihren voller plötzlicher Schmerzen.

Arthur tat einen langsamen Schritt die Treppe hinunter und richtete seine Waffe direkt auf Veronicas Stirn.

„Und jetzt, Mrs. Steel“, flüsterte Arthur mit einem kalten Lächeln. „Bringen wir zu Ende, was wir vor zehn Jahren begonnen haben.“

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