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KAPITEL 4: DIE ENTSCHEIDUNG

作者: Aka
last update 公開日: 2026-11-03 12:06:27

Perspektive: Léora Hale

Mein Herz schlägt wild und mir wird heiß.

Elian.

Was macht er hier? Was zur Hölle ist hier los? Ist er ihr Sohn?

Mir wird übel und mein Magen zieht sich zusammen. Ich kann nicht hier sein. Ich muss weg.

»Das ist Léora Hale. Sie ist achtzehn Jahre alt und wird als Nanny mit Unterkunft bei den Geschwistern arbeiten. Sie ist wunderbar, und ich bin so froh, dass ich sie gefunden habe. Dein Cousin hat sie mir empfohlen, und ich bin total begeistert.« Rose strahlt vor Glück, ihre Wangen sind gerötet und ihre Augen leuchten.

Alles um mich herum verschwimmt, dann kommt es wieder zurück. Ich kann nicht hier sein. Ich kann nicht für sie arbeiten. Ich kann nicht unter demselben Dach wie er bleiben. Er hat mich vielleicht nicht selbst angefasst, aber er ist mitschuldig und genauso schlimm wie die anderen.

Er schweigt. Er blickt mich nur an, völlig erstaunt. Ich gerate fast ins Wanken unter seinem starren Blick.

Ich stehe auf, meine Beine zittern, und eine Gänsehaut überzieht meine Haut. Ich greife mir an den Nacken und versuche, mich zu sammeln, aber mein Herz hört nicht auf zu rasen.

»Léora?«, flüstert Rose, aber ihre Stimme klingt so weit weg.

Ich versuche, nicht in eine Panikattacke zu geraten und wieder Haltung zu bewahren.

»Geht es dir gut? Du siehst blass aus«, stellt sie besorgt fest und zieht die Augenbrauen zusammen.

»Ich muss … ich muss gehen. Ich glaube nicht, dass das funktionieren kann«, stottere ich und vermeide ihren Blick.

»Was? H … habe ich etwas Falsches gesagt?« Sie fasst nach meiner Hand und hält sie fest.

Oh Gott. Ich schaffe das nicht.

Ihre Berührung brennt mich, und ihr Parfum steigt mir in die Nase. Mir schwindelt, aber ich versuche, mich zu fassen.

»Es tut mir leid, Frau Sinclair, aber ich glaube nicht, dass das funktioniert. Ich kann nicht als Nanny hier wohnen und für Sie arbeiten. Ich habe bereits eine andere Stelle in Aussicht. Ich wünsche Ihnen alles Gute bei der Suche – aber ich bin nicht die Richtige dafür. Es tut mir wirklich leid«, flüstere ich und blicke überall hin, nur nicht zu ihr.

»Du kannst nicht gehen, Léora. Du bist perfekt für diese Stelle. Meine Kinder werden dich lieben. Ich weiß, es klingt verrückt, dass ich dir vertraue – aber ich tue es. Ich vertraue dir wirklich.« Sie spricht hastig, fast unzusammenhängend, und ihre Augen füllen sich mit Angst.

Meine Brust schmerzt, aber ich trete zurück und löse mich aus ihrem Griff.

»Ich bezahle dich mehr. Viertausend Dollar pro Woche, also zwanzigtausend im Monat. Du musst dir um nichts Sorgen machen. Kost und Logis sind inklusive. Du musst nur auf meine Kinder aufpassen. Bitte, Léora.« Sie bittet mich verzweifelt.

Viertausend Dollar pro Woche. Zwanzigtausend im Monat. So viel Geld habe ich noch nie gesehen. Es würde alle meine Probleme lösen – aber dann müsste ich Elian ertragen und so tun, als würde ich nicht jeden Zentimeter von ihm verabscheuen.

»Mutter«, stößt Elian verächtlich hervor, »wir finden jemand anderen.«

Seine Ablehnung bestätigt mich: Ich treffe die richtige Entscheidung.

»Ihr Sohn hat recht. Sie finden sicher jemand anderen. Vielen Dank für Ihre Freundlichkeit und Ihr Verständnis. Das bedeutet mir sehr viel.« Ich lächle sie an und drehe mich um.

Kai wartet schon am Auto und blickt mich besorgt an. Er schweigt, öffnet mir die Tür und ich steige ein.

Eine Weile herrscht Stille. Ich atme tief durch und frage mich, ob ich das Richtige getan habe. Mit diesem Geld könnte ich das Leben meiner Familie verändern – aber aus Stolz habe ich es abgelehnt.

Er tastet in seiner Jackentasche und runzelt die Stirn. »Ich habe mein Handy vergessen.«

Ich lehne mich an das Auto, mein Kopf pocht und mein Herz tut weh.

»Wann wolltest du mir eigentlich erzählen, dass du mit Elian Cross verwandt bist?« Ich blicke ihn verwirrt an.

Er kratzt sich verlegen am Nacken. »Wir sind Cousins. Ich rede nicht gern darüber. Wir sind zusammen aufgewachsen und standen uns früher nahe – aber er ist einfach ein Arschloch geworden. Ich versuche, in der Schule nichts mit ihm zu tun zu haben. Wir ignorieren uns gegenseitig, das funktioniert so. Draußen sehen wir uns auch nicht. Ich komme nur wegen seiner Eltern und seiner Geschwister hierher.«

Seine Worte hängen in der Luft.

Sogar sein eigener Cousin kann ihn nicht leiden.

»Und deine Eltern wissen das?«

»Ja, sie wissen es. Sie glauben, wir haben uns einfach auseinandergelebt. Wir bewegen uns in völlig verschiedenen Kreisen. Können wir mal von Elian wegkommen und über das Wichtige reden? Bist du dir wirklich sicher, dass du diese Stelle ablehnen möchtest?« Seine Stimme klingt besorgt.

Er kennt meine Situation zu Hause. Er weiß, dass ich es mir nicht leisten kann, eine Arbeit abzulehnen.

»Elian macht mir das Leben zur Hölle in der Schule, Kai. Er sieht dabei zu, wie seine Freundin und seine Teamkollegen mich schikanieren. Sie hat heute versucht, mich im Schwimmbecken zu ertränken. Mich zu ertränken. Und er hat nur zugesehen. Er hat nichts getan, als wäre es in Ordnung. Ich hätte verletzt werden können. Ich hätte ertrinken können – aber das ist ihm völlig egal.« Ich spreche vor Wut fast zitternd. Meine Wangen glühen.

Ich erinnere mich, wie ich verzweifelt unter Wasser geschlagen habe, wie die Hilflosigkeit mich überkommen ist und wie die Angst mich wie eine schwere Decke eingehüllt hat.

»Dich ertränken?«, fragt Kai entsetzt.

Ich lächle traurig und zucke mit den Schultern. »Es ist nicht das Schlimmste, was sie je getan hat. Sie war schon immer so.«

Er schüttelt den Kopf. »Erzähl mir später alles davon – aber lass uns jetzt über diese Stelle reden. Die Drillinge sind zwar lebhaft, aber auch unglaublich lieb. Rose ist eine wunderbare Frau, und ihr Mann liebt sie über alles. Du wirst ihm auch gefallen. Sie hat ein gutes Gespür für Menschen und mag dich sehr. Diese Chance bekommt man nicht so schnell wieder. Lass nicht zu, dass Elian sie dir nimmt. Er hat dir schon so viel genommen. Gewinne diesmal.«

Ich runzle die Stirn und höre ihm zu.

»Mach es wie ich. Tu so, als gäbe es ihn gar nicht. Ignoriere ihn und konzentriere dich auf deine Arbeit. Du brauchst ihn nicht. Seine Mutter braucht dich. Denk an deine Familie und was dieses Geld für euch bedeutet. Geh zurück und sag ihr, dass du die Stelle annimmst.«

Ich seufze und nicke.

Wir gehen zurück ins Haus. Er geht an meiner Seite, und ich bin dankbar für seine Unterstützung.

Als ich die Stimme höre, bleibe ich stehen.

»Sie ist doch nur auf das Geld aus.«

 

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