Der Quarterback, den ich hasse

Der Quarterback, den ich hasse

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Léora Hale weiß, was es bedeutet, durchzuhalten. Ihr ganzes Leben lang hat sie sich durch Schwierigkeiten, Kummer und Mobbing geschlagen – das Mädchen, über das man lacht, das man ignoriert und beiseiteschiebt. Sie hat gelernt, unsichtbar zu sein, und damit war sie stets zufrieden. Als sie eine Stelle als Haushaltshilfe und Kinderbetreuerin annimmt, ist sie auf schlaflose Nächte und laute Kinder vorbereitet. Was sie jedoch niemals erwartet hätte, ist Elian Cross: der Star-Quarterback der Riverfield High, bewundert, unantastbar … und ihr schlimmster Feind. In der Schule sieht Elian tatenlos zu, während seine Freundin und seine Freunde Léora das Leben zur Hölle machen. Zu Hause will er sie um jeden Preis weghaben, überzeugt davon, dass sie hier nicht hingehört. Doch irgendwo zwischen scharfen Worten und stillen Momenten beginnt der Hass zwischen ihnen zu bröckeln. Und als Gefühle entstehen, mit denen niemand gerechnet hat, muss Elian sich endlich entscheiden: weiterhin die Rolle zu spielen, die alle von ihm erwarten – oder zu dem Mädchen zu stehen, das alles verändern könnte.

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الفصل الأول

KAPITEL 1: DER VERLORENE JOB

Perspektive: Léora Hale

»Es tut mir leid, Léora, aber wir müssen dich entlassen.« Chef Julius vermeidet meinen Blick, als er mir das mitteilt.

»W … was?«, stottere ich und frage mich, ob ich ihn falsch verstanden habe.

Er reibt sich den Nacken. »Du weißt, dass du eine unserer fleißigsten Mitarbeiterinnen bist, oder?«

Mein Magen sackt nach unten. Das ist wirklich passiert. Eine Gänsehaut überzieht meine Haut, und auf meiner Stirn unter dem unordentlichen Dutt bilden sich Schweißperlen. Meine Haut brennt unter den Kleidungsschichten, aber ich ziehe den Pullover nicht aus. Stattdessen rücke ich meine große Brille zurecht, beiße mir auf die Lippe und flüstere: »Warum? Habe ich … habe ich etwas falsch gemacht?«

»Nein, nein, du warst perfekt, alle mögen dich, aber … es ist einfach … die Geschäfte laufen nicht so, wie sie sollten, und wir müssen sparen«, erklärt er, ohne mich anzusehen.

Meine Kehle ist trocken und meine Zunge fühlt sich schwer an. Meine Augen brennen vor Tränen, aber ich weine nicht. Ich werde hier nicht weinen.

»Es tut mir leid, Léora. Ich hoffe, das reicht dir, bis du eine neue Stelle findest.« Er zieht zerknitterte Geldscheine aus seiner Tasche und drückt sie mir in die Hand.

»Danke.« Ich lächle, obwohl ich weiß, dass mir das nicht viel helfen wird. Ich habe so viele Rechnungen zu bezahlen.

Miles und Emma brauchen neue Kleidung für den Schulfototag, und in ein paar Tagen geht es auch in den Zoo. Außerdem müssen sie zum Friseur. Ich brauche auch neue Schuhe, und davon kann ich mir kaum ein Paar kaufen. Ich stehe einen Moment da und versinke in Selbstmitleid. Erschöpfung macht sich in mir breit, aber ich habe keine Zeit zu verlieren. Der Geruch von Reinigungsmitteln und Öl hängt noch in der Luft. Ich brauche sofort einen neuen Job, aber wer stellt schon ein achtzehnjähriges Mädchen ein, das nichts vorzuweisen hat?

Panik ergreift mich und meine Brust schnürt sich zusammen.

Ich weiß nicht, wie lange ich da stehe, aber ich atme tief durch und ziehe meine Schürze aus.

»Léora!«, ruft Maggie, als ich an ihr vorbeigehe.

Ich sehe sie an, unterdrücke meine Nervosität und lächle. »Hallo, Maggie.«

Wir haben gut zusammengearbeitet.

»Ich habe gehört, dass du entlassen wurdest. Es tut mir so leid, Léora«, flüstert sie und zieht mich in eine Umarmung.

Ich bleibe einen Augenblick in ihrer Umarmung und versuche nicht zu weinen, als ich mich löse. »Ich muss gehen. Bis bald, Maggie.«

»Du solltest etwas wissen«, sagt sie und lässt mich innehalten.

Ich drehe mich zu ihr um und hebe die Augenbrauen. »Was?«

»Chef wollte dich gar nicht entlassen.«

Mein Herzschlag stockt und ich bin völlig verwirrt. »Warum hat er es dann getan?«

»Weil jemand nicht aufgehört hat, sich zu beschweren«, flüstert sie, und ich staune. Das kommt mir sehr bekannt vor.

»Wer?«, frage ich schließlich, obwohl ich es bereits ahne.

Maggie zögert einen Moment und sagt dann: »Vesper Voss. Sie behauptet, du würdest jedes Mal, wenn du sie bedienst, nicht aufhören, mit ihrem Freund zu flirten.«

Mein Herz sinkt.

Vesper Voss.

Sie hat dafür gesorgt, dass ich meinen Job verliere.

»Das hast du von mir nicht gehört«, fügt sie hinzu und geht hinter den Tresen zurück.

Ich antworte nicht. Ich kann es nicht. Ich sollte es mittlerweile gewohnt sein, dass Vesper mich schikaniert, aber ich bin es nicht.

Die Türglocke klingelt, schrill und laut wie Glas in meinem Kopf.

Maggie stöhnt: »Wenn man vom Teufel spricht …«

Ich folge ihrem Blick und erstarre, als Vesper Voss mit ihrer Gefolgschaft hereinkommt. Mein Gesicht glüht und meine Augen brennen vor Tränen. Sie hat mich meinen Job verloren lassen. Das war meine Lebensgrundlage, und sie hat sie mir weggenommen – und wofür?

»Oh, Schatz«, lacht Vesper und hängt sich an den Arm ihres Freundes.

Elian Cross. Der Star-Quarterback unserer Schule.

Meine Brust zieht sich schmerzhaft zusammen und meine Augen füllen sich mit Tränen.

Ihr boshafter Blick trifft mich und sie grinst: »Na, da ist sie ja. Auf dem Weg nach Hause, wie? Endlich weg mit dem lästigen Stück.«

Ich sehe sie einen Augenblick an, dann wandert mein Blick zu ihrem Freund. Seine Augen treffen meine, und ich weiß, dass er weiß, was seine Freundin getan hat – aber natürlich ist es ihm egal. Warum sollte es ihn auch kümmern?

Ich muss hier raus, also gehe ich. Ich öffne die Tür und blicke nicht zurück, auch nicht, als Vesper anfängt, meinen Namen zu rufen – beziehungsweise den erfundenen Namen, den sie mir gibt. Erst an der Bushaltestelle halte ich an.

Die Tränen laufen frei und meine Brust schmerzt. Verzweiflung legt sich wie eine nasse Decke über mich. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Sechzig Dollar reichen nicht lange.

Nach einer gefühlten Ewigkeit in der Sonne kommt endlich der Bus.

Ich lächle den Fahrer freundlich an und setze mich wie immer ans Fenster.

Zwanzig Minuten später steige ich aus, winke ihm zu und gehe nach Hause.

Ich wohne in einem kleinen, einfachen Haus. Es ist eines der Dinge, die mein Vater uns hinterlassen hat, bevor er starb. Ich bin jeden Tag dankbar dafür, denn wir müssen keine Miete zahlen. Mein Blick fällt auf das überwachsen Gras. Ich muss mir Zeit nehmen, es zu mähen.

Ich drücke die Tür auf und trete in die warme Stube. Der Duft von frischem Essen erfüllt den Raum und mein Magen knurrt.

»Léora!«, schreit Emma und läuft auf mich zu.

»Hallo, mein Schatz.« Ich lächle und fange sie auf. Ich versuche, nicht zu stöhnen. Sie ist nicht mehr fünf. Sie ist acht und schon ein großes Mädchen. Bald werde ich sie nicht mehr tragen können.

Sie umarmt mich fest und ich versuche, nicht zu weinen.

»Wo ist dein Bruder?«, frage ich und setze sie vorsichtig ab.

»In der Küche«, erzählt sie und strahlt mich an.

Wir gehen in die Küche und dort steht meine Mutter und rührt in einem Topf, während Miles Zwiebeln schneidet.

»Unser kleiner Koch.« Ich kitzle ihn und er kichert: »Hallo, Léora.«

»Du bist aber früh zurück.« Meine Mutter blickt mich besorgt an.

Mein Lächeln erlischt und ich flüstere beschämt: »Ich wurde entlassen.«

Sie hört auf zu rühren, der Löffel bleibt in der Luft hängen – dann lächelt sie und sagt beruhigend: »Wir finden schon eine Lösung.«

Den Rest des Abends verbringe ich damit, die Küche aufzuräumen und den Zwillingen bei den Hausaufgaben zu helfen. Ich gehe früh ins Bett, damit ich morgen pünktlich aufstehen kann.

Am nächsten Morgen, als die Sonne aufgeht, stehe auch ich auf. Es dauert eine Weile, bis ich die Zwillinge geweckt habe, dann wasche ich sie und frühstücke mit ihnen. Als meine Mutter schließlich aufwacht, übergebe ich sie ihr und mache mich schnell fertig für die Schule. Ich binde meine Haare zu einem festen Dutt, ziehe meinen dunkelblauen Pullover und eine ausgewaschene Jeans an. Meine Schuhe sind abgetragen, aber ich ziehe sie an und bringe die Kinder zur Schule.

»Tschüss, meine Lieben!« Meine Mutter winkt uns nach.

Ich bringe die Zwillinge schnell zur Schule und atme erleichtert auf, als ich endlich in den belebten Gängen der Riverfield High stehe.

In fünf Minuten beginnt die erste Stunde, also dränge ich mich durch die Menge zu meinem Spind – als mich jemand von hinten heftig zu Boden stößt. Meine Handflächen schlagen auf den Boden und meine Bücher verteilen sich überall.

Vesper lächelt mich an, ihre Augen funkeln boshaft. »Du hättest besser zu Hause bleiben sollen. Denn wenn du glaubst, es wäre schlimm, dass du deinen Job verloren hast – dann hast du noch gar nichts gesehen.«

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