MasukLyras SichtHelena schenkt den Wein selbst ein, und ich frage mich, ob sie dumm genug ist, mich zu vergiften, während meine Gefährtin sechs Meter entfernt ist.Das private Familienessen war in einem kleinen Speisezimmer neben der Haupthalle angerichtet. Der Tisch war mit vertrautem Porzellan aus meiner Kindheit gedeckt, aber alles fühlte sich jetzt falsch an. Theron saß neben mir, seine Hand ruhte unter dem Tisch auf meinem Oberschenkel, ein stiller Anker. Marcus saß am Kopfende, sah älter aus, als ich ihn in Erinnerung hatte. Helena spielte die perfekte Gastgeberin, lächelte zu breit, während sie Wein in jedes Glas goss. Ivy saß mir gegenüber, ihre Augen scharf vor Eifersucht.Die Spannung war dicht. Alle spielten Höflichkeit, aber die Luft fühlte sich schwer an. Helena reichte mir ein Glas. "Rotwein, dein Favorit, Lyra. Ich habe mich daran erinnert."Ich nahm es, trank aber nicht. "Danke."Helena fragte nach dem Nördlichen Territorium, ihre Stimme süß. "Es muss so anders sein als hi
Lyras SichtDamon findet drei Tage später die Verbindung, und sie führt irgendwohin, das wir nicht erwartet hatten.Das Kriegszimmer war angespannt. Karten bedeckten den langen Tisch. Fotos der toten Streuner vom Angriff waren an Tafeln gepinnt. Therons innerer Kreis hatte sich bereits um den Tisch versammelt, als wir ankamen. Damon, zwei vertrauenswürdige Vollstrecker, die ich erkannte, aber nicht gut kannte, und zwei ranghohe Berater, die sich über die Beweise beugten und leise miteinander sprachen.Ich setzte mich neben Theron, und meine Hand ruhte unter dem Tisch auf seinem Oberschenkel. Er hatte mich nicht hier haben wollen, aber ich hatte darauf bestanden. Das ging um mich. Ich musste Teil davon sein herauszufinden, wer versucht hatte, mich zu nehmen.Damon zeigte auf einen Bericht. "Die Leichen der Streuner wurden untersucht. Habseligkeiten durchsucht. Die Spur führt zu einem Streunernetzwerk, das aus neutralem Territorium operiert. Sie sind angeheuerte Muskeln, nichts weiter."
Lyras SichtSie kommen für mich bei hellichtem Tag, und ich bin genau drei Minuten allein.Die Gärten waren zu meinem Lieblingsort auf dem Anwesen geworden. Zwei Wochen waren seit der Kopfgelddrohung vergangen, und die ständigen Wachen hatten begonnen, sich normal anzufühlen. Ich war selbstgefällig geworden, ohne es überhaupt zu bemerken. Die besten Krieger des Rudels folgten mir überallhin, ihre Anwesenheit ein schwerer, aber beruhigender Schatten. Heute pflegte ich den Heilkräutergarten, den ich als Luna-Projekt begonnen hatte, etwas Kleines und Eigenes inmitten dieser geliehenen Pracht. Der vertraute Duft von Lavendel und Minze beruhigte mich, während ich im Dreck kniete, meine Finger arbeiteten sich durch die Erde, zogen Unkraut, prüften Wurzeln.Der Wachkapitän trat ein paar Schritte weg, um eine dringende Nachricht von einem Boten entgegenzunehmen. Die anderen Wachen positionierten sich neu für eine schnelle Umkreisung. Zum ersten Mal seit Tagen war ich allein. Nur ich und der w
Lyras SichtDie Sicherheit um mich verdreifacht sich über Nacht, und Theron will mir nicht sagen, warum.Ich wachte wieder in Therons Bett auf, seine Arme um mich geschlungen, als hätte er Angst, ich würde verschwinden. Die Markierung an meinem Hals leuchtete im Morgenlicht immer noch schwach, eine ständige Erinnerung daran, wie viel sich in einer Nacht verändert hatte. Ich drehte mich in seinen Armen, um ihn anzusehen, aber er war bereits wach und starrte mit angespanntem Ausdruck an die Decke. Sein Körper war steif gegen meinen."Was ist los?", fragte ich, meine Stimme noch verschlafen.Er antwortete nicht sofort. Stattdessen zog er mich näher, vergrub sein Gesicht lange in meinem Haar, bevor er sprach. "Damon hat mir die Notiz gezeigt. Und wir haben über Nacht Informationen erhalten. Jemand hat ein Kopfgeld auf dich ausgesetzt."Die Worte trafen mich wie kaltes Wasser. Ich setzte mich auf und zog das Laken um mich. "Ein Kopfgeld?"Theron setzte sich ebenfalls auf, fuhr sich mit ein
Lyras SichtIch wache in Therons Bett auf, in seinen Armen, und die Markierung an meinem Hals leuchtet.Wärme umgab mich. Starke Arme hielten mich nah an eine feste Brust. Für einen Moment blieb ich still, aus Angst mich zu bewegen, falls es nur ein weiterer Traum war. Aber der stetige Herzschlag unter meinem Ohr war echt. Der Duft nach Kiefer und Rauch und ihm füllte meine Nase. Ich öffnete langsam die Augen.Die Markierung an meinem Hals pulsierte mit einem schwachen silbergoldenen Licht. Sie leuchtete. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Meine Finger strichen vorsichtig darüber. Das Licht wurde bei meiner Berührung etwas heller und schickte eine warme Welle durch meinen Körper. Ich blickte hinunter. Therons Markierung an seiner Schulter leuchtete ebenfalls, dasselbe sanfte Licht pulsierte im Takt mit meinem.Theron regte sich hinter mir. Seine Arme verstärkten sich für eine Sekunde, dann öffneten sich seine Augen. Er sah das Leuchten und wurde ganz still. Sein Atem stockte."Ist d
Lyras SichtDrei Tage Schweigen, und ich habe genug davon, sein Spiel mitzuspielen.Ich verfolgte ihn durch das Anwesen. Er war nicht in seinem Büro. Nicht auf den Trainingsgeländen. Nicht in seinen Räumen. Damon sagte mir schließlich, wo ich ihn finden konnte. "Privates Fitnessstudio. Dritte Untergeschossebene. Aber ich würde nicht—"Ich ignorierte die Warnung und ging trotzdem hin.Die private Trainingseinrichtung lag tief unter der Erde. Als ich die schwere Tür aufstieß, erfüllte der Klang von Gewalt die Luft. Theron war allein, ohne Hemd, schweißbedeckt. Alte Narben zeichneten seinen Rücken und seine Brust. Er zerstörte eine Trainingspuppe mit brutaler Effizienz, Fäuste und Krallen zerrissen sie. Jeder Schlag trug rohe Wut. Er bemerkte mich zunächst nicht. Er war verloren in der Gewalt und arbeitete gegen welche Dämonen auch immer ihn jagten.Ich beobachtete ihn einen langen Moment. So bewältigte er das. Gewalt statt Gefühl. Gewalt statt mich. "Du kannst dich nicht ewig verstecken







