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Kapitel 2 — Die Stille, die bleibt

Penulis: Eternel
last update Terakhir Diperbarui: 2026-02-14 18:05:59

Gabriel

Ich habe den Aufzug nicht genommen.

Ich bin die acht Etagen zu Fuß hinuntergegangen, langsam, als könnte jede Stufe das, was man mir gerade mitgeteilt hat, auslöschen. Als könnte ich, wenn ich weit genug zurückgehe, das Urteil neu schreiben. Zurückkommen zu dem Moment, in dem alles noch möglich war.

Aber nein.

Mein Körper, dieser verdammte Körper, steht noch. Er hält ohne mich. Er bewegt sich, während ich aufgehört habe, daran zu glauben.

Ich öffne die Tür zur Straße. Die Luft beißt meine Haut.

Ich habe keinen Schal angezogen. Keine Handschuhe.

Ich habe es vergessen.

Ich vergesse alles in letzter Zeit.

Meine Einkaufsliste. Meine Termine. Meine eigene Stimme, manchmal. Ich vergesse, zu existieren.

Ich gehe.

Ohne Ziel, ohne Grund. Ich bin einfach auf der Flucht. Weg vom Arztbüro. Weg von diesem Satz, der sich immer wieder in meinem Kopf dreht:

— Ihre Produktion ist definitiv inaktiv.

"Definitiv".

Das Wort hat geknallt wie ein Schuss.

Kein Anruf, kein Einspruch und kein Wunder.

Ich saß einfach da und starrte auf die verdammte Akte. Das Beige der Hülle. Mein Name steht darauf. Wie eine Verurteilung.

 Gabriel De Rohan 37 Jahre null Chance, ein Kind zu zeugen.

Ich habe nichts gesagt, kein Wort, keinen Schrei. Ich hatte nur Schmerzen, denn ich werde niemals Kinder haben können, niemals!

Ich dachte an Camille.

An die Box in meiner Schublade, die aus rostigem Metall. Mit unseren Fotos, unseren Echos von früher. Camille mit ihrem Lächeln, das selbst standhielt, als alles zusammenbrach.

— Wir schaffen das, Sam. Ich spüre es. Ich will es mit dir.

Wir haben daran geglaubt. Lange. Zu lange.

Und dann eines Tages sagte sie:

— Ich mache dir keinen Vorwurf. Aber ich kann nicht weiter zusammenbrechen neben dir.

Und sie ist gegangen.

Ich habe sie gehen lassen. Weil sie Besseres verdient hat als einen leeren Mann.

Weil sie eine Zukunft verdient hat.

Und ich habe ohne Kinder weitergemacht. Ohne Pläne, ohne sie.

Aber heute Abend, auf diesem Dach… Clara.

Dieses seltsame Mädchen. Schön auf ihre Weise. Still wie ich.

Ihre Beine im Nichts. Ihr Blick woanders.

Sie sah verloren aus, aber… lebendig.

Als ich sie fragte:

— Darf ich mich setzen?

Hat sie nicht geantwortet. Nur den Kopf genickt.

Das war genug.

Wir waren zu zweit, dem gleichen Abgrund gegenüber.

Ich sagte zu ihr, ohne wirklich nachzudenken:

— Verdammt, diese Welt. Wir geben alles, und am Ende finden wir uns hier wieder, wollen springen… oder einfach atmen.

Und sie fragte leise:

— Fliehen Sie auch vor etwas?

Ich kicherte. Ein hohler Klang. Fast ein Stöhnen.

— Vor meinem eigenen Körper. Vor meiner Ohnmacht. Das Urteil ist heute Nachmittag gefallen. Ich werde niemals Vater sein.

Sie senkte die Augen. Auf ihren Bauch.

Und dann, leise, fast unhörbar:

— Es tut mir leid für Sie.

Sie sah mich nicht an. Aber ich spürte ihre Angst. Ihr schweres Schweigen.

Ich insistierte nicht. Es war nicht der Moment. Weder der Ort.

Aber ich nahm wahr… einen Riss. Eine Wahrheit, die entglitt. Etwas Unbegreifliches.

Sie verfolgte mich, sobald ich das Dach verlassen hatte.

Ich drehe mich in meiner Wohnung im Kreis.

Ich fahre mir durch die Haare. Ich öffne das Fenster. Ich schließe es wieder.

Ich schlage gegen die Wand. Ich ersticke.

Ich bin steril.

Ich bin steril.

Ich bin steril.

Und doch…

Etwas in ihr vibrierte. Eine wahnsinnige Wahrheit. Eine Angst, die man erahnen kann.

Clara. Sie ist jünger als ich. Aber in ihren Augen… war es ein gesamtes Schiffsunglück.

Ich lehne mich gegen die Tür.

Meine Hände zittern.

Warum denke ich daran zurück? Warum hat sie, eine Unbekannte, mich angesehen, als wäre ich noch jemand? Als ob ich, trotz des in meinen Adern geschriebenen Scheiterns, etwas wert wäre?

Ich murmele in die Dunkelheit:

— Das ist nicht möglich…

Aber mein Herz schlägt laut.

Und dieser Gedanke kommt zurück, stechend, delirierend.

Sie hat gesagt, dass es ihr leid tut.

Aber sie schien ein noch größeres Geheimnis zu tragen.

Nein, das ist absurd.

Ich, der nichts mehr geben kann?

Ich lache mit einem bitteren Lachen, denn ich verliere den Boden unter den Füßen! Ich wollte immer Vater sein, eine jüngere Version von mir, die vor mir herläuft und mich PAPA ruft!

Und dieses junge Mädchen fasziniert mich, ich will wissen, verstehen.

Sie wiederzusehen, nur dass ich verheiratet bin und meine Frau zu Hause auf mich wartet.

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