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Zweif

Penulis: Ree
last update Tanggal publikasi: 2026-09-21 04:42:49

Kapitel Zwei – Wofür?

Selenes POV

Ich dachte, das Chaos wäre vorbei. Vielleicht konnte das Leben endlich wieder zu einem zerbrechlichen Anschein von Normalität zurückkehren.

Ich lag falsch.

Ein großer, schlanker Mann betrat das Café. Er bewegte sich mit der stillen Präzision eines Mannes, der es gewohnt war, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ich erstarrte, während mein Herz heftig in meiner Brust schlug.

„Alden bedauert den Vorfall neulich“, sagte er mit tiefer, bedachter, beinahe ausdrucksloser Stimme. „Er hat Ersatz geschickt. Vorräte für das Café deines Onkels.“

Die Worte hingen wie eine Warnung in der Luft.

Jarek versteifte sich neben mir. Seine Finger umklammerten den Rand der Theke so fest, dass seine Knöchel weiß wurden. Ich konnte seine Anspannung spüren wie statische Elektrizität.

„Er besteht darauf … dass du persönlich zum Rudelhaus kommst“, fügte der Mann hinzu. Sein Ton ließ keinen Raum für Widerspruch.

Eine scharfe Anspannung ergriff den Raum und zog sich enger zusammen wie eine gespannte Bogensehne. Jeder hier wusste, dass dies kein einfacher Besuch war. Von einem Wilson bekam man nichts umsonst, und hinter jedem Geschenk steckte immer eine Gegenleistung.

„Ich gehe mit ihr“, sagte Jarek sofort und trat auf mich zu, bereit, mich zu beschützen.

Der Blick des Mannes veränderte sich nicht.

„Er sagte, sie soll allein kommen.“

Kaelen, dieser bösartige Schatten, ließ ein leises, spöttisches Lachen hören und stellte sich direkt vor mich. Seine Augen glänzten mit etwas Dunklem, etwas Gierigem.

„Allein, hm? Natürlich. Sie wird allein gehen“, höhnte er. „Hör gut zu, Selene. Wenn du aus der Reihe tanzt, werde ich dafür sorgen, dass du es bereust. Verstanden?“

Ashen knurrte tief in mir. Seine Krallen drückten gegen meine Rippen.

„Ich kümmere mich um ihn“, zischte er.

„Nein“, flüsterte ich und presste meine Hände gegen meine Brust. „Nicht jetzt. Bleib ruhig.“

Kaelen grinste grausam.

„Sei vorsichtig, kleine Wölfin“, murmelte er, trat jedoch zurück und war fürs Erste zufrieden.

Ich holte zitternd Luft und versuchte, das lodernde Feuer in mir zu beruhigen.

„Noch nicht, Ashen“, murmelte ich. „Wir kümmern uns später um ihn.“

Als ich das Café verließ, drehte sich mein Magen vor Angst um. Der Weg zum Rudelhaus fühlte sich länger an, als er tatsächlich war, und jeder Schritt wurde schwerer als der vorherige.

Ich gehörte nicht mehr hierher. Nicht wirklich.

In dem Moment, in dem ich die große Halle betrat, spürte ich es.

Dominanz lag in der Luft, dicht und erdrückend. Der Geruch starker, mächtiger Wölfe schien jeden Winkel zu erfüllen. Mein Puls beschleunigte sich, während jeder meiner Schritte auf dem polierten Steinboden widerhallte.

Porträts vergangener Alphas säumten die Wände. Ihre Augen schienen lebendig zu sein und mich mit stummem Urteil zu verfolgen.

Erinnerungen an meine Kindheit überfluteten mich – an die Zeit, als ich hier willkommen gewesen war, als Alex’ Eltern mich wie ein Familienmitglied behandelt hatten.

Damals hatten sich diese Hallen warm und sicher angefühlt.

Jetzt, unter Aldens Kontrolle, wirkten dieselben Wände feindselig und anklagend. Sie erinnerten mich daran, dass ich nicht mehr hierhergehörte.

Ich wollte nur die Vorräte abholen und gehen – schnell und leise.

Doch da war er.

Alden.

Er stand an dem riesigen Fenster und blickte auf das Trainingsgelände hinunter. Seine Haltung wirkte entspannt, doch jeder Zentimeter seines Körpers strahlte Autorität aus.

Meine Brust zog sich zusammen, sobald sich unsere Blicke trafen.

„Du bist angekommen“, sagte er mit einer ruhigen, glatten undurchschaubaren Stimme, die dennoch schwerer auf mir lastete als alles, was ich je zuvor gespürt hatte.

„Ja“, antwortete ich tonlos und zwang meine Hände, an meinen Seiten zu bleiben. „Ich bin wegen der Lieferung hier.“

Er sagte lange nichts. Er musterte mich, als würde er bis in meine Seele sehen wollen.

Dann wandte er sich wieder dem Fenster zu und beobachtete die Krieger, die unten trainierten.

„Du musst dich nicht beeilen“, sagte er leise, beinahe neckend.

Ich ballte die Hände zu Fäusten. Sein ruhiger, bedachter Blick hinterließ ein brennendes Gefühl auf meiner Haut.

„Dein Vater …“, sagte er schließlich, seine Stimme etwas sanfter, „war ein ehrenhafter Mann. Selbst uns gegenüber.“

Ich blieb reglos stehen, während Erinnerungen an Kriege und Schlachtstrategien in mir aufstiegen und mein Herz schmerzte.

„Auch wenn er sich uns widersetzte“, fuhr er fort und warf mir einen Blick zu, „kann ich seinen Mut nicht leugnen. Ich habe gehört, dass diejenigen, die sich weigerten aufzugeben, etwas Neues aufgebaut haben … Alex führt nun sein Rudel.“

Als ich Alex’ Namen hörte, durchzuckte mich der bittere Schmerz der Zurückweisung. Ich sagte nichts.

Aldens Augen verengten sich. Für einen Moment blitzte Gold in ihnen auf, während eine ungeheure Intensität darin brannte.

„Aber Alex ist nicht die wahre Bedrohung“, fuhr er mit leiser Stimme fort. „Jemand steht hinter ihm. Mächtig. Unnachgiebig. Eine Kraft, mit der man rechnen muss.“

Er drehte sich vollständig zu mir um. Seine Augen brannten.

„Man nennt ihn Alec“, sagte er langsam. „Kennst du ihn?“

Ashen regte sich heftig, sein Herz schlug im gleichen Rhythmus wie meines.

Natürlich kannte ich ihn.

Alec.

Meine verborgene Identität.

Meine geheime Identität als Kriegerin.

Alden erkannte mich nicht.

Ich konnte nicht antworten, bevor seine Hand blitzschnell vorschnellte und meinen Arm fest umschloss.

Ein Schock durchfuhr meine Adern, heftig und überwältigend.

Das Band zwischen Gefährten entflammte – roh, wild und unverkennbar.

Ashen stieß überrascht und zugleich erfreut einen scharfen Laut aus.

Ich schnappte nach Luft.

Dieses Band … diese Verbindung … war nichts, dem ich widerstehen oder das ich ignorieren konnte.

Und mit einem Mal war alles anders.

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