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Des Dons Rebellin
Des Dons Rebellin
Author: Crystal K

KAPITEL 1

Author: Crystal K
Seit fünf Jahren schlief ich mit dem gefürchtetsten Mann New Yorks. 999 Mal. Doch heute Nacht sagte er mir, ich sei bloß ein Werkzeug. Und meine nächste Aufgabe war es, ein Willkommensgeschenk für seine Verlobte auszusuchen.

Vor einer halben Stunde war Damon in meiner Wohnung aufgetaucht.

Wie an jedem anderen Abend der letzten fünf Jahre hatte er geduscht und kam dann mit dieser vertrauten Gier zu mir. Er drückte mich gegen das Panoramafenster, die Lichter Manhattans verschwammen tief unter uns.

„Ich will dich, Nora.“

Ich verlor mich in seinen hungrigen Küssen und harten Stößen.

Er roch immer noch nach Blut, selbst nach dem Duschen. Ich wusste, dass er gerade einen Verräter in der Familie zur Strecke gebracht hatte.

Es war mir egal.

Er war ein Monster, der König der New Yorker Unterwelt. Und er war meine einzige Religion.

Im schwachen Licht fanden seine Finger die wulstige Narbe auf meiner Schulter.

Ich hatte sie davongetragen, als ich ihn bei einer Explosion vor umherfliegenden Glassplittern schützte.

„Tut es noch weh?“, flüsterte er und küsste die Narbe.

„Nicht mehr, Damon… Für dich war es das wert…“, keuchte ich seinen Namen zwischen abgehackten Atemzügen hervor.

Früher dachte ich, das hier wäre ein Märchen. Ich war ein Niemand, eine Waise mit der Nase in einem Buch. Er machte mich zu seiner Vertrauten. Seiner Waffe. Seiner Trophäe.

Wenn ich ihn nur heiraten könnte… wäre ich im Himmel.

Genau in diesem Moment zog er sich mit einem letzten Schaudern aus mir zurück.

„Ich bin gekommen, um dir zu sagen, dass nächste Woche ein Familienessen stattfindet“, sagte er und blies einen Rauchring. Seine Augen beobachteten mich durch den Dunst hindurch.

Mein Herz machte einen Sprung.

War das seine Einladung?

Vielleicht war er endlich bereit. Heute Nacht hatte er mich mit einer anderen Art von Gier gevögelt, roh und alles verzehrend.

„Ich werde bereit sein, Damon.“ Ich ging, um sein Hemd zu holen. „Muss ich dich über die Lieferungen an der Westküste briefen? Oder…“

„Nein.“

Er schnitt mir das Wort ab. Seine Stimme war eiskalt.

„Bianca wird da sein. Es ist unsere Verlobungsfeier.“

Bianca.

Die Mafiaprinzessin, deren Familie die Schifffahrtswege kontrollierte.

Ich erstarrte. Das Hemd glitt mir aus den Fingern und fiel zu Boden. „Verlobt? Ich dachte, das wäre nur ein Gerücht…“

„Es ist kein Gerücht. Es ist ein Geschäft“, sagte Damon mit einem Achselzucken. „Und du bist mein fähigstes Werkzeug. Ich brauche dich, um ein Geschenk für Bianca vorzubereiten. Sie mag Van Gogh. Such ein Original aus deiner Galerie für sie aus.“

Er wollte, dass ich ein Geschenk für die Frau aussuchte, die mir mein Leben stahl?

Tränen brannten hinter meinen Augen. Ich konnte nicht verhindern, dass meine Stimme lauter wurde. „Damon, ich dachte, diese fünf Jahre… Ich dachte, wir wären mehr als –“

„Mehr als was?“, unterbrach er mich mit diesem vertrauten spöttischen Blick in den Augen. „Ein Werkzeug? Nein, Nora, du bist meine perfekte Schöpfung. Ich habe dir alles beigebracht: wie man elegant ist, wie man stark ist, wie man meine Drecksarbeit erledigt. Aber du hast die wichtigste Lektion vergessen: Eine Schöpfung träumt nicht. Sie gehorcht.“

Das Blut wich aus meinem Gesicht.

„Was die letzten fünf Jahre angeht…“ Er hielt einen Moment inne, der sich anfühlte wie eine Ewigkeit.

„Betrachte es als Wartung. Eine Waffe muss scharf gehalten werden, um nützlich zu sein, richtig? Egal ob ich sie in meinem Büro benutze… oder in meinem Bett.“

Ich zog den Teppich um meinen nackten Körper und versuchte, einen letzten Rest Würde zu finden.

„Und wenn ich Nein sage?“

Damon kam herüber und kniete sich hin.

Seine Finger packten mein Kinn, sein Daumen strich über meine Lippen.

Die Berührung, die mich früher zum Zittern gebracht hatte, verursachte mir jetzt nur noch Übelkeit.

„Sei ein braves Mädchen.“ Seine Stimme war kälter als der Boden unter mir. „Vergiss nicht, wer dich aus der Gosse gezogen hat.“

Er stand auf und ging, ließ mich allein auf dem Boden zurück.

Ich hörte seine Schritte verklingen, dann das Klicken der Schlafzimmertür.

Ich stolperte ins Badezimmer und weinte. Die Frau im Spiegel war ein aufgelöstes Wrack mit wildem Blick.

Das heiße Wasser spülte Damons Wärme fort, aber es konnte Scham und Verzweiflung nicht abwaschen.

Fünf Jahre.

Fünf Jahre lang dachte ich, ich wäre seine Frau. Wie sich herausstellte, war ich nur eine Waffe, die er scharf hielt.

Ich zog ein verschlüsseltes Handy aus einem versteckten Fach in der Wand.

Vor drei Jahren, bei einer Auktion von Sotheby’s, hatte Damon mich geschickt, um mich eines Russen anzunehmen, der zum Problem geworden war.

Der Name des Mannes war Leo Volkov. Als ich ihm eine Waffe in den Rücken drückte, zuckte er nicht zusammen. Er lachte nur leise und schob mir dieses Handy in die Hand.

Er hatte geflüstert: „Ein schöner Vogel in einem goldenen Käfig träumt immer vom Fliegen. Wenn dein Herr dir die Flügel bricht, ruf mich an. Ich schenke dir den Himmel.“

Ich hielt ihn für verrückt. Jetzt war er meine einzige Hoffnung.

Mit zitternden Fingern tippte ich eine Nachricht:

[Ich nehme dein Angebot an. Drei Tage. Hol mich verdammt nochmal aus New York raus.]
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