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Die Lieblingsgeliebte des Dons ist verschwunden
Die Lieblingsgeliebte des Dons ist verschwunden
Melissa Z

Kapitel 1

Melissa Z
Zehn Jahre lang war ich Don Vincenzos Geheimnis gewesen. Ich hatte auf einen Ring gewartet. Stattdessen sagte er mir direkt nach dem Sex, dass er eine andere heiraten würde.

Da wusste ich, dass ich für ihn nur ein Körper gewesen war.

Eine Stunde zuvor.

Zum tausendsten Mal nahm er mich – wild, rücksichtslos.

Ich zerfiel unter ihm, meine Nägel gruben sich in seine Schultern.

„Ja … so …“

Ich rang nach Luft, spürte jeden seiner Stöße tief in mir.

Er küsste mich hart, härter als je zuvor.

Als es vorbei war, schmiegte ich mich an ihn und strich mit dem Finger über die Narben auf seiner Brust.

Seine Stimme durchschnitt die Dunkelheit. „Morgen Abend kommst du mit zum Familienessen.“

Ich richtete mich auf, mein Herz raste.

Ich hatte zehn Jahre mit ihm geschlafen. Noch nie hatte er mich zu einem Familienessen gelassen.

„Vincenzo“, flüsterte ich, zitternd. „Ist es so weit? Machst du mich endlich zu deiner Frau?“

Er hob eine Braue und warf mir einen seitlichen Blick zu.

„Offiziell?“ Er blies einen Rauchring aus, seine Stimme scharf. „Was soll daran offiziell sein? Das Dinner ist zur Begrüßung meiner Verlobten. Katerina Petrov, die russische Bratva-Prinzessin.“

Jedes Wort traf mich wie ein Vorschlaghammer.

Mein Herz blieb stehen. Mein Kopf wurde leer. „Du heiratest? Was bin ich dann für dich?“

Das Grinsen auf Vincenzos Gesicht erstarb. Er beugte sich zu mir hinunter.

„Sag nicht, Chiara“, schnurrte er und hob mein Kinn mit einem Finger an, „du hättest wirklich geglaubt, du könntest die First Lady der Familie Russo werden?“

Ich starrte ihn an, fassungslos.

„Sie.“ Meine Stimme brach. „Wann hast du das entschieden?“

„Vor sechs Monaten.“ Er stand auf und ging ins Bad, ohne auch nur einen Blick auf mich oder das Wrack, in das er mich verwandelt hatte, zu werfen. „Es ist fürs Bündnis. Für die Familie.“

Sechs Monate.

Ich erinnerte mich an alle seine Geschäftsreisen nach Europa.

Jedes Mal wartete ich hier im Bett auf ihn.

Und auf diesen Reisen … verlobte er sich mit einer anderen Frau.

Ich folgte ihm ins Bad. Im Spiegel sah ich mein bleiches Gesicht, meinen Körper, bedeckt mit seinen Spuren.

Vor einer Stunde waren sie Trophäen gewesen. Jetzt waren sie nur noch Schandmale.

„Liebst du sie?“

„Liebe?“ Er drehte die Dusche auf, Dampf füllte das Bad. „Chiara, ich hielt dich für klüger. Das hier ist Geschäft. Kein Märchen.“

Er trat aus der Dusche, Wasser lief über seinen perfekten Körper.

Vor zehn Minuten hatte dieser Körper mich noch verrückt gemacht.

Jetzt wurde mir schlecht beim Anblick.

„Katerina ist jung, schön und nützlich. Sie bringt den ganzen Ostblock mit.“ Er nahm sich ein Handtuch. Seine Augen glitten über meinen nackten Körper. „Und du … hast andere Verwendungszwecke.“

Andere Zwecke.

Ein warmer Körper in seinem Bett. Eine loyale Waffe.

Ich stand einfach da, spürte sein Sperma an meinem Bein hinunterlaufen. Ich hatte mich noch nie so schmutzig gefühlt.

Als ich wieder hinausging, saß Vincenzo bereits im Anzug auf dem Sofa und telefonierte.

„Das Fabergé-Ei. Das Winter Egg. Katerinas Lieblingsstück. Die Blumen müssen Maiglöckchen sein, direkt aus Russland eingeflogen. Sie liebt den Duft. Und besorgt ein Dutzend Haute-Couture-Kleider. Alles Weiß. Sie sagt, das sei die Farbe der Engel.“

Mein Herz zog sich zusammen.

Ich konnte nicht anders, ich sah hin – und ich sah es. Ein Lächeln auf seinem Gesicht. Ein echtes. Ein sanftes. Ein Lächeln, das ich in zehn Jahren nie bekommen hatte.

Das Brennen in meiner Brust überrollte mich.

Klong.

Mein Telefon fiel zu Boden.

Vincenzo drehte sich um, immer noch lächelnd. „Alles sauber? Gut. Beweg dich. Ich übernehme die Rechnung.“

Er nahm seinen Mantel, ging zur Tür, drehte sich aber noch einmal um. Ein schiefes Grinsen auf seinen Lippen.

„Chiara, du warst immer meine beste Waffe. Also leg dieses Winselgesicht ab. Du wirkst erbärmlich. Als würdest du nach etwas greifen, was du nie haben konntest.“ Er trat näher, seine Stimme wurde rau und leise.

„Ich kenne dich in- und auswendig. Ein Blick, und ich weiß, was du denkst. Findest du das nicht … vorhersehbar? Wären wir wirklich zusammen, es wäre todlangweilig.“

Seine Schritte entfernten sich. Aber seine Worte hallten weiter in mir.

Ich setzte mich auf das kalte Bett. Erst lachte ich. Dann weinte ich.

Bis spät in die Nacht blieb ich dort sitzen, dann ging ich in mein eigenes Atelier.

Ich öffnete den Safe.

Darin lag eine goldene Desert Eagle, der Griff mit meinen Initialen graviert – ein „Geschenk“ von Vincenzo zu meinem achtzehnten Geburtstag.

Daneben die Juwelen, die Gemälde, die Antiquitäten, die er mir im Laufe der Jahre gegeben hatte.

Heute Nacht warfen wir alles in den Industrieofen. Eines nach dem anderen.

„Fräulein, all diese guten Sachen … Sie werfen das wirklich weg?“, fragte mein Assistent fassungslos.

Ich nickte. Meine Stimme war ruhig.

„Ich will sie nicht mehr.“

Nicht nur die Dinge. Diese Beziehung. Diesen Mann.

Ich wählte eine verschlüsselte Nummer.

„Papa. Ich bin’s.“

„Chiara? Du hast dich endlich gemeldet.“

„In sieben Tagen soll der Name Chiara Rossi aus Chicago verschwunden sein. Für immer.“
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