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Kapitel 3

last update Tanggal publikasi: 2026-09-01 19:53:02

„Die wichtigste Regel lautet: Sprecht niemals die königliche Familie an und fangt niemals ein Gespräch mit einem Mitglied der königlichen Familie an.

Ihr steht ganz unten in der Hierarchie und habt euch auch entsprechend zu verhalten.

Wenn ein Mitglied der königlichen Familie etwas verlangt, bringt ihr es ihm.

Seht einem Royal niemals direkt in die Augen, sonst müsst ihr mit den Konsequenzen rechnen.“

Sie machte eine kurze Pause.

„Den Rest werdet ihr während eurer Arbeit lernen. Aber diese drei Regeln solltet ihr euch einprägen und nach ihnen leben. Andernfalls bedeutet das euren Tod … und möglicherweise auch den eures Clans.“

„Wow“, murmelte ich.

„Du da …“

Auf wen zeigte sie?

Ich sah mich um, nur um sicherzugehen, dass ich mir das nicht einbildete.

„Du! Die, die sich gerade umdreht!“

Ich sah sie an. Eine Frage stand mir deutlich ins Gesicht geschrieben.

„Tritt vor. Wie heißt du?“

„Gina“, antwortete ich.

„Also, Gina. Erzähl uns doch, was du gerade vor dich hin gemurmelt hast.“

Ich war schockiert.

Sie hatte mich gehört?

„Oh ja, das habe ich“, erwiderte sie.

Kann sie etwa auch Gedanken lesen?

Sie antwortete auf meine unausgesprochene Frage:

„Ich kann deine Gedanken nicht lesen, Gina. Aber deine Gedanken stehen dir deutlich ins Gesicht geschrieben.“

Dann wandte sie sich wieder an alle.

„Betrachtet das als Lektion für euch alle: Sprecht niemals unnötig. Wenn ich euch hören kann, dann kann es die königliche Familie ebenfalls.“

Ihr Blick fiel erneut auf mich.

„Was dich betrifft … du solltest eigentlich direkt den Royals dienen. Aber ich sehe, dass du dafür nicht geeignet bist.“

Sie verschränkte die Arme.

„Als Strafe für dein widerspenstiges Verhalten wirst du in der Küche eingesetzt – als Küchenmagd.“

Eine Küchenmagd?

Was bedeutete das überhaupt? War das etwas Schlimmes?

In meinem Kopf schrillte sofort ein Alarm, besonders als ich Lilas Reaktion bemerkte, nachdem die Lady Maid meine Strafe ausgesprochen hatte.

Ihre Augen weiteten sich für einen kurzen Moment, bevor sie wieder ihren leeren Ausdruck annahmen.

Ich hätte es beinahe übersehen.

„Lila, bring Gina in die Küche. Ich bin sicher, dort können sie sie gebrauchen.“

Ihre Stimme war streng und duldete keinen Widerspruch.

Ohne ein Wort ließ sich die ausdruckslose Lila neben mir in Bewegung setzen und zog mich mit sich.

Ich folgte ihr eine schmale Treppe hinunter. Schließlich mündete sie in einen viel größeren Korridor, der nach etwas so Köstlichem roch, dass mein Magen bei diesem Angriff auf meine Sinne laut knurrte.

Ich hatte nichts gegessen, seit ich in diese Welt gekommen war.

„Du solltest besser lernen, dich zu beherrschen“, sagte Lila, während sie vor mir herging.

„Du bist jetzt zur niedrigsten aller Dienstmägde degradiert worden. Es wäre ein Wunder, wenn du hier überlebst oder jemals befördert wirst. Also lern schnell und halt den Kopf unten.“

Ich sah sie verblüfft an.

Das war das Längste, was jemand seit meiner Ankunft in diesem Körper persönlich zu mir gesagt hatte.

Doch die Direktheit ihrer Worte und ihr schroffer Ton konnten die Fürsorge dahinter nicht vollständig verbergen.

Wir erreichten eine riesige Küche, die fast so groß wie ein Penthouse war.

Menschen in Kochkleidung standen an den Herden und arbeiteten konzentriert, während Dienstmädchen geschäftig hin und her liefen und schwere Gegenstände schleppten.

Meine Augen drohten beinahe aus ihren Höhlen zu fallen.

„Peter!“, rief Lila über den Lärm der Küche hinweg.

„Hey, Lila!“

Ein rundlicher, glatt rasierter Mann mit Kochmütze und Kochjacke tauchte vor uns auf.

„Peter, das ist die neue Magd. Die Lady hat sie hierher geschickt. Sie soll ab jetzt hier arbeiten. Mach Gebrauch von ihr.“

Peter musterte mich.

„Ein Mensch“, sagte er mit einem Gesichtsausdruck, als hätte er gerade etwas Bitteres gekostet.

„Ja, ein Mensch“, bestätigte Lila.

Er seufzte.

„Wie heißt du?“

„Gina.“

„Okay. Folge mir.“

Er führte mich bis ans äußerste Ende der Küche.

„Siehst du dort? Das ist Mary. Sie wird dir sagen, was du zu tun hast.“

Nachdem er mir eine schlampig wirkende Magd mit rötlich-braunem Haar gezeigt hatte, drehte er sich um und ging davon, ohne mich auch nur richtig vorzustellen.

Ich riss mich zusammen und trat auf die beschäftigte Magd zu.

„Hey, Mary.“

Die Magd, die gerade Geschirr spülte, drehte sich zu mir um.

„Hey“, erwiderte sie mit einem freundlichen Lächeln.

„Ich bin Gina. Peter meinte, ich soll zu dir kommen. Du sollst mir zeigen, was ich tun muss.“

„Ach so. Hallo, Gina. Also, wir spülen hier das Geschirr und bringen es anschließend dorthin, wo es gebraucht wird.“

Und damit begann meine neue Karriere als Küchenmagd.

Ich hatte keine Beschwerden.

Zumindest war es weniger intensiv als in meinem früheren Leben.

Und hoffentlich werde ich nicht beim Spülen ein paar Teller getötet …

Bis zum Abend hatte ich lediglich ein Brötchen mit dickem Brei gegessen, das Mary mir gebracht hatte.

Wie konnte ich in einer Küche arbeiten und trotzdem so hungrig und erschöpft sein?

Wenn ich nicht gerade Geschirr spülte, schleppte ich Kisten voller Zutaten, wischte Edelstahlflächen ab oder versuchte, den Köchen aus dem Weg zu gehen, die ständig nach weiteren Gewürzen brüllten.

Für einen Ort, der von außen wie ein mittelalterlicher Palast aussah, funktionierte das Innere wie ein hochmodernes Restaurant des 21. Jahrhunderts.

Es gab riesige Kühlschränke, elektrische Mixer, Sous-vide-Geräte und mehr Edelstahl, als ich je in einem Krankenhaus in Manhattan gesehen hatte.

„Starr nicht so, Gina“, warnte Mary mich, als sie bemerkte, wie ich Peter beobachtete, der mit geübter Leichtigkeit am Grill arbeitete.

„Sie mögen es nicht, wenn Menschen sie anstarren. Vor allem nicht, wenn du dabei so verloren aussiehst.“

Ich schnaubte leise.

„Zu spät.“

Mary biss sich auf die Lippe, als wollte sie lächeln, es sich aber im letzten Moment anders überlegte.

„Versuch einfach … nicht aufzufallen.“

Ich verstand ihre Freundlichkeit.

Aber das war leichter gesagt als getan, wenn hier jeder außer mir eine Wolfseite besaß.

Jedes Mal, wenn ein Lycan an mir vorbeiging, veränderte sich die Atmosphäre.

Es war wie statische Elektrizität kurz vor einem Blitzschlag.

Ihre Präsenz war unglaublich stark. Selbst die Wölfe der niedrigeren Ränge hatten etwas Ungewöhnliches an sich. Ihre Schritte besaßen eine gewisse Schwere, als wüsste selbst der Boden, wer seine Herren waren.

Diese Welt war wirklich seltsam.

Am Vorabend hatte Mary mir alles erklärt, nachdem ich während der Pause neben ihr zusammengebrochen war.

Die sogenannten Lycans waren ihnen an Stärke und Einfluss überlegen, während die Wölfe unter ihnen standen.

Und ganz unten in dieser Hierarchie befanden sich die Menschen – oder besser gesagt die Menschen ohne Wolf.

Selbst innerhalb dieses hierarchischen Systems stand die königliche Familie über allen anderen:

Der König.

Die Königin.

Und ihr einziger Sohn, Prinz Caleb.

„Also beugt ihr euch einfach ihren Befehlen und kriecht vor ihnen auf dem Boden herum?“, hatte ich gefragt.

Sie hatte mich seltsam angesehen, als hätte ich gerade eine Gotteslästerung ausgesprochen.

„Du wirst es schnell lernen“, hatte Mary geantwortet, bevor sie weiter neben mir die Töpfe schrubbte.

Am dritten Tag begann ich, mich an die Arbeit zu gewöhnen.

Ich stand jeden Morgen bereits um fünf Uhr auf und durfte mich erst gegen zehn Uhr abends ausruhen.

Ich war viel zu müde, um über irgendetwas nachzudenken.

Geschweige denn, einen Fluchtplan zu schmieden, mit dem ich dieses Gefängnis verlassen konnte.

Vielleicht würde sich morgen eine Gelegenheit ergeben …

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