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ผู้เขียน: Lady-Noir
last update วันที่เผยแพร่: 2026-07-03 23:19:48

Das laute, gewaltsame Aufstoßen der Eingangstür zerriss die Stille der Nacht exakt um ein Uhr morgens. Vivienne, die sich bis dahin im Dunkeln in einer Ecke des Flurs im ersten Stock zusammengekauert hatte, erstarrte augenblicklich. Unsichere Schritte und ein kokettes, albernes Kichern hallten durch das Wohnzimmer.

Es war Dominic. Und er war nicht allein.

Vivienne wagte es, durch die Stäbe des Treppengeländers nach unten zu spähen. Dort unten, im dämmrigen Licht des Wohnzimmers, schien der völlig betrunkene Dominic sich willenlos von Giselle zum langen Sofa führen zu lassen. Kaum war Dominics stämmiger Körper rücklings auf dem Samtsofa zusammengesunken, verlor Giselle keine Zeit. Sie kletterte sofort an ihm hoch und setzte sich in einer äußerst intimen Pose rittlings auf seinen Bauch.

„Dominic... du bist ja völlig betrunken, *hm?*“, flüsterte Giselle mit rauer, schmeichelnder Stimme.

Dominic antwortete nicht mit Worten. Stattdessen schlang er die Arme um Giselles schlanke Taille und zog ihren zierlichen Körper so nah an sich, dass ihre Brüste gegeneinanderstießen. Im nächsten Moment spielte sich vor Viviennes Augen ein abscheuliches Bild ab, völlig unzensiert. Sie ließen der Sehnsucht, die sie fünf Jahre lang unterdrückt hatten, brutal freien Lauf. Giselle beugte sich vor, vergrub ihr Gesicht in Dominics Halsbeuge und saugte sich an seiner Haut fest, bis sie einen kontrastierenden roten Fleck hinterließ. Dominic stöhnte tief auf, seine Hände wanderten wild über Giselles Hüften und verlangten nach mehr.

Als wäre das noch nicht genug, legte Giselle den Kopf in den Nacken, damit Dominic im Gegenzug ihren langen Hals markieren konnte. Die Hüften der Frau begannen sich auf Dominics Körper auf und ab zu bewegen, was schwere, vulgäre Seufzer und Keuchen auslöste, die den stillen Raum erfüllten.

Abscheulich. Einfach nur abscheulich.

Doch hinter dem aufkommenden Ekel jagte plötzlich etwas Fremdes, Heißes durch Viviennes Adern. Ihre Brust bebte heftig, ihr Atem wurde kurz und gehetzt. Zwei Jahre Ehe. Zwei Jahre lang war sie gefühlstot zurückgelassen worden, ohne jemals zu wissen, wie es sich anfühlte, berührt, gehalten oder als Frau begehrt zu werden. Das Beobachten dieser explodierenden Leidenschaft dort unten entfachte plötzlich eine quälende Frustration in ihrem üppigen Körper. Vivienne sehnte sich nach dieser Berührung. Sie sehnte sich danach, als lebendiges Wesen mit Verlangen geschätzt zu werden, nicht bloß als eine verfluchte Dekoration.

Tränen schossen ihr schließlich in die Augen und liefen ihr über die Wangen, als sie sich abwandte. Mit schnellen, leisen Schritten eilte sie zu ihrem Zimmer am Ende des Flurs, schloss die Tür fest hinter sich und sperrte zu.

In dem kalten Zimmer sank Vivienne hinter der Tür zu Boden. Sie hielt sich den Mund zu, damit kein Schluchzer nach draußen drang. Der Schmerz in ihrem Herzen erreichte heute Nacht eine völlig neue Dimension. Ihr Ehemann weigerte sich, sich von ihr scheiden zu lassen, war sich aber nicht zu schade, seine Mätresse mit ins Haus zu bringen und mitten im Wohnzimmer Sex zu haben – ohne Rücksicht auf ihre Existenz.

In ihrer Verzweiflung und der Demütigung, die ihre Brust verbrannte, blitzte plötzlich das strenge, machtvolle Gesicht von Alistair Vance vor ihrem inneren Auge auf. Die Worte des älteren Mannes hallten in ihrem Kopf wider: *„Ruf mich an, wenn du es leid bist zu weinen.“*

Mit heftig zitternden Händen griff Vivienne nach ihrem Handy auf dem Nachttisch. Sie starrte einen Moment lang auf die schwarze Visitenkarte mit der Goldprägung, bevor ihr Finger die dort abgedruckte Zahlenreihe tippte.

Die Verbindung wurde hergestellt. Es dauerte nicht lange, schon beim zweiten Klingeln begrüßte eine tiefe, ruhige Baritonstimme ihr Ohr.

„Alistair Vance hier.“

Vivienne schluckte schwer und versuchte, ihre vom Weinen raue Stimme unter Kontrolle zu bringen. „Ich... ich bin’s. Vivienne.“

Am anderen Ende der Leitung herrschte einen Moment Stille, bevor ein leises, zufrieden klingendes Seufzen zu hören war. „Ich wusste, dass du anrufen würdest, Liebling. Also, wie lautet deine Entscheidung?“

„Ich bin einverstanden“, antwortete Vivienne schnell, als hätte sie Angst, ihr Mut würde schwinden, wenn sie zögerte. „Ich nehme dein Angebot an. Aber... rechtlich gesehen bin ich immer noch Dominics Frau. Ich kann dieses Anwesen im Moment noch nicht verlassen.“

Alistairs tiefes, langsames Lachen strahlte absolute Dominanz aus. „Dein formeller Familienstand mit diesem Jungen ist mir egal, Vivienne. Gut, komm morgen früh um zehn Uhr in mein Büro.“

Die Verbindung wurde sofort unterbrochen. Vivienne legte das Handy weg und starrte mit gemischten Gefühlen an die Decke. Sie wusste, dass dies der falsche Weg war, ein Weg voller Sünde. Aber es war ihr mittlerweile völlig egal.

Am nächsten Morgen war die Atmosphäre im Anwesen kalt wie ein Grab. Die Tür des Hauptschlafzimmers im Erdgeschoss war immer noch fest verschlossen. Jenes geräumige Zimmer, das Vivienne seit zwei Jahren unter keinen Umständen betreten durfte. Dort drinnen schliefen ihr Ehemann und Giselle nach einer langen Nacht sicherlich noch tief und fest.

Vivienne starrte mit leerem Blick auf die Tür. Heute rührte sie die Küche nicht an. Sie kochte kein Frühstück, räumte das Haus nicht auf und weigerte sich, weiterhin die kostenlose Dienstmagd für Dominic zu spielen. Punkt acht Uhr morgens trat Vivienne in einer cremefarbenen Bluse und einem Bleistiftrock, der ihren kurvigen, vollen Körper eng umschloss, aus dem Haus, ohne sich noch einmal umzusehen.

Sie beschloss, mit einem normalen Taxi in die Innenstadt zu fahren. Doch das Pech schien sie noch nicht verlassen zu wollen. Nach der Hälfte der Strecke, auf einem eher verlassenen Straßenabschnitt weit abseits einer Bushaltestelle, fing der Motor des Taxis plötzlich an zu stottern undstarb komplett ab.

„Es tut mir leid, Madame, der Motor streikt. Es scheint ein Problem mit dem Kühler zu geben“, sagte der Taxifahrer mit panischem Gesicht.

Vivienne stieß einen langen Seufzer aus. Sie warf einen Blick auf die Uhr an ihrem Handgelenk. Es war noch Zeit, aber in dieser Gegend fuhren selten andere Taxis vorbei. Gezwungenermaßen stieg Vivienne aus und stellte sich an den Straßenrand unter die bereits brennende Vormittagssonne, um ihr Glück zu versuchen und auf ein freies Taxi zu warten.

*Vroommm!*

Das ohrenbetäubende Aufheulen eines Sportwagenmotors zerriss die Stille der Straße. Ein leuchtend roter Lamborghini raste heran, verlangsamte jedoch extrem, als er Viviennes Position passierte, und kam schließlich direkt vor ihr zum Stehen.

Die dunkel getönte Autoscheibe fuhr langsam herunter und gab den Blick auf einen gutaussehenden jungen Mann hinter dem Lenkrad frei. Tristan Vance. Mit seinen gerade einmal 22 Jahren führte der einzige Sohn von Alistair ein Luxusleben als Elite-Student. Sein attraktives Gesicht strahlte die Aura eines Rebellen aus – der Typ Mann, der es gewohnt war, Geld und gutes Aussehen zu nutzen, um Frauen flachzulegen, nur um die Einsamkeit und den Mangel an Liebe in seinem Leben zu verdrängen.

„Brauchst du eine Mitfahrgelegenheit?“, fragte Tristan mit einem schiefen Lächeln, das herablassend, aber dennoch voller Charme wirkte.

Vivienne schüttelte sofort energisch den Kopf. Sie wusste, wer dieser junge Mann war. Tristans Foto tauchte oft in Wirtschaftsmagazinen an der Seite von Alistair auf. *Der Sohn des Monsters, das gestern Abend in mein Haus kam*, dachte Vivienne bitter. Sie war sich sicher, dass das Verhalten dieses Jungen sich nicht sonderlich von dem seines Vaters unterschied, der gerne mit Frauen spielte.

„Nein, danke. Ich warte auf ein Taxi“, antwortete Vivienne so kühl wie möglich.

Durch die direkte Abweisung fühlte Tristan sich erst recht herausgefordert. Der junge Mann stellte den Motor ab, öffnete die Tür und stieg aus. Sein durchtrainierter Körper, der in einer schwarzen Lederjacke steckte, versperrte Vivienne die Sicht.

„Taxis fahren hier um diese Uhrzeit selten vorbei. Wie lange willst du noch in der Sonne stehen? Du klappst mir noch zusammen“, sagte Tristan und verschränkte die Arme vor der Brust. „Komm schon, steig ein. Wo willst du hin? Ich fahre dich. Außerdem... haben wir uns noch gar nicht vorgestellt. Wie heißt du?“

Tristan tat so, als würde er sie nicht kennen, obwohl er genau wusste, dass die Frau vor ihm Dominics Ehefrau war, die gestern Abend auf dem Bankett für Aufsehen gesorgt hatte.

Vivienne blickte dem jungen Mann in die Augen und versuchte, ein Anzeichen von Lüge zu finden, doch schließlich seufzte sie geschlagen. „Vivienne. Mein Name ist Vivienne.“

„Ich bin Tristan“, erwiderte der junge Mann kurz angebunden, während er die Beifahrertür für Vivienne aufhielt. „Bitte, steig ein, Vivienne.“

Da die Zeit bis zehn Uhr immer knapper wurde, warf Vivienne schließlich ihr Ego über Bord. Sie stieg ein und nahm auf dem luxuriösen Beifahrersitz Platz. Tristan folgte ihr hinter das Steuer, startete den Motor und jagte den Wagen wieder über die Straße.

In der Stille der Fahrkabine fühlte sich das Schweigen plötzlich beklemmend an. Tristan warf von Zeit zu Zeit einen Blick zur Seite und musterte Viviennes Seitenprofil intensiv.

In seinem Inneren brodelte es. *Interessant*, dachte er. Er war es leid, mit bildhübschen Frauen mit Modelmaßen zu schlafen, die für Geld immer willig in sein Bett krochen. Der Anblick von Viviennes üppigem, prallem und kurvigem Körper, der in der engen Kleidung steckte und jede Rundung betonte, entfachte in Tristan plötzlich eine seltsame Neugierde. Er wollte etwas Neues ausprobieren, etwas, das er noch nie zuvor gefühlt hatte.

Als Vivienne spürte, dass ein Augenpaar sie ununterbrochen mit einem unangebrachten Blick fixierte, drehte sie sich um. Sie starrte Tristan mit missbilligend gerunzelter Stirn an.

„Warum starrst du mich so an?“, fragte Vivienne, und in ihrer Stimme schwang deutlich Unbehagen und Misstrauen mit.

Tristan antwortete nicht sofort. Er deutete nur ein geheimnisvolles, schmales Lächeln an, während sein Blick mit einem immer intensiver werdenden Funken von Interesse wieder auf die Straße vor ihnen wanderte.

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