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Auteur: Lady-Noir
last update Date de publication: 2026-07-03 23:20:05

Tristan antwortete nicht sofort auf Viviennes Frage. Er lenkte seinen roten Sportwagen lediglich auf einen etwas schattigen Seitenstreifen und stellte den Motor ab. Augenblicklich hüllte eine fast greifbare Stille die luxuriöse Kabine ein.

„Warum schweigst du? Stimmt was mit deinen Augen nicht?“, schnauzte Vivienne ihn an. Die Atmosphäre, die plötzlich viel zu intim geworden war, behagte ihr ganz und gar nicht.

Tristan drehte seinen Körper zu ihr herum. Er stützte seinen muskulösen Arm auf das Lenkrad, während sein Blick unentwegt auf Viviennes rundlichem Gesicht verweilte, das vor Ärger leicht gerötet war.

„Ich bewundere nur etwas Seltenes“, sagte Tristan. Seine Stimme wurde weicher und verlor den herablassenden Tonfall von vorhin. „Du bist... verdammt schön, Vivienne.“

Vivienne zuckte zusammen. Ruckartig drehte sie den Kopf herum und starrte Tristan mit aufgerissenen Augen an. *Was? Im Ernst jetzt?* Ihr Herz begann wie wild zu rasen – nicht etwa aus Zuneigung, sondern weil sie fassungslos war. In den vergangenen zwei Jahren waren die Wörter, die sie am häufigsten zu hören bekommen hatte, ‚Schwein‘, ‚fett‘, ‚hässlich‘ und ‚eine Schande‘ gewesen. Kein einziger Mensch – nicht einmal ihr eigener Ehemann – hatte sie in ihrem jetzigen Zustand jemals als schön bezeichnet.

„Bist du blind?!“, herrschte Vivienne ihn an. Ihre Stimme wurde lauter, um die plötzliche Nervosität zu überspielen, die sie überkam. „Alle sagen, ich sei fett wie ein Schwein! Hässlich, ungepflegt und absolut unattraktiv! Verarsch mich nicht!“

Anstatt wegen ihres Ausbruchs auf Distanz zu gehen, löste Tristan stattdessen seinen Sicherheitsgurt. Er lehnte seinen durchtrainierten Körper weit nach vorn zu Vivienne und überbrückte den Abstand zwischen ihnen so weit, dass sie den frischen, maskulinen Duft seines Parfüms riechen konnte.

„Die sind alle blind“, flüsterte Tristan. Sein Blick wanderte hinab zu ihren vollen Lippen, bevor er ihre Augen wieder fixierte. „Du liegst völlig falsch. In meinen Augen bist du wunderschön. Kurvig, prall und verdammt heiß... erst recht, wenn du splitterfasernackt in meinem Bett liegst.“

Verdammt. Dieser Mistkerl war keinen Deut besser als dieser alte Knacker Alistair Vance.

In ihrem Inneren fluchte Vivienne wie eine Rohrspatz. Doch gleichzeitig mit dem aufkeimenden Zorn schossen ihr plötzlich wieder die Bilder der vergangenen Nacht durch den Kopf. Das Bild von Dominic, der lustvoll unter Giselle stöhnte, während sie sich gegenseitig den Hals markierten und miteinander schliefen – völlig ungeachtet ihrer Existenz als seine rechtmäßige Ehefrau. Dieser unerträgliche Schmerz entfachte plötzlich etwas Wildes in Viviennes Brust.

Ihr Verlangen, das bereits in der Nacht geweckt worden war, gepaart mit dem plötzlichen Selbstbewusstsein durch das Kompliment eines so gutaussehenden jungen Mannes wie Tristan, ließ Vivienne die Kontrolle über ihren Verstand verlieren. Zwei Männer mit dem Blut des Vance-Klans hatten sie innerhalb von weniger als vierundzwanzig Stunden verführt. Scheiß auf die Sünde. Ihr eigener Ehemann hatte sie schließlich zuerst in diese Hölle gestoßen.

Anstatt Angst zu haben oder Tristan eine Ohrfeige zu verpassen, lehnte Vivienne sich stattdessen entspannt in ihren Sitz zurück. Sie verzog die Lippen zu einem herausfordernden, spöttischen Lächeln und blickte Tristan direkt in die Augen, die sich vor Verlangen bereits dunkel verfärbten.

„Also... du willst mich nackt vor dir sehen?“, forderte Vivienne ihn heraus. Ihre Stimme war absichtlich rauchig und melodisch, um den Jagdinstinkt des *Casanovas* zu wecken.

Tristan stockte für einen Moment der Atem. Er hatte nicht erwartet, dass diese Plus-Size-Frau, die anfangs so schüchtern und defensiv gewirkt hatte, plötzlich so mutig zum Gegenangriff ansetzen würde. Ein triumphierendes Grinsen stieg auf Tristans gutaussehendem Gesicht auf.

„Und wie ich das will. Ich werde dir mit Vergnügen die Kleider vom Leib reißen, so—“

*Wumm!*

Noch bevor Tristan den Satz beenden konnte, landeten Viviennes Hände auf seiner breiten Brust. Mit einem kräftigen Stoß stieß sie ihn von sich, sodass sein Rücken gegen die Fahrertür knallte.

„Träum weiter!“, spottete Vivienne.

Mit einer schnellen, geschmeidigen Bewegung öffnete Vivienne die Beifahrertür und stieg aus dem Sportwagen. Auf dem Gehweg drehte sie sich noch einmal kurz um, bevor sie endgültig ging. Sie blickte den verdutzten Tristan an, der noch immer im Wagen saß, und schenkte ihm ein laszives, spöttisches Lächeln – ein bewusster Köder, um seine Neugierde zu wecken und dafür zu sorgen, dass er sie noch mehr begehrte. Vivienne wusste ganz genau: Männer wie Tristan ließen eine Beute, die es wagte, sie abzuweisen, nicht einfach so laufen.

Genau in diesem Moment fuhr ein freies Taxi vorbei. Vivienne winkte sofort. Als das Taxi hielt, stieg sie auf die Rückbank, ohne Tristan auch nur eines Blickes zu würdigen.

In seinem Sportwagen schlug Tristan heftig gegen das Lenkrad. Seine Gesichtszüge verhärteten sich, voller Frustration gemischt mit der sexuellen Spannung, die noch immer in der Luft lag.

„Verdammt noch mal, Vivienne!“, knurrte Tristan mit gehetztem Atem und starrte finster dem Taxi hinterher, das die Frau immer weiter von ihm wegtrug. „Du spielst also Spielchen mit mir, *hm?* Warte es nur ab. Am Ende wirst du mir gehören! Du wirst vor mir auf die Knie fallen und mich anflehen, dich auszuziehen!“

Unterdessen lehnte Vivienne im fahrenden Taxi auf dem Weg zur Zentrale des Vance-Klans ihren Kopf gegen die Fensterscheibe. Ihre Hand umklammerte ihre cremefarbene Bluse, während sie versuchte, ihren wild rasenden Herzschlag zu beruhigen.

„Vivienne, du musst dich für diesen Schmerz rächen! Du musst diesem Mistkerl beweisen, dass du auch von Männern begehrt wirst, die viel reicher und mächtiger sind als dieses elende Schwein!“

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