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Kapitel 267 : Der Einzug

Author: Déesse
last update publish date: 2026-06-23 00:55:01

Marcus

Ich habe noch nie viel besessen. Mein Leben passte bis jetzt in ein paar Kartons, ein paar Möbel, ein paar verstreute Erinnerungen in einem kleinen Haus aus roten Ziegeln mit blauen Fensterläden, eingebettet am Rande des Anwesens. Ein bescheidenes Haus, einfach, funktional, aber es war nie wirklich ein Zuhause gewesen, nur ein Ort, an dem ich schlief, an dem ich aß, an dem ich darauf wartete, etwas anderes zu leben, etwas Größeres, etwas Schöneres, etwas Wahreres.

Heute ändert sich alles
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    MarcusDer letzte Tag kommt zu schnell. Viel zu schnell. Wir räumen unsere Sachen mit einer absichtlichen Langsamkeit zusammen, als könnten wir den Zeitpunkt hinauszögern, als könnten wir diese verzauberte Klammer über das Mögliche hinaus verlängern. Wir schließen die Fensterläden der Villa, wir verabschieden uns von dieser Terrasse, auf der wir so viele Abende damit verbracht haben, die Welt neu zu erfinden, von diesem Pool, in dem wir uns unter dem Gewitter geliebt haben, von diesem Zimmer, in dem jede Nacht ein Fest war, von dieser geheimen Bucht, in der wir unser Kind gezeugt haben.Aber wir sind nicht traurig. Nicht wirklich. Denn wir wissen, dass dies erst der Anfang ist, dass das Beste noch bevorsteht, dass jeder Tag Flitterwochen sein wird, solange wir zusammen sind. Diese Insel war nur eine Kulisse, ein herrliches Schmuckkästchen, um unsere Liebe zu feiern, aber die wahre Reise, das ist unser ganzes Leben, das sich vor uns erstreckt.Im Flugzeug, das uns zurückbringt, schläft

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    LioraIch bin nicht besonders begabt für Reden. Ich bin eher der Typ, der handelt, der sich bewegt, der Dinge tut, nicht der redet. Aber heute, für sie, für Élianor, meine Herzschwester, meine Freundin, meinen Fels, werde ich sprechen. Ich werde sagen, was mir auf dem Herzen liegt, auch wenn meine Stimme zittert, auch wenn meine Hände feucht sind, auch wenn ich weiß, dass ich vor dem Ende weinen werde.Ich stehe auf, klopfe sanft mit meinem Löffel an mein Glas, um die Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, und die Gespräche verstummen, die Blicke wenden sich mir zu.— Élianor, sage ich und sehe ihr direkt in die Augen. Meine Schwester. Denn das bist du für mich. Mehr als eine Freundin, mehr als eine Geschäftspartnerin, mehr als eine Vertraute. Eine Schwester. Diejenige, die das Leben mir in den Weg gelegt hat, damit ich niemals allein bin, damit ich immer jemanden habe, auf den ich zählen kann, damit ich weiß, dass, was auch immer geschieht, es einen Menschen auf der Welt geben wird, der

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