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Delilah entwirrt 2

last update publish date: 2026-07-23 16:54:45

Ich sprang auf die Füße. 

Ich griff nach meinen Kleidern und zog sie schweigend an. Meine Finger fummelten an den Knöpfen herum, und ich kümmerte mich nicht um Dinge, die ich nicht innerhalb von zehn Sekunden finden konnte. Maggie blieb an der Tür stehen, den Kopf zum Bett gewandt.

Zedd hat sich bewegt.

Wir beide erstarrten völlig.

Er atmete tief aus. Sein Arm streckte sich über die Laken – über die Stelle, wo mein Körper gelegen hatte – und blieb dort liegen. Sein Atem beruhigte sich wieder.

Maggie packte mein Handgelenk, und wir bewegten uns.

Die kühle Morgenluft schlug mir ins Gesicht, sobald wir aus dem Hotel traten. Erst als sich die Taxitür hinter uns schloss, konnte ich wieder atmen.

Kaum war die Fahrertür geschlossen, drehte ich mich zu Maggie um.

Wie bin ich dorthin gekommen?

Sie sah mich lange an, als ob sie überlegte, wie viel sie sagen sollte. Dann atmete sie aus.

„Du wolltest einfach nicht aufhören zu trinken. Ich hab’s versucht, Gott weiß, ich hab’s versucht, aber du warst schon ganz woanders, sobald er in dein Blickfeld geriet.“ Sie hielt inne. „Du hast ihn am anderen Ende des Raumes entdeckt und bist einfach… wie von einem Blitz getroffen verschwunden. Ich hab zweimal versucht, mich zwischen euch zu stellen, und du bist beide Male an mir vorbeigegangen, als wäre ich gar nicht da.“

Ich starrte sie mit aufgerissenen Augen an. „Ich bin auf ihn zugegangen?“

„‚Annähern‘ ist schon großzügig formuliert.“ Sie presste die Lippen zusammen. „Du bist direkt auf den mächtigsten Alpha im Raum zugegangen, hast ihm tief in die Augen geschaut und gesagt – und ich zitiere wörtlich – ‚‘“Du hast verdammt sexy Augen für jemanden, der so furchterregend ist."

Ich schloss meine Augen.

„Er lachte“, fuhr Maggie fort, und ich konnte hören, wie sie sich noch immer ein Lächeln verkniff. „Er lachte wirklich. Und dann… behielt er dich einfach fest. Seine Leute versuchten zweimal, die Sache zu regeln, aber er winkte sie beide Male ab. Was danach geschah, weiß ich nur bruchstückhaft, weil du schon in seinem Auto saßest, bevor ich dich einholen konnte.“

Ich öffnete die Augen und schaute aus dem Fenster.

Er hatte seine eigenen Leute weggeschickt. Er hatte mich in seiner Nähe behalten, obwohl er mich ohne zu zögern hätte entfernen lassen können. Ein Alpha wie Zedd tat das nicht zufällig.

Warum?

Die Frage setzte sich in meiner Brust fest und blieb dort.

Die Fahrt verlief danach still, abgesehen vom leisen Brummen des Motors. Maggie bezahlte den Fahrer wortlos, und wir gingen gemeinsam ins Haus.

Die Heimfahrt hatte mir zwanzig Minuten Zeit gegeben, mich davon zu überzeugen, dass es mir gut ging.

Das leere Haus zerstörte das in Sekundenschnelle.

Dann begannen die Flashbacks.

Meine eigene Stimme, atemlos und schamlos in der Dunkelheit."Bitte, Zedd, bitte –" Seine stürmischen blauen Augen musterten mich, als wäre ich etwas Kostbares und Sündiges. Seine Hände spreizten mich, während die Lichter der Stadt an den Fenstern vorbeizogen. Das tiefe Knurren an meinem Ohr.So ist es, kleiner Sturm. Komm und hol mich."

Ich drückte meinen Rücken gegen die geschlossene Haustür und blieb so stehen, bis die Hitze nachgelassen hatte.

Warum hatte er es zugelassen? Die Frage ließ mich nicht los.

Ich stieß die Tür ab.

Ich blickte mich um, betrachtete alles, was ich aufgebaut hatte, und sah nur Layla in diesem silbernen Kleid. Als auf Karyks Namen angestoßen wurde.  Wie sie sich hinter meinem Rücken ein ganzes Leben aufgebaut hatten, während ich alles in unseres investierte. Ich hatte ihn über mein Netzwerk seinen ersten großen Investoren vorgestellt. Ich war lange in seinem Büro geblieben und hatte an ihn geglaubt, als es sonst niemand tat. Ich hatte Layla nach jeder kalten, stillen Nacht in unserem Bett angerufen und leise ins Telefon geweint, während sie mich tröstete.

Beide.

Gleichzeitig.

Für wie lange?

Die Trauer kam nicht mit Tränen. Ich weine nicht mehr. Sie lag wie ein schwerer Schatten da, der darauf wartete, vom Licht vertrieben zu werden. Alles, was ich aufgebaut zu haben glaubte – meine Ehe, meine engste Freundschaft –, war im Kern verrottet. Ich war die Leiter gewesen, die sie gemeinsam erklommen hatten, und dann hatten sie mich weggestoßen.

Mein Kiefer verkrampfte sich. Die Trauer wandelte sich in etwas Kälteres.

"Bringt mir meine Autoschlüssel. Ich gehe zu Karyk", befahl ich.

Maggie musterte mich lange. „Bist du dir sicher?“

Ich sah ihr in die Augen. „Ja.“

Ich hasste Autofahren. Der Kontrollverlust, die damit verbundene Verletzlichkeit. Aber ich musste heute etwas fühlen, das ich selbst gewählt hatte. Also setzte ich mich selbst ans Steuer.

Meine Knöchel traten weiß hervor, und ich fuhr, als ob der Teufel persönlich hinter mir stünde. Maggie saß auf dem Beifahrersitz und schwieg ausnahmsweise.

Karyks Assistentin sprang auf, als ich an ihrem Schreibtisch vorbeistürmte. „Mrs. Moonbane, warten Sie! Er will gleich eine wichtige Besprechung beginnen. Sie können nicht –“

Ich bremste nicht ab. Ich stieß die Tür zu seinem Büro auf.

Karyk blickte von seinem Laptop auf, Überraschung huschte über sein Gesicht, bevor er sie in Verärgerung verwandelte. „Delilah. Das ist kein guter Zeitpunkt.“

Ich trat ein. Maggie folgte mir und nahm wortlos ihren Platz an der Tür ein.

„Du bist mit Layla verlobt“, sagte ich.

Er lehnte sich langsam zurück. „Wovon redest du?“

Ich reichte Maggie die Hand, ohne sie anzusehen. Sie legte mir das Handy in die Handfläche. Ich ging quer durch den Raum, legte es auf seinen Schreibtisch, drückte auf Play und trat zurück.

Das Video durchbrach die Stille zwischen uns. Applaus und der Toast hallten wie ein Glockenschlag wider, den ich nie wieder vergessen könnte.

„Auf Layla und Karyk!“

Er sah es sich ungerührt an; kein einziger Muskel rührte sich in seinem Gesicht. Als es vorbei war, blickte er zu mir auf, und seine Augen waren ausdruckslos und völlig leer von allem, was jemals Liebe gekannt hatte.

„Die Ehe ist seit Jahren gescheitert, Delila.“ Seine Stimme klang fast gelangweilt. „Du weißt es. Ich weiß es. Es gibt kein Kind. Keinen Erben. Was genau hast du dir denn dabei gedacht?“

Jedes Wort hat etwas in meiner Brust verdreht.

Dann griff er in seine Schreibtischschublade und legte ein einzelnes Dokument vor sich hin. Er schob es mir über den Schreibtisch zu, ohne aufzustehen oder mir auch nur den Anstand zu erweisen, mir richtig in die Augen zu sehen.

„Ich habe die Unterlagen letzten Monat aufsetzen lassen“, sagte er. „Scheidungspapiere. Unterschreiben oder nicht, meine Anwälte kümmern sich darum.“ Er warf einen Blick auf seine Uhr. „Auch dich und deinen verfluchten Schoß weise ich zurück. Es ist vorbei, Delilah. Das ist schon lange geschehen.“

Ich starrte auf die Papiere.

Etwas in mir zerbrach. Es war ein langsamer, endgültiger Bruch von etwas, das sich viel zu lange gehalten hatte. Mein Wolf wimmerte in einer so tiefen und intimen Stelle, dass ich nicht ahnte, dass sie noch immer auf eine Veränderung wartete. All die Jahre. All die stillen Morgen und hohlen Nächte und die Mahlzeiten gegenüber einem Mann, der schon gegangen war, während sein Körper noch da war. Ich hatte es gewusst. Ein Teil von mir hatte es immer gewusst. Und dennoch war ich geblieben, hatte aufgebaut, gegeben und gehofft.

Ich hatte ihn geliebt.

Das war der Teil, der am meisten schmerzte. Nicht der Verrat, nicht Layla, nicht einmal die Papiere zwischen uns. Es war die Tatsache, dass ich diesen Mann aufrichtig und naiv geliebt hatte und er in dieser Liebe nichts Wertvolles gesehen hatte.

Drei Sekunden.

Ich gab mir drei Sekunden.

Dann atmete ich aus und trat vor. Als meine Stimme erklang, war sie seltsam ruhig und nicht so gebrochen wie innerlich.

„Du wagst es.“ Ich beugte mich leicht vor. „Nach all den Türen, die ich dir geöffnet habe. Nach jedem Investor, den ich dir über mein Netzwerk vermittelt habe, während du nichts als Hunger kanntest und keine Möglichkeit, ihn zu stillen. Jede Nacht saß ich in deinem Büro und glaubte an dich, als die ganze Welt dich schon abgeschrieben hatte. Ich habe dich aufgebaut, Karyk. Ich habe jeden einzelnen Stein gelegt, auf dem du stehst.“ Ich hielt seinem Blick stand. „Und du schiebst mir Papiere über den Schreibtisch, als wäre ich ein lästiges Ärgernis, das es abzuarbeiten gilt.“

Es war ganz still im Raum geworden.

Karyks Kiefer verkrampfte sich. Sein Blick wanderte an mir vorbei zur Tür. „Geh, Delilah.“

Ich drehte mich um.

Und da war er.

Zedd stand im Türrahmen, umgeben von seinen Leuten. Er war groß, imposant und strahlte dieselbe magnetische Kraft aus, die mich letzte Nacht so zerrissen hatte. Seine stürmischen blauen Augen fixierten meine. Die Luft zwischen uns knisterte. Schock, Hitze, Scham und etwas Dunkleres, Hungerndes überfluteten mich gleichzeitig. Er wusste genau, was wir getan hatten. Und es überraschte ihn nicht.

Karyk fuhr ihn an: „Ich sagte, geh!“

Ich ging hinaus.

Maggie und ich blieben im Flur direkt vor der Glaswand des Besprechungsraums stehen. Durch die Wand sah ich, wie Zedd sich wie ein König auf den Ehrenplatz setzte. Karyk begann seine ausgefeilte Präsentation. Es war genau die Version von ihm, die ich mitgestaltet hatte.

Maggie atmete neben mir aus. „Was nun, Chefin?“

Ich starrte Zedd an. Die Erinnerung traf mich wieder, lebhaft und gnadenlos.

Seine tiefe Stimme an meinem Ohr im dunklen Auto. "Ich werde dich für alle anderen verderben, du kleiner Sturm."Seine Finger in mir, die sich perfekt krümmten, während seine Zunge meine Klitoris verwöhnte. Wie sich mein Rücken vom Sitz abhob, meine Schenkel heftig zitterten, als der Orgasmus mich überflutete. Er war härter, länger und intensiver als alles, was Karyk mir in all den Jahren unserer Ehe gegeben hatte. Wie ich mich später an ihn klammerte, seinen Namen schluchzte, während er mich Welle um Welle zum Höhepunkt brachte und mir leise Lobeshymnen in die Kehle flüsterte.

Ich presste kurz meine Finger an meine Lippen und atmete langsam aus.

Mein Körper schmerzte noch immer und ich hatte immer noch Heißhunger.

Ich richtete mich auf, und in meiner Brust reifte ein teuflischer Plan.

„Maggie“, sagte ich mit leiser, ruhiger Stimme. „Was wissen wir über Alpha Zedd?“

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