Compartilhar

Kapitel 3

last update Data de publicação: 2026-09-29 02:38:01

KAPITEL 3

SERAPHINA

„Regina! Regina!“, rief ich. Mein Herz hämmerte so heftig, dass ich es in meinem Kopf hören konnte.

Ich konnte es mir nicht leisten, sie zu verlieren. Sie wollte, dass ich fliehe, aber wohin? Wo sollte ich hin? Mein ganzes Leben hatte ich versteckt gelebt und war wie eine Dienerin behandelt worden. Ich hatte kaum etwas vom Königreich außerhalb des Palastgeländes gesehen. Ich kannte die Straßen nicht. Ich wusste nicht, wer mich aufnehmen würde.

„Regina, wenn du mich hören kannst, brauche ich dich wirklich“, rief ich erneut. Tränen liefen über mein Gesicht, während ich mich auf dem kalten Boden zusammenkauerte. Ich schlug immer wieder gegen meine Brust und hoffte, dass der Schmerz nachlassen würde. Das tat er nicht. Mein Gefährte hatte mich gerade zurückgewiesen, und nun antwortete auch meine einzige Gefährtin nicht mehr.

„Lauf, Seraphina. Du bist in Gefahr. Verlass das Königreich Eldoria!“

Die Warnung hallte erneut durch mich hindurch. Ich sprang auf, wischte mir mit dem Handrücken über das Gesicht und schnappte mir alles, was mir gehörte. Es gab nicht viel mitzunehmen. Ich stopfte meine Sachen in einen staubigen, alten Sack in der Ecke. Das Packen dauerte kaum eine Minute.

Meine Augen brannten vor Traurigkeit. Ich warf mir den Sack über die Schulter und öffnete die Tür so leise wie möglich. Mein Blick blieb auf den Boden gerichtet. Ein Schatten fiel über mich und nahm den schwachen Schein der kleinen Lampen in meinem Zimmer.

„Und wohin glaubst du, gehst du, Hexe?“, kreischte Celestia.

Ich sank zu Boden. Mein Herz raste noch schneller.

„Ich glaube nicht, dass dich das etwas angeht“, zischte ich. Es war das erste Mal, dass ich mit so viel Mut mit ihr oder überhaupt mit jemandem gesprochen hatte. Ich war selbst überrascht von mir.

Ich rappelte mich wieder auf und taumelte ein paar Sekunden. Meine Beine waren schwach und mein Kopf schmerzte noch immer. Meine müden Augen trafen auf ihre wütenden. Sie sah aus, als wäre sie bereit, mich auf der Stelle zu erledigen.

„Du scheinst deinen Platz vergessen zu haben“, spottete sie und hielt vorsichtshalber Abstand. „Was hat dir die Idee gegeben, dass du so mit mir reden kannst?“

Ich sagte nichts. Ich wollte nur verschwinden, bevor die Wachen nach ihrer perfekten Prinzessin suchen kamen.

„Geh mir aus dem Weg, Celestia“, sagte ich.

Sie kicherte, riss die Augen auf und war sichtlich schockiert über meine Dreistigkeit.

„Nachdem du versucht hast, mir meinen Gefährten zu stehlen?“ Sie kam näher. Bei diesen Worten ballten sich meine Fäuste und mein Kiefer spannte sich an. Das Einzige, was sich jemals so angefühlt hatte, als würde es mir gehören, war mir genommen worden, und ich hatte nichts dagegen tun können.

Mir lief die Zeit davon. Ich musste den Palast verlassen. Ich versuchte erneut, Regina zu rufen. Wieder kam keine Antwort.

„Also hast du endlich deinen Wolf bekommen, hm?“, sagte sie, während sie hin und her ging.

„Wenigstens kann etwas Gutes aus deiner Existenz entstehen“, fügte sie hinzu. Früher hätten diese Worte mich tief getroffen. Ich hatte sie zu oft gehört, um jetzt noch zusammenzuzucken.

„Du brauchst mich nicht“, sagte ich. „Es ist dir egal, ob ich lebe oder sterbe. Warum lässt du mich nicht gehen und für immer aus deinem Leben verschwinden?“

„Ich schwöre bei der Himmelsgöttin und den Wächtern dort oben, wenn du es wagst, durch diese Tür zu gehen, wird Blut fließen, und es wird deines sein!“, brüllte sie. Ihre Augen glänzten im schwachen Licht. Ein Schauer lief mir über den Rücken, als ich ihr Lächeln sah.

„Glaubst du, unsere Eltern wären damit glücklich?“

„Ganz schön mutig von dir anzunehmen, dass sie noch deine Eltern sind. Nachdem du Mutter mit deiner Hexerei getötet hast? Ihr könnte es nicht egaler sein, ob du lebst oder stirbst, und ich bin mir sicher, dass Vater dich schon immer verabscheut hat.“

Meine Augen füllten sich mit Tränen. Bald liefen sie ungehindert über mein Gesicht. Ich konnte sie nicht zurückhalten. Meine Mutter war der kostbarste Mensch in meinem Leben gewesen. Sie war die Einzige, die sich wirklich um mich gekümmert hatte. Beschuldigt zu werden, ihren Tod verursacht zu haben, tat auf eine Weise weh, die ich nicht in Worte fassen konnte.

„Du würdest zur Mörderin werden“, schniefte ich.

„Nun, dann wollen wir doch sehen, wem sie glauben werden. Einer toten, unerwünschten, erbärmlichen Bettlerin oder der harmlosen, sanften Prinzessin.“ Sie lächelte. Ich schüttelte den Kopf, während weitere Tränen über mein Gesicht liefen. Ich konnte niemals gegen sie gewinnen. Nicht hier.

Es hatte keinen Sinn, dort zu stehen und mit ihr zu streiten. Ich holte tief Luft und verengte die Augen. Sie redete weiter darüber, wie wenig ich bedeutete. Als ich eine Gelegenheit sah, nutzte ich sie und rannte los.

Ich rannte, als hinge mein Leben davon ab, denn genau das tat es. Mein Herz hämmerte. Hinter mir ertönte ein Knurren und mein Magen zog sich zusammen.

Sie hatte sich nur in ihren Wolf verwandelt, um mich zu fangen. Warum?

Ich blieb nicht stehen. Ich stürmte aus dem Haus und hinaus auf die Felder. Niemand war zu sehen, und das half mir. Ich rannte so schnell, wie meine Beine mich trugen, und legte noch mehr Tempo zu, wann immer es schien, als würde sie mich einholen.

Als ich die Grenze erreichte, war mir die Luft ausgegangen, aber ich konnte nicht anhalten. Sie war noch immer hinter mir. Warum wollte sie unbedingt, dass ich blieb?

Aus Panik überquerte ich die Grenze ins Nachbarland. Sie blieb sofort stehen. Es hatte keinen Sinn, mir dorthin zu folgen und sich selbst in Gefahr zu bringen.

Ich sah, wie sie sich umdrehte. In diesem Moment gab mein Körper den Prellungen und dem Blut aus den Verletzungen nach, die ich mir während der Flucht zugezogen hatte. Meine Augen wurden schwer. Ich fiel zu Boden und ließ die Dunkelheit über mich hereinbrechen.

Ich dachte, ich sei gestorben. Dann zog mich ein flackerndes Licht über meinem Kopf zurück. Meine Sicht verschwamm und klärte sich wieder, verschwamm erneut und wurde wieder klar. Als sie sich schließlich stabilisierte, war ich sicher, dass ich träumen musste. Es war der luxuriöseste Raum, den ich je gesehen hatte.

Continue a ler este livro gratuitamente
Escaneie o código para baixar o App

Último capítulo

  • Die Verfluchte Luna    Kapitel 7

    AdrianSo ungern ich sie auch allein in dem Zimmer zurückließ – die Angst, dass jemand versuchen könnte, die Gefährtin zu nehmen, nach der ich fünf lange Jahre gesucht hatte, wollte mich nicht verlassen. Trotzdem zwang ich mich, hinaus in den Flur zu treten. Ich hatte die Schlösser bereits zweimal geprüft. Niemand konnte meine Gemächer ohne mein Wissen betreten, und nichts darin konnte gestohlen werden, ohne jeden Alarm auszulösen, den der Palast besaß. Dieses Wissen war das Einzige, das mich schließlich gehen ließ.„Mein König.“Der Hauptwachmann Thorne verneigte sich tief, als ich näherkam. Ich blieb stehen und wartete, dass er sprach.„Mein König, es ist Nachricht vom König von Eldoria eingetroffen. Eine Flüchtige ist aus ihren Landen entkommen und in unsere geflohen. Sie bitten um Erlaubnis, Valeria zu betreten und die Flüchtige selbst festzunehmen.“Meine Augen verengten sich sogleich. Die gerettete junge Frau, die in meinen Räumen ruhte – diejenige, die den Duft meiner Gefährtin

  • Die Verfluchte Luna    Kapitel 6

    CelestiaIch konnte sie nicht einholen. Egal, wie sehr ich mich durch die dichten Bäume und über den unebenen, wurzelverfilzten Boden drängte – sie blieb mir immer knapp voraus, bis die Spur völlig erkaltete. Meine Lungen brannten. Meine Beine schmerzten. Frustration und Wut verdrehten sich in meiner Brust, als ich mich schließlich zwang, zum Palast zurückzukehren. Sie hätte nie gehen dürfen. Sie sollte verborgen bleiben, für den Rest ihres elenden Lebens von der Welt eingeschlossen. Und doch hatte ich sie wie Wasser durch die Finger gleiten lassen. Das Versagen lastete schwer auf meinen Schultern, und jeder Schritt nach Hause machte die Wut nur schärfer und persönlicher.„Ich hätte sie erledigen sollen, als ich die Chance hatte“, murmelte ich vor mich hin, die Worte schmeckten bitter auf der Zunge. Warum hatten unsere Eltern es nicht am Tag unserer Geburt getan? Es hätte allen so viel Ärger erspart. Es hätte unsere Mutter gerettet. Stattdessen hatten sie beschlossen, sie zu behalten

  • Die Verfluchte Luna    Kapitel 5

    KAPITEL 5SERAPHINAIch setzte mich auf und hielt meinen Kopf in den Händen. Der Schmerz war so stechend, dass ich dachte, mein Schädel könnte jeden Moment bersten. Ich bemerkte eine Gestalt am anderen Ende des Zimmers, und meine Verwirrung wurde noch größer.Warum befand ich mich in einem prächtigen, luxuriös eingerichteten Zimmer mit einem Mann in einer vollständigen Wachenuniform? Aus Verwirrung wurde Angst. Ich schnappte mir ein Kissen und hielt es vor mich, als könnte es mich beschützen, falls er näher kam.„Wer bist du, und was mache ich hier?“, fragte ich und versuchte, ruhig zu klingen, was mir nicht gelang.Als er meine Stimme hörte, kam er auf mich zu. Meine zitternden Hände schoben das Kissen weiter nach vorn.Er blieb stehen. Ich senkte das Kissen gerade weit genug, um ihn sehen zu können.„Bitte bleib ruhig. Du wurdest bewusstlos gefunden und von den Wachen des Königreichs Valeria gerettet. Dieses Zimmer …“ Er sah sich um, und ich tat es ihm gleich. Es war das schönste Zi

  • Die Verfluchte Luna    Kapitel 4

    KAPITEL 4ADRIANSie starrte mich an. Unsere Blicke blieben aufeinander gerichtet, während wir uns an entgegengesetzten Enden des großen Schlafzimmers gegenüberstanden.Ich lächelte und ging zu ihr, sobald sie nur nickte, als wäre das genau das Zeichen gewesen, auf das ich gewartet hatte. Ich hob sie in meine Arme und trug sie zum großen Kingsize-Bett.Ich sah sie an, als würde sie mir etwas bedeuten. Das tat sie nicht. Sie war nur da, um ein Bedürfnis zu befriedigen.Schon bald lag sie unter mir, und ich drang in sie ein. Unsere Körper bewegten sich gemeinsam. Unsere Münder folgten demselben Rhythmus. Sie war schön und warm, doch ich fühlte kaum Energie, und das machte mich wütend, weil ich nicht die Befriedigung bekam, die ich wollte.Sie begann mich anzuwidern. Nachdem ich hastig gekommen war, stieß ich sie zur Seite.„Der Vollmond rückt näher“, warnte Ragnar. Ragnar war mein Wolf. Da verstand ich, warum meine Kraft nachgelassen hatte. Der Vollmond stand kurz bevor.Eine schwere Un

  • Die Verfluchte Luna    Kapitel 3

    KAPITEL 3SERAPHINA„Regina! Regina!“, rief ich. Mein Herz hämmerte so heftig, dass ich es in meinem Kopf hören konnte.Ich konnte es mir nicht leisten, sie zu verlieren. Sie wollte, dass ich fliehe, aber wohin? Wo sollte ich hin? Mein ganzes Leben hatte ich versteckt gelebt und war wie eine Dienerin behandelt worden. Ich hatte kaum etwas vom Königreich außerhalb des Palastgeländes gesehen. Ich kannte die Straßen nicht. Ich wusste nicht, wer mich aufnehmen würde.„Regina, wenn du mich hören kannst, brauche ich dich wirklich“, rief ich erneut. Tränen liefen über mein Gesicht, während ich mich auf dem kalten Boden zusammenkauerte. Ich schlug immer wieder gegen meine Brust und hoffte, dass der Schmerz nachlassen würde. Das tat er nicht. Mein Gefährte hatte mich gerade zurückgewiesen, und nun antwortete auch meine einzige Gefährtin nicht mehr.„Lauf, Seraphina. Du bist in Gefahr. Verlass das Königreich Eldoria!“Die Warnung hallte erneut durch mich hindurch. Ich sprang auf, wischte mir mi

  • Die Verfluchte Luna    Kapitel 2

    KAPITEL 2SERAPHINAIch blinzelte und versuchte zu begreifen, was er gerade gesagt hatte. Was meinte er damit, dass ich ebenfalls seine Gefährtin sei? Hatte er bereits eine andere? Mein Blick fiel auf Celestia, als sie ihre Kleidung richtete. Der Mann zog hastig seine Hose hoch und schloss den Reißverschluss. Hitze stieg mir in die Wangen, als ich begriff, dass sie mehr getan hatten, als sich nur zu küssen. Ich wollte wegsehen, konnte es aber nicht.Celestias Augen brannten, als sie mich ansah.„Die anderen Dienstmädchen helfen beim Bankett“, sagte sie. „Also, was machst du hier?“„Dienstmädchen?“, stammelte der Mann. „Du meinst, sie ist ein Dienstmädchen?“„Ja, das ist sie. Sieh sie dir an, Damien. Wofür sollte sie deiner Meinung nach sonst gut sein?“Noch nie in meinem Leben hatte ich mir so sehr gewünscht, die Wahrheit zu sagen. Ich öffnete sogar den Mund. Ich wollte ihm sagen, dass er sich irrte, dass ich kein Dienstmädchen war, dass ich jemand war, der es verdiente, seine Gefährt

Mais capítulos
Explore e leia bons romances gratuitamente
Acesso gratuito a um vasto número de bons romances no app GoodNovel. Baixe os livros que você gosta e leia em qualquer lugar e a qualquer hora.
Leia livros gratuitamente no app
ESCANEIE O CÓDIGO PARA LER NO APP
DMCA.com Protection Status