LOGIN„Bitte, Miss, Sie übertreiben es total mit dem Training“, flüsterte Ellie, die junge Assistentin, die Jayden mir persönlich zugeteilt hatte, mit fast schon panischer Stimme. Sie trat vorsichtig näher und hielt mir eine kalte Flasche Wasser entgegen. „Wenn der Boss erfährt, dass Sie sich hier bis zur völligen Erschöpfung getrieben haben, ohne dass ich Sie gestoppt habe, werden wir beide seine unnachsichtige Strafe zu spüren bekommen.“
Ich hielt inne, ließ die schwere Hantel sinken und atmete tief aus, während mir der Schweiß von der Stirn rann. Die Muskeln in meinen Armen brannten vor Schmerz, aber dieser Schmerz fühlte sich gut an er war ein Beweis dafür, dass ich lebte und stärker wurde.
Ich nahm die Wasserflasche aus Ellies Händen und lächelte matt. „Es tut mir leid, Ellie. Du hast recht, ich werde für heute aufhören. Du musst dir keine Sorgen machen.“
Sie atmete erleichtert aus und reichte mir ein weiches Handtuch. Als sie sich kurz wegdrehte, griff ich in die Tasche meiner Trainingshose und zog ein kleines, kaltes Metallobjekt hervor: das silberne Medaillon meiner geliebten Tochter Seren. Mit zitternden Fingern öffnete ich das Deckelchen und strich sanft über das winzige Bild meines kleinen Mädchens.
Ein stechender Schmerz schnitt durch mein Herz, doch meine Augen blieben trocken. Die Tränen waren versiegt; sie hatten sich in reinen, unbändigen Stahl verwandelt.
„Warte noch ein bisschen, mein Schatz“, flüsterte ich leise gegen das Metall, während mein Daumen über Serens Gesicht strich. „Mummy wird dich sehr bald rächen. Warte einfach, bis ich stark und mächtig genug bin, um sie alle einzeln brennen zu lassen.“
Plötzlich öffnete sich die schwere Tür des Trainingsraumes mit einem leisen Klicken, und Jack, Jaydens treuer Beta, trat ein. Er musterte mich kurz mit anerkennendem Blick, bevor er das Wort ergriff.
„Rebekah“, sagte Jack mit ruhiger, bestimmter Stimme. „Mach dich bereit. Du wirst den Rogue King heute Abend zum jährlichen Wolfstreffen der Rudelführer begleiten. Du gehst an seiner Seite als seine Frau und als die neue Lady der Rogue-Wölfe.“
Ich blinzelte überrascht und richtete mich auf. „Das jährliche Wolfstreffen? Was genau ist das für ein Treffen, Jack? Und was in aller Welt soll ich dafür vorbereiten?“
Jack schmunzelte leicht und schüttelte den Kopf. „Du musst gar nichts vorbereiten, Rebekah. Du ziehst einfach nur das an, was man dir auf das Bett legt. Der Rest ergibt sich von selbst.“
Neben mir stieß Ellie einen schrillen, ungläubigen Laut aus. Ihre Hände flogen vor den Mund, und ihre Augen weiteten sich vor Schock. „Warte mal... Willst du mir etwa sagen, dass der Rogue King persönlich dieses Jahr auf dem Treffen erscheinen wird?! Nach all den Jahren?“
Jack warf ihr ein kurzes, amüsiertes Lächeln zu. „Tja, sieht ganz so aus, als hätte er dieses Mal keine andere Wahl.“
Ich sah verwirrt von Jack zu Ellie hinüber. „Warum bist du so schockiert, Ellie? Ist es denn so ungewöhnlich, dass er an einem Treffen teilnimmt?“
Ellie starrte mich an, als hätte ich gerade den Verstand verloren. „Natürlich ist das ungewöhnlich! Jayden hat seit dem Tag, an dem er vor zehn Jahren von seinem eigenen Bruder brutal verraten und zum Tode verurteilt wurde, nie wieder einen Fuß in eine offizielle Rudelversammlung gesetzt. Damals sollte er hingerichtet werden, aber irgendwie schaffte er es, dem Tod zu entkommen, floh in die gesetzlosen Schattenwälder und kämpfte sich ganz nach oben, bis er zum unangefochtenen König der Rogues ernannt wurde. Seitdem zeigt er sich niemals in der Öffentlichkeit solcher Ratsversammlungen!“
Ich verdaute diese Information langsam und blickte nachdenklich auf den Boden. „Aber wenn er Beweise hat... warum hat er seinen Bruder nicht längst vor den offiziellen Rat gebracht oder rechtlich zur Rechenschaft gezogen?“
Ellie schüttelte traurig den Kopf. „So einfach ist das leider nicht. Die Beweise, die er braucht, sind tief im inneren Kreis des gegnerischen Rudels versteckt. Bisher hat er noch nicht das fehlende Puzzleteil gefunden, um den Kerl legal und endgültig zu vernichten.“
Jack nickte bestätigend und wandte sich zum Gehen um. „Mach dich fertig, Rebekah. Wir haben keine Zeit zu verlieren.“
Ein paar Stunden später stand Ellie in meinem Zimmer und half mir in das verabredete Outfit. Sie legte mir ein atemberaubendes, bodenlanges Abendkleid aus tiefblauem Mitternachtsseide an, das sich wie eine zweite Haut an meinen Körper schmiegte. Um meinen Hals legte sie eine schwere, funkelnde Diamantenkette, die im Licht der Lampen glitzerte, während sie meine dunklen Haare zu einem eleganten, makellosen Dutt hochsteckte, aus dem ein paar weiche Strähnen locker über meine Schultern fielen.
Ich drehte mich vor dem großen, raumhohen Spiegel im Kreis und musterte mein Spiegelbild. Die Frau, die mich dort ansah, hatte nichts mehr gemein mit der gebrochenen, schwachen Rebekah von früher. Ich strahlte eine kalte, unnahbare Eleganz aus – wie eine echte Königin der Finsternis.
Mit festen Schritten verließ ich das Zimmer und ging nach unten ins Foyer, um Jayden zu treffen.
Dort stand er, wartend am Fuß der großen Treppe. Er trug einen maßgeschneiderten, teuren schwarzen Anzug, der seine breiten Schultern und seine muskulöse Statur perfekt betonte. Doch das Wichtigste war: Er trug keine Maske. Zum ersten Mal sah ich sein Gesicht völlig frei seine scharf geschnittenen Züge, den festen Kiefer und diese durchdringenden, eiskalten blauen Augen, die mich sofort in ihren Bann zogen.
Ich blieb kurz auf den Stufen stehen und starrte ihn an, wie gebannt von seiner atemberaubenden Präsenz.
Jayden bemerkte meinen Blick, hob den Kopf und ein amüsiertes, gefährliches Lächeln huschte über seine Lippen. Er trat einen Schritt näher und lehnte sich locker an das Treppengeländer.
„Wenn du mich weiterhin so hungrig mustereest, kleine Wölfin“, sagte er mit tiefer, rauchiger Stimme, „werden wir es wohl gar nicht erst bis zum Auto schaffen, sondern müssen direkt den Weg ins Schlafzimmer antreten.“
Seine Worte trafen mich wie ein elektrischer Schlag. Hitze schoss mir sofort in die Wangen, und vor Schreck verlor ich völlig den Halt auf den hohen Absätzen. Mein Fuß knickte um, und ich stolperte vorwärts.
Ehe ich hart auf den Marmorboden aufschlagen konnte, schnellten seine Arme vor. Mit blitzschneller Reflexen fing er mich mühelos an der Taille auf und zog mich fest an seinen harten Körper. Sein frischer, maskuliner Duft füllte sofort meine Lungen.
Er sah tief in meine erröteten Augen, während sein Griff eisern, aber beschützend blieb.
„Pass besser auf, wohin du trittst“, flüsterte er leise direkt an meinem Ohr, während ein warmes Kribbeln durch meinen Körper jagte. „Halte dich einfach fest an mir. Ich lasse dich ganz sicher nicht fallen.“
Ich nickte stumm, ergriff seinen Arm und folgte ihm schweigend nach draußen zu der wartenden schwarzen Limousine. Auf dem Weg dorthin zog er wortlos wieder seine schwarze Maske über sein Gesicht, um seine Identität bis zum richtigen Moment zu verbergen.
Die Fahrt verlief in dicker, spann geladener Stille. Als das Auto schließlich auf dem riesigen, hell erleuchteten Parkplatz des Anwesens zum Halten kam, stiegen wir aus.
Jayden blieb direkt neben der Wagentür stehen, legte kurz eine schwere Hand auf meine Schulter und sah mich ernst an. „Geh schon mal vor in den Empfangsbereich, Rebekah. Ich muss mich draußen mit Jack noch kurz über die Sicherheitsvorkehrungen abstimmen. Ich bin in zwei Minuten bei dir drinnen.“
Ich nickte ruhig. „Ich warte auf dich.“
Ich wandte mich ab und schritt allein durch die schweren Flügeltüren in den prunkvollen Komplex. Kaum hatte ich den Rand der großen Empfangshalle erreicht, als eine ekelhafte, kreischende Stimme meinen Namen rief und mir den Weg versperrte.
„Ach, schau mal einer an! Wer kriecht denn hier im Dreck herum?“, lachte Vienna spöttisch, während sie sich eng an meinen Ex-Mann schmiegte. Sie trug ein grelles, protziges Kleid, und auf ihrer Brust prangte unverkennbar das edle Abzeichen des Rudels – das Luna-Wappen. „Bist du nach Damian etwa in das Bett eines wilden Landstreichers gekrochen, Rebekah? Wolltest du unbedingt eine Luna sein, weil Damian dich damals nicht einmal für wert befunden hat, seinen echten Namen zu tragen?“
Damian trat neben sie, verschränkte selbstgefällig die Arme und sah mich mit abgrundtiefem Abscheu an. „Sie hat es eben noch nie kapiert, Vienna. Sie ist und bleibt eine fehlerhafte, wölflose Last. Welcher gesunde Mann würde sich schon freiwillig mit einer so kaputten Kreatur abgeben, wenn er eine echte Königin an seiner Seite haben kann?“
Früher hätten diese grausamen Worte mein Herz zerrissen und mich in Tränen ausbrechen lassen. Doch jetzt spürte ich nichts als pure, eiskalte Verachtung für die beiden armseligen Würmer vor mir. Ich trat stolz einen Schritt näher an sie heran, richtete meinen Rücken kerzengerade auf und sah ihnen tief in die Augen.
„Du nennst mich eine Last, Damian?“, erwiderte ich mit einer eisigen, klaren Stimme, die jeden Zweifel auslöschte. „Es ist schon verdammt erbärmlich, dass ausgerechnet der Mann von Ehre spricht, der sich von einer billigen Marionette wie Vienna an der Nase herumführen lässt. Du warst niemals ein echter Alpha. Du warst immer nur ein feiger Dieb, der sich auf einen unverdienten Thron geschlichen hat. Du hast keine Macht, Damian. Du hast nur panische Angst davor, dass eines Tages die Wahrheit ans Licht kommt und jeder erfährt, was für ein jämmerlicher Betrüger du wirklich bist.“
Damians Gesicht verzerrte sich augenblicklich vor Wut über meine Worte. Neben ihm lief Vienna knallrot an, ihre Augen schimmerten vor blankem Hass. Sie trat wild gestikulierend vor und kreischte hysterisch: „Halt dein verdammtes Maul, du wertlose Schlampe! Kein Wunder, dass dein kleiner Bastard damals jämmerlich im Schlamm verreckt ist seine Mutter war eben viel zu schwach und nutzlos, um ihm auch nur das Leben zu retten!“
Bei diesen grausamen Worten explodierte das letzte bisschen Kontrolle in meinem Kopf. Die Erinnerung an meine tote Tochter flammte wie ein loderndes Höllenfeuer in meiner Brust auf, aber ich weinte nicht. Ich schlug zu.
Mit einer blitzschnellen, unbarmherzigen Bewegung holte ich aus und schlug Vienna mit solcher Wucht mitten ins Gesicht, dass der helle, harte Ton der Ohrfeige durch den gesamten, plötzlich totenstillen Saal schallte.
Klatsch!
Vienna stolperte kreischend rückwärts, hielt sich die feuerrote Wange und tobte vor Wut. „Du elende Hure! Das wirst du so bitter bereuen!“ Sie riss die Hand nach oben, holte zu einem wütenden Gegenschlag aus und versuchte, mir eine verpassen zu wollen.
Doch bevor ihre Hand auch nur in die Nähe meines Gesichts kommen konnte, schoss ein dunkler Schatten aus dem Eingangsbereich nach vorne.
Eine eiserne, unnachgiebige Hand fing Viennas Handgelenk mitten in der Luft mit eiserner Kraft ab und schleuderte sie so brutal zur Seite, dass sie beinahe zu Boden stürzte.
Jayden trat augenblicklich schützend vor mich. Seine breite Statur schirmte mich komplett ab, und er fixierte Vienna mit einem Blick, der puren Tod verhieß. Er wandte sich sofort zu mir um und musterte mein Gesicht mit tiefer, echter Sorge. „Geht es dir gut, Rebekah? Haben diese Kreaturen dir wehgetan?“
„Wer zum Teufel bist du denn für ein armseliger, verirrter Abschaum?!“, brüllte Damian wutentbrannt und trat vor, um die schluchzende Vienna zu stützen. Er starrte Jayden mit grenzenloser Arroganz an. „Muss dein Gesicht so abgrundtief hässlich und armselig sein, dass du eine feige Maske tragen musst, du namenloser Niemand?!“
Ich wollte einen Schritt vorgehen, um Damian meine Meinung zu sagen und Jayden zu verteidigen, doch er hob sanft seine linke Hand und hielt mich zurück.
„Lass es gut sein, Rebekah“, sagte Jayden mit einer ruhigen, aber markerschütternden Stimme, die durch den gesamten Saal hallte. „Eine echte Königin verschwendet keine einzige Silbe an solche Narren.“
Die Hunderte von anwesenden Adligen, Alphas und Rudelführern hielten geschlossen den Atem an. Die Stille im Raum war so dicht, dass man eine Nadel hätte fallen hören können. Die gesamte Aufmerksamkeit der Elite war auf uns gerichtet.
Jayden hob langsam seine rechte Hand an den Rand seiner schwarzen Maske. Mit einer einzigen, entschlossenen und langsamen Bewegung löste er die Schnallen, zog die Maske von seinem Gesicht und warf sie achtlos auf den polierten Marmorboden.
Damians hämisches, arrogantes Grinsen fror augenblicklich ein. Die Farbe wich in Sekundenschnelle vollständig aus seinem Gesicht, bis er aussah wie eine wandelnde Leiche. Seine Knie gaben unter ihm nach, und er wich taumelnd zwei Schritte rückwärts, als blicke er direkt in die Augen eines unbesiegbaren Dämons aus seinen schlimmsten Albträumen.
„Bruder...?“, flüsterte Damian mit einer zitternden, totenbleichen Stimme.
REBEKAH„Bruder …?“Damians Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, doch das Wort hallte durch die plötzliche Stille im Ballsaal. Verwirrt sah ich ihn an und blickte dann zu Jayden, der neben mir stand – mit demselben gelassenen Gesichtsausdruck wie beim Betreten des Saals. Kein Anflug von Überraschung lag auf seinen Zügen, nichts deutete darauf hin, dass Damians Reaktion ihn auch nur im Mindesten berührte. Es war fast so, als hätte er genau auf diesen Moment gewartet.Wieder sah ich abwechselnd von dem einen zum anderen. *Bruder?*Ich wusste natürlich, dass Damian Familie hatte. Schließlich war ich jahrelang mit ihm verheiratet gewesen, auch wenn er sich nie große Mühe gegeben hatte, mich an seinem Privatleben teilhaben zu lassen. Dennoch hatte er nie einen älteren Bruder erwähnt – und schon gar keinen, der nun totgeglaubt vor uns stand.„Hat er ihn gerade seinen Bruder genannt?“, murmelte jemand hinter uns.Das Geflüster breitete sich rasend schnell aus, und ich bemerkte, wie etliche
„Bitte, Miss, Sie übertreiben es total mit dem Training“, flüsterte Ellie, die junge Assistentin, die Jayden mir persönlich zugeteilt hatte, mit fast schon panischer Stimme. Sie trat vorsichtig näher und hielt mir eine kalte Flasche Wasser entgegen. „Wenn der Boss erfährt, dass Sie sich hier bis zur völligen Erschöpfung getrieben haben, ohne dass ich Sie gestoppt habe, werden wir beide seine unnachsichtige Strafe zu spüren bekommen.“Ich hielt inne, ließ die schwere Hantel sinken und atmete tief aus, während mir der Schweiß von der Stirn rann. Die Muskeln in meinen Armen brannten vor Schmerz, aber dieser Schmerz fühlte sich gut an er war ein Beweis dafür, dass ich lebte und stärker wurde.Ich nahm die Wasserflasche aus Ellies Händen und lächelte matt. „Es tut mir leid, Ellie. Du hast recht, ich werde für heute aufhören. Du musst dir keine Sorgen machen.“Sie atmete erleichtert aus und reichte mir ein weiches Handtuch. Als sie sich kurz wegdrehte, griff ich in die Tasche meiner Trainin
Ein sanfter, warmer Windzug streifte meine Haut, als ich langsam die Augen aufschlug.Kein peitschender Regen. Kein kalter Schlamm. Kein Geruch von feuchter Erde auf dem frischen Grab meiner Tochter.Ich starrte auf die riesige, stuckverziehrte Decke über mir und das sanfte Licht eines Kristallkronleuchters. Ein Seidenteppich lag unter dem wuchtigen Himmelbett, auf dem ich lag, und der Raum war erfüllt von einem schweren, rauchigen Duft nach Zedernholz.Bin ich... bin ich tot?, dachte ich flüsternd bei mir selbst. Ist das das Jenseits?„Du bist keineswegs tot, kleines Mädchen“, ertönte eine tiefe, raue Stimme direkt neben dem Bett.Ich schreckte auf und zog die samtige Decke schützend bis an meine Brust. In einem eleganten, dunklen Sessel am Fenster saß ein Mann. Er war breitgebaut, hatte ein scharf geschnittenes Kiefer und Augen wie flüssiges Eis. Er trug keine Maske. Er war makellos, gefährlich und atmete eine schiere, einflößende Dominanz aus, die den gesamten Raum erdrückte. Ich h
„Ich schwöre dir beim Blut deiner unschuldigen Seele, Seren... Damian und Vienna werden brennen“, flüsterte ich mit gebrochener, aber eiskalter Stimme in die Finsternis der Nacht.Mit meinen bloßen, blutigen Händen grub ich die nasse Erde hinter einem verlassenen Unterstand nahe der Rudelgrenze auf. Der kalte Regen wusch den Schlamm von meinen Wangen, während ich die starre, kleine Leiche meiner Tochter behutsam in das kühle Grab legte. Ich deckte ihren winzigen Körper vorsichtig mit der weichen Erde zu und schichtete schwere Steine darüber, um sie vor den wilden Tieren des Waldes zu schützen.„Sei nicht einsam, mein kleiner Engel“, murmelte ich, während ich meine Stirn an die kalten Steine presste. „Es werden schon sehr bald viele andere Menschen folgen, die dir in die Finsternis nachreisen.“Ich erhob mich langsam. Meine Kleidung war durchnässt, meine Hände bluteten, und die Wunde der zerrissenen Rudelverbindung brannte wie flüssiges Feuer in meiner Seele. Ich besaß nichts mehr auf
„Sie müssen meine Tochter retten! Sie ist die Tochter des Alphas, und ich bin die amtierende Luna! Warum verwehrt man mir den sofortigen Zugang zur Notaufnahme?!“Meine Stimme überschlug sich vor schierer Verzweiflung. Ich umklammerte das kleine, glühend heiße Bündel in meinen Armen so fest, wie ich nur konnte, während mir der kalte Regen unaufhaltsam über das Gesicht peitschte.Der Sicherheitsmann an den gläsernen Schiebetüren des Krankenhauses blickte mich voller Unbehagen an und verschränkte die Arme. „Ihre Biometrie ist im gesamten medizinischen System gesperrt, Ma’am. Ohne die persönliche Freigabe von Alpha Damian darf ich Sie nicht einmal in die Lobby lassen.“Ich fuhr mir mit zitternden, durchnässten Fingern durch die Haare und unterdrückte einen Hysterischen Schrei. Es war das vierte Krankenhaus in dieser verdammten Nacht, das mich eiskalt abwies. Jede einzelne Klinik des Rudels hatte denselben digitalen Befehl erhalten: Zugriff verweigert.„Mama...“, ertönte eine schwache, br







