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Kapitel 3

作者: Dunke
last update 公開日: 2026-10-21 14:11:51

Ein sanfter, warmer Windzug streifte meine Haut, als ich langsam die Augen aufschlug.

Kein peitschender Regen. Kein kalter Schlamm. Kein Geruch von feuchter Erde auf dem frischen Grab meiner Tochter.

Ich starrte auf die riesige, stuckverziehrte Decke über mir und das sanfte Licht eines Kristallkronleuchters. Ein Seidenteppich lag unter dem wuchtigen Himmelbett, auf dem ich lag, und der Raum war erfüllt von einem schweren, rauchigen Duft nach Zedernholz.

Bin ich... bin ich tot?, dachte ich flüsternd bei mir selbst. Ist das das Jenseits?

„Du bist keineswegs tot, kleines Mädchen“, ertönte eine tiefe, raue Stimme direkt neben dem Bett.

Ich schreckte auf und zog die samtige Decke schützend bis an meine Brust. In einem eleganten, dunklen Sessel am Fenster saß ein Mann. Er war breitgebaut, hatte ein scharf geschnittenes Kiefer und Augen wie flüssiges Eis. Er trug keine Maske. Er war makellos, gefährlich und atmete eine schiere, einflößende Dominanz aus, die den gesamten Raum erdrückte. Ich hatte keine Ahnung, wer er war, und vor allem wusste ich nicht, ob der maskierte Krieger, den ich im Wald vor dem Gift gerettet hatte, überhaupt überlebt hatte.

„Wer bist du?“, presste ich mit trockener Kehle hervor. „Was willst du von mir?“

Der Mann lehnte sich langsam nach vorne und verschränkte die Arme auf den Knien. „Ich halte mir grundsätzlich keine Schulden nach. Ich bin der Mann, den du vor drei Tagen im Wald gerettet hast. Du bist seitdem ohne Bewusstsein gewesen.“

Ich starrte ihn fassungslos an. Der maskierte Krieger... ohne seine Maske.

„Ich verdanke dir mein Leben“, fuhr er eiskalt fort, während er die Hand in seine Jacketttasche steckte. „Aber ich bin kein Mann, der Gefallen schuldet. Ich gewähre dir einen Wunsch, und danach gehen unsere Wege getrennt.“

Ich öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch er schnitt mir ohne das geringste Zögern das Wort ab.

Er zog ein schmales, elegantes Scheckbuch hervor, zückte einen verchromten Füllfederhalter und blickte kurz auf meine einfachen, sauberen Kleider. „Du siehst aus, als könntest du eine Menge Geld gebrauchen, um dein Leben von vorne zu beginnen.“ Er beugte sich über das Scheckbuch und setzte die Feder an. „Trag eine Summe ein. Egal wie hoch. Nimm das Geld und–“

Noch bevor er das erste Wort schreiben konnte, stürzte ich aus dem Bett. Meine nackten Füße berührten kaum den kühlen Marmorboden, als ich vorsprang und meine kalte, zitternde Hand direkt auf seine Hand legte, um den Stift zu blockieren.

Der Mann fror in seiner Bewegung ein. Seine eisblauen Augen schnellten hoch und bohrten sich mit tödlicher Schärfe in meine. Niemand wagte es, ihn anzufassen.

„Ich brauche dein Geld nicht“, flüsterte ich mit einer Kälte, die mich selbst erschreckte. Meine Finger krallten sich fest in den Stoff seines Ärmels. „Kannst du mir Macht geben? Macht, um die Menschen zu vernichten, die mir das Einzige genommen haben, was mir auf dieser Welt noch etwas bedeutet hat?“

Ein tiefes, gefährliches Stille legte sich über den Raum. Der Mann musterte mich lange und intensiv, als würde er versuchen, bis in den tiefsten Abgrund meiner Seele zu blicken.

„Weißt du überhaupt, wer ich bin, bevor du eine solche Bitte äußerst?“, fragte er leise.

„Es ist mir vollkommen egal, wer du bist“, antwortete ich ohne das geringste Zögern. „Solange du die Macht hast, mir zu geben, was ich brauche.“

Der Mann legte den Stift langsam auf den Tisch und stand auf. Er überragte mich um mehr als einen Kopf, und seine gewaltige Aura schlug wie eine Hitzewelle über mir zusammen.

„Eine Allianz mit mir einzugehen bedeutet, dass dein Leben und deine Seele für immer an mich gebunden sind“, knurrte er bedrohlich. „Ich bin der Teufel, vor dem sich selbst die Teufel dieser Erde fürchten.“

Ich weichte unwillkürlich einen Schritt zurück. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Ein eisiger Schauer lief mir über den Rücken, als sich die Puzzleteile in meinem Kopf zusammenfügten. Ein Mann, vor dem sich die ganze Welt fürchtete. Der unangefochtene Herrscher der Wölflosen und Ausgestoßenen.

„Du... du bist der Rogue King?“, stammelte ich mit brüchiger, leiser Stimme.

Anstatt zu antworten, griff er langsam nach einem rasiermesserscharfen, verchromten Dolch, der auf dem Beistelltisch lag. Er drehte die glänzende Klinge in seiner Hand, trat einen Schritt auf mich zu und hielt mir den Griff entgegen.

„Hält dich das ab, kleines Mädchen?“, fragte er mit einem scharfen, spöttischen Unterton. „Bist du etwa gebrochen? Hast du Angst?“

Ich starrte auf die glänzende Klinge. Die Erinnerung an Serens krampfenden Körper, an Damians eiskaltes Lachen und an das Blut auf meinen Händen stieg wie eine Flutwelle in mir auf. Die Angst in meiner Brust verbrannte augenblicklich zu reiner, unerbittlicher Asche.

Ich trat vor, riss ihm den Dolch ohne zu zögern aus der Hand und schnitt mir mit einer einzigen, schnellen Bewegung tief in die linke Handfläche.

Warmes, dunkles Blut quoll sofort aus der Wunde und tropfte auf den hellem Teppich. Ich ballte die blutende Faust, blickte ihm direkt in seine eisblauen Augen und hob die Hand.

„Mein Name ist Rebekah“, sprach ich mit einer Stimme, die wie geschliffener Stahl klang. „Ich schwöre dir mein Leben und meine Seele. Ich binde mich für immer an dich, Rogue King. Gib mir die Macht, und ich gehöre dir.“

Der Mann starrte fassungslos auf das frische Blut, das zwischen meinen Fingern hervorsickerte, und dann zurück in mein unnachgiebiges Gesicht. Zum ersten Mal wich die Eiseskälte aus seinen Augen und machte einer echten, tiefen Erschütterung Platz. Seine Atem stockte für einen Bruchteil einer Sekunde.

„Was... was hat man dir angetan, Rebekah?“, fragte er mit einer rauen, leisen Stimme, die frei von spöttischem Ton war.

„Er hat mir das Einzige gestohlen, was ich geliebt und gehegt habe“, antwortete ich, während heiße, stumme Tränen der Wut über meine Wangen liefen. „Etwas, für das ich ohne zu zögern mein eigenes Leben gegeben hätte. Er hat mein Kind sterben lassen. Er verdient es nicht nur zu verlieren... er verdient es, in der tiefsten Hölle zu rotSystem.“

Der Rogue King schwieg für einen langen Augenblick. Dann trat er einen Schritt näher, griff sanft nach meiner blutenden Hand und wickelte sein weißes Seidentaschentuch um meine Wunde.

„Ich nehme keinen nutzlosen Ballast in meinen Reihen auf“, sagte er geprüft. „Welche Waffe kannst du führen?“

Ich richtete meinen Rücken kerzengerade auf. „Ich bin wölflos. Man hat mich mein ganzes Leben lang als ein fehlerhaftes, zerbrochenes Stück bezeichnet. Aber ich werde lernen zu kämpfen. Selbst wenn ich bei null anfangen muss.“

Der Mann knurrte leise und legte seine schwere Hand auf meine gesunde Schulter. „Ich scheiße darauf, was andere über dich gesagt haben. Niemand ist ein zerbrochenes Stück, nur weil die Herde es behauptet es sei denn, man beschließt selbst, am Boden zu bleiben.“

Er hielt kurz inne, blickte zur Tür und fügte hinzu: „Du wirst lernen, wie man tötet, Rebekah. Aber bevor wir mit deinem Training beginnen... gibt es etwas, das ich zuerst erledigen muss.“

Er wandte sich zur Tür und winkte eine athletische Kriegerin herbei, die diskret im Flur gewartet hatte.

„Kleide sie in das Beste, was wir besitzen“, befahl er mit unumstößlicher Autorität. „Schmücke sie mit Diamanten, die heller brennen als die Kronen jeder verlogenen Rudel-Luna. Bring sie in fünfzehn Minuten in den großen Hauptsaal.“

Die Dienerin neigte respektvoll den Kopf. „Wie Ihr befehlt, Alpha Jayden.“

Jayden. Der Name stanzte sich in mein Gedächtnis, während mich die Kriegerin an der Hand nahm und in einen luxuriösen Ankleideraum führte.

Sie wusch das Blut von meinen Händen, versorgte meine Schnittwunde und kleidete mich in ein spektakuläres, blutrotes Seidenkleid. Als sie mir eine schwere Diamantenkette um den Hals legte und ich in den raumhohen Spiegel blickte, war die gebrochene, unterdrückte Frau von früher spurlos verschwunden. Was blieb, war eine wunderschöne, eiskalte Rächerin.

Punkt fünfzehn Minuten später öffneten sich die gewaltigen Flügeltüren des großen Hauptsaals.

Hunderte von abgebrühten Kriegern, Generälen und Schattenkommandeuren der Rogue-Fraktion füllten den gigantischen Raum. Als ich an der Seite von Alpha Jayden der nun wieder seine bedrohliche, schwarze Maske trug über den roten Teppich schritt, erlosch jedes Gespräch augenblicklich.

Jayden blieb auf dem Podest vor dem Thron stehen. Er legte seine große Hand besitzergreifend auf meine Taille, zog mich eng an seine Seite und blickte über die versammelte Menge.

„Hört mir alle zu!“, dröhnte seine Stimme durch den Saal. „Ab dem heutigen Tag ist diese Frau nicht mehr nur ein Gast. Sie ist meine Lady. Sie trägt dieselbe Macht und dieselbe absolute Autorität wie ich!“

Ein kollektives Raunen ging durch die Reihen der rauen Krieger. Doch als Jayden seinen kalten Blick über die Menge gleiten ließ, knieten alle anwesenden Männer und Frauen wie auf Kommando auf ein Knie nieder.

Ich blickte auf die gebeugten Köpfe herab und spürte, wie das Feuer der Rache mein Herz vollkommen ausfüllte.

Damian, Vienna. Die Hölle hat gerade erst ihren Thron bestiegen.

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