Scheinscheidung? Ich heirate neu!

Scheinscheidung? Ich heirate neu!

By:  Jens SvenUpdated just now
Language: Deutsch
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Am Tag, an dem die schwangere Geliebte ihres Mannes vor der Tür stand und die Scheidung forderte, erfuhr Stacie Radcliffe: Kyson Jagger, ihr Jugendfreund und Ehemann seit drei Jahren, hatte sie betrogen! Seine Leibwächter zwangen sie auf die Knie. Kyson packte sie am Hals und nötigte sie, die Scheidungspapiere zu unterschreiben. „Nur eine Scheidung auf dem Papier. Mein Kind soll nicht unehelich geboren werden. Danach heiraten wir wieder, und du wirst offiziell seine Mutter. Eigene Kinder kannst du ohnehin nicht bekommen.“ „In der Zwischenzeit lasse ich dich in Ruhe. Gesellschaft besorge ich dir trotzdem.“ Über ein Dutzend Männer betraten die Villa. „Alle nach deinem Geschmack. Such dir einen aus!“ Kyson war sicher, dass Stacie niemals einen anderen Mann an sich heranlassen würde. Doch er ahnte nichts von der Falle seiner Geliebten: Überall waren Kameras versteckt, und Paparazzi lauerten vor der Villa. Am nächsten Morgen überschlugen sich die Schlagzeilen! Auf den Bildern zog Stacie einen Mann an der Krawatte zu sich und küsste ihn! ... Erst danach erfuhr sie, wen sie da geküsst hatte: Elijah Fairchild, das gefürchtete Oberhaupt der Familie Fairchild! Man nannte ihn grausam und behauptete, er tauge nicht zum Ehemann. Eine Ehe mit ihm galt als schlimmer als ein Pakt mit dem Teufel. Stacie wollte fliehen, doch Elijah ließ nicht locker. Er wollte sie zur Frau! Als er erneut entschlossen auf sie zukam, wurde ihr mulmig. Von wegen ungeeignet als Ehemann! Wer verbreitete nur solche Gerüchte? Später kniete Kyson reumütig vor ihr. „Wir haben beide Fehler gemacht. Wir sind quitt! Ich trenne mich von ihr und ziehe dein Baby wie mein eigenes groß. Heirate mich wieder ...“ „Du willst mir meine Frau wegnehmen? Träum weiter!“ Elijah lehnte mit einem unheimlichen Lächeln im Türrahmen. In seiner Hand hielt er ein Schwert, die Klinge noch sicher in der Scheide. Kyson erstarrte. Stacie lächelte und gab Elijah einen Kuss. „Kyson, bei Männern lag ich einmal daneben. Du dagegen hast erstaunlich guten Geschmack: Er ist attraktiv, reich und behandelt mich wie eine Königin!“ Elijah triumphierte innerlich. All seine Mühe, das Herz dieser kleinen undankbaren Frau zu gewinnen, hatte sich gelohnt!

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Chapter 1

Kapitel 1

„Das ist doch nur eine Scheidung auf dem Papier. Unterschreib jetzt brav die Scheidungsvereinbarung!“

Stacie war gerade erst nach Hause gekommen und hatte noch nicht einmal ihre Schuhe ausgezogen, als Kysons vertraute Stimme erklang.

Als sie den Blick hob, sah sie ihren Ehemann, der seit mehr als sechs Monaten nicht mehr nach Hause gekommen war. Er saß lässig auf dem Sofa und hielt eine Frau mit deutlich sichtbarem Babybauch im Arm.

Gedankenverloren drehte er eine unangezündete Zigarette zwischen den Fingern.

Der Raum war voller schwarz gekleideter Leibwächter. Auf dem Couchtisch lag die Scheidungsvereinbarung, die er offenbar gerade hingeworfen hatte.

„Isabelle ist schwanger. Mein Kind darf kein uneheliches Kind sein. Das Blut der Familie Jagger darf nicht namenlos in der Welt verloren gehen. Sobald sie das Kind zur Welt gebracht hat, heiraten wir wieder.“

Ihr Kopf war für einen Moment wie leer gefegt. Unwillkürlich sah Stacie zu der jungen Frau neben ihm. Ihr Blick blieb an dem leicht gewölbten Bauch hängen.

Wollte er etwa, dass sie sich zuerst scheiden ließen, damit er Isabelle Reed heiraten konnte und das Kind ehelich zur Welt kam, bevor er Stacie erneut heiratete?

Er sprach in dem selbstverständlichen Ton eines Mannes, der ihr damit ein unermessliches Geschenk machte.

Als Kyson bemerkte, dass sie schwieg, stand er auf und kam Schritt für Schritt näher. Seine Stimme war voller Spott.

„Nach unserer Wiederheirat wird das Kind unter deinem Namen eingetragen und von dir großgezogen. Du kannst ja sowieso keine Kinder bekommen.“

Stacie sah ihn an. Seine letzten Worte hallten unaufhörlich in ihrem Kopf wider.

Ihr Herz fühlte sich an, als hätte man ein Messer hineingestoßen. Der Schmerz breitete sich durch ihre Adern bis in ihre Fingerspitzen und Zehen aus.

Stacie war in Liebesdingen extrem wählerisch. Das Kind eines untreuen Mannes großzuziehen, kam für sie niemals infrage. Allein sein Anblick ließ sie vor Ekel am ganzen Körper zittern.

Doch sie war ihm etwas schuldig.

Vor drei Jahren fielen die Abholung ihrer Heiratsurkunde und ihr Geburtstag auf denselben Tag. Kysons Mutter und Großmutter hatten ein Restaurant gebucht, um mit ihr zu feiern.

Niemand ahnte, dass aus dieser Überraschung ein Albtraum ohne Wiederkehr wurde.

Die drei Frauen wurden entführt. Kysons Mutter und Großmutter ermöglichten Stacie unter Einsatz ihres Lebens die Flucht. Doch als das Kreuzfahrtschiff explodierte, blieb von ihnen nicht einmal ein Knochen übrig.

Nach diesem Vorfall wusste Stacie nicht, wie sie der Familie Jagger gegenübertreten sollte. Noch weniger wusste sie, wie sie Kyson begegnen sollte.

Sie brachte es nicht über sich, ihn zu verlassen, wagte aber auch nicht, ihm gegenüberzutreten.

Kysons Großvater gab ihr keine Schuld. Er blieb freundlich und verständnisvoll zu ihr. Gerade das verstärkte ihre Schuldgefühle noch.

Deshalb versuchte sie, ihre Schuld bei Kyson wiedergutzumachen, und ging dabei über jedes Maß hinaus.

In Kronenfels sah inzwischen jeder in Stacie an Kysons Seite nur noch einen willenlosen, treuen Hund, der niemals widersprach.

Stacie ballte die Hände zu Fäusten. Ihre Fingernägel bohrten sich tief in ihre Handflächen. Der Schmerz klärte ihren seit drei Jahren benommenen Geist für einen kurzen Moment.

Er wollte sein Glück finden. Also ließ sie ihn gehen.

Eine Scheidung war in Ordnung. Sie konnte sich um seine Geliebte kümmern und sogar ihr Kind großziehen. Aber sie würde all das nicht länger als seine Ehefrau tun.

Das war ihre Grenze!

„Ich kann ...“

Stacie wollte gerade zustimmen und die Scheidungsvereinbarung unterschreiben. Sie wollte unter keinen Umständen wieder heiraten. Doch ein unerwarteter Zwischenfall schnitt ihr das Wort ab.

„Stacie, Kyson, bitte streitet nicht. Ich will euch wirklich nicht auseinanderbringen. Ich möchte nur nicht, dass mein Baby als uneheliches Kind zur Welt kommt.“

Noch bevor einer von ihnen reagieren konnte, fiel Isabelle mit einem dumpfen Plumps vor Stacie auf die Knie.

Sie packte Stacies Rocksaum, schlug wiederholt die Stirn auf den Boden und weinte herzzerreißend.

„Gib Kyson nicht die Schuld. Wenn du dich an jemandem rächen willst, dann an mir. Ich war schamlos genug, ihn zu verführen. Ich flehe dich an. Überlass ihn mir nur für zehn Monate. Nein ... sechs Monate genügen auch ...“

„Sobald das Kind geboren ist, verschwinde ich für den Rest meines Lebens aus seinem und dem Leben des Kindes. Das verspreche ich dir.“

Stacie und Kyson hatten offenbar beide nicht mit dieser Szene gerechnet und erschraken.

Als Kyson sich wieder gefasst hatte, half er Isabelle vorsichtig auf und musterte sie von oben bis unten.

„Isabelle, warum kniest du vor ihr? Sie ist es doch gar nicht wert.“

„Wir sind ihr etwas schuldig. Wenn ich unser Baby dadurch sicher zur Welt bringen kann, knie ich mir dafür sogar die Beine blutig.“

Stacie betrachtete die zarte, weinende Isabelle in Kysons Armen. Zum ersten Mal kam sie sich vollkommen erbärmlich vor.

Ihr verliebter Blick ließ Stacie wie die Geliebte wirken, die sich in eine fremde Ehe eingemischt hatte.

„Schon gut. Gib mir einen Stift. Ich unterschreibe die Scheidung.“

Ihre Stimme klang ungewöhnlich ruhig.

Kyson hatte nicht erwartet, dass sie der Scheidung zustimmte. Und schon gar nicht, dass sie es so bereitwillig tat.

Aus irgendeinem Grund machte ihn das wütend.

Warum machte sie keine Szene?

Wollte sie ihn wirklich so dringend verlassen?

Kyson ließ Isabelle los und trat erneut auf Stacie zu.

Langsam zerdrückte er die Zigarette zwischen den Fingern. Dann warf er sie in den Mülleimer neben sich.

Seine großen, markanten Hände packten Stacie am Kinn. Er drückte so fest zu, dass ihre Knochen schmerzten.

„Hast du schon einen anderen? Deshalb stimmst du so bereitwillig zu?“

Stacie sah ihn ausdruckslos an und wiederholte: „Kyson, ich werde die Scheidungsvereinbarung unterschreiben.“

Kyson biss die Zähne so fest zusammen, dass sie knirschten. Wie konnte sie das nur so ruhig sagen?

„Kyson, das Baby hat Hunger. Wollen wir nicht erst etwas essen?“

Isabelle schmiegte sich mit ihrem weichen Körper an ihn. Erst da schien Kyson zu bemerken, was er gerade tat.

Er ließ Stacie abrupt los, als hätte er etwas Schmutziges berührt.

Stacies Haut war ohnehin sehr hell. An ihrem Hals zeichneten sich sofort mehrere rote Fingerabdrücke ab.

Kyson zwang sich, den Blick abzuwenden.

„Gut. Dann essen wir zuerst.“

Isabelle gegenüber wurde seine Stimme unbewusst viel sanfter.

Isabelle hängte sich vertraut bei ihm ein und lächelte Stacie an.

„Stacie, Kyson sagt immer, dass nichts wichtiger ist als eine Mahlzeit. Lass uns erst etwas essen und danach in Ruhe reden.“

Danach beachtete sie Stacie nicht weiter. Sie zog Kyson fröhlich zum Esstisch.

Stacie sah ihnen nach. Ihre Fingernägel bohrten sich tief in ihr Fleisch. In ihrem Herzen klaffte ein Loch.

Einen Moment lang wusste sie nicht, ob sie ihnen folgen oder nach oben gehen sollte.

„Stacie, iss doch mit uns. Wir können beim Essen reden.“

Isabelle lächelte noch immer leicht. Trotzdem fühlte Stacie sich bei diesem Lächeln unwohl.

Ganz gleich, wie man es betrachtete, ihre drei gegenwärtigen Rollen passten nicht an denselben Esstisch.

„Ich gehe nach oben. Ruft mich, wenn ihr fertig seid.“

Isabelle sah ihr nach. Dass Stacie sich alles gefallen ließ, gefiel ihr ausgesprochen gut. Außerdem stand noch eine viel größere Show bevor. Sie würde Stacie unmöglich einfach gehen lassen.

Mit gekränktem Ausdruck sah sie Kyson an. Ihre Augen glänzten feucht. Sie öffnete den Mund, sagte aber nichts.

Kysons Gesicht verfinsterte sich augenblicklich.

„Komm sofort her und iss mit. Bist du taub?“

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