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Kapitel 35: Nyssa

Author: Sada Vii
last update publish date: 2026-10-01 16:07:15

Ravens / Scarletts Sicht

„Wach auf, Scarlett.“

Alpha Dimitris Stimme riss mich fast augenblicklich aus dem Schlaf. Meine Augen flogen auf, mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, als ich alarmiert hochschreckte. Der Wagen. Die Straße. Die lange Fahrt. Alles stürzte in einer schwindelerregenden Welle wieder auf mich ein.

Ich fuhr auf dem Beifahrersitz hoch und blinzelte hastig, während die Entschuldigung schon über meine Lippen kam, ehe ich mich bremsen konnte. „Es tut mir leid, Alpha – ich woll
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    Ravens / Scarletts Sicht„Wach auf, Scarlett.“Alpha Dimitris Stimme riss mich fast augenblicklich aus dem Schlaf. Meine Augen flogen auf, mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, als ich alarmiert hochschreckte. Der Wagen. Die Straße. Die lange Fahrt. Alles stürzte in einer schwindelerregenden Welle wieder auf mich ein.Ich fuhr auf dem Beifahrersitz hoch und blinzelte hastig, während die Entschuldigung schon über meine Lippen kam, ehe ich mich bremsen konnte. „Es tut mir leid, Alpha – ich wollte nicht einschlafen. Ich— “Er überging meine Entschuldigung vollkommen.„Steig aus dem Wagen.“ Sein Tonfall duldete keinerlei Widerworte.Ich nestelte fahrig an meinem Sicherheitsgurt herum, ehe ich die Tür aufstieß und in die kühle Abendluft trat. Meine Beine fühlten sich nach den stundenlangen Strapazen im Wagen wackelig an, und der abrupte Übergang vom Schlaf ließ mich für einen Moment die Orientierung verlieren.Da erblickte ich sie.Eine wunderschöne, dunkelhäutige Frau mit auffallendem,

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    Alpha Dimitris SichtFür einen kurzen Moment fragte ich mich, ob die Frau Scarlett und mich irgendwie mit einem völlig anderen Reisepaar verwechselt hatte.Mein Kiefer spannte sich leicht an, als sich frischer Ärger in meiner Brust einnistete. Paar. Schon das Wort allein klang lächerlich. Scarlett war meine Heilerin. Die bloße Andeutung, dass da irgendetwas anderes zwischen uns sei, war vollkommen absurd.Die Frau schien mein Schweigen unglücklicherweise für Verlegenheit zu halten.„Keine Sorge“, sagte sie mit einem verschwörerischen Lächeln. „Ich habe schon alles erlebt. Genießen Sie die Flitterwochenphase, solange sie anhält.“Ich starrte sie für mehrere Augenblicke einfach nur an und fragte mich, wie dieses Gespräch in so kurzer Zeit derart katastrophal aus dem Ruder hatte laufen können. Sie zu korrigieren, würde nur weitere Fragen nach sich ziehen – und ich verspürte wahrhaftig nicht die geringste Lust, vor dem Frühstück mit einer übermäßig enthusiastischen Gastwirtin über Scarlet

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    Alpha Dimitris SichtDie heiße Dusche tat wenig, um die Gedanken zum Schweigen zu bringen, die sich in meinem Kopf drängten, doch sie genügte, um ihnen wieder einen Hauch von Ordnung zu verleihen. Als ich mich in ein eng anliegendes schwarzes Hemd und eine dunkle Hose kleidete, hatte ich mich beinahe davon überzeugt, dass ich ohnehin schon viel zu viel Zeit damit verbracht hatte, über Scarlett nachzudenken.Beinahe.Als ich in das Zimmer zurückkehrte, schlief sie noch immer.Ich setzte mich an das Fenster und zog mein Telefon aus der Tasche, dankbar für den vertrauten Anblick der Arbeit, die dort auf mich wartete. Nachrichten von Petru bezüglich der Suche nach Raven Moonshadow lagen neben Berichten meines Rates über Truppenbewegungen an den Grenzen und einigen kleineren Streitigkeiten, die meiner Aufmerksamkeit bedurften.Ich bearbeitete sie nacheinander; meine Finger glitten mit geübter Leichtigkeit über den Bildschirm, während ich antwortete, wo es nötig war.Die Arbeit erdete mich.

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    Alpha Dimitris SichtDer Schlaf weigerte sich beharrlich, sich einzustellen.Ganz gleich, wie oft ich die Augen schloss oder versuchte, meine Gedanken zur Ruhe zu zwingen: Mein Verstand verweigerte stur jede Zusammenarbeit. Die Fahrt war lang gewesen, und die Erschöpfung hätte mich in der Sekunde übermannen müssen, in der mein Kopf das Kissen berührt hatte. Stattdessen starrte ich an die Decke des spärlich beleuchteten Zimmers und lauschte dem gleichmäßigen Rhythmus von Scarletts Atem irgendwo neben mir.Es war zum Verrücktwerden.Mein Körper war ausgelaugt von den langen Stunden hinter dem Steuer, doch mein Kopf weigerte sich schlicht abzuschalten. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, kehrten Bruchstücke des Tages ungebeten zurück: Scarlett, wie sie zitternd neben dem Geländewagen stand, nachdem sie sich übergeben hatte. Die zahllosen Stopps an Raststätten. Wie die Müdigkeit sie derart in die Tiefe gerissen hatte, dass sie auf dem Beifahrersitz kaum noch die Augen offenhalten konnt

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    Ravens / Scarletts SichtFür mehrere Augenblicke blieb ich genau dort stehen, wo ich war, und starrte stumm die Badezimmertür an, lange nachdem seine Schritte verklungen waren.Er hatte alles bemerkt.Irgendwie jagte mir diese Erkenntnis mehr Furcht ein, als ich mir eingestehen wollte.Alpha Lucan hatte nie etwas bemerkt, es sei denn, es brachte ihm Unannehmlichkeiten. Ich konnte einen ganzen Tag lang vollkommen erschöpft sein, zitternd vor Überanstrengung, und ihm wäre im Traum nicht eingefallen zu fragen, ob mir etwas fehlte. Selbst wenn er es bemerkt hätte, wäre es ihm ganz sicher gleichgültig gewesen.Alpha Dimitri war anders. Er bemerkte bei Weitem zu viel.Bei diesem Gedanken schnürte mir die Panik die Brust zu.Ich hatte Jahre damit verbracht zu lernen, wie man sich unsichtbar machte. Es war mir zur zweiten Natur geworden, meine Schmerzen zu verbergen, zu lächeln, wenn es verlangt wurde, und zu schweigen, sobald Fragen gefährlich wurden. Lucan zu überleben hatte mich gelehrt, d

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    Ravens / Scarletts SichtErleichterung und neues Entsetzen lieferten sich einen erbitterten Kampf in meinem Inneren.Ich sehnte mich nach nichts mehr, als ins Bett zu kriechen und die nächsten drei Tage durchzuschlafen. Mein Puls verriet mich bei diesem Gedanken auf der Stelle. Schlimmer konnte dieser Tag nun wirklich nicht mehr werden.Oder etwa doch?Die Nacht hatte den Himmel längst vollkommen verschluckt, als Alpha Dimitri das Tempo des Wagens schließlich drosselte. Die Scheinwerfer schnitten durch die Finsternis und erhellten ein bescheidenes Motel direkt an der Schnellstraße.Ich rutschte unbehaglich auf dem Beifahrersitz hin und her, während mein Körper vor Erschöpfung schmerzte. Ein allzu vertrauter Druck machte sich wieder in meiner Blase bemerkbar, doch ich biss mir auf die Innenseite der Wange und schwieg.Ich hatte uns heute ohnehin schon viel zu oft zum Anhalten gezwungen.Alpha Dimitri parkte den Geländewagen, ehe er den Motor vollends abstellte. „Wir übernachten hier.“

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