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Kapitel 3

ผู้เขียน: Lange Reise
Kaum war Tobias weg, fuhr ich ins Krankenhaus, um das Kind abtreiben zu lassen.

In dem Moment, als die Narkose zu wirken begann, kam eine Nachricht von ihm.

„Yvonne, was ich vorhin gesagt habe, war nur im Zorn dahingesagt. Mach dir keine Sorgen, ich heirate dich auf jeden Fall. Am Neujahrstag bin ich rechtzeitig zurück. Warte auf mich.“

„Was Linnea betrifft, vergiss sie einfach. Ich habe ihr alles klargemacht. Sie wird sich nicht mehr in unser Leben mischen.“

Ich starrte auf die Nachrichten und schaltete den Bildschirm kühl aus.

In den letzten zwei Jahren hatte sich Tobias wegen Linnea immer wieder gegen die Verlobung unserer Familien gestellt.

Ich hatte sogar beschlossen, ins Ausland zu gehen, damit er und Linnea zusammen sein konnten. Aber am Tag meiner Abreise kam er zum Flughafen gerannt und flehte mich unter Tränen an, zu bleiben.

An jenem Tag verloren wir beide die Beherrschung – so entstand dieses Kind.

Erst kurz vor meinem Tod erfuhr ich: Tobias war damals nur deshalb zum Flughafen gekommen, weil seine Familie ihn mit Linnea unter Druck gesetzt hatte.

Die Verbindung unserer beiden Familien war unter keinen Umständen rückgängig zu machen.

Egal, wie sehr Tobias Linnea liebte – er würde mich heiraten müssen.

Ich spürte, wie etwas Warmes aus meinem Körper floss. Dieses Kind war von Anfang an ein Fehler gewesen.

Als ich erwachte, lag ich im Krankenzimmer.

Inzwischen waren Tobias und Linnea längst am Meer.

Linnea schickte mir eine Flut von angeberischen Nachrichten, dazu ein paar Fotos von ihr und Tobias.

Tobias hielt sie von hinten umschlungen, sein Gesicht ganz weich. Früher hatte er mich genauso angesehen. Jetzt drehte sich mir bei diesem Anblick nur noch der Magen um.

„Yvonne, Tobias sagt, du magst das Meer auch so gern. Hätte ich das gewusst, hätten wir dich mitgenommen.“

„Übrigens, er hat für mich ein Feuerwerk vorbereitet. Ich schicke dir später ein Video davon.“

„Du alte Schachtel, an deiner Stelle hätte ich mich längst vom Acker gemacht. Wieso klammerst du dich noch an Tobias? Erbärmlich.“

Früher hatte ich darauf nie reagiert. Diesmal antwortete ich.

„Wenn du Tobias so liebst, dann lass ihn auf keinen Fall los.“

Ich war gespannt, ob Linnea ihm immer noch hinterherlaufen würde, wenn er erst einmal nichts mehr hatte.

Nachdem die Nachricht raus war, war ich todmüde. Ich wollte das Handy gerade weglegen und ein bisschen schlafen, da klingelte es schon.

Ich nahm ab. Sofort schlug mir Tobias’ wütende Stimme entgegen.

„Yvonne, was treibst du jetzt schon wieder? Ich habe dir doch gesagt, ich heirate dich. Warum musst du deinen Frust ständig an Linnea auslassen?“

„Ich habe sie endlich mal mit hierher genommen. Musst du allen die Stimmung vermiesen? Entschuldige dich bei ihr. Sonst gibt’s am Neujahrstag keine Rücksicht mehr.“

Ich runzelte die Stirn. Sein Geschrei ging mir nur noch auf die Nerven.

Er redete und redete. Genervt legte ich auf und blockierte ihn gleich danach.

An dem Tag, als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war Silvester.

Zu Hause räumte ich alles weg, was an Tobias erinnerte.

Kleidung, Zahnbürste, sogar die Bücher, die er gekauft hatte – alles in eine Tüte und weg damit.

Diese Wohnung hatte ich gekauft. Seine Sachen hatten hier nichts verloren.

Danach fuhr ich zu meinen Eltern und feierte mit ihnen Silvester.

Vor dem Fernseher spielte ich gelangweilt am Handy herum.

Plötzlich schoss ein Feuerwerksvideo an die Spitze der Trends.

Bei den Initialen TK und LF ahnte ich sofort, was los war: Tobias’ Show für Linnea.

Und tatsächlich, kurz darauf schickte sie mir das Video.

„Du alte Schachtel, Tobias sagt, dieses Feuerwerk ist nur für mich allein. Was nützt es dir, dass ihr zusammen aufgewachsen seid? Was nützt dir die Schwangerschaft? Tobias' Liebe bekommst du trotzdem nicht.“

„Jetzt finde ich plötzlich, ihr könnt ruhig heiraten. Tobias liebt sowieso mich.“

In diesem Augenblick poppte oben eine neue Nachricht auf – von dem Kontakt, den ich gerade entsperrt hatte.

Ich sah die Nachricht, und ein Mundwinkel zuckte nach oben.

Dann soll dieser Abend eben das letzte Fest für dieses widerliche Pärchen werden.

Am Neujahrstag hatten die Konrads ein erstklassiges Separee gebucht, um mit meiner Familie über die Hochzeit zu sprechen.

Aber Tobias ließ sich nicht blicken.

Sein Vater zog finster die Brauen zusammen und sagte mit kalter Stimme: „Was soll das? Über die Feiertage darf er sich austoben, gut. Aber heute, an einem Tag wie diesem, kommt er zu spät? Du hast ihn völlig verzogen. Eine Mutter, die nur weichherzig ist, macht aus ihrem Sohn einen Versager. Wenn er kommt, knöpfe ich ihn mir vor.“

Auch Tobias’ Mutter wirkte angespannt. Als ihr Mann sie anfuhr, senkte sie nur betreten den Kopf.

Die Stimmung am Tisch war wegen Tobias eisig.

Aber ich wusste: Er stand längst unten im Eingangsbereich.

Er wartete – darauf, dass ich mich bei Linnea entschuldigte. Sein Zuspätkommen sollte mir einen Denkzettel verpassen.

Auch ich wartete – auf jemanden.

Ich beruhigte beide Familien und ließ das wiederholt vibrierende Handy unbeantwortet.

Nach einer halben Stunde verstummte mein Handy endlich. Dann flog die Tür des Separees auf.

Tobias kam mit versteinerter Miene auf mich zu.

„Yvonne, ich habe gesagt, du sollst dich bei Linnea entschuldigen. Bist du blind? Das ist deine letzte Chance. Wenn du dich nicht entschuldigst, ist die Verlobung gestorben.“

Schlagartig wurde es still im Raum.

Tobias’ Vater schlug auf den Tisch, sprang auf und brüllte ihn an: „Du undankbarer Bengel, was redest du da? Erst kommst du zu spät, jetzt drohst du auch noch Yvonne? Entschuldige dich bei ihr, sofort!“

Die Miene meines Vaters erstarrte. Er stieß ein verächtliches Schnauben aus.

„Robert, da hast du deinen Sohn ja wirklich gut erzogen. Meine Tochter zählt für ihn anscheinend gar nichts.“

Tobias’ Vater wirkte furchtbar betreten und drängte ihn, sich zu entschuldigen.

Tobias weigerte sich stur. Dann kam auch noch Linnea weinend hereingelaufen.

„Tobias, sei meinetwegen heute nicht böse. Ich kann ein bisschen einstecken, das ist nichts. Ich bin das von klein auf gewohnt.“

Tobias’ Miene wurde noch düsterer. Er beugte sich an mein Ohr und drohte leise: „Yvonne, wenn du dich nicht entschuldigst, machen wir die Hochzeit nicht. Dann bekommst du das Kind unverheiratet – und mal sehen, ob deine Familie dich dann noch im Haus behält.“

„Ich werde ein paar Journalisten Bescheid geben und groß ausschlachten lassen, dass die einzige Tochter der Familie Wahl ein Kind ohne Trauschein erwartet. Was meinst du, was das mit eurer Familie macht?“

Ich riss den Kopf hoch und starrte ihn ungläubig an.

Tobias zog die Brauen hoch und säuselte:

„Yvonne, es ist doch nur eine Entschuldigung. Du entschuldigst dich, und die Sache ist erledigt. Und heute ziehe ich dann auch mit, und wir setzen den Hochzeitstermin fest. Du weißt doch, wie du dich entscheiden musst, oder?“

Mein Vater war wütend, aber er hatte mit keinem Wort die Verlobung infrage gestellt.

Das machte Tobias nur noch dreister.

Er wartete selbstgefällig darauf, dass ich nachgab.

Im nächsten Moment ging die Tür erneut auf. Eine hochgewachsene Gestalt trat ein.

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