Masuk„Und Sie wollen im Luxus schwelgen?“ Silas lachte höhnisch. „Wie dumm. Sie werden bald sterben!“Kaum hatte er den Satz beendet, trat Adrian zu. Silas stürzte mit einem dumpfen Aufprall zu Boden. Er spuckte einen Schwall Blut und einen Zahn aus.Trotzdem lachte Silas weiter. Sein Gesicht war wild verzerrt. „Haben Sie Angst? Dann kriechen Sie zu Verena und bitten Sie um Gnade. Verstecken Sie sich unter einem anderen Namen. Vielleicht haben Sie dann noch eine kleine Chance, am Leben zu bleiben.“„Eine kleine Chance?“ Yuna blieb ruhig und lächelte spöttisch. „Glauben Sie das selbst?“Ob sie den Reichtum und die Macht wollte oder darauf verzichtete, spielte keine Rolle. Für diese Leute blieb sie ein Hindernis, das beseitigt werden musste. Sie ließen sie niemals in Ruhe. Ein Verzicht beschleunigte nur ihren Tod.„Gehen Sie zu Ihrer Herrin und richten Sie ihr aus: Sie hat es nicht geschafft, mich unbemerkt zu töten. Damit muss sie sich abfinden. Sie soll ihre Spielchen lassen. Wenn sie noch
Yuna griff sofort zum Handy und rief ihre Mutter an.Nach einigen Freizeichen meldete sich Daniela mit sanfter Stimme. „Yuna? Warum rufst du um diese Zeit an? Vermisst du mich?“„Mama, ich muss dich etwas fragen.“ Yunas Stimme klang ernst. „Bitte sag mir die Wahrheit. Ich bin nicht deine leibliche Tochter, oder?“Am anderen Ende blieb es kurz still. Dann brüllte Daniela los.„Welcher verdammte Idiot erzählt dir so einen Unsinn?!“ Von ihrer sanften Stimme war nichts mehr übrig. „Neun Monate habe ich dich ausgetragen! Mir war ständig übel. Bei deiner Geburt habe ich zwei Tage und eine Nacht lang gelitten! Ich habe heute noch die Schwangerschaftsstreifen am Bauch. Und jetzt sollst du nicht meine leibliche Tochter sein? Habe ich mir die ganze Geburt etwa nur eingebildet? Du bist meine Tochter, daran gibt es nichts zu rütteln!“Yuna hielt das Handy etwas weiter vom Ohr weg. Erst als der Wortschwall nachließ, meldete sie sich wieder.„Na gut … Eine unglaublich reiche Familie behauptet, ich b
Silas geriet in Panik. Er verlor die Fassung und konnte kaum noch klar denken.Wer zum Haus Hohenfels gehörte, starb lieber, als Verrat zu begehen.Doch wenn das Video veröffentlicht wurde, erfuhr die Familie, dass seine Herrin den Mordanschlag auf Yuna befohlen hatte. Dann geriet sie unweigerlich in Gefahr.„Warten Sie.“ Silas brachte die Worte nur mühsam hervor. Seine Stimme klang verzweifelt. „Ich sage Ihnen, was Sie wissen wollen. Dafür darf nichts davon an die Öffentlichkeit gelangen. Auch von meinem Anschlag auf Sie darf sonst niemand erfahren.“Mit blutunterlaufenen Augen starrte Silas Yuna an. „Andernfalls gehen wir alle zusammen unter … Meine Herrin wird keinen von Ihnen verschonen. Sie und Adrian werden mit uns sterben!“Yuna lächelte kaum merklich. Ihr Plan ging auf.Unauffällig unterdrückte sie ihr Lächeln, blieb stehen und sah Silas gelassen an. „Ich höre.“Er erwiderte ihren Blick mit unverhohlenem Hass. „Meine Herrin, Verena Hohenfels, will Sie tot sehen.“Diesen Namen h
„Nein.“ Bei der Erwähnung von Silas verdüsterte sich Adrians Gesicht. Er hatte schon viele hartgesottene Gefangene verhört. Keiner hielt so lange durch wie dieser Mann.Seit drei vollen Tagen verhörte Adrian ihn. Er setzte jede noch so grausame Methode ein. Doch Silas schien Schmerzen ebenso wenig zu spüren wie ein Roboter. Er ließ jede Folter über sich ergehen und fürchtete den Tod nicht. Nicht ein einziges Mal runzelte er die Stirn.„Henrik hat gerade eine Nachricht überbringen lassen“, sagte Yuna. „Silas hat eine Herrin, die er geradezu vergöttert. Angeblich ist sie in dich verliebt und will mich deshalb loswerden.“Adrian sah sie kühl an. „Außer dir lasse ich keine Frau an mich heran.“Sie lächelte sanft. „Das weiß ich. Wenn dir eine so mächtige Frau zu nahekommt, merke ich das bestimmt noch vor dir.“Adrian entspannte sich etwas und wurde wieder sachlich. „Du willst also bei seiner Herrin ansetzen? Bei der Entführung in Karsilien hat man den Konflikt mit Faronien ausgenutzt. Wärst
Ergeben schloss Adrian kurz die Augen und atmete tief durch. Dann massierte er ihr mit seinen Fingern sachte den Kopf. „Das machst du nicht noch einmal.“„Gut“, antwortete Yuna bereitwillig. „Wenn ich in Gefahr gerate, rufe ich dich sofort, mein liebster Schatz.“Adrian hielt kurz mit der Massage inne. Seine Ohren röteten sich, und er lächelte unwillkürlich.…In einer Privatklinik stand Yuna vor der Tür eines exklusiven Einzelzimmers. Durch die Glasscheibe sah sie Henrik reglos im Bett liegen. Ohne das Piepen der Geräte war er kaum von einem Toten zu unterscheiden.Sven stand neben ihr. Sein gebrochener Arm war eingegipst. Traurig sah er sie an.„Herr Wolfhardt hat zu viele Gifte genommen. Seine inneren Organe sind irreversibel geschädigt. Das Gegenmittel hat ihm zwar das Leben gerettet, aber … Er wird nie wieder gesund. Er wird ständig unter Schmerzen leiden. Sein Leben wird eine einzige Qual. Außerdem wird er vorzeitig altern …“Yuna sah Henrik mit gemischten Gefühlen an. Er war imm
Als Yuna wieder zu sich kam, blickte sie an eine vertraute Zimmerdecke. Sie war in Wolkenstein.Sofort fühlte sie sich sicher. Sie drehte den Kopf und sah, wie erwartet, Adrian neben sich.Er trug noch seinen Anzug, doch die Krawatte fehlte. Der offene Hemdkragen war völlig zerknittert. Offenbar hatte er immer wieder daran gezerrt.Adrian war erschreckend blass. Dunkle Schatten lagen unter seinen Augen, und Bartstoppeln bedeckten sein Kinn. Er schien schon lange nicht mehr geschlafen zu haben. Seine Augen waren blutunterlaufen.„Schatz …“, sagte Yuna mit rauer Stimme. Es tat ihr weh, ihn so zu sehen.Adrian sah sie mit sorgenvoll gerunzelter Stirn an. „Du bist wach? Wie fühlst du dich? Tut dir noch etwas weh?“Yuna horchte kurz in sich hinein und schüttelte den Kopf. „Nur ein bisschen Kopfweh. Wahrscheinlich habe ich zu lange geschlafen.“Endlich ließ seine Angst um sie nach. Doch seine Miene blieb düster.Adrian sah sie durchdringend an. Aus jedem seiner Worte sprach mühsam beherrscht
Im VIP-Luxuszimmer der Klinik.Chiara lehnte im Krankenhausbett und nippte an dem warmen Wasser, das ihr Henrik eingeschenkt hatte. „Henrik, ich habe von der Hausangestellten gehört, dass Yuna heute Morgen in einem Rolls-Royce zurückgekommen ist. Und dass sie die ganze Nacht weg war … vielleicht ist
Yuna war zurückgekommen, um ihre Sachen zu holen.Kaum hatte sie die Tür aufgestoßen, drang ein schrilles Lachen an ihr Ohr.Henrik, der sonst nie lachte, saß neben Chiara und erzählte ihr trockene Witze, um sie aufzuheitern.„Hatschi…“Chiara nieste lieblich.„Frierst du?“, fragte Henrik sofort bes
„Henrik, das Kind in ihrem Bauch – ist es deins?“Yuna war kreidebleich. Sie traute ihren eigenen Ohren nicht.Vor sieben Monaten war Henriks älterer Bruder Erwin Wolfhardt bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Aus Mitleid mit Chiara Jensen, der jungen Witwe, die zudem schwanger war, hatte Yuna s
Chiara starrte sie an. Selbst ihre gespielt verletzte Miene erstarrte mitten in der Bewegung. Die brennende Wange ließ sie für einen Moment alles vergessen.Wie konnte Yuna es wagen, wirklich zuzuschlagen?Henrik war einen Moment lang sprachlos. Dann brach seine Wut hervor.„Yuna, hast du den Versta







