Mag-log inNach kurzem Überlegen sagte Yuna: „Lassen Sie meine Begleiter zuerst das Büro auf mögliche Gefahren überprüfen. Ist das für Sie in Ordnung?“„Natürlich! Gar kein Problem!“ Martin trat sichtlich erleichtert beiseite. „Bitte, gehen Sie hinein. Sehen Sie sich alles an.“Die vier Leibwächter betraten das Büro zuerst und überprüften es gründlich. Sie entdeckten keine Gefahrenquellen. Außer ihnen war niemand im Raum.Marek, der Leiter ihres Sicherheitsteams, fragte: „Frau Sommer, wir warten vor der Tür. Wie lange brauchen Sie ungefähr?“Yuna sah zu Martin.„Etwa eine halbe Stunde“, antwortete er sofort.„Uhren abgleichen!“, befahl Marek mit erhobener Hand.Alle vier Männer glichen unverzüglich ihre Uhren ab.„Herr Seidel, nach einer halben Stunde kommen wir herein, ganz gleich, ob der Test dann beendet ist.“Die Männer wirkten so entschlossen und professionell, dass Martin etwas nervös wurde. Er nickte hastig. „Das verstehe ich. Keine Sorge, Frau Sommer testet lediglich unsere Software. Dabe
Silas senkte den Blick und stellte das Fläschchen behutsam auf den Tisch.„Sind Sie jetzt an einer Zusammenarbeit interessiert, Herr Wolfhardt?“Henrik starrte auf das kleine Gefäß. Sein Blick verriet unbändige Gier. Trotzdem blieb seine Haltung aufrecht und angespannt.„Wenn wir zusammenarbeiten, muss ich wissen, was Ihre Herrin will.“Er fragte zum zweiten Mal danach. Als Silas ihm zuvor die Antwort verweigerte, zog er sich ohne zu zögern zurück. Jetzt wollte Henrik das Mittel unbedingt haben. Dennoch schien er bereit, erneut auf die Zusammenarbeit zu verzichten, falls er keine Antwort bekam.Für Silas bestätigten sich die Gerüchte über die Menschen außerhalb des Hauses Hohenfels: Sie waren durchtrieben.„Sie will Adrian“, erklärte er kühl.Henrik stutzte und verengte die Augen.„Warum geben Sie das Mittel dann nicht ihm? Sorgen Sie dafür, dass er beim Aufwachen Ihre Herrin sieht. Das geht schneller. Wozu brauchen Sie mich?“Yuna dazu zu bringen, einen anderen Mann zu lieben, um dadu
Henrik lachte höhnisch und wich weiter zurück.„Ganz schön arrogant. Sie halten mir ein Fläschchen hin und gehen einfach davon aus, dass ich für Sie arbeite? Haben Sie sich zu lange von der Welt abgeschottet? Sind Sie deshalb derart naiv?“Er stieß die Glastür hinter sich auf und verließ eilig das Haus. Dann rannte er zu seinem Wagen, sprang hinein und trat aufs Gas. Mit hoher Geschwindigkeit jagte er los.Über seinen Ohrhörer befahl Henrik: „Alle Leibwächter sofort zu mir! Schützt mich und tötet diesen Silas –“Ein dumpfer Aufprall unweit hinter seinem Wagen unterbrach ihn.Silas steuerte sein Auto auf eine schwarze Französische Bulldogge zu. Im allerletzten Moment, unmittelbar bevor das Tier unter die Räder kam, warf Chiara sich von der Seite vor den Wagen.Der Aufprall schleuderte sie durch die Luft. Sie schlug hart auf dem Boden auf und spuckte sofort Blut. Trotzdem hielt Chiara die Bulldogge fest an sich gedrückt. Sie schützte das Tier so gut, dass es völlig unverletzt blieb.„Ner
„Ah!“Chiara schrie auf und flüchtete hinter den Fahrer.„Silas! Er will mich umbringen! Töte ihn! Schnell, töte ihn!“, kreischte sie panisch.Henrik hielt mitten in der Bewegung inne und sah sie ungläubig an.„Du willst … mich töten lassen?“Chiara klammerte sich nervös an Silas’ Kleidung. Sie sah Henrik voller Angst an, ohne jedes Zeichen des Wiedererkennens.„Du willst mich umbringen! Warum darf ich dich dann nicht töten? Wer bist du überhaupt? Ich kenne dich doch gar nicht! Warum willst du mich gleich beim ersten Treffen umbringen?“Henrik erstarrte erneut. Er traute seinen Augen und Ohren kaum.„Chiara, was soll diese neue Masche? Ist dein Geld alle? Spielst du mir jetzt Gedächtnisverlust vor, um wieder zu mir zu kommen? Vergiss es! Ich habe dir gesagt, dass ich dich nur unter einer Bedingung verschone: Du verschwindest für immer aus meinem Leben. Wenn du wiederkommst, bist du tot!“Mit mörderischem Blick hob Henrik die Hand. Sofort stürmten drei Leibwächter von der Seite auf Sil
Es ging nicht allein darum, Yuna zu töten. Ihr Tod brauchte eine glaubwürdige Erklärung, damit gewisse Leute jede Beteiligung abstreiten konnten.Was fürchteten sie?Die Sache wurde immer rätselhafter.…Die Nacht war dunkel. Im Zimmer brannte nur eine schwache Wandleuchte. Ihr Licht ließ kaum mehr als die Umrisse der Möbel erkennen.Auf dem kalten Boden kniete ein Mann mit geradem Rücken, den Kopf tief gesenkt.„Yuna lebt noch … Ich habe versagt. Bitte bestrafen Sie mich.“Auf dem Samtsofa gegenüber saß eine Frau entspannt zurückgelehnt. Eine Hälfte ihres Gesichts lag im Schatten. In dem schwachen Licht war nur das leichte Lächeln um ihre Lippen zu erkennen.„Das macht nichts.“ Ihre Stimme klang angenehm hell und leicht, völlig unbeschwert. „Wenn Yuna so leicht zu töten wäre, wäre es langweilig.“Sie hob die Hand und deutete beiläufig auf ein Glas Rotwein auf dem niedrigen Tisch neben ihr. Der Wein hatte bereits Zeit zum Atmen.„Du hast dir Mühe gegeben. Das ist deine Belohnung.“Die
Ralf kauerte kraftlos am Boden. Nach einer langen Weile stieß er einen keuchenden Laut aus, halb Schluchzen, halb Lachen.„Habe ich … habe ich überhaupt noch eine Wahl?“Wenn der Anschlag gelungen wäre, hätte er mit seinem eigenen Tod alles beenden und seiner Tochter ein friedliches Leben sichern können. Doch der Anschlag misslang. Nun hatten die anderen ihn in der Hand. Jette war zum Druckmittel geworden, gegen das er nichts ausrichten konnte.„Der Mann … ist am 3. Februar zu mir ins Krankenhaus gekommen.“Langsam sprach er weiter. Seine Stimme klang trocken und rau.„Er war sehr vorsichtig. Er hat mich auf einer der öffentlichen Toiletten angesprochen. Damals konnte ich wirklich … bei niemandem mehr Geld leihen. Er hat gesagt, er kann mir helfen, wenn ich mit ihm zusammenarbeite. Ich weiß nicht, wer er ist. Aber wenn Sie die Überwachungsaufnahmen von diesem Tag besorgen, kann ich ihn erkennen.“Yunas Herz machte einen Satz. Endlich gab es eine Spur!Sie stand sofort auf und wandte si
Im VIP-Luxuszimmer der Klinik.Chiara lehnte im Krankenhausbett und nippte an dem warmen Wasser, das ihr Henrik eingeschenkt hatte. „Henrik, ich habe von der Hausangestellten gehört, dass Yuna heute Morgen in einem Rolls-Royce zurückgekommen ist. Und dass sie die ganze Nacht weg war … vielleicht ist
Yuna war zurückgekommen, um ihre Sachen zu holen.Kaum hatte sie die Tür aufgestoßen, drang ein schrilles Lachen an ihr Ohr.Henrik, der sonst nie lachte, saß neben Chiara und erzählte ihr trockene Witze, um sie aufzuheitern.„Hatschi…“Chiara nieste lieblich.„Frierst du?“, fragte Henrik sofort bes
„Henrik, das Kind in ihrem Bauch – ist es deins?“Yuna war kreidebleich. Sie traute ihren eigenen Ohren nicht.Vor sieben Monaten war Henriks älterer Bruder Erwin Wolfhardt bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Aus Mitleid mit Chiara Jensen, der jungen Witwe, die zudem schwanger war, hatte Yuna s
Chiara starrte sie an. Selbst ihre gespielt verletzte Miene erstarrte mitten in der Bewegung. Die brennende Wange ließ sie für einen Moment alles vergessen.Wie konnte Yuna es wagen, wirklich zuzuschlagen?Henrik war einen Moment lang sprachlos. Dann brach seine Wut hervor.„Yuna, hast du den Versta







