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KAPITEL 50 – DIE MASKE FÄLLT 2

last update Veröffentlichungsdatum: 30.04.2026 18:54:24

Unsere Blicke kreuzen sich. Eine Sekunde. Zwei Sekunden. Drei. Die Musik geht weiter, die Lichter tanzen, die Kunden trinken, die Mädchen drehen sich. Die Welt dreht sich weiter, gleichgültig, blind, taub.

Aber wir sind in der Schwebe. Reglos. Allein auf der Welt.

Ich sehe, wie sich seine Lippen bewegen. Er sagt etwas. Ich höre es nicht, die Musik ist zu laut, der Saal zu lärmend. Aber ich lese es von seinen Lippen. Ich bin da.

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  • Dunkle Besessenheit   KAPITEL 69 — ANDREJ STELLT DIMITRI ZUR REDE 2

    Er tritt einen Schritt zurück. Er richtet seine Jacke, streicht sein Haar glatt, strafft sich. Sein Lächeln ist immer noch da, klebt an seinen Lippen wie eine Narbe. „Sasha gehört mir", sagt er. „Sie hat mir immer gehört. Sie wird mir immer gehören. Du kannst sie ficken, ihr Ketten schenken, sie mit Geld und Diamanten überhäufen. Aber sie wird zurückkommen. Sie kommen immer zurück, Frauen wie sie. Sie müssen besessen, geschlagen, gebrochen werden. Und du, du weißt nicht, wie man bricht, Andrej. Du liebst. Und Liebe nützt nichts. Liebe hält nicht. Angst schon. Angst hält. Und sie hat Angst vor mir. Sie hatte immer Angst vor mir. Sie wird immer Angst vor mir haben." Er geht. Die Tür schließt sich. Die Stille kehrt zurück, schwer, dicht, erstickend. Ich bleibe mitten im Büro stehen. Die Fäuste geballt, die Kiefer zusammengepresst, die Wut steigt auf. Mein Blut hämmert in meinen Schläfen, mein Blickfeld verschwimmt, meine Hände zit

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    Sasha Am nächsten Tag ist Dimitri wieder im Club. Er sitzt an der Bar, seinen Wodka in der Hand, eine Zigarette im Mundwinkel. Er redet. Er redet laut, laut genug, dass es jeder hören kann, laut genug, dass seine Stimme bis in die Umkleideräume trägt, bis zur Bühne, bis ans Ende des Saales. Er redet über mich. „Kennt ihr Sasha? Das ist meine Frau. Wir haben vor fünf Jahren geheiratet. Sie war schön, damals. Bevor sie verrückt geworden ist." Die Mädchen kommen näher. Sie sind fasziniert, wie Fliegen, die von einer offenen Wunde angezogen werden. Sie setzen sich um ihn herum, bestellen Getränke, hören zu. Ihre Augen leuchten, ihre Lippen öffnen sich leicht, ihre Finger zittern vor Aufregung. „Sie ist vor ein paar Monaten weggelaufen", fährt Dimitri fort. „Mitten in der Nacht, ohne ein Wort, ohne einen Blick. Sie hat mein Geld genommen, meinen Schmuck, mein Leben. Sie hat mich allein gelassen, in

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    „Natascha", sagt Irina. Ihre Stimme ist hart, eisig. „Das war Natascha. Sie muss ihn kontaktiert haben. Sie muss ihm gesagt haben, wo er dich findet. Sie will dich zerstören, Sasha. Sie will, dass du verschwindest." „Ich weiß." „Wir müssen Andrej warnen. Sofort. Wir müssen ihm sagen, dass Dimitri da ist, dass er lügt, dass er gefährlich ist. Wir müssen..." „Andrej wird mir nicht glauben." Meine Stimme ist flach, leblos, wie die einer Toten. „Er glaubt, dass ich lüge, dass ich eine Verräterin bin. Er wird glauben, dass Dimitri die Wahrheit sagt. Er wird glauben, dass ich eine Lügnerin bin, eine Diebin, eine Hure. Er wird mich fortjagen. Er wird mich ihm überlassen." „Sasha..." „Lass mich, Irina. Lass mich nachdenken. Lass mich allein." Sie zögert. Ihre Hände ziehen sich langsam zurück, ihre Finger gleiten über meine Haut, als fiele ihr das Loslassen schwer. Sie tritt einen Schritt zur

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    Sasha An diesem Abend tanze ich wie jeden Abend. Die Arme schwer, die Beine weich, das Herz leer. Die Musik trägt mich fort, ohne dass ich denken muss. Mein Körper kann tanzen. Selbst wenn meine Seele tot ist, mein Körper kann es. Er hat für Dimitri getanzt, für Fremde, für Männer, die ihn bezahlten. Er wird immer tanzen. Das ist alles, was er kann. Ich drehe mich, gleite, erhebe mich. Die Lichter umhüllen mich, die Menge ist verschwommen, die Gesichter sind Flecken. Ich sehe niemanden. Ich will niemanden sehen. Ich will allein sein, unsichtbar, nicht existent. Ich will in der Musik verschwinden, im Licht, in der Bewegung. Dann sehe ich ihn. An der Bar. Eine Silhouette, die ich nur zu gut kenne. Breite Schultern, ein geschorener Schädel, ein Gesicht, gezeichnet von Schlägen und Alkohol. Eine Hand auf der Theke, die andere hält ein Glas. Eine Art dazustehen, die Beine gespreizt, das Kinn erhobe

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