LOGINDas Raubtier Die Tür knallt zu und isoliert den Klang ihres keuchenden Atems, das Bild ihres zarten und aufrechten Körpers, der noch immer die Gesetze der Physik und die meinen herausfordert. Das Echo ihrer heiseren Stimme, erfüllt von Gift und Wahrheit, bohrt sich in meine Schläfen. Ekel, Fäulnis, Leere. Diese Worte sind nicht neu. Ich habe sie in den Blicken meiner Feinde gesehen, in den Gemurmel derer gehört, die mich fürchten. Aber niemals wurden sie mit solcher Überzeugung geschleudert, mit solch verzweifelter Reinheit. Sie bekommen ein neues Gewicht, eine geschärfte Wirklichkeit, die einen Riss in meiner Rüstung sucht. Eine Vibration an meiner Brust. Mein Telefon. Ein schrilles Klingeln, vorprogrammiert für absolute Notfälle. Die Wirklichkeit, diese Welt, die ich an der Leine zu halten glaubte, reißt mich brutal aus diesem
Leonardo Ich gehe mit schnellen Schritten durch den großen Salon, unfähig, stillzustehen. Das Bild ihres trotzigen Blicks verfolgt mich. Dieses Leuchten in ihren erschöpften Augen. Diese dumme, nutzlose Hartnäckigkeit. Asta beobachtet mich von der Schwelle, schweigend. Ich spüre ihr Urteil, ihre kaum verborgene Genugtuung. Sie denkt, ich verirre mich. Dass diese Besessenheit für Sofia eine Schwäche ist. Sie irrt. Es ist eine Frage des Prinzips. Eine notwendige Erinnerung an die Ordnung. Wenn eine einfache Gefangene mich ungestraft beleidigen und widerstehen kann, dann ist das gesamte Gebäude meiner Autorität gefährdet. Es ist die Grundlage meiner Macht, die auf dem Spiel steht. Ich bleibe vor der großen Glasfront stehen und betrachte die Nacht. Die Wut in mir ist kalt, schneidend. Eine Klinge, die sich in das Fleisch ihrer Rebellion bohren muss.
Sie hebt endlich die Augen zu mir. Ihr Blick ist eine Mischung aus Hass und Erschöpfung. — Drei Frauen genügen dir also nicht? Asta, Fazy und jene andere, deren Namen du murmelst … Du hast bereits einen Hof zu deinen Füßen. Warum diese Besessenheit von mir? Warum diese Notwendigkeit, das zu brechen, was dir widersteht? Ein eisiges Lächeln dehnt meine Lippen. Die Frage ist vorhersehbar, fast pathetisch in ihrer Naivität. — Die anderen sind Instrumente. Werkzeuge, die ich benutze und nach Bedarf austausche. Du … du bist weit mehr geworden als eine einfache Gefangene. Du hast dich als lebende Beleidigung aufgedrängt. Du hast mein Bild beschmutzt, das Spiegelbild getrübt, das ich der Welt zeige. Und das kann ich nicht dulden. Ich beuge mich plötzlich vor, meine Finger schließen sich um ihr Kinn, um ihren Blick zu zwingen, dem meinen zu begegnen. Ihre Haut ist kalt, fa
Sie kommt näher, mustert mich, fasziniert wider Willen. — Wenn du sie befreist, wird er dich verdächtigen. — Nein. Er wird dich verdächtigen. Ihr Blick verdunkelt sich. Ich fahre fort, unerbittlich: — Aber wir werden Alibis haben: Du wirst meins sein und ich deins. Fazy lächelt, langsam, gefährlich. — Du bist grausamer, als ich dachte. — Deshalb gewinne ich immer. Sie hebt ihr Glas. — Auf unsere Doppelzüngigkeit. Wir stoßen an. Das Kristall klingt, zerbrechlich, vollkommen. Unter dem zitternden Licht der Kerzen beobachten sich zwei Schatten – zwei Schlangen, die um dasselbe Feuer geringelt sind. — Und wenn dein Plan scheitert? fragt sie. — Dann wirst du vor mir fallen. — Charmant. — Realist
Der Spiegel meines Zimmers fängt mein Lächeln ein, triumphierend und grausam. Ich lösche es, setze die Maske der Sanftheit wieder auf. Jene, die ich ihm morgen zeigen werde. Eine Königin weiß, wann sie zuschlägt. Morgen werden die Figuren ziehen. Morgen wird er suchen, was er verloren hat, und meine Hand finden, ausgestreckt wie ein Schwert. Ich betrachte mich ein letztes Mal und murmele, die Stimme leiser als ein Geheimnis: — Du bist am Zug, Asta. Möge die Partie beginnen. Asta Die Nacht dehnt sich wie eine Narbe, die man freiwillig wieder öffnet. Ich habe nicht geschlafen. Die Schlaflosigkeit hat Düfte der Hellsichtigkeit. Der Spiegel lügt nicht: Er wirft mir ein Bild zurück, das ich poliert, gemeißelt, gezähmt habe. Ruhig, bereit. Jeden Morgen richte ich mich vor ihm auf, wie man sich vor einem Schlachtfeld aufrichtet. Das Herrenhaus
Asta Der Spiegel wirft mir ein allzu ruhiges Bild zurück, eine falsche Gelassenheit. Ich nähere mich, und das Glas verurteilt mich nicht: Es erkennt mich. Es weiß, was kommt. Ein Jahr. Ein Jahr, dass ich durch dieses Herrenhaus streife wie ein notwendiger Schatten, ein Jahr, dass meine Nägel ihre Furchen in den Samt gegraben haben, dass meine Lächeln sich den Winkeln seiner Launen angepasst haben. Ich habe aufgehört, seine Geliebte zu sein, um seine geheime Architektur zu werden, der Kitt seiner Macht. Ich kenne ihre Risse. Meine Finger streifen die kalte Fläche. Ich sehe nicht mein Gesicht, ich sehe den Abdruck jeder Nacht, die damit verbracht wurde, dieses Imperium zu festigen. Mein Lippenstift ist eine Waffe, mein Parfüm ein kalkuliertes Verschwinden. Er flüsterte gern „schön wie der Tod", im Glauben, diese Worte sperrten mich in eine Rolle. Er wusste nicht, dass auch der Tod lernt, sich der Risse zu bedienen.
SashaIch habe nicht einmal Zeit, meinen Satz zu beenden, da springt Volkov auf, sein Whiskyglas knallt auf dem Couchtisch wie ein Schuss in der bedrückenden Stille des Raumes. Seine Augen werden zu zwei glühenden Kohlen, brennend vor Zorn und zugleich Verlangen, sein Kiefer so angespannt, dass ich
SashaIch mache einen Schritt auf ihn zu. Dann noch einen. Meine Hüften wiegen sich bei jeder Bewegung, meine Brüste springen leicht, meine Nippel streifen durch die Luft, als suchten sie seine Berührung. Als ich nur noch einen Meter von ihm entfernt bin, bleibe ich stehen. Nah genug, dass er die W
SashaDas goldene Licht der Wandleuchten streichelt die dunklen Wände der Suite, wirft lange, geschwungene Schatten, die auf dem schwarzen Samt des Sofas tanzen. Die Luft ist schwer, geladen mit einem betörenden Duft – einer Mischung aus neuem Leder, gealtertem Whiskey und diesem moschusartigen, fa
SashaMeine Hüften rollen in langsamen, hypnotischen Kreisen. Ich hebe die Arme über meinen Kopf, lasse das Kleid noch tiefer über meine Schultern gleiten, enthülle die Kurve meiner Wirbelsäule, das Grübchen genau über meinem Hintern. Meine Finger krallen sich in mein Haar, ziehen gerade so, dass m







