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Kapitel 37— Der Ruf der Beute

Author: Déesse
last update publish date: 2026-09-05 08:31:26

Das Raubtier

Die Tür knallt zu und isoliert den Klang ihres keuchenden Atems, das Bild ihres zarten und aufrechten Körpers, der noch immer die Gesetze der Physik und die meinen herausfordert. Das Echo ihrer heiseren Stimme, erfüllt von Gift und Wahrheit, bohrt sich in meine Schläfen.

Ekel, Fäulnis, Leere.

Diese Worte sind nicht neu. Ich habe sie in den Blicken meiner Fe
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    Das Raubtier Die Tür knallt zu und isoliert den Klang ihres keuchenden Atems, das Bild ihres zarten und aufrechten Körpers, der noch immer die Gesetze der Physik und die meinen herausfordert. Das Echo ihrer heiseren Stimme, erfüllt von Gift und Wahrheit, bohrt sich in meine Schläfen. Ekel, Fäulnis, Leere. Diese Worte sind nicht neu. Ich habe sie in den Blicken meiner Feinde gesehen, in den Gemurmel derer gehört, die mich fürchten. Aber niemals wurden sie mit solcher Überzeugung geschleudert, mit solch verzweifelter Reinheit. Sie bekommen ein neues Gewicht, eine geschärfte Wirklichkeit, die einen Riss in meiner Rüstung sucht. Eine Vibration an meiner Brust. Mein Telefon. Ein schrilles Klingeln, vorprogrammiert für absolute Notfälle. Die Wirklichkeit, diese Welt, die ich an der Leine zu halten glaubte, reißt mich brutal aus diesem

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    Leonardo Ich gehe mit schnellen Schritten durch den großen Salon, unfähig, stillzustehen. Das Bild ihres trotzigen Blicks verfolgt mich. Dieses Leuchten in ihren erschöpften Augen. Diese dumme, nutzlose Hartnäckigkeit. Asta beobachtet mich von der Schwelle, schweigend. Ich spüre ihr Urteil, ihre kaum verborgene Genugtuung. Sie denkt, ich verirre mich. Dass diese Besessenheit für Sofia eine Schwäche ist. Sie irrt. Es ist eine Frage des Prinzips. Eine notwendige Erinnerung an die Ordnung. Wenn eine einfache Gefangene mich ungestraft beleidigen und widerstehen kann, dann ist das gesamte Gebäude meiner Autorität gefährdet. Es ist die Grundlage meiner Macht, die auf dem Spiel steht. Ich bleibe vor der großen Glasfront stehen und betrachte die Nacht. Die Wut in mir ist kalt, schneidend. Eine Klinge, die sich in das Fleisch ihrer Rebellion bohren muss.

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    Sie hebt endlich die Augen zu mir. Ihr Blick ist eine Mischung aus Hass und Erschöpfung. — Drei Frauen genügen dir also nicht? Asta, Fazy und jene andere, deren Namen du murmelst … Du hast bereits einen Hof zu deinen Füßen. Warum diese Besessenheit von mir? Warum diese Notwendigkeit, das zu brechen, was dir widersteht? Ein eisiges Lächeln dehnt meine Lippen. Die Frage ist vorhersehbar, fast pathetisch in ihrer Naivität. — Die anderen sind Instrumente. Werkzeuge, die ich benutze und nach Bedarf austausche. Du … du bist weit mehr geworden als eine einfache Gefangene. Du hast dich als lebende Beleidigung aufgedrängt. Du hast mein Bild beschmutzt, das Spiegelbild getrübt, das ich der Welt zeige. Und das kann ich nicht dulden. Ich beuge mich plötzlich vor, meine Finger schließen sich um ihr Kinn, um ihren Blick zu zwingen, dem meinen zu begegnen. Ihre Haut ist kalt, fa

  • Dunkle Besessenheit   Kapitel 34 — Die Bündnisse des Gifts 2

    Sie kommt näher, mustert mich, fasziniert wider Willen. — Wenn du sie befreist, wird er dich verdächtigen. — Nein. Er wird dich verdächtigen. Ihr Blick verdunkelt sich. Ich fahre fort, unerbittlich: — Aber wir werden Alibis haben: Du wirst meins sein und ich deins. Fazy lächelt, langsam, gefährlich. — Du bist grausamer, als ich dachte. — Deshalb gewinne ich immer. Sie hebt ihr Glas. — Auf unsere Doppelzüngigkeit. Wir stoßen an. Das Kristall klingt, zerbrechlich, vollkommen. Unter dem zitternden Licht der Kerzen beobachten sich zwei Schatten – zwei Schlangen, die um dasselbe Feuer geringelt sind. — Und wenn dein Plan scheitert? fragt sie. — Dann wirst du vor mir fallen. — Charmant. — Realist

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    Der Spiegel meines Zimmers fängt mein Lächeln ein, triumphierend und grausam. Ich lösche es, setze die Maske der Sanftheit wieder auf. Jene, die ich ihm morgen zeigen werde. Eine Königin weiß, wann sie zuschlägt. Morgen werden die Figuren ziehen. Morgen wird er suchen, was er verloren hat, und meine Hand finden, ausgestreckt wie ein Schwert. Ich betrachte mich ein letztes Mal und murmele, die Stimme leiser als ein Geheimnis: — Du bist am Zug, Asta. Möge die Partie beginnen. Asta Die Nacht dehnt sich wie eine Narbe, die man freiwillig wieder öffnet. Ich habe nicht geschlafen. Die Schlaflosigkeit hat Düfte der Hellsichtigkeit. Der Spiegel lügt nicht: Er wirft mir ein Bild zurück, das ich poliert, gemeißelt, gezähmt habe. Ruhig, bereit. Jeden Morgen richte ich mich vor ihm auf, wie man sich vor einem Schlachtfeld aufrichtet. Das Herrenhaus

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