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Das warme Blut

ผู้เขียน: Beauty-gid
last update วันที่เผยแพร่: 2026-06-30 22:39:43

Ich starrte auf das warme, dunkelrote Blut, das meine zitternden Hände bedeckte.

Verzweifelt versuchte ich zu begreifen, was gerade geschehen war.

Ich wischte meine blutigen Handflächen an meiner schmutzigen Jeans ab und tastete mein Gesicht, meinen Hals und meine Arme nach Verletzungen ab.

Ich spürte keinen Schmerz.

Das Blut gehörte nicht mir.

Langsam blickte ich auf den reglosen Mann, der auf dem kalten Boden lag.

Elias war nicht länger ein blasser, durchsichtiger Geist, der langsam verblasste.

Er war ein echter Mensch.

Ich kroch über die staubigen Dielen zu ihm.

Das Feuer im Kamin tauchte den Raum in warmes orangefarbenes Licht.

Vorsichtig legte ich meine rechte Hand auf seine Brust.

Sein dunkler Anzug war feucht und klebrig vom Blut.

Unter meiner Hand spürte ich einen kräftigen Herzschlag.

Regelmäßig.

Lebendig.

Er atmete.

Er lebte.

Erschrocken zog ich meine Hand zurück.

Der silberne Schlüssel hatte einen großen Teil des uralten Fluchs zerstört.

Elias besaß nun wieder einen echten menschlichen Körper.

Jetzt musste ich herausfinden, woher das viele Blut kam.

Mit zitternden Fingern öffnete ich seine Jacke.

Eine tiefe frische Wunde zog sich über seine linke Körperseite.

Das Schattenwesen hatte ihn während des Kampfes schwer verletzt.

Ich musste die Blutung stoppen.

Schnell sah ich mich im Raum um.

Die Möbel waren noch immer mit weißen Laken bedeckt.

Ich rannte zu einem Sessel, riss ein großes Stück Stoff davon ab und kehrte sofort zu Elias zurück.

Mit aller Kraft presste ich den Stoff auf seine Wunde.

Das weiße Tuch färbte sich augenblicklich dunkelrot.

Elias stöhnte leise vor Schmerz.

Seine Wimpern zitterten.

Langsam öffnete er die Augen.

Zuerst blickte er in die Flammen des Kamins.

Dann sah er mich an.

In seinen braunen Augen lagen Schmerz, Erschöpfung und Verwirrung.

Langsam hob er die Hand und strich über meine Wange.

Seine Finger waren nicht mehr eisig.

Sie waren warm.

Sanft.

Menschlich.

„Wir haben gerade eines der ältesten Gesetze dieser Magie gebrochen“, sagte er mit heiserer Stimme. „Du hast den silbernen Schlüssel verbrannt... und mir mein Leben zurückgegeben.“

Mir liefen Tränen über die Wangen.

Diesmal vor Freude.

„Wir brauchen die rote Farbe nicht mehr, um einander zu berühren“, flüsterte ich.

Ich beugte mich vor und schlang die Arme um ihn.

Vorsichtig zog ich ihn an mich.

Er erwiderte die Umarmung und hielt mich fest.

Sein Herz schlug ruhig gegen meine Brust.

Für einen kurzen Augenblick fühlte sich alles vollkommen richtig an.

Doch dieser friedliche Moment dauerte nicht lange.

Die Flammen im Kamin verfärbten sich plötzlich.

Das warme Orange verschwand.

Stattdessen brannte ein unheimliches dunkles Grün.

Die Temperatur sank schlagartig.

Die eisige Kälte kehrte zurück.

Elias schob mich hinter sich und versuchte aufzustehen.

Vor Schmerz verzog sich sein Gesicht.

Er hielt sich die blutende Seite.

Sein menschlicher Körper war noch viel zu schwach für einen weiteren Kampf.

Ich griff nach dem eisernen Schürhaken neben dem Kamin.

Gemeinsam beobachteten wir das grüne Feuer.

Dichter grüner Rauch stieg daraus auf.

Langsam nahm er die Gestalt eines Mannes an.

Er war kein formloses Schattenwesen.

Er trug einen eleganten grauen Anzug und eine silberne Armbanduhr.

Sein Gesicht war scharf und grausam wie das eines Raubtiers.

Als sein Blick auf den verletzten Elias fiel, lachte er voller Schadenfreude.

„Euer kleiner Trick hat den Fluch nicht vollständig gebrochen“, sagte er mit ruhiger, bedrohlicher Stimme.

Elias funkelte ihn wütend an.

„Ich kenne dich, Victor. Vor langer Zeit hast du meine Hochzeit zerstört. Du hast mir mein Glück genommen und mich an dieses Haus gebunden.“

Victor lächelte nur und richtete gelassen seine silberne Uhr.

„Ich bin derjenige, der hier die wahre Macht besitzt“, erwiderte er. „Ich habe ein ganzes Jahrhundert überlebt, um dieses Anwesen an mich zu reißen. Und jetzt werde ich mir deine Braut... und ihre Magie nehmen.“

Langsam ging er auf mich zu.

Ich hob den eisernen Schürhaken.

„Du wirst uns in meinem Haus nichts antun!“

Victor blieb stehen und schenkte mir ein falsches, freundliches Lächeln.

„Du besitzt denselben mutigen Geist wie Victoria“, sagte er leise. „Aber ein Stück Eisen wird dein Leben nicht retten.“

Er schnippte mit den Fingern.

Ein scharfes Knacken hallte durch das Herrenhaus.

Im selben Augenblick flog die große Eingangstür mit gewaltiger Wucht auf.

Schwere Schritte erklangen im langen Flur.

Sie kamen näher.

Immer näher.

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