FAZER LOGINDER ZWILLING, DEN ICH NIE LIEBEN SOLLTE Ich wurde durch einen Fehler zur Lawson. Eine rücksichtslose Nacht hinterließ mich schwanger, verlassen von dem Mann, den ich liebte, und gezwungen in eine lieblose Ehe mit Philip Lawson – dem Erben einer der mächtigsten Familien in New York. Ich hatte nie erwartet, meinen Ehemann zu lieben. Doch irgendwie tat ich es. Bis Philip starb. Sein Tod brachte seinen eineiigen Zwillingsbruder Elias zurück in mein Leben. Er glaubt, dass ich mehr über den Tod seines Bruders weiß, als ich zugebe. Ich sollte ihn dafür hassen, dass er mich verdächtigt. Stattdessen wache ich nach einer betrunkenen Nacht in seinen Armen auf – ohne Erinnerung daran, wie ich dorthin gekommen bin. Er ist der Zwilling meines toten Ehemanns. Ich bin die Witwe seines Bruders. Wir sollten uns niemals berühren. Doch verbotenes Verlangen hat sich noch nie um Konsequenzen geschert. Und als meine Vergangenheit in Gestalt des Mannes zurückkehrt, der mich einst verlassen hat, finde ich mich gefangen zwischen zwei Männern, vergrabenen Geheimnissen und einem Mord, der mir vielleicht näher ist, als ich je geahnt habe. Denn je mehr ich mich an die Nacht erinnere, in der Philip starb … desto mehr fürchte ich, dass ich die eine Person bin, der Elias niemals vertrauen sollte.
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„Warum war ich dir nicht genug?“ Das war das Letzte, was ich zu dem Fremden sagte, bevor ich ihn küsste. Zumindest war das, was ich noch in Erinnerung hatte. Heute Abend fand Andreas Verlobungsfeier im Lawson-Anwesen statt, und der Anblick meines Ex-Freundes David an der Seite meiner Schwägerin hatte jede alte Wunde wieder aufgerissen. David und ich hatten uns einmal tief geliebt, doch alles wurde kompliziert, als ich ungewollt mit dem Kind von Philip Lawson schwanger wurde. So landete ich in einer arrangierten Ehe mit dem Lawson-Erben – und diese Ehe zerriss David und mich. Das Schlimmste? Philip hatte mich nie geliebt. Jahre lang hatte ich als seine Frau gelebt und mich dabei wie nichts weiter als eine Fremde in seinem Haus gefühlt. Und nach seinem Tod behandelte mich seine Familie so, als hätte ich dort nie dazugehört. Als ich also heute Abend David neben Andrea stehen sah, lächelnd, als hätte er alles vergessen, was wir einmal geteilt hatten, traf es mich so hart, dass ich mich dem Alkohol überließ. Er zeigte nicht einmal eine Regung, als er mich sah. Er blickte mich an wie die Lawsons, und das holte nur das Elend zurück, das ich monatelang in diesem Haus erlitten hatte. Ich musste David vergessen, den kalten Ehemann, der mich nie geliebt hatte, und die Familie, die mich unsichtbar gemacht hatte. Und irgendwie führte mich das in die Arme dieses Fremden. Das Einzige, was ich klar erinnerte, war der Hunger in seinem Kuss, die Rauheit seiner Berührung, das Nachgeben meiner Knie und die Hitze, die jeden Gedanken in meinem Kopf verschluckt hatte. Dann wurde alles unscharf. Am nächsten Morgen öffnete ich langsam die Augen. Der Kopf pochte so heftig, dass ich jede einzelne getrunkene Flasche der letzten Nacht sofort bereute. Die Decke war fremd. Das Zimmer auch – aber ich wusste, dass ich noch im Anwesen war. Ich starrte mehrere Sekunden an die Decke, bevor Bruchstücke der vergangenen Nacht durch den Nebel in meinem Kopf drangen. Ich erstarrte. Dann richtete ich mich auf, und das Laken glitt an meinem Körper hinab. Ich war nackt. Mein Kleid lag zerknittert auf dem Boden neben dem Bett, und schwache Spuren bedeckten meine Haut wie grausame kleine Erinnerungen an alles, was ich betrunken getan hatte. Die andere Seite des Bettes war leer. Mein Herz begann zu hämmern. „Oh Gott. Was zum Teufel habe ich getan?“ Ich stolperte aus dem Bett und zog mir mit zitternden Händen das Kleid an. Meine Finger kämpften mehrmals mit dem Reißverschluss, bevor ich ihn endlich schließen konnte. Ich musste weg. Ich musste raus, bevor mich jemand sah. Wenn jemand entdeckte, dass ich die Nacht mit einem Mann in diesem Anwesen verbracht hatte, würde ich das nie wieder loswerden. Ich öffnete vorsichtig die Tür, trat in den Flur – und war kaum drei Schritte gegangen, als ich beinahe frontal mit meiner Schwiegermutter zusammenstieß. Sie blieb stehen. Ihre Augen wanderten über mein Gesicht, mein zerzaustes Haar und den zerknitterten Zustand meines Kleides. Einen Moment lang sagte niemand etwas. Dann verhärtete sich ihr Ausdruck. „Wo warst du die ganze Nacht?“ Mein Mund öffnete sich, aber keine Antwort kam. „Ich habe dir gesagt, dass wir einen besonderen Gast erwarten“, sagte sie mit kühler, präziser Stimme. „Mach dieser Familie nicht noch mehr Probleme. Geh nach unten und warte mit den anderen. Elias kommt gleich an.“ Der Name drang kaum zu mir durch. Ich versuchte immer noch zu rekonstruieren, wie ich in dieses Zimmer geraten war. „Elias?“ Camilles Augenbrauen zogen sich zusammen. „Der Bruder deines Mannes. Sein Zwilling, der im Ausland war.“ Mein Magen zog sich zusammen. „Er ist endlich zurückgekehrt, und das wird das erste Mal sein, dass er dich richtig kennenlernt. Du wirst einen guten Eindruck machen.“ Sie warf mir noch einen letzten Blick zu, bevor sie weiterging. Ich blieb im Flur stehen, vollkommen regungslos. Elias. Philips Zwilling. Ich hatte ihn seit vor Philips Tod nicht mehr gesehen. Er war im Ausland gewesen, als alles passierte, und obwohl ich wusste, dass er irgendwann zurückkommen würde, hatte ich nicht damit gerechnet, dass es heute sein würde. Zehn Minuten später hatte ich mich gewaschen, die schwachen Spuren an meinem Hals mit Make-up abgedeckt und die ruhige Maske der Witwe wieder übergezogen. Als ich den Frühstücksraum erreichte, saßen Camille, Andrea und David bereits am Tisch. Ich nahm den leeren Platz am Rand und hielt den Blick auf meinen Teller gerichtet, weigerte mich, David anzusehen. Aber ich spürte seinen Blick auf mir. Als ich schließlich aufblickte und ihn dabei erwischte, wie er mich beobachtete, sah ich sofort wieder weg. Schritte erklangen vom Eingang her, und Camilles Kopf drehte sich zur Tür. „Er ist da.“ Meine Finger krampften sich um den Stoff meiner Kleidung, während ich langsam ausatmete und mich ermahnte, ruhig zu bleiben, einen guten Eindruck zu machen und mich wie die respektable Witwe zu verhalten, die ich sein sollte. In dem Moment, in dem ich zu ihm aufblickte, verschob sich etwas in mir. Dunkles Haar. Graue Augen. Dieselbe scharfe Kinnlinie. Derselbe kontrollierte Mund, der nur Stunden zuvor auf meinem gelegen hatte. Mein Atem stockte. Unsere Blicke trafen sich, und für den kürzesten Augenblick flackerte etwas über sein Gesicht. Dann verschwand es hinter einem kalten, unlesbaren Ausdruck. Camille erhob sich mit einem warmen Lächeln von ihrem Stuhl. „Willkommen zu Hause, Elias. Es ist zu lange her.“ Andrea und David standen auf, um ihn zu begrüßen, während ich wie erstarrt auf meinem Stuhl sitzen blieb. Er begrüßte jeden mit derselben ruhigen, kontrollierten Stimme, als hätte er nicht die geringste Erinnerung an das, was zwischen uns geschehen war. Dann riss mich Camilles Stimme zurück. „Mara.“ Ich zwang mich, aufzustehen. Er drehte sich zu mir um, sein Ausdruck blieb vollkommen höflich. „Mrs. Lawson“, sagte er ruhig. „Eine Ehre, Sie endlich kennenzulernen.“ Meine Lippen öffneten sich, aber kein Laut kam heraus. Die Wahrheit traf mich mit solcher Wucht, dass sich mein Magen umdrehte. Ich war so betrunken gewesen, dass ich ihn nicht erkannt hatte. Der Fremde, mit dem ich die Nacht verbracht hatte, war kein Fremder. Es war Elias. Der identische Zwilling meines verstorbenen Mannes. Ich hatte die Nacht mit dem Bruder meines Mannes verbracht.Maras Perspektive Andrea war die Erste, die das Schweigen brach. „Eine Abtreibung?“, zischte sie und griff nach den Papieren, als müsste sie den Beweis selbst sehen. „Also hast du die ganze Zeit so getan, als wäre es eine Fehlgeburt gewesen?“ Sie verschränkte die Arme und hob das Kinn mit offener Abscheu. „Du schuldest dieser Familie eine Erklärung, Mara. Eine richtige.“ Mein Arztbericht lag in ihren Händen, aber mein Kopf kämpfte immer noch damit, das Geschehene zu begreifen. Camille sagte kein Wort. Sie schob einfach ihren Stuhl zurück, stand auf und ging nach oben, ohne mich anzusehen. Ihr Schweigen tat mehr weh als jede Anschuldigung. „Und ich wette, Philip hatte keine Ahnung davon“, fuhr Andrea fort, ihre Stimme wurde schärfer. „Nach allem, was diese Familie für dich getan hat, hast du so etwas vor ihm verheimlicht. Du bist so ein undankbares Gör.“ Sie zischte die letzten Worte, bevor sie hinausstürmte. Der Raum versank in Stille. David war der Einzige, der noch am Tisc
Maras PerspektiveBei Tagesanbruch brannten meine Augen davon, die ganze Nacht wach gelegen zu haben.Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich Philips Kopf gegen den Tisch schlagen. Ich sah meine eigenen Hände, die ihn stießen, spürte die Kraft davon erneut und wachte auf, bevor ich sehen konnte, was als Nächstes geschah. Ob es wirklich eine Erinnerung war oder einfach nur mein Verstand, der mich quälte – ich konnte es nicht mehr sagen.Ich zog mich langsam an, kaum bewusst, was ich anzog. Ich musste mich beschäftigen. Wenn ich mich in der Firma in Arbeit vergrub, konnte ich den Albtraum vielleicht vergessen, und sei es nur für ein paar Stunden.Als ich nach draußen trat, öffnete der Fahrer die Autotür für mich. Ich glitt auf den Rücksitz und wartete, dass Elias dazu stieg.Er tat es nicht.Nach ein paar Sekunden beugte ich mich vor und sah den Fahrer an. „Wo ist Elias?“„Er ist heute Morgen sehr früh weggefahren, Ma’am. Er hat mich gebeten, Sie zur Firma zu bringen.“Ich lehnte
Maras Perspektive David wich sofort zurück und räusperte sich, als hätte er plötzlich erinnert, wo er war. „Oh … ja.“ „Schatz“, sagte Andrea und schlang ihre Hände um seinen Arm, bevor sie ihre Aufmerksamkeit mir zuwandte. „Ich wusste nicht, dass du Hunger hast. Ich kann die Hausmädchen rufen, damit sie dir etwas zubereiten, damit du hier nichts machen musst.“ Ich hatte kein Interesse an der Show, die sie gerade abzog. Der Anblick, wie sie neben David stand und sich vollkommen wohlfühlte, ließ etwas Bitteres in mir verdrehen. Ich ging einfach hinaus. Am nächsten Morgen machte ich mich für meinen ersten Tag in der Firma fertig. Als ich nach draußen trat, wartete Elias bereits im Auto. Ich öffnete die Tür und stieg ein, ohne ein Wort zu sagen. Die Fahrt war schmerzhaft still. Elias sprach kein einziges Mal, und ich auch nicht. Ich hielt den Blick fest aufs Fenster gerichtet, beobachtete die vorbeiziehende Stadt und tat so, als wäre es mir vollkommen angenehm, das Auto mit dem Mann
Maras Perspektive Das Frühstück begann, und ich versuchte alles Mögliche, um so zu tun, als ginge es mir gut. Camille deutete auf den leeren Stuhl neben sich, damit Elias Platz nehmen konnte. Den Platz, der genau mir gegenüber lag. Meine Augen blieben auf meinen Teller gerichtet. Ich schob das Essen mit der Gabel hin und her, während das Gespräch am Tisch weiterging. Mein Appetit war in dem Moment verschwunden, als ich realisierte, dass der Mann mir gegenüber derselbe war wie an jenem Abend. „Es ist schade, dass wir dich auf der Verlobungsfeier nicht gesehen haben“, sagte Camille. „Wir haben wirklich damit gerechnet, dass du da bist, aber ich bin froh, dass du endlich zurück bist. Das Haus hat dich wirklich gebraucht.“ „Ich bin erst spät in der Nacht angekommen und war zu müde, um zur Verlobungsfeier zu gehen.“ Elias wandte sich an Andrea. „Herzlichen Glückwunsch zu eurer Verlobung.“ „Danke“, antwortete Andrea mit einem strahlenden Lächeln. „Es bedeutet mir viel, dass du in so e











