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Kapitel 4

Autor: Eternity
Ich entzog ihm mein Handgelenk.

„Hast du nicht deine eigenen Verpflichtungen? Warum interessierst du dich auf einmal so brennend dafür, wohin ich gehe?“

Damian verstummte.

Einen Augenblick lang sah ich etwas in seinem Gesicht aufblitzen – ein Wiedererkennen.

Monate zuvor hatte er genau diese Worte zu mir gesagt.

Nach einer langen Pause sagte er schließlich: „Ich hätte dir vor meinem Abflug nach Sizilien Bescheid geben sollen. Das war mein Fehler. So etwas wird nicht wieder passieren.“ Er zögerte. „Morgen muss ich mich um etwas kümmern. Clara hatte wieder Ärger mit den Frauen auf dem Anwesen. Es ist ernst geworden. Der Familienrat will alle Beteiligten befragen. Ich werde ihr helfen, das zu regeln.“

Er sah mich an.

„Verschiebe deine Operation auf übermorgen. Ich werde bei dir sein.“

Selbst jetzt, wenn es darum ging, zwischen uns zu wählen, kam ich immer noch an zweiter Stelle.

„Schon gut. Ich brauche dich nicht dabei.“

Seine Brauen zogen sich zusammen, weil er offenbar nicht verstand, was ich meinte. „Ich kann dafür sorgen, dass die besten Chirurgen bereitstehen. Ich kann dafür sorgen, dass alles reibungslos verläuft. Ich bleibe bei dir.“

Bevor ich antworten konnte, klingelte sein Telefon. Damian nahm sofort ab.

Claras verängstigte Stimme drang aus dem Lautsprecher.

„Damian, ich glaube, jemand versucht, in mein Zimmer einzudringen. Ich habe Angst.“

Sein Ausdruck veränderte sich schlagartig. Er griff nach seinen Schlüsseln.

Ich hielt ihn auf. „Warte.“

Er drehte sich ungeduldig um.

„Elena. Erwartest du ernsthaft, dass ich dich um Erlaubnis frage, bevor ich jemandem helfe? Dafür ist jetzt keine Zeit. Sie könnte in Gefahr sein.“

Sein Kiefer spannte sich. Dann fügte er wie zur Beruhigung hinzu: „Ich schaffe es zu deiner Operation.

Aber im Moment musst du verstehen, was wirklich wichtig ist.“

Er missverstand mich.

Ich wollte nicht, dass er blieb. Ich wollte ihm sagen, dass ich ihn nicht bei der Operation brauchte.

Aber er war schon zur Tür hinaus.

Am nächsten Morgen stellte ich fest, dass meine Operation trotzdem verschoben worden war.

Damian hatte persönlich mit dem Krankenhausdirektor gesprochen. Niemand wagte es, eine Forderung der Blackwood-Familie abzulehnen.

Der Arzt lächelte wissend. „Seien Sie nicht so streng mit Ihrem Freund. Herr Blackwood hat uns alles erzählt. Er sagte, Sie bestünden nur darauf, das allein zu regeln, weil Sie sauer auf ihn sind. Er hat sogar seinen Terminkalender umgestellt, um hier zu sein. Das tut ein Mann nur, wenn er seine Freundin wirklich liebt.“

Nach meinem ursprünglichen Plan sollte der Eingriff heute stattfinden.

Morgen sollte ich nach London fliegen und übermorgen mein neues Leben beginnen.

Stattdessen hatte Damian mit einem einzigen Anruf jeden Plan zunichte gemacht, den ich geschmiedet hatte.

Ich rief ihn sofort an. Das Telefon wurde nach dem zweiten Klingeln abgenommen.

Aber es war nicht Damian. Es war Clara.

„Er hat geschlafen“, flüsterte sie.

„Er war die ganze Nacht wach, weil er sich um mich gesorgt hat. Wenn du etwas brauchst, kannst du es mir sagen.“ Dann, als fiele es ihr plötzlich wieder ein: „Oh, heute solltest du operiert werden? Es tut mir so leid. Ich fürchte, Damian wird es nicht schaffen.“ Sie atmete leise ein. „Oh nein, bitte missversteh das nicht.“

Ich legte auf, bevor sie aussprechen konnte.

Sekunden später aktualisierte sie ihren Instagram-Account.

„Nichts gibt mir mehr Sicherheit, als zu wissen, dass er immer zu mir kommt.“

Das Foto zeigte eine luxuriöse Hotelsuite. Damian saß auf dem Stuhl neben Claras Bett,

noch immer in seinem Anzug vom Vortag. Seine Augen waren geschlossen, aber er schlief nicht.

Die dunklen Ringe unter seinen Augen verrieten, dass er die ganze Nacht über sie gewacht hatte.

Ich blockierte beide. Dann verlegte ich meine Operation nach London.

So ein kleiner Eingriff ließ sich überall durchführen.

Am nächsten Morgen bestieg ich meinen Flieger.

Eine Hand lag leicht auf meinem noch flachen Bauch.

Niemand kam, um mich aufzuhalten.

Und Damian Blackwood erfuhr nie, dass er in diesem Augenblick seiner Freundin und seinem ungeborenen Kind dabei zusah, wie sie für immer aus seinem Leben verschwanden.

Damian erfuhr, dass ich meinen geplanten Eingriff verpasst hatte.

Sein Assistent rief ihn um elf Uhr vormittags an. „Herr Blackwood, Elena ist heute Morgen nicht zu ihrem Termin erschienen.“

Damian runzelte die Stirn und warf einen Blick auf seine Uhr. Er war bis sechs Uhr morgens in Claras Suite gewesen und erst gegangen, als sie eingeschlafen war. Er war davon ausgegangen, dass ich mich selbst darum kümmern würde.

„Hat sie umgebucht?“

„Herr Blackwood“, zögerte der Assistent, „der Arzt hat noch etwas erwähnt. Er dachte, Sie wüssten es bereits.“

„Was denn?“

„Elena ist schwanger. Etwa acht Wochen.“

Einen Augenblick lang erstarrte Damian, dann breitete sich langsam ein Lächeln auf seinem Gesicht aus.

„Schwanger?“

Er wiederholte das Wort leise, fast ungläubig.

„Diese Frau …“, murmelte er, und in seinen Augen zeigte sich eine seltene Wärme. „So etwas Wichtiges hat sie mir tatsächlich verschwiegen?“

Jedoch erlosch das Lächeln in seinem Gesicht, als sein Assistent fortfuhr.

„Ich habe versucht, sie zu erreichen, aber sie geht nicht ans Telefon. Herr Blackwood … können Sie sie kontaktieren?“

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