LOGIN„Bist du bereit, ihnen das Herz herauszureißen?“, fragte Christian leise, während der Fahrstuhl mit einem sanften Summen in das oberste Stockwerk der Stone-Zentrale glitt.
Ich strich mein dunkelblaues, maßgeschneidertes Designer-Kleid glatt, blickte in mein Spiegelbild und nickte. „Mehr als bereit.“
Christian bot mir seinen Arm an. Ich legte meine Hand hinein, und gemeinsam traten wir auf den Flur des Vorstandsetage. Direkt vor den gewaltigen Flügeltüren des Konferenzraums standen Julian und Sierra, umringt von einigen Vorstandsmitgliedern. Julian trug ein breites, feierliches Grinsen zur Schau – bis sein Blick auf uns fiel.
Das Lachen fror ihm schlagartig auf den Lippen ein. Sierras Kaffeebecher zitterte in ihrer Hand.
„Audrelia?“, entfuhr es Julian fassungslos. Er musterte mein elegantes Äußeres und den Juwelenschmuck an meinem Hals. „Was zum Teufel machst du hier? Bist du etwa zu meinem Onkel gerannt, um zu heulen?“
Sierra trat einen Schritt vor, blickte mich spöttisch an und tätschelte Julians Arm. „Oje, hast du wirklich geglaubt, du könntest Julian eifersüchtig machen, indem du dich an seinen Onkel hängst? Nach der heutigen Wahl wird Julian Präsident sein, und dann fliegt ihr beide aus diesem Konzern.“
Julian lachte auf. „Genau. Es bringt dir nichts, dich an Christian zu klammern. Er wird heute alles verlieren, und du bist danach genau dieselbe wertlose Bettlerin wie zuvor.“
Christian machte nicht einmal den Versuch, wütend zu werden. Seine Aura war eiskalt, absolut dominant und voller Verachtung. Er blickte von oben herab auf Julian.
„Sprich noch einmal in diesem Ton mit ihr, Julian, und ich sorge dafür, dass du den heutigen Tag nicht im Vorstandssaal, sondern auf der Intensivstation verbringst“, sagte Christian mit einer Stimme, die wie eine Drohung im Raum stand.
Julians Gesicht lief rot an, doch er wagte es nicht, ein einziges Wort zu erwidern. Christian würdigte ihn keines Blickes mehr und führte mich an ihnen vorbei in den Konferenzraum.
„Danke“, murmelte ich leise, während wir unsere Plätze an der Stirnseite des langen Tisches einnahmen.
Christian neigte den Kopf zu mir. „Wie verdammt noch mal hast du es drei Jahre lang mit so einem idiotischen Arschloch ausgehalten?“
„Ich war blind“, antwortete ich knapp. „Aber jetzt sehe ich kristallklar.“
Der Raum füllte sich schnell mit den übrigen Führungskräften. Sierra setzte sich selbstbewusst auf einen der Stühle am Rand, während Julian sich direkt gegenüber von Christian platzierte.
Die Sitzung begann, doch bevor der Versammlungsleiter das Wort ergreifen konnte, erhob sich Sierra mit spöttischem Lächeln.
„Entschuldigung“, rief Sierra laut in den Raum. „Bevor wir abstimmen, sollte diese Frau hier entfernt werden. Audrelia hat hier absolut nichts zu suchen. Sie ist nur ein ausrangiertes Spielzeug, das Julian weggeworfen hat und das Christian jetzt benutzt, um Unruhe zu stiften.“
Julian nickte eifrig. „Richtig. Sie ist keine Aktionärin und gehört nicht an diesen Tisch. Schmeißt sie raus.“
Christian wollte gerade aufstehen, doch ich legte sanft meine Hand auf seinen Arm und hielt ihn zurück. Ich sah Sierra direkt an.
„Was bringt dich zu der Annahme, Sierra, dass du hier sitzen darfst, ich aber nicht?“, fragte ich mit ruhiger, eleganter Stimme.
Sierra warf stolz ihr Haar zurück. „Ich bin die gesetzlich angetraute Ehefrau des zukünftigen Präsidenten! Außerdem besitze ich fünf Prozent der Firmenanteile. Ich bin eine Aktionärin. Du dagegen bist gar nichts.“
Ein leises Lächeln stieg auf meinen Lippen auf. „Du bist weit unter meiner Liga, Sierra.“
Ich griff in meine Handtasche, zog eine Reihe von Dokumenten heraus und schob die erste Akte glatt über den polierten Holztisch.
„Das hier ist meine offizielle Heiratsurkunde“, erklärte ich gelassen, während der Versammlungsleiter das Papier aufhob und stumm überflog. „Ich bin seit zwei Tagen rechtmäßig mit Christian Stone verheiratet. Ich trage den Namen Stone offiziell und bin somit deine angeheiratete Tante, Julian.“
Im Raum brach augenblicklich murmelsche Unruhe aus. Julian sprang so heftig von seinem Stuhl auf, dass dieser nach hinten umkippte.
„Das ist ein verdammter Lügenkram!“, brüllte Julian, das Gesicht vor Zorn verzerrt. „Ich habe sie vor wenigen Tagen auf die Straße geworfen! Wie kann sie deinen Namen tragen, Christian?!“
Christian blickte ihn eiskalt an. „Zeig deiner Tante etwas Respekt, Julian, bevor ich dir deine Manieren beibringe.“
„Das kann nicht echt sein!“, schrie Sierra hysterisch. „Diese Papiere sind gefälscht! Christian würde niemals eine nutzlose Bettlerin heiraten, die ihm absolut nichts zu bieten hat!“
„Wo wir gerade beim Thema Werte sind“, fuhr ich unbeeindruckt fort und zog das zweite, entscheidende Dokument hervor. „Möchte ich mich Ihnen allen offiziell vorstellen. Mein Name ist Mrs. Audrelia Stone. Und ich bin die alleinige Eigentümerin des anonymen zwanzigprozentigen Aktienpakets unter dem Decknamen SWIT.“
Ich knallte die versiegelten Eigentumsnachweise direkt in die Mitte des Tisches.
Totenstille schlug im Raum ein.
Julians Augen weiteten sich vor ungläubigem Entsetzen. Sein Atem stockte hörbar, während er die Papiere mit zitternden Händen an sich riss. Er las den Namen, verglich die Siegel und begann im Kopf hektisch zu rechnen. Die Farbe wich komplett aus seinem Gesicht.
Ohne meine Anteile war seine Mehrheit augenblicklich vernichtet.
„Nein... nein, nein, nein!“, stammelte Julian und sah mich mit verzweifelten, panischen Augen an. Er stürzte um den Tisch herum auf mich zu. „Audrelia! Bitte! Denk an unsere gemeinsame Zeit! Denk an unsere drei Jahre als Ehepaar! Du kannst doch nicht wirklich für ihn stimmen! Er benutzt dich nur!“
Ich sah ihn mit reinem Ekelerregnis an. „Du hast meine Würde getreten, die Asche meines Großvaters auf den Boden geworfen und mein ungeborenes Kind auf dem Gewissen. Berühre mich noch einmal, Julian, und du erlebst deine eigene Beerdigung.“
Der Versammlungsleiter schlug mit dem Hammer auf den Tisch. „Ruhe im Saal! Wir schreiten sofort zur Abstimmung!“
Die Stimmen wurden abgegeben. Zusammen mit meinen zwanzig Prozent und Christians eigenen Anteilen überrollten wir Julians Lager vollkommen.
„Damit ist es offiziell“, verkündete der Versammlungsleiter laut. „Mr. Christian Stone ist der neue Präsident des Stone-Imperiums!“
Der Raum brach in Applaus aus, doch Julian und Sierra drehten völlig durch.
„Das ist Betrug!“, kreischte Sierra völlig außer sich. „Christian, bist du komplett wahnsinnig geworden?! Wie kannst du dich mit der Ex-Frau deines Neffen einlassen?! Das ist eine Schande für die ganze Familie!“
Christian erhob sich langsam, zog mich sanft an der Taille zu sich heran und sah das tobende Paar voller Arroganz an.
„Korrigiere dich, Sierra“, sagte Christian mit rauer, dominanter Stimme. „Sie war nie seine Ehefrau. Sie war nie geschieden. Sie gehört seit dem ersten Tag nur zu mir.“
Ich sah zu Christian auf. Seine Hand lag fest an meiner Hüfte, und in seinen Augen lag ein dunkles, brennendes Feuer.
„Entschuldige bitte“, murmelte ich leise zu ihm.
Bevor er fragen konnte wofür, griff ich nach seinem Revers, zog seinen Kopf zu mir herunter und drückte meine Lippen voller Leidenschaft auf seine.
Julians entsetzter, durchdringender Schrei hallte durch den gesamten Vorstandssaal, während Christian den Kuss sofort erwiderte und mich noch enger an sich zog.
„Bist du bereit, ihnen das Herz herauszureißen?“, fragte Christian leise, während der Fahrstuhl mit einem sanften Summen in das oberste Stockwerk der Stone-Zentrale glitt.Ich strich mein dunkelblaues, maßgeschneidertes Designer-Kleid glatt, blickte in mein Spiegelbild und nickte. „Mehr als bereit.“Christian bot mir seinen Arm an. Ich legte meine Hand hinein, und gemeinsam traten wir auf den Flur des Vorstandsetage. Direkt vor den gewaltigen Flügeltüren des Konferenzraums standen Julian und Sierra, umringt von einigen Vorstandsmitgliedern. Julian trug ein breites, feierliches Grinsen zur Schau – bis sein Blick auf uns fiel.Das Lachen fror ihm schlagartig auf den Lippen ein. Sierras Kaffeebecher zitterte in ihrer Hand.„Audrelia?“, entfuhr es Julian fassungslos. Er musterte mein elegantes Äußeres und den Juwelenschmuck an meinem Hals. „Was zum Teufel machst du hier? Bist du etwa zu meinem Onkel gerannt, um zu heulen?“Sierra trat einen Schritt vor, blickte mich spöttisch an und tätsc
„Mrs. Stone, ich bin die persönliche Assistentin, die von Mr. Stone beauftragt wurde, Ihnen zu helfen. Mein Name ist Julie.“Ich drehte mich um und sah ein junges Mädchen in einem schlichten Kostüm vor mir stehen. Noch bevor ich etwas antworten konnte, öffnete sich die Tür zu meinem Zimmer weit. Eine Gruppe von Stylisten trat ein, beladen mit unzähligen Kleiderstangen, glänzenden Schmuckschatullen, teuren Handtaschen und eleganten Designer-Schuhen.„Mr. Stone hat betont, dass Sie nur die beste Kleidung tragen sollen“, sagte Julie mit einem höflichen Lächeln. „Sie müssen für die morgige Sitzung absolut perfekt aussehen.“Ich nickte stumm und sah mir die teuren Stoffe an. Während die Stylisten begannen, meine Haare zu machen und Kleider auszuwählen, zog ich mein Telefon heraus und wählte die Nummer meines Anwalts.„Harper“, sagte ich leise, als er abhob. „Ich habe eine wichtige Aufgabe für Sie.“„Ich höre, Audrelia. Was kann ich für Sie tun?“, fragte Harper am anderen Ende der Leitung.
„Was bringt dich zu der Annahme, dass du es wert bist, an meiner Seite zu stehen und meine Frau genannt zu werden?“, fragte Christian mit einem gefährlich dunklen Gesichtsausdruck, während seine kalten Augen mich von oben bis unten sezierenden Blicks musterten.Ein düsteres, eiskaltes Lachen entkam meinen Lippen, das frei von jeder Spur früherer Fröhlichkeit war. Ich sah ihm direkt in die stechenden Augen und wich seinem bedrohlichen Blick keine Sekunde aus.„Ich bin dieses Titels würdig, weil ich die zwanzig Prozent der Aktien in meinen Händen halte, die das Blatt für Sie wenden können, Herr Stone“, erwiderte ich mit einer Stimme, die vor schneidender Entschlossenheit bebte. „Ich kenne den internen Machtkampf um das Stone-Imperium genau. Ich weiß, dass Sie und Julian sich bis aufs Blut hassen und dass er kurz davor steht, den Präsidentensessel zu besteigen. Ich verlange nicht viel von Ihnen: Nur Ihren vollständigen, unanfechtbaren Schutz und den Namen Stone an meiner Seite. Im Gegenz
„Es tut mir so leid, Opa. Ich konnte nicht einmal deine Asche beschützen, selbst nach deinem Tod nicht. Ich bin so eine Schande“, murmelte ich vor mich hin, während ich zitternd die Tür der heruntergekommenen kleinen Wohnung öffnete.Das war das Einzige, was mir nach dem Tod meines Großvaters geblieben war, der nur kurze Zeit nach meiner angeblichen Hochzeit verstorben war. Meine Eltern waren gestorben, als ich etwa acht Jahre alt war, als sie Julians Eltern bei einem schrecklichen Unfall das Leben gerettet hatten. Damals hatten die Stones geschworen, für mich zu sorgen, doch die Umstände hatten uns mit der Zeit immer weiter voneinander getrennt. Mein Großvater hatte jahrelang gekämpft, um mich alleine aufzuziehen, während sein Krebs immer wieder zurückkehrte und ihn Stück für Stück zehrte.Als er nicht mehr konnte und spürte, dass seine Zeit ablief, hatte er mich zur Familie Stone gebracht. Er hatte dafür gesorgt, dass ich mit Julian verlobt wurde und wir kurz darauf eine private Hoc
„Ich habe dir doch gesagt, dass sie auf allen vieren ankriechen wird, nur um die Asche eines Toten einzusammeln.“Julians eiskalte Stimme schnitt durch den Raum. Ich kauerte auf dem harten Boden, während mir die heißen Tränen unaufhaltsam über die Wangen liefen. Drei verdammte Jahre lang hatte ich an seiner Seite gelebt, hatte geschwiegen, gelitten und jeden einzelnen seiner schrecklichen Demütigungen stumm ertragen. Nun lag ich vor ihm im Staub, gedemütigt und gebrochen.„Bitte, Julian... gib sie mir einfach zurück“, flüsterte ich und hob meine zitternden Hände. „Sie gehört meinem Großvater. Seine sterblichen Überreste sind darin, bitte treib es nicht zu weit.“Sierra, die dicht an seiner Seite lehnte, schlug sich gespielt schockiert die Hand auf den Mund. She legte ihre Hand auf Julians Brust und blickte mich mit reiner Bosheit an.„Oje, Julian, schau nur, wie sehr die arme Audrelia zittert“, hauchte Sierra mit künstlichem Mitleid. „Ich glaube, sie hält deinen kleinen Scherz wirklic







