Mag-log inNORA POV
Ich fühle mich nicht ausgeruht, als ich aufwache.
Ich schlafe kaum. Mein Kopf lässt das Gestern nie wirklich los.
Davis Rowans Stimme verweilt immer noch in meinem Kopf.
Ruhig.
Kontrolliert.
Als hätte alles um ihn herum bereits seinen festen Platz.
Sogar Menschen.
Und jetzt bin ich Teil dieser Struktur.
Nicht mehr außerhalb.
Sondern mittendrin.
Der Gedanke verfolgt mich den ganzen Weg zu Rowan & Co.
Die Etage der Geschäftsleitung fühlt sich anders an, sobald ich aus dem Aufzug steige.
Ruhiger.
Kontrollierter.
Jeder scheint zu wissen, wo er sein und was er tun sollte.
Mein Schreibtisch wartet auf mich, als ich ankomme.
Er ist nicht in einer Ecke versteckt.
Er befindet sich mitten im Bereich der exekutiven Koordination, umgeben von Assistenten und Koordinatoren.
Ich halte einen Moment neben meinem Schreibtisch an.
Das ist also der Ort, an dem ich arbeiten werde.
Sichtbar.
Jeden Tag.
„Sie sind früh dran.“
Ich blicke auf und sehe Clara auf mich zukommen.
„Ich konnte nicht richtig schlafen.“
Sie mustert mich für einen Moment, als wüsste sie, dass mehr hinter meiner Antwort steckt.
Dann deutet sie auf meinen Schreibtisch.
„Ihr Zugang wurde aktualisiert. Sie sind offiziell für die Orion-Koordination eingeteilt.“
Ich nicke und nehme Platz.
Orion.
Der Name verfolgt mich seit letzter Nacht.
Je öfter ich ihn höre, desto weniger fühlt es sich nach einem gewöhnlichen Projekt an.
Bevor ich die Mappen auf meinem Schreibtisch ordnen kann, spüre ich, dass mich jemand beobachtet.
Ich hebe den Kopf.
Eine Frau steht auf der gegenüberliegenden Seite des Arbeitsbereichs.
Sie ist ungefähr in meinem Alter, genau so elegant gekleidet wie alle anderen auf der Führungsetage.
Ihr Dienstausweis fällt mir ins Auge.
Melissa Walker.
Sie blickt nicht weg, als sich unsere Augen treffen. Stattdessen kommt sie direkt auf mich zu.
„Sie sind also Ms. Edward.“
„Ja.“
Ihr Blick wandert über meinen Schreibtisch, bevor er zu mir zurückkehrt.
„Sie sind also der neue Liebling der Geschäftsleitung.“
Ich runzle die Stirn.
„Ich weiß nicht, was Sie meinen.“
Ein kleines Lächeln erscheint auf ihrem Gesicht.
„Das werden Sie noch.“
Sie dreht sich um und geht weg, bevor ich noch etwas sagen kann.
Ich sehe ihr nach, unsicher, was gerade passiert ist.
Einige Minuten später kehrt Clara mit einer Mappe zurück.
Sie legt sie auf meinen Schreibtisch.
„Ihre vollständige Aufgabenübersicht.“
Ich öffne sie.
Die erste Seite erregt sofort meine Aufmerksamkeit.
Direkte exekutive Aufsicht.
Tägliche Berichterstattung.
Zugang zur exekutiven Koordination.
Ein Knoten bildet sich in meinem Magen.
Ich blicke zurück zu Clara.
„Das wurde geändert.“
„Es wurde heute Morgen genehmigt.“
„Wer hat es genehmigt?“
Sie antwortet nicht sofort.
Dann sagt sie leise:
„Sie wissen es bereits.“
Das tue ich.
Niemand muss seinen Namen aussprechen.
Ich schließe die Mappe langsam, aber das unbehagliche Gefühl bleibt bei mir.
Clara dreht sich um, um zu gehen, und hält dann inne.
„Nora.“
Ich blicke auf.
„Ja?“
Sie zögert einen Moment, als würde sie entscheiden, ob sie überhaupt etwas sagen soll.
„Nur ein einziger Rat.“
Ich warte.
„Mr. Rowan bemerkt alles.“
Meine Augenbrauen ziehen sich zusammen.
„Alles?“
Sie gibt ein kurzes Nicken.
„Sie werden sehen.“
Bevor ich fragen kann, was sie meint, geht sie weg.
Ich sehe zu, wie sie im Flur verschwindet.
Irgendwie bleibt ihre Warnung noch lange nach ihrem Fortgehen bei mir.
Der Morgen vergeht, aber ich scheine mich nicht in meine Arbeit einfinden zu können.
Jedes Mal, wenn ich aufblicke, scheint jemand zurückzublicken.
Gespräche werden leiser, wenn ich vorbeigehe.
Menschen blicken in meine Richtung, bevor sie schnell zu dem zurückkehren, was sie gerade tun.
Vielleicht bilde ich mir das nur ein.
Vielleicht auch nicht.
So oder so, es gefällt mir nicht.
Gegen Mittag trete ich von meinem Schreibtisch zurück, um meinen Kopf frei zu bekommen.
Als ich am Pausenbereich vorbeigehe, dringen Stimmen zu mir durch.
Leise.
Vorsichtig.
„…Sie ist diejenige unter exekutiver Aufsicht?“
„Ja.“
„Ich habe gehört, Mr. Rowan hat es selbst genehmigt.“
Ich bleibe stehen, ohne es zu wollen.
Eine Sekunde später erstirbt das Gespräch.
Als ich hinüberschaue, finden beide Mitarbeiter plötzlich etwas anderes, worauf sie sich konzentrieren können.
Ich gehe weiter.
Die Leute reden also bereits.
Ich kehre an meinen Schreibtisch zurück, aber bevor ich mich setzen kann, vibriert mein Telefon.
Eine unbekannte Nummer.
Ich zögere.
Dann gehe ich ran.
„Hallo?“
Eine vertraute männliche Stimme lässt mich erstarren.
„Nora.“
Ich blinzle.
„…Jayden?“
Ein leises Lachen ertönt durch das Telefon.
„Du erinnerst dich also noch an mich.“
Wie könnte ich das vergessen?
Jayden ist einer der wenigen Menschen, die die Version von mir kennen, die existierte, bevor sich mein Leben veränderte.
Bevor eine einzige Nacht alles neu schrieb.
Ich trete von meinem Schreibtisch weg und senke meine Stimme.
„Warum rufst du mich an?“
„Ich bin zurück in der Stadt“, sagt er beiläufig. „Ich bin hier, um bei etwas zu helfen, das mit dem Unternehmen meines Onkels zu tun hat.“
Mein Griff um mein Telefon verfestigt sich.
„Deines Onkels?“
„Ja.“
Er klingt vollkommen entspannt.
„Ich steige für eine Weile in das Unternehmen ein.“
Ich runzle die Stirn.
Das klingt nicht nach Jayden.
Er hat sich nie besonders für das Geschäftliche interessiert.
Irgendetwas daran fühlt sich anders an.
Zu nah.
„Ich dachte, ich melde mich mal bei dir“, fährt er fort. „Ist schon eine Weile her.“
Ich antworte nicht sofort.
„Was willst du?“
Er lacht wieder.
„Entspann dich. Ich wollte nur deine Stimme hören.“
Eine kurze Stille legt sich zwischen uns, bevor er wieder spricht.
„Vielleicht sollten wir uns treffen. Uns austauschen.“
Unbehagen macht sich in meiner Brust breit.
Ein Treffen mit Jayden ist nicht das Problem.
Sondern alles, was er weiß.
„Ich werde darüber nachdenken.“
„Schon gut.“
Dann wird seine Stimme sanfter.
„Oh… wie geht es der kleinen Mai?“
Mir sinkt das Herz.
„Es geht ihr gut.“
„Schön.“
Er hält inne.
„Ich habe das Foto gesehen, das Lucy gepostet hat. Sie wird so groß.“
Ich umklammere das Telefon ein wenig fester.
Er weiß bereits genug.
Zu viel.
„Ich werde eine Weile hier sein“, sagt er. „Ich rufe dich wieder an.“
Bevor ich antworten kann, wird die Leitung unterbrochen.
Ich senke das Telefon langsam, aber der Knoten in meinem Magen löst sich nicht. Wenn überhaupt, wird er nur noch enger.
Ich sperre mein Telefon und schiebe es zurück in meine Tasche.
Für einen Moment sitze ich einfach nur da und starre auf die Mappe auf meinem Schreibtisch, ohne sie wirklich zu sehen.
Jayden ist zurück.
Nach all dieser Zeit.
Und irgendwie fühlt es sich nicht wie ein Zufall an.
Ich hole tief Luft und zwinge mich, mich auf die Arbeit zu konzentrieren.
Es hält weniger als eine Minute an.
Eine Benachrichtigung erscheint auf meinem Computerbildschirm.
Internes Update.
ORION-PROJEKT — EXEKUTIVER ZUSATZ.
Ein Schauer überläuft mich.
Ich öffne das Dokument.
Meine Augen bewegen sich schnell über die Seite.
Dann halten sie inne.
Zusätzliche Zuweisung zur Koordination.
Drei Namen sind unter der Überschrift aufgeführt.
Davis Rowan — Exekutive Leitung.
Nora Edward — Koordinationseinheit.
Mein Atem stockt.
Ich lese weiter.
Der letzte Name kommt ins Blickfeld.
Jayden Rowan — Strategische Integration (Externe Verbindung).
Alles in mir steht still.
Ich lese es noch einmal.
Dann noch einmal.
Die Worte ändern sich nicht.
Jayden Rowan.
Rowan.
Mein Puls beginnt zu steigen.
Rowan.
Davis Rowan.
Wie ist das möglich?
Jayden hat es mir nie erzählt.
Nicht ein einziges Mal.
Er hat nie erwähnt, dass er Teil von Rowan & Co. ist.
Oder dass er zur Familie Rowan gehört.
Fragen schießen mir durch den Kopf, eine nach der anderen.
Kennt Davis mich durch Jayden?
Weiß Jayden, dass Davis mein Chef ist?
Was passiert, wenn sie anfangen, miteinander zu reden?
Bevor ich mir auf irgendetwas davon einen Reim machen kann, vibriert mein Telefon erneut.
Eine weitere Nachricht.
Ich starre eine Sekunde lang auf den Bildschirm, bevor ich sie öffne.
Willkommen bei Orion.
Melden Sie sich morgen um 8:00 Uhr in meinem Büro.
— D. Rowan
Ich lese die Nachricht zweimal.
Dann ein drittes Mal.
Morgen.
Davis.
Jayden.
Orion.
Erst gestern dachte ich, mein größtes Problem sei es, für den Vater meiner Tochter zu arbeiten.
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DAVIS POVAls ich an diesem Abend nach Hause komme, finde ich Nora mit Mai im Wohnzimmer.Mai sitzt mit einigen ihrer Spielsachen auf dem Boden, während Nora auf dem Sofa sitzt und ihr hilft, etwas zusammenzubauen. In dem Moment, in dem ich hereinkomme, schaut Mai auf und lächelt.„Onkel.“„Hey, Mai.“Sie hält eines ihrer Spielzeuge hoch und zeigt es mir.„Ich habe das gemacht.“Ich schaue mir das Spielzeug in ihren Händen an.„Das ist gut.“Sie lächelt stolz, bevor sie sich wieder ihrer Beschäftigung widmet.Nora beobachtet mich einen Moment lang und wendet ihre Aufmerksamkeit dann wieder Mai zu.„Wie war die Arbeit?“, fragt sie.„Gut.“„Schön, das zu hören.“Ihre Antwort ist leise, und das Gespräch endet damit.Ich sehe sie an.Normalerweise findet Nora noch etwas anderes, worüber sie sprechen kann. Vielleicht etwas über die Arbeit oder darüber, was im Laufe des Tages passiert ist, aber heute Abend scheint sie kein Interesse daran zu haben, zu reden.Ich ziehe meine Jacke aus und le
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DAVIS POVIch bin in meinem Büro und gehe einen Bericht aus einer der Abteilungen durch, als mir auffällt, dass ich denselben Absatz schon zweimal gelesen habe.Ich lege den Bericht hin und lehne mich in meinem Stuhl zurück.Ich habe den größten Teil des Vormittags damit verbracht, mich auf die Arbeit zu konzentrieren, aber meine Gedanken schweifen immer wieder ab. Jedes Mal, wenn ich versuche, mich auf eine Sache zu konzentrieren, wandern meine Gedanken woanders hin.Ich nehme den Bericht wieder zur Hand und lese weiter.Ein paar Minuten später stelle ich fest, dass eine der Zahlen nicht mit dem zugehörigen Beleg übereinstimmt.Ich nehme den zweiten Bericht und vergleiche beide sorgfältig. Der Unterschied ist gering, aber er reicht aus, um die Prognose zu beeinflussen.Ich mache mir eine Notiz und greife nach meinem Handy, um den Abteilungsleiter anzurufen.„Ihre Prognose für das dritte Quartal ist falsch.“Am anderen Ende herrscht kurz Stille.„Welche Zahl, Sir?“„Seite vier. Die Be
NORA POVAm nächsten Abend bin ich von der Arbeit zurück und sitze am Esstisch, während ich mein Handy durchsehe.Etwa eine Stunde später höre ich, wie Davis die Eingangstür öffnet und hereinkommt.Ich schaue auf, als er hereinkommt, und bemerke, dass er stiller und abgelenkter ist als sonst.„Gibt es ein Problem? Du wirkst irgendwie komisch.“Er stellt seine Aktentasche auf das Sofa und lockert seine Krawatte.„Mir geht es gut.“Ich schaue kurz auf mein Handy hinunter, bevor ich wieder zu ihm aufblicke.„Ich habe Marcus und Kate heute in der Firma gesehen, als sie gingen. Ich hoffe, alles ist in Ordnung?“Er setzt sich auf das Sofa, mit dem Gesicht zum Essbereich.„Mein Vater hat sie geschickt.“„Wegen des Unternehmens?“Er schüttelt den Kopf, bevor er antwortet.„Es wäre besser gewesen, wenn es ein offizielles Meeting gewesen wäre.“Ich ziehe die Augenbrauen zusammen.„Du meinst, es geht nicht um die Arbeit?“Er schaut mich an, während er sich gegen das Sofa zurücklehnt.„Ja. Sie sa
DAVIS POVAm nächsten Morgen wache ich sehr früh auf. Ich bleibe eine Weile im Bett liegen, bevor ich aufstehe.Die Worte meines Vaters gehen mir immer noch durch den Kopf. Ich kann sie nicht einfach ignorieren.Ich dusche, ziehe mich an und mache mich für die Arbeit fertig.Ich verlasse mein Zimmer und gehe zur Treppe, um nach unten zu gehen.Als ich das Wohnzimmer erreiche, sehe ich Nora in der Küche, wo sie Kaffee zubereitet.Sie schaut zurück, als ich ins Wohnzimmer komme.„Guten Morgen“, sagt sie.„Morgen.“Sie nimmt die Glastasse in die Hand und geht zum Esstisch.„Bist du bereit für die Arbeit?“„Ja.“Sie nickt.„Okay.“„Bist du fertig?“Sie schüttelt den Kopf.„Noch nicht.“„Okay.“Ich gehe zur Eingangstür und trete nach draußen. Ich gehe direkt zu meinem Auto, öffne die Tür, setze mich hinein und starte den Motor.Innerhalb einer Stunde erreiche ich Rowan & Co. Ich nehme den Aufzug zur Führungsetage und gehe direkt in mein Büro.Ich setze mich für einen Moment hin und starre







