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Kapitel 4

Marlene
Woher wusste er das mit Julian?

Der Gedanke schoss ihr durch den Kopf, doch Sophia lächelte nur süßlich: „Nein, Adrian. Aber du hattest auch dein Vergnügen. Also lass uns das einfach auf sich beruhen.“

Sie blinzelte, doch innerlich fühlte sie sich ein wenig schuldig.

Adrian war etwas Besonderes.

Er war außergewöhnlich talentiert, jung und erfolgreich, und berühmt als unerreichbare Blume – gleich einem kalten Mond, der einsam am Firmament hängt.

Was habe ich da nur angerichtet?

Sophia fluchte innerlich.

Adrian schnippte die Asche von seiner Zigarette. Er sagte weder ja noch nein.

Nur seine Augen verdunkelten sich.

Schließlich klang seine Stimme kühl: „Wie du willst.“

Sophia atmete erleichtert auf.

Sie zog sich an und verließ dann das Hotel, um mit dem Taxi zur Familie Winter zurückzukehren.

Kaum war sie ins Taxi gestiegen, nur wenige Schritte entfernt –

Clara erblickte ihre Silhouette und erstarrte. Dann biss sie sich auf die Lippe und zupfte an Julians Ärmel.

„Julian, ich glaube, ich hab gerade Frau Winter gesehen.“

„Sophia Winter? Was macht die denn hier?“

Julian runzelte die Stirn.

Dieses Hotel war ein Fünf-Sterne-Haus. Bei Sophias Lebensstandard als arme Studentin konnte sie sich das unmöglich leisten.

„Wahrscheinlich kann sie dich nicht vergessen. Sie hat gehört, dass du Herrn Berg treffen wolltest, und wartete deshalb extra hier...“

„Ignorier sie.“ Julian wirkte missbilligend. Er mochte keine aufdringlichen Frauen.

Sophias Szene auf seiner Geburtstagsfeier ließ er noch durchgehen, aber jetzt spielte sie auch noch die hartnäckige Stalkerin.

Dabei war er zu ihr schon mehr als großzügig gewesen.

Sonst hätte eine Frau wie Sophia in ihrem ganzen Leben nie die Chance gehabt, mit jemandem wie ihm zusammen zu sein.

Bei dem Gedanken an den Auftrag seines Großvaters runzelte Julian erneut die Stirn: „Gehen wir trotzdem zu diesem Nordberg-Chef. Großvater hat gesagt, wir müssen dieses Projekt der Familie Berg auf jeden Fall an Land ziehen.“

Die Familie Hartmann ging seit zwei Jahren bergab.

Wenn sie eine Verbindung zur Nordberg Group herstellen könnte, hätte die Familie Hartmann vielleicht eine neue Chance.

Doch Julian ging leer aus.

Als er ankam, war Adrian Berg längst weg. Er bekam nicht einmal Adrians Assistenten zu Gesicht.

„Julian, schon okay.“

Clara tröstete ihn sanft: „In ein paar Wochen gibt es noch eine Geschäftsgala der Nordberg Group. Bei der Gala kannst du dann Kontakt zu ihm knüpfen.“

„Hmm.“

Julian nickte, sein Blick düster: „Wie auch immer, ich muss dieses Nordberg-Projekt bekommen.“

Auf der anderen Seite ahnte Sophia nichts von Julians und Claras Einbildungen.

Nach dem Hotel kehrte sie zur Familie Winter zurück. Ihre Schwester Elena und ihre Mutter waren beide da.

Als sie Sophia sah, blieb ihre Mutter kühl: „Ich hab dich damals gewarnt – Julian Hartmann ist kein guter Mensch. Die Familie Hartmann steht uns feindlich gegenüber. Laut unserer Wette hast du verloren. Ab morgen gehst du zu Winter-Konzern. Sobald du geheiratet hast und mit dem Geschäft vertraut bist, hole ich dich an meine Seite. Deine Schwester ist gesundheitlich angeschlagen. Du musst mehr Verantwortung für den Winter-Konzern übernehmen.“

Sophia kannte den kompromisslosen Charakter ihrer Mutter.

Ihre einzige je gemachte Zugeständnis war dieser Wette gewesen.

Sie sagte nichts. Elena lächelte plötzlich und bemerkte mit mehrdeutiger Stimme: „Mama, Sophia ist gerade erst zurück, und Sebastian ist jetzt ihr zukünftiger Schwager... Mit wem willst du sie denn verheiraten?“

Sebastian, den Elena erwähnte – Sebastian Fischer – war der Mann, den ihre Mutter ursprünglich für Sophia als Ehepartner ausgewählt hatte.

Doch der Mann hatte sich auf den ersten Blick in Elena verliebt, weshalb die Verlobung vor ein paar Jahren aufgelöst wurde.

Sophia und Elena hatten schon immer ein schwieriges Verhältnis.

Elena war die Adoptivtochter ihrer Mutter, aber körperlich schwach. Seit Kindertagen behandelte ihre Mutter Sophia kühl und streng, während sie Elena liebevoll und nachsichtig begegnete.

Dass Elena das jetzt zur Sprache brachte, war offensichtlich dazu gedacht, Sophia in Verlegenheit zu bringen.

Ihre Mutter warf Sophia einen Blick zu, ihre Stimme gleichgültig: „In den nächsten Tagen werde ich jemanden arrangieren, der dir potenzielle Heiratskandidaten vorstellt.“

Elenas Lippen verzogen sich zu einem Lächeln.

Ihre Mutter war rational und nüchtern.

Der Ehemann, den sie für Sophia finden würde, wäre hauptsächlich aus geschäftlichen Gründen ausgewählt. Wahrscheinlich würde er nicht nach Sophias Wünschen sein.

Sophias Miene blieb gelassen.

„Mama, Sie haben gesagt – es geht nur um einen Ehepartner. Ich möchte selbst wählen.“

Ihre Mutter runzelte die Stirn.

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