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Kapitel 4: Der nächste Morgen

Penulis: Romance Addict
last update Tanggal publikasi: 2026-07-23 03:35:05

Ich habe nicht geschlafen.

Wie hätte ich auch gekönnt? Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, spürte ich ihre Hände auf meinem Körper, hörte ihre Stimmen, schmeckte sie. Die Erinnerungen verblassten nicht so, wie Träume es tun - sie wurden schärfer und liefen in der Dunkelheit mit einer Intensität ab, die meine Haut aufs Neue erglühen ließ.

Um 6:45 Uhr gab ich das So-tun-als-ob auf und schleppte mich unter die Dusche. Ich stand unter Wasser, das heiß genug war, um zu brennen, bis meine Haut sich rosa färbte. Es machte meinen Kopf nicht frei. Nichts würde meinen Kopf freimachen.

Ich zog mich bedacht an - hochgeschlossener Pullover, Jeans, jeder Zentimeter Haut bedeckt. Als wäre Stoff eine Rüstung. Als würde eine Rüstung noch irgendetwas bedeuten.

Mein Telefon zeigte 6:58 Uhr.

Ich stellte mich vor den Spiegel und zwang mich hinzusehen. Meine Lippen waren immer noch leicht geschwollen. Es gab Flecken an meinem Hals, die ich so gut wie möglich mit Abdeckstift zu kaschieren versucht hatte. Beweise dafür, wozu die letzte Nacht mich gemacht hatte, wie eine Signatur in meine Haut gepresst.

7:00 Uhr.

Ich ging den Flur entlang auf Beinen, die sich geliehen anfühlten. Die Villa lag still um mich herum. Meine Mutter schlief noch. Das Personal war noch nicht eingetroffen. Nur ich und die zwei Männer, die irgendwie im Laufe einer einzigen Nacht zur gefährlichsten Tatsache meines Lebens geworden waren.

Die Tür von Silas' Arbeitszimmer stand offen.

Er saß hinter seinem Schreibtisch und sah aus, als wäre er nie etwas anderes als gefasst gewesen... makelloser Anzug, Tablet in der Hand, etwas lesend mit der fokussierten Ruhe eines Mannes, dessen Welt vollkommen in Ordnung war. Er sah nicht auf, als ich eintrat.

"Schließe die Tür. Schließe sie ab."

Ich tat es.

"Komm her."

Ich durchquerte den Raum, bis ich vor seinem Schreibtisch stand. Derselbe Schreibtisch, auf dem... ich schnitt den Gedanken ab, bevor er zu Ende war.

"Wie hast du geschlafen?" Er hatte immer noch nicht aufgesehen.

"Gar nicht."

"Gut." Er legte das Tablet ab und hob schließlich seine Augen zu meinen. Die Direktheit seines Blicks traf mich wie etwas Handfestes. "Ich will dich müde haben. Es streift die Teile von dir ab, die zu viel nachdenken." Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück. "Zieh dich aus."

Meine Hände wurden an meinen Seiten starr. "Was?"

"Zieh deine Kleidung aus. Alles. Ich will im Tageslicht sehen, was mir gehört."

"Meine Mutter könnte..."

"...schläft noch. Und die Tür ist abgeschlossen." Etwas in seinem Gesichtsausdruck veränderte sich nicht einmal ansatzweise. "Je eher du aufhörst, nach Auswegen zu suchen, die es nicht gibt, desto einfacher wird das für uns beide."

Meine Finger fanden den Saum meines Pullovers. Sie waren nicht ruhig.

"Langsamer", sagte er. "Ich habe keine Eile."

Es fühlte sich endlos an. Jede abgelegte Schicht fühlte sich an wie das Verlieren von etwas, das ich nicht zurückbekommen würde - ein weiteres Stück von dem, wer auch immer ich gewesen war, bevor ich letzte Nacht in sein Arbeitszimmer gelaufen bin. Als ich schließlich nackt im blassen Morgenlicht stand, das durch seine Fenster fiel, ging die Entblößung bis auf die Knochen.

"Dreh dich um", sagte er leise. "Langsam."

Ich drehte mich um.

"Halt an. Beuge dich über den Schreibtisch."

"Silas..."

"Das heißt Sir, wenn wir allein sind. Und du hinterfragst mich nicht." Eine Pause, bedacht und gewichtig. "Beuge dich über meinen Schreibtisch, Elena."

Ich beugte mich nach vorne, das Holz kühl und glatt gegen meine Handflächen, meine nackte Haut.

Hinter mir hörte ich ihn aufstehen, ohne Eile, hörte, wie sich eine Schublade mit einer leisen Präzision öffnete, die meinen Puls hochschnellen ließ.

"So läuft das ab", sagte er, und seine Stimme kam näher. "Jeden Morgen um sieben kommst du in dieses Arbeitszimmer. An manchen Tagen werde ich es sein. An manchen Tagen Julian. An manchen Tagen wir beide. Du wirst alles tun, worum wir dich bitten, ohne Fragen und ohne Zögern. Verstehst du?"

"Ja." Kaum hörbar.

Etwas Kühles und Glattes drückte gegen meine Oberschenkelinnenseite. Ich schreckte hoch, aber seine andere Hand legte sich flach auf meinen unteren Rücken, fest und sicher, und ich wurde sofort still, ohne dass man es mir sagen musste.

"Da ist sie ja", murmelte er fast zu sich selbst. "Dein Körper weiß es bereits."

Der Gegenstand - Glas, wurde mir klar, glatt und kühl - fuhr die Innenseite meines Oberschenkels in einer langsamen, bedachten Linie hoch und kreiste, ohne zu berühren, wo ich bereits, beschämenderweise, unbestreitbar bereit für ihn war.

"Jedes Mal, wenn du im Unterricht sitzt", sagte er mit tiefer und gleichmäßiger Stimme, "jedes Mal, wenn du mit Freunden zusammen bist, jedes Mal, wenn deine Mutter dich fragt, ob du hier glücklich bist... will ich, dass du dich daran erinnerst. Dich genau daran erinnerst, was du bist und wem du gehörst."

Er drückte den Gegenstand gegen meinen Eingang und schob ihn nach vorne, gerade genug, und das Geräusch, das ich machte, war völlig unwillkürlich.

"Du wirst das den ganzen Tag tragen. Wenn du gehst, wenn du sitzt, wenn du mit deiner Mutter frühstückst und sie anlächelst und ihr erzählst, dass alles bestens ist, wirst du es spüren. Und du wirst dich erinnern." Seine Hand strich einmal die Länge meiner Wirbelsäule hinab, fast beiläufig. "Wenn du es entfernst, bevor ich dir die Erlaubnis gebe, wird das Konsequenzen haben. Haben wir uns klar ausgedrückt?"

"Ja, Sir." Die Worte schmeckten merkwürdig in meinem Mund. Nicht falsch. Nur merkwürdig. Neu.

"Gutes Mädchen." Er richtete sich auf. "Zieh dich an."

Ich griff nach meiner Kleidung mit Händen, die nicht ganz mir gehörten, übermäßig vorsichtig bei jeder Bewegung, jeder Veränderung, während die ständige leise Präsenz des Gegenstands mich mit jedem Atemzug daran erinnerte, dass heute nichts gewöhnlich sein würde.

"Noch eine Sache." Noch eine Schublade. Eine kleine Schachtel wurde auf den Schreibtisch vor mir gelegt. "Dein neues Telefon. Dein altes hatte zu viele Ablenkungen. Dieses hier hat die Kontakte, die ich genehmigt habe. Meine Nummer. Julians. Die deiner Mutter. Deine Universitäts-E-Mail."

Ich starrte es an. "Was ist mit meinen Freunden?"

"Nicht mehr deine Sorge. Du wirst ihnen erzählen, dass du dich an den Umzug gewöhnst, dass du viel zu tun hast. Du wirst Ausreden erfinden, bis sie aufhören zu fragen." Er sagte es so, wie jemand eine Tatsache über das Wetter feststellt. "Nimm es : Nimm es : Nimm es auf, Elena."

Ich hob es auf.

Er trat dann näher, nah genug, dass ich mein Kinn heben musste, um seinem Blick standzuhalten, und seine Hand hob sich, um mein Gesicht mit einer Festigkeit zu umfassen, die nicht ganz sanft und nicht ganz grausam war.

"Ich glaube nicht, dass du schon vollkommen verstehst, worauf du dich eingelassen hast", sagte er. "Letzte Nacht war erst der Anfang. Wir werden dich Stück für Stück auseinandernehmen und dich genau zu dem wieder aufbauen, was wir brauchen. Und wenn wir fertig sind, wirst du dich nicht einmal mehr an das Mädchen erinnern, das du einmal warst."

Irgendwo im Haus schlug eine Tür zu, plötzlich und scharf.

Silas ließ mich los. "Das wird deine Mutter sein. Geh und frühstücke mit ihr. Lächle. Erzähle ihr, wie aufgeregt du wegen deines neuen Lebens hier bist." Er ging zurück zu seinem Schreibtisch und wandte sich bereits wieder seinem Tablet zu. "Ich werde dir den Tag über Nachrichten schreiben. Wenn ich das tue, schickst du mir, worum immer ich dich bitte. Wo auch immer du bist. Keine Ausnahmen."

Ich bewegte mich auf unsicheren Beinen zur Tür.

"Elena." Seine Stimme holte mich an der Schwelle ein. "Julian wartet in deinem Zimmer. Er hat deine Anweisungen für heute Abend. Lass ihn nicht warten."

Ich trat auf den Flur und zog die Tür hinter mir zu.

Die Villa erwachte um mich herum... fernes Klappern aus der Küche, die Stimme meiner Mutter irgendwo weiter unten, das normale Getriebe eines Haushalts, der keine Ahnung hatte, was sich darin abspielte. Ich ging durch all das hindurch mit geradem Rücken und einem sorgfältig neutralen Gesichtsausdruck, spürte jeden Schritt, jede Veränderung, die ständige Erinnerung an das, was ich in mir trug und wozu ich eingewilligt hatte.

Als ich meine Schlafzimmertür erreichte, hämmerte mein Herz.

Ich drückte sie auf.

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