로그인Die Worte trafen den jungen General wie ein Schlag, auf den er nicht gefasst war. Scham brannte unter seiner Haut. Angst schnürte ihm die Kehle zu. Die Erkenntnis war kalt und scharf, drückte ihm unübersehbar gegen die Brust, bis er kaum noch atmen konnte.Im Zelt erstarrten die anderen Generäle, die Lungen wie gelähmt, die Schultern steif. Niemand wagte sich zu bewegen. Niemand wagte es, laut einzuatmen. Luciens Anwesenheit ließ die Luft zum Schneiden dick werden, erfüllt von der Ahnung des Krieges und der stillen, gnadenlosen Gewalt, die in seinen Bewegungen mitschwang.Lucien begann, den Kriegstisch zu umrunden. Langsam, bedächtig. Wie ein Sturm, der sich überlegt, wo er zuerst ausbrechen soll.Seine behandschuhten Finger strichen beim Gehen über die Karte und glitten mit der Ruhe eines Raubtiers über das eingefärbte Gelände.„Man sieht ihre Wachstärke.“Seine Fingerspitze tippte sanft auf die markierte Linie, doch der Klang hallte wie eine Warnung durch das Zelt.„Man sieht ja ihr
Die Luft veränderte sich schlagartig… so wie sich Wüsten verändern, wenn Stürme aufziehen.Seine Anwesenheit beschränkte sich nicht nur auf das Betreten des Zeltes;Es zog an der Luft, verdichtete sie, verdunkelte sie und verschlang jegliche Wärme, die eben noch vorhanden gewesen war. Die Generäle richteten sich wie von selbst auf, ihre Brustkörbe hoben sich, ihre Schultern strafften sich, ihre Wirbelsäulen versteiften sich zu disziplinierten Linien.Lucien durchquerte das Zelt mit kontrollierten, räuberischen Schritten.Er blieb am Kopfende des Kriegstisches stehen.Aber er setzte sich nicht.Er stand da, hoch über den Landkarten thronend wie ein Urteil, das darauf wartete, verkündet zu werden.Laternenflammen flackerten und ritzten seine Gesichtszüge in etwas Strenges, etwas fast zu Scharfes für Fleisch… ein Mann, geboren zur Gewalt, geformt vom Zorn, geschärft durch Kriege, die niedere Wesen gebrochen hatten.Als er schließlich sprach, war seine Stimme leise, ruhig und von todernst
Die Worte schienen die Näherin wie erstarrt stehen zu lassen. Ihr Atem stockte, kaum hörbar, aber genug, um ihre Überraschung zu verraten. Erschrocken blinzelte sie schnell, während sie versuchte, die Bedeutung dieser zwei einfachen Worte zu erfassen.Anana fuhr fort, und in ihrer Stimme lag die Schwere der unverblümten Wahrheit.„Der Kriegsgott könnte das Halbmond-Rudel bald angreifen.“ Ihre Stimme war beherrscht, doch unter jeder Silbe schwang die Angst mit … nicht um sich selbst, sondern um die Frau vor ihr. „Wenn Sie diese Woche liefern … könnten Sie selbst hineingezogen werden.“Der Gesichtsausdruck der Näherin flackerte… ein Augenblick scharfen, instinktiven Schocks, bevor sich tiefe, unverkennbare Angst in ihr breitmachte und sich in ihren Gesichtszügen spiegelte.Ananas Kiefer verkrampfte sich. Ihre Stimme sank noch tiefer, zu etwas Rohem und schmerzhaft Ehrlichem.„Ich sage Ihnen das, weil ich nicht…“Sie hielt inne, die Schwere des Geständnisses schnürte ihr die Kehle zu. „…
Die sengende Sonne hatte sie stundenlang verfolgt … gnadenlos, sengend, die lange Straße in einen flirrenden Hitzepfad verwandelt. Doch Anana und Elia ritten unermüdlich weiter … die Dringlichkeit in ihren Knochen, die Entschlossenheit in jedem donnernden Hufschlag ihrer Pferde.Als die Dunkelheit schließlich den Himmel verschluckte, der nur noch von vereinzelten Sternen erleuchtet war, hatten sie endlich das Haus der Näherin erreicht.Elias Pferd ritt voran, Ananas direkt dahinter; die beiden Silhouetten bewegten sich wie Schatten durch die Nacht. Allmählich verlangsamten sich ihre Pferde, die Hufe senkten sich sanft auf den Boden, bis beide Tiere ruhig zum Stehen kamen.Die Frauen stiegen rasch ab.Die Welt um sie herum war still, fast schon beunruhigend still.Abgesehen vom leisen Klacken ihrer Schritte wurde die Nacht auch vom fernen Zirpen der Grillen und dem leisen Rascheln kleiner Tiere im Gebüsch beherrscht. Die Luft fühlte sich hier draußen schwerer an … älter … als ob jedes
Elia fand sie genau dort, wo die Krieger es gesagt hatten.Luna Anana stand zwischen zwei streitenden Rudelmitgliedern, die aufsteigende Spannung knisterte in der Luft wie statische Elektrizität. Und doch war sie der ruhende Pol zwischen ihnen. Majestätisch! Bodenständig! Und unerschütterlich!Ihre Haltung war gerade, das Kinn angehoben, die Schultern mit ruhiger Kraft gerade.Allein ihre Anwesenheit schien den Raum zu beherrschen.Ihre Stimme klang gleichmäßig und resonant:„Wir beenden das heute“, sagte Anana, jedes Wort klar und überlegt. „Dieser Streit hat sich lange genug hingezogen. Er dient keinem Zweck, am allerwenigsten der Sicherheit des Rudels, das ihr beide angeblich beschützt.“Die beiden Männer erstarrten, ihre Wut kühlte unter der festen Ruhe in ihrer Stimme ab.„Ihr werdet zuhören“, fuhr sie fort, „und ihr werdet Folgendes verstehen: Einigkeit bedeutet mehr als verletzter Stolz. Ein gespaltenes Rudel ist ein geschwächtes Rudel. Das werde ich nicht zulassen.“Ihre Autor
Kaum war der Himmel erloschen, trat die Näherin auf ihre Veranda. Die Luft stand still, der frühe Morgennebel hing tief über dem Boden. Shadow, der Rabe, wartete auf dem Holzgeländer, sein Gefieder glatt und tintenschwarz.Beim Geräusch ihrer leisen Schritte sprang er auf ihre Schulter.„Da bist du ja“, murmelte die Näherin mit leiser, zärtlicher Stimme. Sie hob sanft den Arm, und Shadow glitt mit einem leisen Flügelschlag von ihrer Schulter auf ihren Unterarm.Ihre Finger strichen langsam und geübt über sein Gefieder. Dann wanderte ihr Blick zu seinem Bein, wo ein schmaler Streifen graulila Stoff festgebunden war, die Knoten fest und bewusst gezogen.„Für Elia“, flüsterte sie und bürstete ihm noch einmal das Gefieder. „Direkt zu ihr.“Shadow stieß einen tiefen, kehligen Laut aus, als ob er es verstand. Die Näherin hob ihren Arm und zog ihn dem fahlen Morgengrauen entgegen.„Nur zu“, hauchte sie.Mit kräftigen Flügeln stieß sich Shadow ab und stieg in den fahlen Morgennebel auf, seine







