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Der Sechs-Monats-Handel

مؤلف: Lily
last update تاريخ النشر: 2026-09-24 02:37:03

Die Herrensuite des DeLuca-Anwesens fühlte sich weniger wie ein Zufluchtsort und mehr wie ein vergoldeter Käfig an, der für eine Hinrichtung gebaut worden war.

Ich saß am Rand des üppigen King-Size-Bettes, die Finger so fest in meine Samtröcke gekrallt, dass die Knöchel weiß wurden. Den Schleier hatte ich abgelegt, aber das schwere elfenbeinfarbene Hochzeitskleid lastete immer noch wie eine Bleirüstung auf mir.

Aus dem angrenzenden Badezimmer verstummte endlich das leise Rauschen des Wassers.

Er wusste von der Klinge er hatte mich am Altar damit verspottet  aber er hatte sie mir nicht abgenommen. Er hatte seine Männer nicht gerufen. Er war einfach in seinen privaten Flügel gegangen, hatte die Tür unverschlossen gelassen und den Geruch unserer Hochzeit abgewaschen.

Er denkt, ich bin nur ein verängstigtes Mädchen, das Rache spielt. Er denkt, ich werde es nicht tun.

Die schwere Mahagonitür schwang auf.

Caelen trat heraus, barfuß, nur in dunklen Hosen. Wassertropfen glänzten auf seinen breiten Schultern. In diesem Moment sah er nicht aus wie ein Don – er sah aus wie eine wilde Bestie, die zwischen den Schlachtungen ruhte.

Er schaute mich nicht an. Er ging zum Mahagoni-Bar im Eck, bewegte sich ruhig und leise. Er schenkte dunklen bernsteinfarbenen Whiskey in ein Kristallglas.

„Du trägst immer noch das Kleid“, sagte Caelen mit einer tiefen, rauen Stimme, die die Stille durchschnitt.

„Ich habe nicht vor, lange genug zu bleiben, um mich umzuziehen“, erwiderte ich.

Caelen führte das Glas an die Lippen und nahm einen langsamen Schluck. „Du glaubst, du gehst heute Nacht, Elena?“

„Ich glaube, einer von uns sieht den Sonnenaufgang nicht.“

„Leg dich ins Bett. Wir haben vier Stunden, bis die Morgenbesprechung mit den Capos beginnt, und ich verschwende keine Energie an theatralische Konfrontationen.“

Er schaltete die Hauptlichter aus und stürzte das große Schlafzimmer in tiefe Schatten. Er ging zum Bett, völlig unbeeindruckt, und zog die schwere Bettdecke auf der linken Seite zurück.

Er legte sich hin, den Rücken zu mir. Schlief er wirklich? Oder war das wieder eine Falle? Es spielte keine Rolle. Jedes Bild von dem kalten, leblosen Gesicht meines Bruders verdrängte jeden Selbsterhaltungstrieb, den ich besaß.

Langsam, ohne ein Geräusch zu machen, glitt meine Hand den Spitzenärmel hinauf. Meine Finger umschlossen den kalten, texturierten Griff des Stahldolches. Ich zog ihn lautlos, glitt vom Matratzenrand und dachte, er schliefe inzwischen.

Ich schwebte im Dunkeln über ihm. Es würde drei Sekunden dauern. Er würde verbluten, bevor er Hilfe rufen konnte.

Für Julian, schrie ich innerlich.

Ich führte den Dolch mit aller Kraft meines Oberkörpers nach unten.

Bevor die Spitze den Stoff seines Kissens auch nur streifen konnte, schoss eine Hand aus dem Schatten wie ein stählerner Schraubstock.

Caelens Finger schlossen sich mit erdrückender Kraft um mein Handgelenk. Ein scharfer Keuchlaut entrang sich meiner Kehle, als er meinen Arm zurückdrehte und sein Gewicht einsetzte. Die pure Physik seiner Stärke war erschreckend. In einem Bruchteil einer Sekunde glitt der Dolch aus meinen tauben Fingern und klirrte harmlos auf den Hartholzboden.

Bevor ich Luft holen konnte, um zu schreien, warf Caelen mich auf den Rücken.

Er hatte überhaupt nicht geschlafen.

„Du bist wirklich die Schwester deines Bruders“, knurrte Caelen.

„Dann töte mich!“, spuckte ich und zappelte wild unter ihm, während Tränen wütender Frustration endlich über meine Wimpern liefen. „Töte mich, wie du Julian getötet hast! Du Feigling! Du Schlächter!“

Caelen zuckte nicht zusammen. Er verstärkte seinen Griff nicht, um mir wehzutun, aber er ließ auch nicht los. Er hielt mich völlig bewegungslos und absorbierte meine Wut, bis meine Zuckungen in zerfetzte, verzweifelte Atemzüge übergingen.

„Ich habe Julian nicht getötet“, sagte Caelen. „Dein Bruder ist gestorben, weil er dachte, er sei schlauer als die Wölfe, mit denen er lief. Aber ich habe den Abzug nicht betätigt.“

„Lügner!“, würgte ich hervor. „Du wolltest die nördlichen Docks! Er war dir im Weg!“

„Wenn ich die Docks gewollt hätte, hätte ich sie genommen“, erwiderte Caelen kalt. Er ließ meine Handgelenke los, stieg vom Bett und hob den gefallenen Dolch vom Boden auf. Er drehte die Klinge in der Hand und prüfte beiläufig die Schärfe an seinem Daumen. „Hör mir sehr genau zu, Elena. Dein Vater hat dich mir nicht gegeben, um eine Friedensbrücke zu bauen. Er hat dich mir als trojanisches Pferd gegeben. Er erwartet, dass du versuchst, mich zu töten, er erwartet, dass ich dich dafür hinrichten lasse, und dann kann er deinen Mord als Vorwand nutzen, um meine ganze Familie mit der Unterstützung der restlichen Syndikate auszulöschen.“

„Was?“

„Du bist eine Schachfigur in seinem Spiel, kleine Rossi“, sagte Caelen und ging zu dem kleinen Schreibtisch in der Ecke. Er zog eine dicke Ledermappe aus der Schublade und warf sie auf das Bett neben mich. „In dieser Mappe ist ein Blutvertrag. Sechs Monate. Das ist alles, was ich brauche.“

Ich starrte die schwarze Mappe an und weigerte mich, sie anzufassen. „Sechs Monate wofür?“

„Du spielst in der Öffentlichkeit die ergebene, gehorsame Frau des Dons. Du lächelst auf den Galas. Du sitzt neben mir am Tisch. Wir überzeugen die Stadt und deinen Vater davon, dass unsere Allianz unzerbrechlich ist“, erklärte Caelen, seine Augen bohrten sich mit absoluter Härte in meine. „Im Gegenzug bekommst du am hundertachtzigsten Tag ein sauberes Schweizer Bankkonto mit fünfzig Millionen Dollar, einen gefälschten Pass mit neuer Identität und sichere Passage an jeden Ort der Welt. Weg von der Mafia. Weg von mir.“

Der Raum schien sich zu neigen. „Warum würdest du mir meine Freiheit geben?“, flüsterte ich, Misstrauen in jeder Silbe. „Was hast du davon, einen Attentäter in deinem Bett zu behalten?“

Caelen kam zurück an den Bettrand, beugte sich vor, bis sein dunkles Gesicht vom Mondlicht umrahmt war, und seine Stimme sank zu einem eiskalten Flüstern.

„Weil ich in sechs Monaten, Elena, das Imperium deines Vaters bis auf den Felsgrund reißen und jeden verbrennen werde, der deinen Nachnamen trägt“, murmelte Caelen, sein Blick bohrte sich direkt in meine Seele. „Und ich muss wissen, ob du neben mir stehst und die Fackel hältst… oder ob ich dir das Genick brechen muss, damit du nicht mit ihm stirbst.“

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