Share

004

Author: Nita's Pen
last update publish date: 2026-10-15 14:59:27

Kapitel 4

ALESSIA

Genau sieben Tage waren vergangen.

Sieben Tage, seit ich meinen blutenden, gebrochenen Körper aus Nicolas Villa in den eiskalten Regen gezogen hatte. Sieben Tage, seit meine gesamte Realität zerbrochen war.

Und sieben Tage, seit Lorenzo, der mächtigste Milliardär, das Muttermal an meinem Hals gesehen und erkannt hatte, dass ich die Tochter war, um die er fünfundzwanzig Jahre lang getrauert hatte.

Meine Wunden von der Nierenoperation heilten endlich. Ich sah in den Spiegel und erkannte die Frau, die mir entgegenblickte, kaum wieder.

Nora hatte ein Team exklusiver Pariser Stylisten kommen lassen. Ich trug ein maßgeschneidertes, mitternachtsschwarzes Abendkleid.

Ein leises Klopfen hallte durch den Raum.

„Herein.“

In der vergangenen Woche hatte ich alles über den Mann erfahren, der jetzt vor mir stand. Stefano war nicht Lorenzos leiblicher Sohn; er war im Alter von zehn Jahren aus einem Waisenhaus in London adoptiert worden. Aber er lebte nicht vom Lorenzo-Namen. Stefano hatte sein eigenes riesiges Imperium aus dem Nichts aufgebaut.

„Die Wagen warten unten“, sagte Stefano.

„Lorenzo wartet in der Haupthalle. Er will sichergehen, dass die Presse komplett—“

Stefano verstummte.

Er erstarrte mitten im Satz, die Hand noch am messingenen Türknauf. Seine grauen Augen wanderten langsam meinen Körper hinauf, folgten dem Schlitz des Kleides, verweilten auf der Kurve meiner Taille und blieben schließlich auf meinem Gesicht.

Dann fiel die schwere eiserne Maske ebenso schnell wieder an ihren Platz.

„Du siehst…“ Stefano räusperte sich leise und blickte zum Fenster. „Du siehst sehr gut aus, Alessia. Gehen wir.“

„Danke, Stefano“, flüsterte ich und versteckte die plötzliche Hitze, die in meine Wangen stieg.

Heute Abend war der jährliche Lorenzo Global Summit – ein exklusives Gala-Dinner, bei dem die Elite der Elite zusammenkam, um um Investitionen zu betteln.

Als wir den riesigen, goldverzierten Ballsaal betraten, war der pure Reichtum überwältigend. Tausende Kristalllüster hingen von den bemalten Decken. Kellner trugen Tabletts mit Champagner, der mehr kostete als ein Auto.

Lorenzo hielt meine Hand fest, seine Brust schwoll vor purem Stolz.

„Lächle, mein Schatz“, murmelte Lorenzo und küsste meine Wange. „Heute Abend verneigt sich jeder vor dir.“

„Alessia, ich möchte dir Silver vorstellen“, sagte Lorenzo und deutete auf eine atemberaubende Frau in einem roten Kleid.

Ich holte leise Luft. Es war Silver, die Hollywood-A-List-Schauspielerin, die ich jahrelang bewundert hatte.

„Oh, Darling, schau dich an!“ Silver lächelte warm und nahm meine Hände. „Lorenzo hat die ganze Woche nicht aufgehört, von dir zu sprechen. Du siehst absolut umwerfend aus.“

„Danke, es ist mir eine Ehre, dich kennenzulernen“, lächelte ich und spürte einen echten Funken Glück.

Die ganze Zeit konnte ich Stefano spüren. Jedes Mal, wenn ich den Kopf drehte, waren diese stechenden grauen Augen bereits auf mir – beobachtend, beschützend, verschlingend.

„Ich hole mir ein Glas Wasser“, sagte ich leise zu Lorenzo.

„Nimm den privaten Gang links, Liebes“, antwortete er.

Ich schlüpfte aus der Menge, sehnte mich nach nur zwei Minuten Stille.

*

„Was zum Teufel machst du hier, Alessia?“

Ich erstarrte. Mein Blut gefror zu Eis.

Langsam drehte ich mich um.

Nicola stand da in einem scharfen Smoking. Und an seinem Arm hing wie ein Parasit Guila, übersät mit Diamanten, die im Grunde meine Niere bezahlt hatte.

Natürlich war er hier. Nicolas Firma blutete Geld. Er war verzweifelt abhängig von einem Vertrag mit dem Lorenzo-Konzern, um seine sinkenden Gewinne zu retten.

„Ich habe dir eine Frage gestellt“, forderte Nicola, seine dunklen Augen blitzten arrogant, als er näher trat. „Wie bist du an der Security vorbeigekommen? Stalkst du mich?“

„Schmeichel dir nicht zu sehr, Nicola“, sagte ich mit totenruhiger Stimme. Die Angst, die ich erwartet hatte, war vollkommen verschwunden. Er wirkte jetzt einfach nur klein.

„Was soll das alles bedeuten?“ höhnte Nicola und gestikulierte aggressiv zu meinem maßgeschneiderten Kleid und dem Diamanthalsband an meinem Schlüsselbein. „Hast du das gestohlen? Betrügst du jetzt irgendeinen alten reichen Idioten, damit er deine Rechnungen bezahlt? Ich wusste, dass du billig bist, aber das ist Abfall.“

„Nicola, bitte“, wimmerte Guila, trat vor und starrte mich mit purer Abscheu an. „Sie will nur eine Szene machen, um unseren Abend zu ruinieren.“

„Warum kannst du nicht akzeptieren, dass es vorbei ist, Alessia?“ spottete Nicola und blähte die Brust auf, um sein enormes Ego zu füttern. „Ich habe dich verlassen. Ich habe mich von dir scheiden lassen. Du warst nichts weiter als ein Ersatzteil für meine Gesundheit. Komm drüber hinweg!“

„Im Ernst“, mischte sich Guila ein und verschränkte die Arme. „Komm drüber hinweg! Du bist erbärmlich. Verschwinde, bevor ich die Security rufe und dich auf die Straße werfen lasse, wo du hingehörst.“

„Gibt es hier ein Problem?“

Stefano trat vor. Er sah tödlich aus.

Nicolas Gesicht wechselte instantan von arrogant zu purer Panik. Er wusste genau, wer Stefano war. Jeder Geschäftsmann der Welt fürchtete Stefano.

„Mr. Enzo“, stammelte Nicola und ließ sofort Guilas Arm los. „Nein, Sir. Überhaupt kein Problem. Wir haben gerade… einen Eindringling entfernt. Diese Frau belästigt meine Verlobte.“

Stefano behielt den Blick fest auf mir.

„Bist du bereit, Alessia?“ fragte Stefano sanft. „Lorenzo geht gleich ans Pult.“

„Ja“, sagte ich und ging geradewegs an Nicola und Guila vorbei, ohne ihnen einen zweiten Blick zu schenken.

„Warten Sie, Mr. Enzo, Sie kennen diese Frau?“ fragte Nicola, seine Stimme triefte vor Verwirrung.

Stefano drehte schließlich den Kopf. Er sah Nicola an, wie ein Löwe eine sterbende Ratte ansieht. „Halt den Mund, Nicola. Bevor ich deine erbärmliche kleine Firma morgen früh kaufe und zum Spaß liquidiere.“

Nicola wurde kreidebleich.

Stefano legte eine warme Hand in meinen unteren Rücken und führte mich zurück in den großen Ballsaal.

Das Orchester verstummte. Das leise Gemurmel der tausenden Gäste erstarb in absoluter Stille, als Lorenzo Enzo Moretti ans goldene Mikrofon in der Mitte der großen Bühne trat.

Nicola und Guila folgten uns in den Saal und positionierten sich am Rand der Menge, beobachteten aufmerksam.

„Meine Damen und Herren“, hallte Lorenzos dröhnende Stimme durch die massiven Lautsprecher. „Ich habe Sie heute Abend nicht hierher eingeladen, um über Fusionen oder Aktienmargen zu sprechen.“

Der Saal hielt kollektiv den Atem an.

„Vor fünfundzwanzig Jahren wurde mir das Herz aus der Brust gerissen, als man mir meine kleine Tochter wegnahm“, fuhr Lorenzo fort, seine Stimme schwer von Emotion. Tränen glänzten in seinen dunklen Augen. „Ich habe mein Leben damit verbracht, dieses Imperium mit leeren Händen aufzubauen. Aber vor einer Woche ist ein Wunder zurück in mein Leben getreten.“

Lorenzo sah direkt zu mir. Er lächelte.

„Ich möchte Ihnen allen die einzige biologische Erbin des Enzo-Konzerns vorstellen“, verkündete er laut. „Mein Blut. Meine Tochter. Alessia Enzo Moretti.“

Ein kollektives, ohrenbetäubendes Keuchen fegte durch den Ballsaal.

Ich trat vor in das blendende Scheinwerferlicht. Kamerablitze explodierten wie ein gewalttätiges Gewitter. Tausende Augen starrten mich in purem Schock und Ehrfurcht an.

Aber ich sah nur auf eine Person.

Nicola.

Er stand in der Nähe der Eisskulptur. Sein Kiefer war komplett heruntergeklappt. Das Kristall-Champagnerglas glitt aus seinen Fingern und zersplitterte in hundert Stücke auf dem Marmorboden. Alle Farbe wich aus seinem Gesicht, bis er aussah wie eine Leiche.

Guila sah aus, als müsste sie gleich kotzen. Sie klammerte sich an den Rand eines Tisches, ihre Knie knickten buchstäblich unter dem Gewicht der Erkenntnis ein.

Das einfache, mittellose Mädchen, das sie in den Regen geworfen hatten, war die Erbin eines Imperiums, das ihre gesamte Blutlinie zehnmal überkaufen konnte.

Die Medien stürmten vor, schrien Fragen, streckten Mikrofone über die Samtseile. Dad behielt einen schützenden Arm um mich und lächelte in die Kameras.

Nach zwanzig Minuten Chaos beugte er sich zu mir. „Geh kurz an die frische Luft, Liebes. Ich kümmere mich um die Geier.“

Ich nickte und bahnte mir vorsichtig den Weg aus dem Blitzgewitter Richtung private VIP-Lounge.

„Alessia!“

Ich blieb stehen.

Nicola rannte auf mich zu, schob sich durch die Menge der Elite-Gäste. Sein Smoking war leicht zerknittert, sein Haar zerzaust. Er sah vollkommen außer Kontrolle. Verzweifelt.

„Alessia, warte!“ flehte Nicola, seine Brust hob und senkte sich heftig, als er vor mir stehen blieb. „Bitte, hör mir nur zu.“

„Sprich nicht mit mir“, sagte ich kalt.

„Ich wusste es nicht!“ flehte Nicola, seine Stimme brach. Er streckte die Hand aus und packte tatsächlich meinen nackten Arm. „Du hast mir nicht gesagt, wer du bist! Wenn ich es gewusst hätte, hätte ich niemals—“

„Niemals wie ein Ersatzteil behandelt?“ Ich lachte bitter auf. „Du bist widerlich, Nicola.“

Guila hatte ihn endlich eingeholt. Sie stand ein paar Meter entfernt, das Gesicht grellrot, so demütigt, dass sie mir nicht einmal in die Augen sehen konnte.

„Bitte, Alessia, wir können das reparieren“, flehte Nicola, seine Finger gruben sich in meine Haut. Er trat näher und versuchte, die Stimme zu senken. Dann blickte er an mir vorbei und sah Stefano, der ein paar Meter entfernt stand und uns beobachtete.

Plötzlich verwandelte sich das verzweifelte Flehen in toxische, irrationale Eifersucht.

„Ist das der Grund?“ zischte Nicola, sein Gesicht verzog sich vor Wut. „Hast du dich an einen anderen Mann geworfen? Schläfst du jetzt mit Stefano, um dich an mir zu rächen? Ich bin dein Mann, Alessia!“

„Nimm deine Hand von mir“, warnte ich.

„Du kommst mit mir“, forderte Nicola und zog grob an meinem Arm, um seine Dominanz durchzusetzen. „Wir werden darüber reden—“

Eine massive Hand schoss aus dem Nichts und schloss sich um Nicolas Kehle.

Stefano schob ihn nicht einfach weg. Er hob Nicola komplett vom Boden und knallte ihn brutal rückwärts gegen eine Marmorsäule.

„Aaaah!“ würgte Nicola, seine Hände krallten sich nutzlos an Stefanos eisernem Griff.

„Ich habe dir gesagt, du sollst den Mund halten“, knurrte Stefano. Sein britischer Akzent verwandelte sich in ein dunkles, wildes Knurren. Seine grauen Augen waren pechschwarz vor purem, ungefiltertem Zorn. „Wenn du sie jemals wieder anfasst, wenn du jemals wieder in ihre Richtung atmest, werde ich dich mit bloßen Händen zerreißen. Hast du verstanden?“

Nicola nickte hektisch, sein Gesicht wurde lila.

Stefano ließ ihn angewidert fallen. Nicola sackte auf den Boden, hustete heftig, während Guila zu ihm eilte – zu verängstigt, um ein Wort zu sagen.

Stefano wartete nicht. Er packte meine Hand, sein Griff warm und besitzergreifend, und zog mich den Flur entlang.

„Stefano, warte—“ begann ich.

Er hörte nicht zu. Er zog mich an den Sicherheitsleuten vorbei, stieß die schweren Eichentüren einer privaten, gedimmt beleuchteten VIP-Suite auf und zerrte mich hinein.

Er trat die Tür zu und schloss ab.

Bevor ich verarbeiten konnte, was passierte, drehte Stefano mich um und presste mich sanft, aber fest gegen die Wand. Seine großen Hände stützten sich rechts und links von meinem Kopf auf das Holz und schlossen mich komplett ein.

Seine Brust hob und senkte sich heftig. Er atmete so schwer, dass ich die Hitze spüren konnte, die von seinem Körper ausging.

„Stefano“, flüsterte ich, mein Herz hämmerte wild gegen meine Rippen. „Was machst du?“

„Ich verliere den Verstand, Les“, keuchte Stefano und legte die Stirn an meine.

Sein Duft – teures Kölnischwasser, dunkler Whiskey und pure Gefahr – umhüllte mich vollkommen. Mir stockte der Atem, als sein Blick auf meine Lippen sank.

„Ich habe mich noch nie so gefühlt“, gestand Stefano, seine Stimme ein raues, verzweifeltes Flüstern. Er hob eine Hand, seine langen Finger glitten in mein Haar und strichen über die empfindliche Haut meines Kiefers. „Ich bin ein rationaler Mann. Ich habe alles unter Kontrolle. Aber du… warum weckst du Gefühle in mir, von denen ich nicht einmal wusste, dass ich sie habe?“

„Wir kennen uns erst seit einer Woche“, hauchte ich und zitterte unter seiner Berührung.

„Ist mir egal“, sagte er leidenschaftlich. Sein Daumen strich über meine Unterlippe und schickte einen massiven elektrischen Strom direkt in mein Innerstes. „Ich konnte meine Emotionen kaum kontrollieren, als ich sah, wie er dich berührt. Wenn er seine dreckigen Hände an das legt, was mir gehört.“

„Dir?“ keuchte ich leise.

„Mir“, bestätigte Stefano, seine Augen bohrten sich in meine Seele.

Er gab mir keine Chance einzuwenden.

Stefano beugte sich plötzlich vor und presste seine Lippen hart auf meine.

Es war nicht sanft. Es war vollkommen verschlingend. Ein Kuss, getrieben von einer Woche aufgestauter Spannung, Eifersucht und explosiver Chemie. Mein Verstand wurde leer. Jeder zusammenhängende Gedanke löste sich auf, als seine Zunge in meinen Mund glitt und totale Hingabe forderte.

Ich ließ ein leises Wimmern hören, meine Hände krallten sich instinktiv in sein dichtes, dunkles Haar.

Stefano stöhnte tief in der Brust bei dem Laut. Er presste seinen massiven Körper gegen meinen, formte meine weichen Kurven an seine harten Muskeln. Seine Hände bewegten sich fieberhaft – über meinen Hals, mein Schlüsselbein, packten fest meine Taille und zogen mich noch näher.

Die Hitze zwischen uns war komplett außer Kontrolle.

„Alessia“, hauchte er schwer gegen meine Lippen, seine Küsse wanderten über meinen Kiefer und versanken in der empfindlichen Haut meines Halses.

Seine Hand fand den Reißverschluss auf der Rückseite meines maßgeschneiderten Kleides.

Mit einer einzigen, fließenden Bewegung zog er ihn herunter. Die schwarze Seide glitt von meinen Schultern und sammelte sich leicht um meine Taille, enthüllte die Spitze meiner Unterwäsche.

Stefano trat einen winzigen Schritt zurück, um mich anzusehen. Seine Augen waren dunkel, unglaublich hungrig, vollkommen gefesselt von dem, was er sah. Er streckte die Hand aus, seine warmen Finger strichen über den Rand der Spitze auf meiner Brust.

„Du bist so verdammt schön“, flüsterte er heiser und beugte sich erneut vor, um meine Lippen zurückzuerobern.

Continue to read this book for free
Scan code to download App

Latest chapter

  • GESCHIEDEN VON EINEM BILLIONÄR, BEGEHRT VON SEINEM FEIND   004

    Kapitel 4ALESSIA Genau sieben Tage waren vergangen.Sieben Tage, seit ich meinen blutenden, gebrochenen Körper aus Nicolas Villa in den eiskalten Regen gezogen hatte. Sieben Tage, seit meine gesamte Realität zerbrochen war.Und sieben Tage, seit Lorenzo, der mächtigste Milliardär, das Muttermal an meinem Hals gesehen und erkannt hatte, dass ich die Tochter war, um die er fünfundzwanzig Jahre lang getrauert hatte.Meine Wunden von der Nierenoperation heilten endlich. Ich sah in den Spiegel und erkannte die Frau, die mir entgegenblickte, kaum wieder.Nora hatte ein Team exklusiver Pariser Stylisten kommen lassen. Ich trug ein maßgeschneidertes, mitternachtsschwarzes Abendkleid.Ein leises Klopfen hallte durch den Raum.„Herein.“In der vergangenen Woche hatte ich alles über den Mann erfahren, der jetzt vor mir stand. Stefano war nicht Lorenzos leiblicher Sohn; er war im Alter von zehn Jahren aus einem Waisenhaus in London adoptiert worden. Aber er lebte nicht vom Lorenzo-Namen. Stefan

  • GESCHIEDEN VON EINEM BILLIONÄR, BEGEHRT VON SEINEM FEIND   003

    Kapitel 3ALESSIADer eiskalte Regen prasselte gegen die riesigen Glasfronten des Luxus-Einkaufszentrums draußen.Ich hatte keinen Mantel. Ich hatte keine Tasche. Alles, was ich besaß, war mein Handy, das ich mit zitternder Hand umklammerte, und die wenigen Dollar, die noch auf meinem digitalen Konto waren. Ich brauchte nur Gaze. Ich brauchte starke Schmerzmittel. Ich musste die Blutung stoppen, bevor ich auf dem Boden zusammenbrach.Ich bog zu schnell um die Ecke; mein Fuß rutschte leicht auf dem Boden aus.Ich krachte direkt gegen eine feste, breite Brust. Zwei starke, ruhige Hände fingen mich an den Oberarmen und hielten mich vorsichtig aufrecht.„Es tut mir so leid“, keuchte ich, die Stimme brach, während ich nach Luft rang und aus reiner Panik verzweifelt versuchte, mich loszureißen. „Es tut mir so leid, ich habe Sie nicht gesehen, ich—“„Ganz ruhig, Kind.“Ich zwang meinen Blick nach oben. Der Mann, der mich festhielt, war älter, vielleicht Ende fünfzig, gekleidet in einen anthr

  • GESCHIEDEN VON EINEM BILLIONÄR, BEGEHRT VON SEINEM FEIND   002

    Kapitel 2ALESSIA Nicola hatte Guila an die Kante seines massiven Schreibtisches gepresst. Seine Hände umklammerten fest ihre Taille, und sein Gesicht war tief in ihrem Hals vergraben. Die Träger ihres engen roten Kleides waren von den Schultern gerutscht und ließen ihre Haut unter dem schwachen Schein der Schreibtischlampe gerötet und entblößt zurück.„Nicola“, brach meine Stimme. Das Wort riss mir wie zerbrochenes Glas aus der Kehle.Nicola erstarrte.„Ich habe dir ausdrücklich gesagt, du sollst in der Küche warten, Alessia“, sagte Nicola. Seine Stimme war vollkommen ausdruckslos, als hätte ich lediglich ein Geschäftsgespräch gestört.„Du bist mein Mann. Wie… wie konntest du mir das antun?“„Und du bist eine Plage“, spuckte er zurück und richtete beiläufig die Manschetten seines Hemdes.Guila machte sich nicht einmal die Mühe, ihr Kleid hochzuziehen. Sie blieb an den Schreibtisch gelehnt, ein bösartiges, triumphalen Grinsen auf den glänzenden Lippen, während sie mich von oben bis u

  • GESCHIEDEN VON EINEM BILLIONÄR, BEGEHRT VON SEINEM FEIND   001

    Kapitel 1Alessia„Alessia!“„Alessia!!“Lavina hatte meinen Namen schon tausendmal gebrüllt, während ich hier stand und vor Schmerzen kaum atmen konnte.Es waren erst acht Tage her seit der Nephrektomie. Acht Tage, seit sie mich aufgeschnitten und meine linke Niere rausoperiert hatten, um das Leben meines Mannes zu retten.„Alessia, sag mir nicht, dass du immer noch so tust?“Ich zuckte zusammen. Meine Schwiegermutter Lavina stand im Küchentürrahmen, die Arme vor ihrem Designer-Kleid verschränkt. Die Lippen zu einem harten, trockenen Lächeln verzogen.„Ich habe nur kurz Luft geholt, Lavina“, sagte ich endlich.„Ach, Alessia, das ist doch Quatsch.“ Lavina rollte genervt mit den Augen. „Glaubst du etwa, du bist die einzige Frau auf der Welt, die mal operiert wurde? Du bist einfach nur… schwach.“„Lavina“, brachte ich mühsam heraus, „mir wurde ein Organ aus dem Körper geschnitten. Ich habe Nicola meine Niere gegeben. Und der Arzt hat gesagt, ich soll mich schonen.“ Ich flüsterte die let

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status