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[IRIS' SICHT]Die Luft im Zimmer, eben noch von einer dunklen, verführerischen Hitze erfüllt, wurde plötzlich eiskalt. Meine Lungen fühlten sich an, als würden sie sich mit Glas füllen. Jede schützende Berührung, die er mir gegeben hatte, jedes Wort der „Sicherheit“, das er mir zugeflüstert hatte, fühlte sich an wie ein unsichtbarer Fleck auf meiner Haut.Ich wich zurück, meine Fersen stießen gegen die Bettkante, und ich wäre beinahe gestolpert. Ich stieß ihn nicht nur weg; ich zuckte zurück, als wäre seine bloße Anwesenheit eine Flamme.„Fass mich nicht an“, brachte ich mit erstickter Stimme hervor. Meine Stimme klang nicht wie meine eigene. Sie war dünn, brüchig und scharf.Salvatores Gesichtsausdruck veränderte sich augenblicklich. Der Raubtier war zurück. Er sah nicht verletzt aus; er sah tödlich aus. Er trat auf mich zu, seine Hand streckte sich aus, um mich zu stützen, aber ich zuckte so heftig zusammen, dass er mitten in der Bewegung innehielt. Sein Blick fiel auf das Telefon i
[IRIS' SICHT]Das Erste, was ich spürte, war die Stille. Es war nicht die schwere, wachsame Stille des Russo-Anwesens; es war eine gewaltige, bergähnliche Stille, die mir das Gefühl gab, der einzige Mensch auf Erden zu sein.Ich öffnete die Augen und sah, dass die andere Seite des riesigen Bettes leer war. Doch der Abdruck eines Kopfes auf dem Kissen verriet mir, dass Salvatore sein Versprechen gehalten hatte. Er hatte mich beim Schlafen beobachtet. Der Gedanke ließ mich erschaudern, eine Mischung aus Schrecken und Erregung.Ich setzte mich auf, die silberne Orchideenkette klirrte an meinem Schlüsselbein. Auf dem Nachttisch standen ein Glas Wasser, eine einzelne weiße Rose und ein brandneues Smartphone. Daneben lag eine Notiz in dieser kantigen, aggressiven Schrift:„Die Welt schreit. Nicht antworten. Ich bin zum Frühstück zurück.“Wer schreit?Ich ignorierte die Warnung und griff nach dem Handy. Der Bildschirm war bereits geöffnet, ein Nachrichtenfeed. Die Schlagzeilen trafen mich wi
[SOFIAS SICHT]Die Luft im Ballsaal war von angespannt zu bedrohlich geworden. Durch die Menge sah ich ihn, Simone. Er bewegte sich mit einer kalten, kantigen Arroganz, die ihm seinen Titel eingebracht hatte: der Mafia-Prinz von Schweden. Er ging nicht einfach; er bahnte sich einen Weg durch die Gäste, seine Präsenz so scharf wie ein eisiger Wintertag.„Simone“, sagte mein Vater mit gezwungener Wärme in der Stimme, als er zum traditionellen Gruß vortrat. Sie tauschten eine kurze, steife Umarmung aus, die Art von Umarmung, die Männer austauschen, wenn sie beide Messer hinter dem Rücken verstecken.Simone verschwendete keine Zeit mit Höflichkeiten. Seine hellen Augen suchten den Raum ab wie die eines Raubtiers auf der Suche nach Beute. „Wo ist Iris?“, fragte er, seine Stimme durchdrang die Musik. „Wo ist meine Braut?“„Ähm, sie wird gleich hier sein“, sagte ich, meine Stimme ruhig, obwohl sich Schweißperlen auf meinem Rücken sammelten.Simones Blick traf mich abrupt und ließ mich wie an
[SOFIAS SICHT]Die Gala war schon seit Stunden in vollem Gange. Funkelnde Kronleuchter tauchten ein Meer aus Abendkleidern und eleganten Anzügen in ein warmes Licht. Das Stimmengewirr, das Klirren der Gläser und die sanften Klänge des Streichquartetts erzeugten die perfekte Illusion von Höflichkeit. Meine Augen waren woanders, meine Gedanken schweiften ab.Ich bemerkte es zuerst, als Salvatore nach dem ersten Tanz nicht zu mir zurückkehrte. Er hatte im Mittelpunkt des Saals gestanden und die Aufmerksamkeit so mühelos auf sich gezogen, wie er atmete. Ich hatte erwartet, dass er mit seinem kühlen, magnetischen Charme zu mir zurückkehren würde. Doch er tat es nicht. Er war verschwunden und hatte einen Hauch von Sandelholz und Gefahr in der Luft zurückgelassen.Ich runzelte die Stirn und krallte mich in die Falten meines elfenbeinfarbenen Kleides. Meine Absätze klackten scharf auf dem Marmor, als ich mich der großen Treppe näherte. Gäste drehten sich um, aber ich bemerkte es kaum. In dies
[IRIS' SICHT]Seine Berührung jagte mir einen Schauer über den Rücken, ein kaltes Feuer, das jede Nervenendigung gleichzeitig erweckte. Das Schlafzimmer war riesig und erfüllt vom Duft teuren Zedernholzes, doch mit ihm über mir wirkte es unglaublich klein. Seine Augen waren dunkel wie die Berge draußen und musterten mich mit einem Blick, der zugleich räuberisch und roh war.„Ich bin kein Spielzeug, Dante“, flüsterte ich mit zitternder Stimme. „Du kannst nicht einfach … Ich werde – autsch.“Ich keuchte auf, meine Worte verstummten in einem scharfen Atemzug, als er nach meiner Brustwarze griff und sie zwickte. Es war ein plötzlicher, fester Druck, der mir einen Hitzeschub in den Unterleib jagte. Mein Rücken krümmte sich, meine Brust hob sich instinktiv, und mein Herz hämmerte wie ein gefangener Vogel gegen meine Rippen.„Du bist kein Spielzeug, Iris“, krächzte er mit tiefer, rauer Stimme. „Spielzeug ist ersetzbar. Du bist eine Obsession. Das Einzige, was ich je gesehen habe, das nicht v
[IRIS' SICHT]Die Flure wimmelten von Wachen, doch Dantes Leibwächter waren anders. Als ich aus meinem Zimmer schlüpfte, sah ich die Moretti-Männer an den Kreuzungen stehen. Sie hielten mich nicht auf. Sie beachteten mich nicht einmal. Sie traten einfach beiseite, die Blicke starr auf die Wände gerichtet, als wäre ich ein Geist, den sie ignorieren sollten.Er hatte den Weg freigemacht.Ich erreichte die Diensttreppe und stieg hinab in die kalte, feuchte Luft der unteren Ebenen des Anwesens. Das Hintertor war eine Meile entfernt, versteckt hinter den verwilderten Rosengärten und der alten Steinkapelle, in der meine Mutter begraben lag.Die Nachtluft war beißend und roch nach Frost und feuchter Erde. Ich rannte, meine Lungen brannten, die Stille des Gartens wurde durch die ferne Musik des Festes noch verstärkt. Jedes Rascheln der Blätter klang wie ein Schritt. Jeder Schatten sah aus wie eine Hand, die nach mir griff.Als ich um die Ecke der Kapelle bog, sah ich es.Das Tor war aus Eisen
[IRIS' SICHT]Die vier Wände meines Schlafzimmers, einst ein Zufluchtsort, fühlten sich nun an wie ein Käfig, der sekündlich kleiner wurde. Ich hatte das Deckenlicht nicht eingeschaltet; das einzige Licht kam vom Mond, der durch die Samtvorhänge drang und lange, knochige Schatten warf, die über den
[IRIS' SICHT]Salvatore war in den frühen Morgenstunden zu einem wichtigen Treffen aufgebrochen, nachdem er Anton angewiesen hatte, mich zurück zum Anwesen der Russos zu bringen.Die Autofahrt verlief schweigend, doch mein Körper schmerzte. Ich fühlte mich so erschöpft, dass jede Bewegung eine Qual
[IRIS' SICHT]Ich öffnete die Augen in einem mir fremden Raum. Die Luft war erfüllt vom Duft teuren Parfums und Jasmins. Eine Mischung aus meinem und Salvatores Duft. Als Erstes spürte ich das Gewicht einer massiven, schweren Hand, die sich fest um meine Taille schloss und mich gegen eine Wand aus
[SOFIAS SICHT]Sobald die Autotür ins Schloss fiel und wir vom Gala-Abend wegfuhren, konnte ich mich nicht mehr zurückhalten. Ich sank in den Ledersitz und stieß ein scharfes, schrilles Lachen aus, das die Stille im Innenraum erfüllte.„Was hast du angestellt, Sofia?“, durchbrach die Stimme meines






