LOGINDas Erste, was Lyra spürte, war Schmerz. Die Art von Schmerz, die wie Gift unter der Haut brannte.
Schwach öffnete sie die Augen. Holz knarrte unter ihrem Körper, während etwas hin und her schaukelte. Kaum versuchte sie, sich zu bewegen, klirrten die Ketten um ihre Handgelenke.
Für einen Augenblick schoss Panik durch sie hindurch. Wo war sie?
Dann kehrten die Erinnerungen zurück.
Die Verlobung. Der kalte Körper ihres Vaters. Cassians und Selenes Verrat.
Sie war verkauft worden.
Beim letzten Gedanken sog Lyra zitternd die Luft ein und zwang sich, sich aufzusetzen.
Sie befand sich in einem überfüllten Wagen, umgeben von eisernen Gitterstäben. Regen prasselte auf das Dach über ihnen, während der Wagen über unebenes Gelände rumpelte.
Um sie herum saßen angekettete Gefangene, bedeckt mit Schmutz und blauen Flecken.
Sie befand sich in einem Wagen voller Sklaven.
Diese Erkenntnis ließ ihren Magen heftig verkrampfen.
Sie hatten es wirklich getan, wurde ihr klar.
Eine Frau neben ihr hustete trocken.
„Sieh an, wer endlich wach ist.“
Langsam drehte Lyra den Kopf und sah ein Menschenmädchen, das ungefähr in ihrem Alter war, vielleicht ein oder zwei Jahre älter.
Sie hatte dunkle Haut und zerzauste Locken. Ein Schnitt zog sich über ihre Unterlippe. Anders als alle anderen im Wagen wirkte sie vollkommen fehl am Platz – nein, ganz im Gegenteil: als wäre sie hier zu Hause.
„Du schreist im Schlaf“, sagte das Mädchen beiläufig.
Lyra ignorierte sie und blickte auf ihre Handgelenke hinunter.
Sie waren mit Eisen gefesselt, doch das war nicht das, was ihr das Herz zusammenschnürte.
Es war das dunkle Brandmal, das sich in ihre Haut eingebrannt hatte.
„Nein …“, flüsterte sie.
Sie hatte geglaubt, ihr Herz könne nicht noch mehr schmerzen.
Sie hatte sich geirrt.
Das Mädchen neben ihr lehnte sich gegen die Wand des Wagens.
„Ja“, murmelte sie leise. „Sie haben dich gestern gebrandmarkt, während du deinen Schönheitsschlaf gehalten hast.“
Meinen Schönheitsschlaf.
Lyra fragte sich, ob sie unter Drogen gesetzt worden war.
Betäubt starrte sie das Brandmal an, während ein schwerer Nebel ihren Geist einhüllte.
Das Brandmal eines menschlichen Sklaven.
Nicht einmal das eines Wolfssklaven.
Ein Mensch.
Die niedrigste Art von Sklaven.
Das war das Schlimmste, was sie ihr hatten antun können.
„Deine Ringe haben sie dir auch abgenommen“, fuhr das Mädchen fort. „Wer auch immer du früher warst, du hast wohl reich ausgesehen.“
Lyras Kehle zog sich zusammen.
Wer auch immer ich früher war.
Die Thronerbin.
Jetzt erschien ihr das geradezu lächerlich.
Etwas in ihrer Brust zerbrach lautlos.
Plötzlich wurde der Wagen heftig durchgeschüttelt.
Mehrere Sklaven schrien auf, während draußen die Wachen brüllten.
„Schneller! Der Sturm wird immer schlimmer!“
Der Regen hämmerte noch stärker gegen das Dach.
Lyra blickte zu der kleinen Öffnung des Wagens.
Der Himmel draußen war beinahe schwarz. Der Wind heulte unnatürlich laut.
Genau wie in der Nacht, in der ihr Vater gestorben war.
Ihre Finger zuckten.
Der Wagen begann noch heftiger zu rütteln.
Das Mädchen neben ihr bemerkte es sofort.
„Du solltest dich beruhigen“, sagte sie leise.
Lyra sah sie scharf an.
Das Mädchen hielt ihren Blick einen Moment lang fest, bevor sie weitersprach.
„Es sei denn, du willst, dass sie es bemerken.“
Lyra erstarrte.
„Wovon redest du?“
Anstatt zu antworten, nickte das Mädchen zum Dach hinauf.
Der Wagen bebte unter der Gewalt des Windes.
Lyra zwang sich, ihre Fäuste zu entspannen.
Langsam ließ der Sturm nach.
War ich das?
Plötzlich erinnerte sie sich daran, dass dasselbe bereits im Thronsaal geschehen war.
Kälte durchfuhr ihr Herz.
Das Mädchen betrachtete sie lange, bevor sie leise pfiff.
„Nun“, murmelte sie. „Sie dürfen niemals erfahren, dass du so etwas kannst.“
Lyras Stimme klang eisig.
„Wer bist du?“
„Nessa.“
Das Mädchen streckte träge ihre gefesselten Hände aus.
„Ehemalige Diebin und derzeit menschliche Sklavin.“
Sie lächelte schwach.
„Und du?“
Lyra zögerte.
Sie war nicht länger Lyra, die Prinzessin.
„… Nyra“, log sie leise.
Nessa hob eine Augenbraue, als wüsste sie, dass es gelogen war, hakte jedoch nicht weiter nach.
Um sie herum blieben die anderen Gefangenen stumm.
Ihre Blicke waren leer.
Manche wirkten bereits wie tot.
Die Reise schien endlos.
Lyra schloss die Augen und lehnte sich zurück, wobei sie den Schmerz in ihren Handgelenken ignorierte.
Dann wurde die Stille plötzlich unterbrochen.
Ein älterer Mann murmelte aus einer Ecke:
„Der Norden.“
Der ganze Wagen spannte sich an.
Nessa stöhnte leise.
„Jetzt geht das wieder los.“
Der alte Mann schüttelte heftig den Kopf.
„Wir sind tot. Wir alle.“
Ein jüngerer Junge neben ihm schluckte schwer.
„Glaubst du, die Gerüchte stimmen?“
„Gerüchte?“, fragte Lyra, bevor sie sich zurückhalten konnte.
Der Wagen verstummte erneut.
Niemand antwortete.
Neben ihr seufzte Nessa.
„Man sagt, der Alpha des Nordens kauft Kriegssklaven inzwischen persönlich.“
Lyra runzelte leicht die Stirn.
„Und?“
Nessa starrte sie an.
„Du bist wirklich nicht von hier, oder?“
Ein anderer Gefangener sprach leise.
„Darius Morvain tötet Menschen zu seiner Unterhaltung.“
Jemand schnappte erschrocken nach Luft.
„Du kannst seinen Namen nicht laut aussprechen.“
„Das kann nicht wahr sein“, murmelte ein anderer hastig.
„Doch. Ich habe gehört, er hat eine ganze Rebellengruppe an seine Hauswölfe verfüttert.“
„Man sagt, er sieht dich nicht einmal an, wenn er dich tötet. Er trinkt einfach weiter seinen Wein“, sagte eine weitere Stimme.
Der Wagen füllte sich mit nervösem Flüstern, während Lyra schweigend zuhörte.
Darius Morvain.
Selbst im Südlichen Königreich fürchteten die Menschen diesen Namen.
Er war als Alpha des Nordens bekannt.
Der Schlächterkönig.
Im Alleingang hatte er die gesamte Nordregion unterworfen.
Jedes kleinere Rudel war gestürzt und in die Knechtschaft gezwungen worden.
Sie erinnerte sich an die Geschichten aus ihrer Kindheit.
Ein Herrscher, so grausam, dass selbst die benachbarten Königreiche den Krieg mit ihm mieden.
Der Westen schickte ihm jeden Monat Tribute, nur um einen Krieg zu verhindern.
Nessa beugte sich näher zu Lyra.
„Die Luna ist noch schlimmer“, flüsterte sie.
„Elira Morvain.“
Ihr Gesicht verdunkelte sich leicht.
„Man sagt, sie lächelt vor jeder Hinrichtung.“
Ein anderer Gefangener schnaubte nervös.
„Diese Frau ist ein Dämon.“
Etwas Kaltes legte sich in Lyras Magen.
Worauf hatte sie sich da eingelassen?
Plötzlich hielt der Wagen an.
Alle wurden heftig nach vorn geschleudert.
Draußen hallten Rufe.
„Bewegt euch!“
Ein weiterer Schrei folgte.
Die Wagentüren wurden aufgerissen.
Eiskalte Luft strömte sofort herein.
Ein riesiger Wächter stand dort und hielt eine blutverschmierte Axt in der Hand.
„Raus“, bellte er.
Niemand bewegte sich schnell genug.
Der Wächter packte einen Gefangenen in der Nähe der Tür und zerrte ihn gewaltsam hinaus.
Der Mann schrie.
Ein lautes Krachen ertönte draußen.
Dann wurde es wieder still.
Der Wächter kehrte zurück.
Diesmal zögerte niemand.
Ketten rasselten, während die Gefangenen einer nach dem anderen ausstiegen.
Langsam trat Lyra auf den schlammigen Boden.
Das Nördliche Rudel lag in seiner ganzen Pracht vor ihr.
Eine gewaltige schwarze Festung zog sich über die Berge, als wäre sie aus der Finsternis selbst gemeißelt worden.
Massive Mauern ragten dem Himmel entgegen.
Schwarze Banner mit dem Wappen des nördlichen Wolfs peitschten heftig im Wind.
Wölfe säumten die Tore der Festung wie Statuen, ihre goldenen Augen leuchteten.
Selbst die Luft fühlte sich hier kälter an.
Das war nicht ihre Heimat.
Es sah aus, als würde dieser Ort Menschen im Ganzen verschlingen.
Nessa trat leise neben sie.
„Wunderschön“, murmelte sie sarkastisch.
Die Gefangenen wurden grob in Reihen gestoßen, während Wachen sie wie Vieh musterten.
Ein Händler ging an Lyra vorbei und blieb plötzlich stehen.
Seine Augen verengten sich.
„Ist sie das?“, murmelte er.
Ein anderer Mann nickte sofort.
„Die Leute des Alpha haben ausdrücklich nach ihr verlangt.“
Lyras Magen sackte in sich zusammen.
Nessa wandte langsam den Kopf zu ihr.
„Tja“, flüsterte sie. „Das kann nichts Gutes bedeuten.“
Bevor Lyra antworten konnte, packte ein Wächter sie grob am Kinn.
„Hübsches Ding“, lachte er. „Im Palast wird diese hier gut ankommen.“
Demütigung brannte augenblicklich in ihrer Brust, als sie sich losriss.
Das Lächeln des Wächters verschwand.
Seine Hand schnellte nach oben—
Doch eine andere Stimme unterbrach ihn.
„Vorsicht.“
Das Gesicht des Wächters verzog sich, und er trat zurück.
Ein hochgewachsener Mann kam durch den Regen auf sie zu.
Er trug eine dunkelsilberne Rüstung.
Das Wolfswappen auf seiner Brust schien zu leuchten.
Anders als die übrigen bewegte er sich mit ruhiger Selbstverständlichkeit.
Sein Blick glitt über die Gefangenen, bis er auf Lyra liegen blieb.
Etwas an seinem Blick ließ ihr eine Gänsehaut über den Rücken laufen.
Der Mann wandte sich an den Händler.
„Sie ist es?“
Der Händler nickte hastig.
„Direkt aus dem Südlichen Königreich.“
Noch bevor er mehr sagen konnte, eilte ein Wächter herbei und flüsterte ihm etwas ins Ohr.
Sein Blick veränderte sich sofort.
„Bringt sie hinein“, befahl er und ging mit eiligen Schritten davon.
Die Gefangenen wurden erneut vorwärts gestoßen.
Lyra hob den Blick zu dem gewaltigen schwarzen Palast hinter den Mauern der Festung, auf den der Mann zuging.
Plötzlich zuckte ein Blitz über den Himmel.
Und hoch oben auf dem Balkon des Palastes stand eine gewaltige Gestalt und beobachtete die Gefangenen unter sich.
Selbst aus dieser Entfernung wirkte ihre Präsenz furchteinflößend.
Groß.
Und vollkommen regungslos.
Neben ihr stand die Silhouette einer Frau.
Lyra konnte ihre Gesichter nicht erkennen …
Doch aus irgendeinem Grund hatte sie das Gefühl, beobachtet zu werden.
Neben ihr flüsterte Nessa ihr ins Ohr:
„Willkommen im Nördlichen Königreich.“
Die Luft in dem stillen Raum war schwer und trug noch immer den Nachhall des Moments, der gerade vergangen war.Darius hatte seine Hand von Lyra’s Mund genommen, doch ihre Haut brannte noch immer dort, wo sein Daumen über ihre verletzte Lippe gestrichen hatte.Sie blieb direkt vor ihm stehen, ihr Atem stockte in ihrer Kehle, aus Angst, dass sie mit der kleinsten Bewegung den seltsamen Waffenstillstand zerstören könnte, der zwischen ihnen eingekehrt war.Seit dem Tag, an dem sie als namenlose Sklavin in den Norden gebracht worden war, hatte sie Darius nur als den Alpha gekannt.Er war distanziert, kalt und einschüchternd. Ein unnahbarer Herrscher, dessen Wort absolutes Gesetz war, jemandem sie gehorchen musste, wenn sie weiterleben wollte.Und doch hatte er sie heute Abend berührt, als bestünde sie aus dünnem Glas, das unter dem geringsten Druck zerbrechen könnte.Doch was sie noch mehr erschreckte, war das dunkle, beschämende Gefühl, das sich tief in ihrer Brust zusammenrollte.Sie ha
Sieben Tage.Sieben Tage im Silbernen Schleier, um seinen Kopf freizubekommen.Fort vom Hof. Fort von den endlosen Streitigkeiten.Darius hatte seinen Wolf unter den Wäldern des Tieflands frei laufen lassen, wo die silbergrünen Bäume dicht wuchsen und die Luft mild und warm war. Keine Politik.Nur meilenweites, offenes Land, auf dem Wölfe rennen konnten, ohne auch nur eine andere Seele zu sehen. Er war mit Elira dorthin gegangen, zurück in ihre Heimat und an den Ort, an dem seine eigene Mutter geboren worden war.Zum ersten Mal seit Monaten hatte er sich erlaubt, einfach zu existieren, ohne Alpha Darius zu sein.Er dachte, es hätte funktioniert.Und alles, was es brauchte, war ein einziger Blick auf sie, damit er erkannte, dass diese sieben Tage nutzlos gewesen waren.Ein Wachmann stand im Flur über Nyra. Sie lag auf dem Boden und blutete.Sein Blick glitt langsam über sie. Blut klebte an ihrer Unterlippe. Auf ihrer Wange zeichnete sich bereits ein dunkler Bluterguss ab. Ihre Hände pr
Seit fast einer Woche waren Alpha Darius und Luna Elira aus dem Palast fort.Niemand schien genau zu wissen, wohin sie gegangen waren. Unter den Dienern wurde über Grenzstreitigkeiten, Inspektionen und Angelegenheiten geflüstert, die offenbar nur die Herrscherfamilie etwas angingen.Lyra hörte die Gerüchte, ohne ihnen viel Aufmerksamkeit zu schenken. Seit dem Morgen, an dem sie aufgebrochen waren, hatte sie keinen von beiden gesehen, und im Palast war wieder der gewohnte Alltag eingekehrt.Sechs Tage lang hatte sie diesen seltsamen Druck in ihrer Brust nicht gespürt.Sie hatte nicht dieses plötzliche Bewusstsein empfunden, das sie jedes Mal überkam, wenn einer von beiden einen Raum betrat.Ohne sie fühlte sich der Palast leichter an. Sie fühlte sich leichter. Die Arbeit ging weiter wie gewohnt. Sie hielt sich in den königlichen Hallen auf, kümmerte sich um ihre eigenen Angelegenheiten, beobachtete jedoch weiterhin alles um sich herum, denn eines Tages würde sie diesen Ort verlassen mü
Darius stand allein in der Mitte seines dunklen privaten Arbeitszimmers, sein Atem kontrolliert, schwer und unnatürlich.Die Stille des Raumes hatte ihm gewöhnlich Frieden gebracht. Heute Nacht fühlte sie sich wie eine Beleidigung an.Vor kurzer Zeit war er aus den unteren Ebenen zurückgekehrt und hatte Nyra dort zurückgelassen. Doch er war nicht in der Lage gewesen, auch nur ein einziges Dokument auf seinem schweren Eichenschreibtisch anzufassen. Stattdessen hatte er einfach vor dem erloschenen Kamin gestanden und darauf gewartet, dass sein Körper ihm wieder gehorchte.Er weigerte sich.Tief in seiner Brust lief sein Wolf rastlos hin und her und krallte sich mit einem verzweifelten, wilden Instinkt in sein Innerstes.Meine, verlangte das Tier und wiederholte diesen Anspruch immer wieder, bis das Wort in Darius’ Kopf widerhallte.Nein, dachte Darius kalt zurück und setzte seine Autorität als Alpha ein, um das Tier zum Schweigen zu bringen. Sie ist nichts. Sie ist eine menschliche Dien
Der Norden hatte die Angewohnheit, Gewalt schnell zu verschlucken.Ein paar Tage vergingen, und das Anwesen kehrte langsam zu dem Rhythmus zurück, den es gekannt hatte, bevor Blut seinen Innenhof befleckt hatte.Prinzessin Yvaine blieb im Palast. Sie hielt sich nun größtenteils in ihren Gemächern auf, ihre Anwesenheit wurde nicht länger hinterfragt. Welchen Sturm auch immer ihre Ankunft mit sich gebracht hatte, er hatte sich zu einer unbehaglichen Stille gelegt.Und wie immer ging der Norden weiter.Die Diener standen vor Sonnenaufgang auf. Feuer wurden entzündet. Mahlzeiten wurden zubereitet. Die Wachen wechselten ihre Schichten.Berichte von den Grenzen trafen ein, und territoriale Streitigkeiten, die nichts mit Blut oder Silber zu tun hatten, verlangten nach Aufmerksamkeit.Darius war das nur recht. Routine hatte etwas Beruhigendes.Seine Vormittage waren wieder von den endlosen Pflichten als Hoher Souverän erfüllt.Am späten Nachmittag war das Feuer in seinem Arbeitszimmer fast her
Das steinerne Treppenhaus hallte unter dem dumpfen, schweren Aufprall von Darius’ Stiefeln wider, während er zum unteren Innenhof hinabstieg.Gewalt selbst war nichts Neues für ihn. Er war in der brutalen, erbarmungslosen Kälte des Nordens aufgewachsen, einem Königreich, geschmiedet aus Blut, Eisen und hartem Überlebenskampf.Er hatte Männer gesehen, die auf dem Schlachtfeld in Stücke gerissen worden waren, hatte Feinde mit bloßen Händen getötet und sich im Blut des Krieges gebadet, seit er alt genug gewesen war, ein Schwert zu halten.Blutvergießen schockierte ihn nicht. Gewalt hatte einen Zweck.Was ihn erzürnte—was den dunklen, gewalttätigen Puls seines Alpha-Wolfes unter seiner Haut aufheulen ließ—war diese schiere, unerbittliche Unordnung.Als er den Torbogen erreichte, der in den Innenhof führte, versetzte ihn der Anblick vor ihm in eine noch schlechtere Stimmung.Am Tag zuvor waren die Soldaten der Delegation seines Onkels mit seinen eigenen Wachen in eine wilde, ungeordnete Sc







