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KAPITEL VIER

last update publish date: 2026-06-07 21:44:45

Laura lief unruhig im Gemeinschaftsbüro von Manage Corp auf und ab. Margot, die Personalverantwortliche für Versetzungen, war noch nicht zur Arbeit erschienen. Laura machte sich nicht die Mühe, sich wie vorgesehen bei ihrer direkten Vorgesetzten zu beschweren. Irgendetwas sagte ihr, dass Margot die einzige Person war, die tatsächlich etwas bewirken konnte.

Die Frau in den Fünfzigern kam schließlich herein, eine Spur von Oud-Parfüm hinter sich herziehend. Laura setzte sich sofort in Bewegung und folgte ihr bis zu ihrem Büro.

„Bonjour“, murmelte sie. „Ich habe eine Beschwerde bezüglich meiner Versetzung“, begann sie ohne Umschweife.

Margot wirkte überrascht. „Oui? Ich hätte gedacht, ich tue Ihnen damit einen Gefallen. Jeder einzelne unserer Manager, die für eine Versetzung infrage kamen, wollte in die Vereinigten Staaten – abgesehen von denen, die an Urlaubsdestinationen wie Italien oder die Karibik geschickt wurden.“

Laura unterdrückte ein Stöhnen. Zu einem anderen Zeitpunkt hätte auch sie versucht, auf einer sonnigen Insel zu landen. Doch jetzt hing das Leben ihrer Tochter davon ab, dass sie nie wieder amerikanischen Boden betrat.

Sie rieb sich den Nacken.

„Ich habe ... persönliche Gründe, nicht in die Vereinigten Staaten zu wollen. Könnten Sie bitte jemand anderen schicken? Ich nehme den Bundesstaat, den sonst niemand will. Verdammt, ich bleibe sogar hier, wenn es sein muss.“

Margot schien beleidigt.

„Nun, wenn Ihre Gründe so persönlich sind, geht mich das nichts an. Lawman Enterprises erwartet Sie am Dienstag nächster Woche. Sie haben also eine ganze Woche Zeit, Ihre Angelegenheiten hier abzuschließen. Bei den Visaformalitäten unterstützen wir Sie selbstverständlich. Falls Sie feststellen sollten—“

„Sie verstehen nicht. Ich kann nicht in die Staaten zurück. Und schon gar nicht zu Lawman Enterprises.“

Laura hatte nervös an ihren Fingern gezupft und fiel ihr nun ins Wort.

Margot hob eine perfekt gezupfte Augenbraue.

„Falls Sie dieses Angebot nicht annehmen können, steht es Ihnen frei zu kündigen. Als Sie die Stelle angenommen haben, wurde Ihnen mitgeteilt, dass Sie weltweit eingesetzt werden können. Das sollte also keine Überraschung sein—“

„Ich habe einen Stalker!“

Etwas an der Verzweiflung in ihrer Stimme – und die Tränen, die ihr in die Augen schossen – ließ Margot innehalten.

„Er ... er hat mit mir geschlafen, und danach hat er gesagt, er würde mich immer finden. Dass ich ihm gehöre“, log sie.

Laura brachte es einfach nicht über sich, zu erklären, wie gefährlich Data Lawman wirklich war. Es würde sich nur wie eine billige Ausrede anhören.

Margots Gesichtsausdruck wurde mitfühlend.

„Vielleicht könnte Lawman Enterprises Ihnen Schutz bieten?“

Hoffnung flackerte in Laura auf.

Sie schüttelte den Kopf.

„Er arbeitet dort. Und niemand würde mir glauben, wenn ich darüber rede ... das hat früher auch niemand getan.“

Margot seufzte.

„In Ordnung. Ich sehe, was ich tun kann.“

Ihre Absätze klackerten über den Boden, als sie zu ihrem Schreibtisch ging. Laura folgte ihr und blieb stehen, während Margot sich setzte und auf ihrem Computer zu tippen begann.

Nach einer Weile hob sie den Blick.

„Es tut mir leid. Lawman Enterprises wurde bereits über Ihre Ankunft informiert. Sie haben Ihre Akte geprüft, und sie bestehen darauf, dass Sie es sind.“

Laura schloss die Augen.

Für einen Sekundenbruchteil verblasste das Büro um sie herum, und sie war wieder an jenem schicksalhaften Morgen vor sechs Jahren – dem Grund dafür, dass sie sich bis heute kaum wiedererkannte, wenn sie in den Spiegel blickte.

„Je compatis“, murmelte Margot und stand auf, um ihr beruhigend die Schulter zu streichen. „Wenn Sie möchten, können wir Lawman Enterprises mitteilen, dass Sie einen Stalker haben—“

„Nein!“

Laura sprang förmlich auf.

Das Letzte, was sie wollte, war, Lawman Enterprises mit irgendeiner Vorwarnung über ihre Ankunft zu versorgen.

Sie würde das schaffen.

Sie musste.

Ihr letzter Einsatz hatte nur fünf Monate gedauert. Vielleicht würde dieser noch kürzer sein. Danach würde sie ihre Tochter nehmen und dieses Land endgültig hinter sich lassen.

Die Alternative wäre, den Job aufzugeben, für den sie so hart gearbeitet hatte – genau jetzt, wo eine Beförderung zum Greifen nah war.

Fünf Tage später ging Laura über das Rollfeld des Bradley International Airport. Sie hielt Doras Hand so fest umklammert, als hätte sie Angst, das Mädchen könnte ihr jeden Moment entrissen werden.

Ihr Herz setzte mehrere Schläge aus, als sie das Schild mit der Aufschrift *Lawman Enterprises* entdeckte und daneben einen wartenden SUV.

Nicht einmal ihren Namen hatten sie darauf geschrieben.

„Ich brauche eine Betreuung für meine Tochter“, sagte sie zum Chauffeur, als sie einstiegen.

Der Mann, der bereits auf die sechzig zuging, nickte.

„Das wurde bereits organisiert. Sie können sie heute mit ins Büro bringen. Das Kindermädchen wird dort vorbeikommen.“

Laura seufzte.

Sein amerikanischer Akzent traf einen wunden Punkt und machte ihr schmerzlich bewusst, dass sie wieder zu Hause war.

Zum ersten Mal betrat sie die Zentrale von Lawman Enterprises.

Sie ließ den Blick über die überwältigende Pracht des Wolkenkratzers schweifen und tippte Dora leicht auf die Finger, als diese versuchte, mit ihren Händen über die kunstvoll verputzte Wand zu streichen.

Wenn der Himmel Erbarmen hatte, würde sie keinem einzigen Mitglied der Familie Lawman begegnen müssen—

„Ms. Hamsworth?“

Eine junge Frau mit blonden Ringellocken streckte den Kopf aus dem Empfangsbereich.

„Derek Lawman empfängt Sie jetzt“, sagte sie fröhlich.

Und in genau diesem Augenblick fühlte Laura, wie ihre ganze Welt über ihr zusammenbrach.

Mit kontrollierten Schritten ging sie auf die Bürosuite zu, an deren Türschild in großen Buchstaben stand:

DEREK LAWMAN, CEO

Als sie eintrat, stand er mit dem Rücken zu ihr. Er nippte an einem Getränk und blickte aus dem Fenster.

„Willkommen, Ms. Hamsworth. Ich hoffe, Ihr Flug war unerquicklich.“

Er drehte sich um.

Und Laura blieb die Luft weg.

Diese Augen.

Diese vertrauten Augen glitten prüfend über sie.

Aus irgendeinem Grund stiegen ihr Tränen in die Augen. Sie zwang sich zu atmen.

Dann begann sich der Raum zu drehen.

Und Laura verlor das Bewusstsein.

Gedämpfte Stimmen drangen durch den Nebel ihres Verstandes. Jemand hielt ihr Riechsalz unter die Nase.

Sie nieste und richtete sich auf.

Eine kräftige Hand stützte ihren Rücken, und derselbe vertraute Duft aus Limette und würzigem Sandelholz umhüllte sie.

Derek.

Er war es, der sie festhielt.

Sie öffnete die Augen und sah, wie er sie mit einem merkwürdigen Ausdruck betrachtete.

In seiner Hand hielt er die individuell angefertigte Halskette mit dem Buchstaben „K“, die sie nie hatte ablegen können.

„Die gehörte meiner Frau“, sagte er mit rauer Stimme.

Dann verhärteten sich

seine Gesichtszüge schlagartig, und Gefahr flackerte in seinen Augen auf, als sich ihre Blicke trafen.

„Wie zum Teufel bist du daran gekommen?“

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