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Stimmen aus der Vergangenheit

last update Last Updated: 29.01.2026 17:21:13

Der nächste Morgen fühlte sich schwerer an, als Mila erwartet hatte. Der Abend im Club hing, ihr noch nach- Elias‘ Blick, der Tanz, diese Gefühle das sie nicht einordnen konnte. Dich heute war kein Platz für Tagträume. Heute fuhr sie zur Klinik um ihre Mutter zu besuchen.

Der Himmel war grau, als sie den Parkplatz erreichte. Mila atmete tief durch, bevor sie ausstieg. Der Geruch von Desinfektionsmittel empfing sie schon im Eingangsbereich, vertraut und gleichzeitig bedrückend. Sie meldete sich an, nickte der Pflegerin zu und ging den langen Flur entlang zu dem Zimmer ihrer Mutter.

Ihre Mutter sass am Fenster, eine Decke über den Knien und den Blick nach draussen gerichtet. Als sie Mila sah, huschte ein schwaches Lächeln über ihr Gesicht.

„Du bist da“, sagte sie leise.

„Natürlich“, antwortete Mila und setzte sich zu ihr. Sie nahm ihre Hand.

Sie war warm aber dünner als früher. „Wie geht es dir heute?“

„Es geht“, sagte ihre Mutter. „Die Tage sind unterschiedlich.“

Sie redeten über Kleinigkeit, über das Wetter und über die Klinik.

Mila erzählte ihrer Mutter von der Arbeit, liess Elias bewusst aus. Ihre Mutter hörte aufmerksam zu, stellte Fragen sie wirkte für einen Moment fast wie früher. Doch dann wurde ihr Blick müde.

„Du musst auf dich aufpassen Mila“, sagte sie plötzlich. „Du trägst zu viel allein.“

Mila schluckte. „Ich schaffe das.“

Nach einer Weile verabschiedete sie sich. Als sie wieder im Auto sass, vibrierte ihr Handy. Eine Nachricht von ihrem Bruder.

Kannst du kurz telefonieren? Hab Neuigkeiten.

Ihr Herz zog sich zusammen. Sie rief ihn sofort an.

„Hey“, sagte sie. „Was ist los?“

Er zögerte kurz. „Es geht um Papa .“

Alleine das Wort liess alte Bilder in ihr hochkommen. Laute Stimmen, Angst und Nächte ohne Schlaf.

„Er ist wieder aufgetaucht“, fuhr ihr Bruder fort. „Er war im Krankenhaus. Leberprobleme. Die Ärzte sagen, es ist ernst.“

Mila schloss die Augen. Sie hatte keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater und doch spürte sie, wie etwas in ihr wankte. Nicht Trauer eher ein dumpfes Ziehen.

„Was willst du jetzt tun?“, fragte sie.

„Ich weiss es nicht“, sagte ihr Bruder ehrlich.

„Ich dachte nur, du solltest es wissen.“

„Danke“, antwortete Mila. „Wirklich.“

Als sie auflegte, blieb sie noch einen Moment sitzen. Die Vergangenheit klopfte an, ohne eingeladen zu sein. Sie wusste nicht, ob sie die Tür öffnen wollte.

Auf dem Heimweg dachte sie an Elias. An seine ruhige Stimm, an die Sicherheit die sie bei ihm gespürt hatte. Es fühlte sich seltsam an, dass genau jetzt wo alte Wunden wieder aufrissen, etwas Neues begann.

Vielleicht konnte man nicht weglaufen vor dem, war war aber vielleicht ja nur vielleicht durfte man trotzdem nach vorne schauen.

Die ganze Fahrt hörte sie Musik, um sich von Elias abzulenken. Jetzt gerade hatte einfach alles gerade keinen Platz, in ihrem Kopf.

Sie wollte einfach keine Gedanken in ihrem Kopf haben, einfach frei sein und die Musik hören.

Sie fragte sich, wie es ihrer Mutter gehen würde, wenn sie die Nachricht über ihren Vater hören würde. Sie glaubte ihrer Mutter würde es damit schlechter gehen.

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