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Unerwartete Nähe

Author: Selisblum
last update publish date: 2026-01-29 08:01:31

Am nächsten Abend stand Mila länger vor dem Spiegel als sonst. Sie wusste nicht genau, warum sie nervös war. Vielleicht weil sie sich darauf freute, einfach nur Mila zu sein- nicht die Frau mit Verantwortung, sondern eine junge Frau die tanzen wollte.

Sie entschied sich für ein schwarzes Kleid, schlicht geschnitten, aber mit einem Rückenausschnitt der ihr Selbstbewusstsein leise unterstrich. Ihre Haare liess sie offen, nur leicht gewellt. Als sie sich ein letztes Mal betrachtete. lächelt sie zaghaft.

,,Für heute darfst du loslassen", murmelte sie zu ihrem Spiegel.

Unten wartete bereits Kira und ihren Freund Luca im Auto. Die Musik war laut aufgedreht, die Stimmung ausgelassen.

Kira drehte sich zu Mila um. als sie einstieg und musterte sie von oben bis unten.

,,okay", sagte sie anerkennend. ,,Wenn dich heute niemand anspricht, fress ich meine Schuhe."

Mila lachte. ,,Ich bin nicht hier, um jemanden kennenzulernen."

,,Sagt jede", grinste Luca und lenkt den Wagen richtung Innenstadt.

Der Club war schon von weiten zu hören.

Dumpfe Bässe vibrierten durch die Strassen, Lichter blitzten hinter den Fenstern.

Drinnen war es warm , voll und lebendig. Menschen lachten, tanzten und riefen sich etwas zu.

Mila spürte, wie die Musik ihren Körper erreichte, wie die Anspannung der Woche langsam von ihr abfiel.

Sie bestellte einen Drink an der Bar. Mila nahm einen Schluck, drehte sich um- und blieb abrupt stehen.

Elias.

Er stand nur wenige Schritte entfernt, in Jeans und dunklem Shirt. Kein Anzug, kein Chef nur ein Mann.

Seine Tattoos waren deutlich zu sehen, sein braunes Haar wirkten unordentlich, fast wild. Als er sie entdeckte, weiteten sich seine Augen leicht, dann lächelt er.

,,Mila? Das ist… unerwartet.“

„Elias“, sagte sie ebenso überrascht.

„Ich hätte dich hier nicht erwartet.“

„Ich mich auch nicht“, gab er zu. „Aber meine Freunde haben mich mitgeschleppt.

Sie lachte. Es war kein peinliches Lachen, eher eines, das sofort Nähe schuf. Sie setzten sich nebeneinander an die Bar, bestellten neue Drinks.

Die Musik war laut, doch sie beugten sich zueinander, um sich zu verstehen - und kamen sich dabei unweigerlich näher.

Elias erzählte von seinem Studium, von den Erwartungen seines Vaters, davon wie schwer es manchmal sei, immer „der Brandt-Sohn“ zu sein.

Mila hörte aufmerksam zu, überrascht von seiner Offenheit. Sie erzählt ihm von ihrem Umzug, von der Wohngemeinschaft, von den Gefühlen sich alles selbst erarbeitet zu haben.

„Du bist stärker als du denkst“, sagte Elias irgendwann leise.

Diese Worte trafen sie unerwartet.

Mila wusste nicht, was sie antworten solle, also lächelte sie nur und nippte an ihrem Glas.

Nach einer Weile kehrte sie zu Kira und Luca zurück die sie mit hochgezogenen Augenbrauen erwartet.

„Sag bitte, dass ich mir das nicht einbilde“, sagte Kira. „ Das war doch Elias Brandt oder?“

„Ja“, gab Mila zu.

„Mila“ hauchte Kira dramatisch. „Dieser Mann ist heiss. Illegal heiss.“

Luca schaute Kira mit einem wütenden Blick an.

Mila schüttelte lachend den Kopf. „Hör auf.“

Sie gingen auf die Tanzfläche. Die Musik war schneller, die Menge dicht. Mila liess sich treiben, schloss kurz die Augen und bewegte sich im Rhythmus. Für einen Moment vergass sie alles . Doch dann spürte sie eine Hand an ihrer Hüfte. Zu fest und zu fremd.

Ein Mann beugte sich zu ihr, sagte etwas unverständliches, zu nah an ihrem Ohr.

Mila wich zurück.

„Lass das“, sagte sie bestimmt.

Der Mann lachte nur und kam erneut näher.

Plötzlich war da eine andere Präsenz. Eine Hand griff nach dem Arm des Fremden, zog ihn weg.

Mila stand da, ihr Herz klopfte. Elias wandte sich zu ihr.

„Alles okay?“

Sie nickte. „Danke. Wirklich.“

Die Musik wechselte. Ein langsamer Song begann.

Elias hielt kurz inne, dann streckte er ihr die Hand entgegen. „Tanz mit mir .“

Mila zögerte nur einen Augenblick, dann legte sie ihre Hand in seine. Auf der Tanzfläche zog er sie sanft näher.

Seine Hand lag sicher an ihrem Rücken, nicht fordernd, nur schützend.

Sie spürte seine Wärme, seinen ruhigen Atem. Alles andere verschwamm.

Die Musik, die Menschen- es gab nur sie beide.

Ihr Herz schlug schneller. Nicht aus Angst, sondern aus etwas anderem. Etwas, das sie lange nicht gefühlt hatte. Hoffnung, Nähe vielleicht sogar mehr.

Als der Song endete, löste sich Elis langsam von ihr, als fiele es auch ihm schwer.

„Ich muss, zurück zu meinen Kumpels“, sagte er leise. „Aber… Ich bin froh, dass ich heute hier war.“

„Ich auch“, antwortete Mila ehrlich.

Sie sah ihm nach, wie er in der Menge verschwand. Kira trat neben sie.

„Okay“, sagte sie. „Jetzt darfst du es zugeben. Da ist was zwischen euch.“

Mila sagte nichts. Sie lächelte nur.

Später, als sie den Club verliessen und die kühle Nachtluft sie empfing, gingen Mila , Kira und Luca langsam nachhause. Die Stadt war ruhiger, die Gedanken lauter.

Mila wusste eins ganz sicher:

Dieser Abend war kein Zufall.

Und Elias Brandt war dabei, etwas in ihr zu verändern, von dem sie dachte es sei längst verloren.

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