LOGINKapitel 82: Was die Zelle mitanhörteEMMA„Du darfst darin nicht so gut sein“, sagte ich zu Jake, mit Sand zwischen den Zähnen und einem Fisch-Taco in der Faust.Es war Montag, und die Hafenmauer gehörte uns.Auf seinem Knie balancierte eine Papiertüte voller Tacos. Er hatte den alten Mann am Imbissstand bestochen, damit wir auch nach Ladenschluss noch dort essen durften.Jetzt grinste er mich an, als hätte ich ihm gerade das schönste Kompliment der Welt gemacht.„Worin gut?“„In Dates. Du bist sogar mit Servietten aufgetaucht.“„Rosie brauchte die jedes Mal“, sagte er. „Also habe ich gelernt, immer welche dabeizuhaben. Klebrige Hände sind ein Naturgesetz.“Mit dem Daumen wischte er mir etwas scharfe Soße vom Kinn.Schnell.Fast so, als wäre es ihm peinlich, dabei erwischt zu werden, wie sehr er sich um mich kümmerte.„Dienstag ist Adrian dran. Mittwoch Liam. Ich habe auf den Plan geschaut.“„Es gibt einen Plan?“„Liam hat einen gemacht.“---Am Dienstag machte Adrian um neun Uhr aben
Kapitel 81: Der erste SpatenstichEMMA„Seit der Kurier gegangen ist, trage ich einen Brief in meiner Jackentasche mit mir herum. Und ich möchte, dass du davon erfährst, statt später wütend zu werden, wenn du es selbst herausfindest.“Adrian stand am Fuß der Treppe zum Cottage, die Hand flach gegen seine Brust gedrückt, genau über der Tasche.Das Licht hinter ihm hatte die Farbe von dünnem Tee angenommen.Ich saß auf der Veranda, die graue Decke um meine Schultern gelegt und eine Tasse Kaffee in der Hand, von der ich noch keinen Schluck getrunken hatte.„Setz dich“, sagte ich. „Wütend sein ist einfacher, wenn du nicht so über mir aufragst.“Er setzte sich auf die oberste Stufe, vorsichtig einen guten Schritt von mir entfernt.Zwischen seiner Socke und dem Hosenbein war noch immer der helle Streifen an seinem Knöchel zu sehen.„Das städtische Krankenhaus hat mir ein offizielles Angebot geschickt“, sagte er. „Das, von dem ich dir damals auf der Landzunge erzählt habe. Ich habe dreißig T
Kapitel 80: Die Nummer ihrer MutterEMMA„Da steht Mom“, sagte ich. „Die Nachricht kam von der Nummer meiner Mutter.“Wir standen noch immer im Flur des Gerichtsgebäudes.Adrian war frei. Seine Fußfessel wurde gerade in einem Büro am Ende des Flurs entfernt.Und keiner von uns hatte sich bewegt, seit ich die Nachricht laut vorgelesen hatte.Ich hielt mein Handy hoch.Über den Worten:Und jetzt frag Margaret, wer im Raum war, als du seinen Namen ausgesprochen hast.… stand der Kontaktname, den ich selbst eingespeichert hatte, in der Woche, in der ich achtzehn geworden war.„Erklär mir das mal“, sagte Jake. „Wie kann eine tote Frau eine funktionierende Telefonnummer haben?“„Mein Vater hat ihren Anschluss nie kündigen lassen“, sagte ich.Und plötzlich erinnerte ich mich wieder daran, wie ich das herausgefunden hatte.Es war an meinem neunzehnten Geburtstag gewesen.Ich hatte aus meinem Studentenwohnheim ihre Nummer gewählt.Ich hatte nicht erwartet, dass jemand abnehmen würde.Aber natü
Kapitel 79EMMA„Du trägst das dunkelblaue Kleid“, sagte Adrian so leise, dass nur ich ihn hören konnte. „Seit drei Tagen überlege ich, wie ich dir sagen soll, dass ich mich darauf gefreut habe, dich an diesem großen Tag darin zu sehen.“Wir standen auf den Stufen des Gerichtsgebäudes und warteten darauf, dass die Türen geöffnet wurden.Seine Fußfessel war vorhin im Flur an der Kante einer Bank hängen geblieben. Er hatte angehalten und sie mit der Geduld eines Mannes befreit, der gelernt hatte, sich dafür nicht mehr zu schämen.„Das Kleid ist wirklich schön“, sagte ich.Er lachte leise.„Ich schätze, ich habe immer noch ein gutes Auge für solche Dinge“, sagte er. „Das ist eine besondere Gabe, finde ich. Nicht alle Männer wissen, wie man Sachen für Frauen aussucht.“„Das stimmt allerdings. Danke.“Meine Stimme klang dünner, als ich beabsichtigt hatte.Das Kleid saß an der Taille lockerer als bei der ersten Anprobe.Das war mir heute Morgen bereits vor dem Spiegel aufgefallen.„Sag mir
Kapitel 78: Das endgültige UrteilEMMA„Du trägst das dunkelblaue Kleid“, sagte Adrian so leise, dass nur ich ihn hören konnte. „Seit drei Tagen überlege ich, wie ich dir sagen soll, dass ich mich darauf gefreut habe, dich an diesem großen Tag darin zu sehen.“Wir standen auf den Stufen des Gerichtsgebäudes und warteten darauf, dass die Türen geöffnet wurden.Seine Fußfessel war vorhin im Flur an der Kante einer Bank hängen geblieben. Er hatte angehalten und sie mit der Geduld eines Mannes befreit, der gelernt hatte, sich dafür nicht mehr zu schämen.„Das Kleid ist wirklich schön“, sagte ich.Er lachte leise.„Ich schätze, ich habe immer noch ein gutes Auge für solche Dinge“, sagte er. „Das ist eine besondere Gabe, finde ich. Nicht alle Männer wissen, wie man Sachen für Frauen aussucht.“„Das stimmt allerdings. Danke.“Meine Stimme klang dünner, als ich beabsichtigt hatte.Das Kleid saß an der Taille lockerer als bei der ersten Anprobe.Das war mir heute Morgen bereits vor dem Spiegel
Kapitel 77: Was aus ihnen wird, wenn es darauf ankommtEMMADie Scheinwerfer gehörten zur Polizei.Zwei Wagen statt einem.Und für einen Moment erfüllte mehr Lärm den Hof, als er die ganze Nacht über gehört hatte.Funkgeräte knisterten.Autotüren schlugen zu.Jemand rief, dass alle genau dort bleiben sollten, wo sie waren.Ein Polizist erreichte Voss als Erster.Er kniete sich neben Jake und Adrian, zog bereits die Handschellen von seinem Gürtel, noch bevor die beiden Voss vollständig losgelassen hatten.„Wir haben ihn“, sagte der Beamte. „Sie können jetzt zurücktreten.“Keiner der beiden bewegte sich sofort.Adrians Hand blieb eine Sekunde länger als nötig um Voss' Handgelenk geschlossen.Als müsste ein Teil von ihm erst spüren, dass der Polizist wirklich zugegriffen hatte, bevor er glauben konnte, dass es vorbei war.„Sir.“Die Stimme des Beamten wurde etwas schärfer.„Treten Sie zurück.“Adrian ließ los.Er setzte sich auf seine Fersen ins feuchte Gras und atmete schwer.Und erst d
Kapitel 7 Willkommen im Kampf, Emma. Ein Handy summte. Es war Liams Handy. Sein Gesichtsausdruck verdüsterte sich, als er auf sein Handy starrte. „Es hat angefangen. David hat gerade etwas in den sozialen Medien gepostet. Er bezeichnet dich als labil und behauptet, du hättest ihn letzte Nacht ang
Kapitel 3 Seaside Manor. „Ich bin Liam Hart. Ich war der Geschäftspartner deiner Mutter.“ Er starrte mich an, als hätte er einen Geist gesehen. „Du solltest heute eigentlich heiraten.“Die Welt kippte zur Seite. „Du kanntest meine Mutter?“„Ich kannte deine ganze Familie. Ich bin Architekt. Deine
Kapitel 2 Eine neue Art von Leben. Das Lächeln erstarrte auf seinem Gesicht. „Was?“„Ich will dich nicht heiraten. Ich glaube, das wollte ich nie. Ich glaube, ich wusste einfach nicht, wie ich Nein sagen sollte.“Sein Gesichtsausdruck veränderte sich und verhärtete sich zu etwas Hässlichem. „Du h
KAPITEL 1 NeuanfangEMMADas Champagnerglas lag schwer in meiner Hand. Ich starrte auf die Bläschen, die an die Oberfläche stiegen – winzige, perfekte Kugeln, die nach oben schossen, als könnten sie es kaum erwarten, zu entkommen. Ich wusste genau, wie sie sich fühlten.„Emma, Liebes, du scheinst







