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Kapitel 221 : Die Erinnerung

Author: Déesse
last update publish date: 2026-09-13 08:58:12

Er nimmt mich wieder. Und wieder. Und wieder. Bis ich nicht mehr weiß, wo er endet, wo ich beginne, wo wir uns ineinander verlieren.

Meine Finger dringen tiefer ein. Die Hitze steigt, der Kopf dreht sich, die Bilder ziehen vorbei.

Das letzte Mal.

Es war in unserem Schlafzimmer, vor Monaten, vor dem Unfall, vor Valentina, vor dem Ende. Er war anders an diesem Abend. Sanfter. Langsamer. Seine Hände streichelten, statt zu schlagen, seine Lippen berührten, sta
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  • Im Schatten deines Hasses   Kapitel 221 : Die Erinnerung

    Er nimmt mich wieder. Und wieder. Und wieder. Bis ich nicht mehr weiß, wo er endet, wo ich beginne, wo wir uns ineinander verlieren.Meine Finger dringen tiefer ein. Die Hitze steigt, der Kopf dreht sich, die Bilder ziehen vorbei.Das letzte Mal.Es war in unserem Schlafzimmer, vor Monaten, vor dem Unfall, vor Valentina, vor dem Ende. Er war anders an diesem Abend. Sanfter. Langsamer. Seine Hände streichelten, statt zu schlagen, seine Lippen berührten, statt zu beißen.— Was ist mit dir? frage ich.— Nichts. Ich will nur... ich will, dass es anders ist.— Warum?— Weil ich dich liebe. Weil ich Angst habe. Weil...Er hat seinen Satz nicht beendet. Ich habe ihn geküsst, um ihn zum Schweigen zu bringen. Ich wollte den Rest nicht hören. Ich wollte nicht wissen, dass er bereits woanders war, bereits bei ihr, bereits für mich verloren.Er nahm mich mit einer Zärtlichkeit, die ich nicht von ihm kannt

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    ChiaraDas Morgenlicht dringt nie in diesen Keller. Es gibt nur die Glühbirne, diese gelbe Glühbirne, die surrt und flackert, die erleuchtet ohne zu wärmen, die wach hält ohne zu wärmen. Aber ich weiß, dass es Morgen ist, weil ich die Wachen höre, die die Posten wechseln, ihre Schritte im Korridor, ihre Stimmen, die sich entfernen, ihr Lachen, das gegen die Betonwände hallt.Antonio ist auf Wache. Ich weiß es, weil seine Schritte leichter sind als die der anderen, weil er ein wenig vor meiner Tür verweilt, weil ich seinen Atem höre, wenn er anhält, um zu lauschen.— Antonio, sage ich.Stille. Dann seine Stimme, zögernd, durch die Tür.— Señora?— Ich habe Durst.Er zögert. Ich höre ihn das Für und Wider abwägen, die Risiken messen, die Konsequenzen einschätzen. Das letzte Mal hat er fast Ärger bekommen. Das letzte Mal haben seine Vorgesetzten ihm gesagt, er solle nicht mehr in meine Zelle gehen. Das letzte Mal

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    Antonio nähert sich. Ein Schritt. Zwei Schritte. Seine Hand legt sich auf meine Schulter, zögernd, ungeschickt, fast zärtlich.— Es tut mir leid, señora.— Nenn mich nicht señora. Nenn mich Chiara. Nur Chiara. Für diese Nacht. Damit ich mich daran erinnere, dass ich einen Namen habe. Dass ich jemand war. Dass ich existiert habe, bevor er mich eingesperrt hat.— Chiara, sagt er leise.Der Klang meines Namens in seinem Mund macht etwas mit mir. Ein Schauer, eine Wärme, ein Ding, das ich seit so langer Zeit nicht mehr kenne.— Bleib, Antonio. Nur ein wenig. Nur lange genug, damit ich nicht verrückt werde. Nur lange genug, damit ich schlafen kann.— Ich kann nicht. Meine Vorgesetzten...— Deine Vorgesetzten werden es nicht erfahren. Du bist freundlich, Antonio. Du bist gut. Du bist alles, was er nicht ist. Alles, was ich nie hatte.Ich lege meine Hand auf seine. Meine blutige Hand auf seine junge, saubere,

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