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Kapitel 253 : Die Abfahrt

Author: Déesse
last update publish date: 2026-09-27 08:12:16

Diego

Der Zug verschwindet in der Ferne. Das Geräusch der Räder auf den Schienen verklingt, ersetzt durch die Stille des Bahnhofs, durch die fernen Ansagen, durch die Schritte der Reisenden, die ihr Leben weiterleben, als ob nichts geschehen wäre.

Als ob mein Leben nicht gerade zum Stillstand gekommen wäre.

Ich bleibe reglos auf dem Bahnsteig stehen. Meine Füße sind wie auf den Beton geschweißt, meine Arme hängen schlaff an meinem Körper, meine Augen sind
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    DiegoDer Zug verschwindet in der Ferne. Das Geräusch der Räder auf den Schienen verklingt, ersetzt durch die Stille des Bahnhofs, durch die fernen Ansagen, durch die Schritte der Reisenden, die ihr Leben weiterleben, als ob nichts geschehen wäre.Als ob mein Leben nicht gerade zum Stillstand gekommen wäre.Ich bleibe reglos auf dem Bahnsteig stehen. Meine Füße sind wie auf den Beton geschweißt, meine Arme hängen schlaff an meinem Körper, meine Augen sind auf den Punkt gerichtet, wo der Zug verschwunden ist. Ich kann mich nicht bewegen. Ich kann nicht denken. Ich kann nichts anderes tun, als hier zu bleiben, leer, hohl, innerlich tot.Sie ist gegangen.Sie ist wirklich gegangen.Ich habe sie eingeholt, ich habe sie festgehalten, ich habe sie angefleht. Ich habe ihr den Mond versprochen, einen anderen Mann, ein anderes Leben. Ich bin vor ihr auf die Knie gefallen, vor all diesen Unbekannten, vor der ganzen Welt. Ich habe

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    ValentinaDer Zug fährt. Die Schienen gleiten unter den Waggons dahin, schnell, regelmäßig, hypnotisch. Das Geräusch ist ein dumpfes Grollen, das in meiner Brust vibriert, in meinen Knochen widerhallt, mich am Denken hindert. Oder vielleicht bin ich es, die sich am Denken hindert, die die Bilder, die Erinnerungen, die Worte, die er gesagt hat, zurückdrängt.Diego auf den Knien auf dem Bahnsteig.Diego, der mich anfleht.Diego, der weint.Ich schließe die Augen. Ich will das nicht sehen. Ich will mich nicht daran erinnern. Aber die Bilder sind da, eingraviert hinter meinen Lidern, unauslöschlich, unerträglich.— Du wirst dich nie ändern, Diego.Die Worte, die ich gesagt habe, hallen in meinem Kopf wider, immer wieder, wie ein Urteil, wie eine Verdammung, wie eine Wahrheit, vor der ich nicht fliehen kann.— Du wirst dich nie ändern.Ich habe sie für mich genauso gesagt wie für ihn. Um mich zu üb

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    Sie schaut mich an. Ihre Augen sind voller Tränen, aber auch voller etwas anderem. Etwas, das wie Mitleid aussieht. Oder vielleicht wie Müdigkeit. Eine immense, unendliche Müdigkeit, die auf ihren Schultern lastet und ihre Züge vertieft.— Es ist nicht an mir, dir einen Grund zum Weitermachen zu geben, Diego. Du musst ihn in dir selbst finden. Du musst dich selbst retten. Ich kann das nicht für dich tun. Ich habe es versucht. Ich habe es so sehr versucht. Und ich hätte mich dabei fast selbst verloren.— Dann versuchen wir es zusammen. Fangen wir von vorne an. Vergessen wir alles, was passiert ist. Vergessen wir Chiara, vergessen wir die Rache, vergessen wir die Gewalt. Lass uns weit weg von hier gehen, wir beide. Lass uns ein neues Leben beginnen, an einem Ort, wo niemand uns kennt, wo niemand uns etwas antun kann.— Es sind nicht die anderen, die uns etwas antun, Diego. Wir sind es. Du bist es. Es ist das, was du bist.— Dann sag mir, was ic

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