In den Händen eines Monsters

In den Händen eines Monsters

last updateLast Updated : 2026-08-11
By:  Aurora Narzissa Updated just now
Language: Deutsch
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In the Hands of a Monster Catch Me If You Dare „Du magst es doch, von mir in den Wahnsinn getrieben zu werden ..." Er hat das Geld, die unbegrenzte Macht - und ein tödliches Geheimnis im Keller. Lyra führt ein ganz normales, unauffälliges Leben. Doch diese alltägliche Sicherheit zersplittert in tausend Teile, als sie in die Fänge von Killian Cunningham gerät. Der unermesslich reiche Milliardär ist atemberaubend attraktiv und ein Meister der schillernden Fassade. Doch hinter seinen perfekten Zügen und den teuren Maßanzügen verbirgt sich ein eiskalter, unberechenbarer Psychopath. Killian will Lyra nicht einfach nur besitzen. Er will sie brechen. Er will sie unerbittlich an seine dunkle Welt ketten und sie zum wertvollsten Spielball seiner grausamen Phantasien machen. Eingesperrt in seinem goldenen Käfig beginnt für Lyra ein verzweifelter, täglicher Überlebenskampf um ihren Verstand und ihr Herz. Während Killians gefährliche Besessenheit sie immer tiefer in seinen abgrundtiefen Sog zieht, muss Lyra entscheiden, wie viel von sich selbst sie opfern kann - bevor das Monster sie vollkommen verschlingt.

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Chapter 1

Prolog

Man sagt, Monster hätten Hörner.

Man stellt sie sich mit blutverschmierten Händen vor, mit irrem Blick und einem Lächeln, das verrät, was sie sind.

Doch das ist die größte Lüge, die man sich selbst erzählt.

Wahre Monster erkennt man nicht.

Sie tragen maßgeschneiderte Anzüge.

Sie sitzen in den ersten Reihen von Benefizgalas, spenden Millionen für Kinderkliniken und lächeln freundlich in Kameras. Sie schütteln Hände, unterschreiben Verträge und genießen das Vertrauen einer Welt, die nur sehen will, was glänzt.

Niemand fragt sich, weshalb manche Villen Fenster besitzen, hinter denen niemals Licht brennt.

Niemand stellt Fragen, wenn Reichtum jede Tür verschließt.

Und niemand glaubt daran, dass das wahre Grauen hinter einer makellosen Fassade wohnen könnte.

Bis zu jener Nacht.

Bis zu dem Augenblick, in dem sich zwei völlig unterschiedliche Welten begegneten.

Die eine bestand aus Büchern, Stille und dem Wunsch, einfach nur ein gewöhnliches Leben zu führen.

Die andere aus Kontrolle.

Perfektion.

Und einer Dunkelheit, die längst vergessen hatte, was Menschlichkeit bedeutet.

Sie glaubte, sie hätte ihn zufällig getroffen.

Er wusste bereits ihren Namen.

Während sie noch glaubte, selbst über ihr Leben zu bestimmen, hatte er längst begonnen, jeden ihrer Schritte zu beobachten.

Sie war nie Teil eines Zufalls gewesen.

Sie war die letzte Figur auf einem Schachbrett, dessen Spiel längst begonnen hatte.

Und als sie schließlich begriff, wer der Mann vor ihr wirklich war ...

... war die Tür des goldenen Käfigs bereits hinter ihr ins Schloss gefallen.

Das Spiel im Keller

Sie saß gefesselt auf dem Stuhl, die Augen geweitet vor nackter Angst. Jede meiner Bewegungen wurde von ihr fixiert, als hing ihr Leben davon ab. Wahrscheinlich tat es das auch. Langsam, wie ein Wolf, der seine Beute taxiert, kreiste ich um sie herum. Sie war wirklich süß. Kurze braune Haare, die ihr wild im Gesicht klebten, eisblaue Augen und weiche, volle Lippen.

Gestern Nacht war die Welt für sie noch in Ordnung gewesen. Wir hatten im Club die Zeit unseres Lebens gehabt, sie hatte gelacht, mich berührt, konnte die Finger kaum von mir lassen. Doch heute würde nur einer von uns beiden Spaß haben. Ich. Es sei denn, sie entwickelte noch einen ganz besonderen Geschmack für das, was vor ihr lag – aber das bezweifelte ich. Bis jetzt hatte es noch keiner meiner Gäste gefallen. Doch ich ließ mich gerne überraschen.

Ich blieb direkt vor ihr stehen und ging langsam in die Hocke, bis wir auf Augenhöhe waren. Diese Augen... Sie waren so unschuldig blau wie ein wolkenloser Himmel. Fast schon engelhaft. Ein Detail, das ich bei der kommenden Arbeit unbedingt unversehrt erhalten musste.

Die Platzwunde an ihrer Stirn blutete noch immer leicht. Die hatte sie sich selbst zuzuschreiben – wer sich wie eine Furie aufführt und versucht, mir zu entkommen, stolpert nun mal die Kellertreppe hinunter. Ein kleiner Makel, den ich korrigieren würde. Vielleicht mit einer blauen Rose, passend zu ihrem Blick?

Ein einzelner, schwerer Blutstropfen bahnte sich seinen Weg über ihre Wange. Auf ihrer blassen Haut wirkte das dominante Rot wie ein meisterhaftes, düsteres Gemälde. Bei diesem Anblick weiteten sich meine Augen. Eine wunderbare, absolut einzigartige Idee formte sich in meinem Kopf. Sie würde danach noch so viel schöner aussehen als zuvor.

Fasziniert von der Perfektion der Farbe fing ich den Tropfen mit der Kuppe meines Zeigefingers an ihrem Kinn auf. Das Blut rann langsam an meiner Haut hinab, sammelte sich an der Fingerspitze und drohte, auf den kalten Betonboden zu fallen. Das konnte ich nicht zulassen. So etwas Kostbares durfte nicht verschwendet werden.

Ich schloss die Augen und führte den Finger an meine Lippen. Ein feiner, eiserner Geschmack breitete sich auf meiner Zunge aus. Ich war kein Kannibale, aber in diesem Moment war die Versuchung einfach zu groß gewesen.

„Zu schnell vorbei...", raunte ich leise und sah sie wieder an.

Sie zitterte am ganzen Leib, starrte mich flehend an, unfähig zu sprechen. Doch stummes Betteln nützte hier unten nichts. In meinem Reich musste man sich seine Freiheit verdienen.

Ich trat hinter sie, strich ihr die nassen, verschwitzten Strähnen sanft aus dem Gesicht und tupfte das Blut mit einem Tuch behutsam von ihrer Haut.

„Willst du gehen?", flüsterte ich an ihrem Ohr und fuhr mit dem Handrücken über ihre Wange. „Du musst es mir nur sagen."

Sie nickte hastig, fast panisch, und versuchte, sich in ihren Fesseln zu bewegen. Ihr Atem ging flach und schnell, ihr Brustkorb hob und senkte sich in wildem Rhythmus. Sofort spürte ich, wie mein eigener Herzschlag beschleunigte. Diese Aufregung, diese unerträgliche Spannung kurz vor dem Start war wie eine Droge. Jedes Mal verlief es anders. Jedes Mal war ein neues Experiment.

„Ich mache dir ein Angebot, Tessa. Wenn du es schaffst, dich fünf Minuten lang hier unten vor mir zu verstecken, lasse ich dich gehen. Du hast mein Wort darauf, und ein Cross bricht niemals sein Wort." Ich legte meine Hände unter ihr Kinn und zog ihren Kopf sanft, aber bestimmt nach hinten, sodass sie mich ansehen musste. „Aber wenn ich dich finde..." Meine Lippen streiften hauchzart die empfindliche Haut an ihrem Hals. „...gehörst du mir. Für immer. Nehmen wir den Deal an?"

Sie schwieg. Ein kläglicher Versuch, trotzig zu sein.

Ich fuhr mit den Fingern langsam an ihrer Kehle hinab. „Oder willst du mir lieber jetzt schon ganz gehören?"

Sofort schüttelte sie wild den Kopf und heiße Tränen schossen ihr in die Augen. Ein leiser Stich traf meine Brust.

„Nicht weinen, mein Engel. Das ertrage ich nicht", raunte ich aufrichtig betrübt und zog mit einem schnellen Ruck das Klebeband von ihrem Mund. „Die Regeln sind denkbar einfach. Du kannst das schaffen. Du musst nur klug sein."

„Bitte... bitte tu mir nichts", flüsterte sie mit brüchiger Stimme.

Ich antwortete nicht. Stattdessen zog ich mein Messer und schnitt mit einer fließenden Bewegung die Seile an ihren Handgelenken durch, hielt sie aber noch im Griff.

„Drei. Zwei. Eins. Lauf."

Ich ließ sie los. Sie sprang auf und stürmte wie eine gehetzte Gazelle aus dem Raum. Ein heftiges Kribbeln erfasste meine Fingerspitze, mein Puls raste vor Vorfreude. Es geht los.

Um mein Hemd nicht zu ruinieren, zog ich es aus und legte es ordentlich auf den Tisch. Mir war völlig klar, wie dieses Spiel enden würde, aber der Jagdinstinkt war einfach zu befriedigend. Ich strich mit den Fingerspitzen über die Werkzeuge, die aufgereiht vor mir lagen, und ließ sie auf der letzten, schmalen Klinge ruhen. Ich hob das Skalpell an. Es war so scharf, dass es ein Haar in der Luft spalten konnte. Perfekt.

Ich legte es zurück und kreiste kurz mit dem Nacken, um die Anspannung abzuschütteln.

„Hilfe! Ist da jemand?! Bitte, helft mir!", gellte ihr Schrei durch die Gänge.

Ich sah zur offenen Tür und seufzte leise. Sie schrie, anstatt leise zu sein und ein Versteck zu suchen. Damit waren ihre Überlebenschancen gerade gegen null gesunken. Ein amüsiertes Lachen entwich meiner Kehle. Sie war genau wie die anderen vor ihr. Die Aufgabe war so simpel, der Preis – ihr Leben – so unendlich hoch, und doch scheiterten sie alle an ihrer eigenen Panik.

Kopfschüttelnd setzte ich mich auf den leeren Stuhl, schloss die Augen und lauschte. Ich sog die nackte Angst in ihrer Stimme förmlich auf. Je näher ich ihr gleich kommen würde, desto mehr würde ihre Hoffnung sterben.

Ich öffnete die Augen, rieb mir voller Vorfreude die Hände und stand auf.

„Tessa!", rief ich mit singender, spielerischer Stimme in die Dunkelheit des Flurs. „Ich komme jetzt, Süße!"

Schlagartig verstummten ihre Schreie. Endlich hatte sie begriffen. Grinsend trat ich auf den Flur und suchte nach Spuren. Mein Keller unter der Villa war riesig, ein Labyrinth aus Beton und Rohren, aber sie hatte mir einen direkten Wegweiser hinterlassen.

„Tick-Tack, Tessa. Die Zeit läuft ab", rief ich, während ich den dunklen Tropfen auf dem Boden folgte. Sie war ein wunderschönes Exemplar. Sie würde sich hervorragend in meiner Sammlung machen.

„Bitte nicht!"

Ein metallisches Scheppern verriet sie endgültig. Natürlich hatte sie versucht, den Ausgang zu nehmen. Doch die schwere Stahltür war verriegelt – es war ein absolut vorhersehbarer Anfängerfehler. Als sie mich am Ende des Ganges um die Ecke biegen sah, verlor sie endgültig den Verstand. Sie trat gegen die Tür, schlug wild dagegen und schrie sich die Seele aus dem Leib.

Ich ging vor ihr in die Hocke und warf einen Blick auf meine Armbanduhr.

„Nur noch 137 Sekunden, Tessa...", sagte ich leise und sah in ihre tränenüberströmten Augen. „Du hättest es fast geschafft. Dann wäre alles vorbei gewesen."

„Tu mir das nicht an... bitte...", wimmerte sie und drückte sich so flach es ging gegen die Wand.

„Tu mir das nicht an?", wiederholte ich grinsend. „Wir hatten eine Abmachung. Du gehörst jetzt mir. Und ich muss dir einfach weh tun."

Als ich nach ihrem Haar griff, mutierte ihre Angst zu purer, wilder Hysterie. Sie schlug um sich, kratzte und trat.

„Wir hatten einen Deal!", zischte ich genervt, packte sie fester am Schopf und zerrte sie zurück in den Arbeitsraum. „Ich halte mich an die Regeln, also tust du es verdammt noch mal auch!"

„Fick dich!", schrie sie gellend und riss ihre Fingernägel über meinen Arm.

Ich stieß sie auf den Boden, warf mich über sie und drückte sie mit meinem Gewicht nieder. „Wehr dich ruhig weiter. Das macht es mir nur leichter, dich zu brechen, Tess."

Mit einer Hand fixierte ich ihre Handgelenke über ihrem Kopf, während ich mit der anderen die schweren Handschellen aus meiner Tasche zog und sie ihr umlegte. Sie wand und wehrte sich wie ein gefangenes Tier unter mir.

„Du verfluchter Mistkerl! Ich hasse dich! Ich hasse dich!"

„Ich weiß, mein Engel." Ich klinkte die Kette in die Schellen ein. „Erst kommt die Verzweiflung, dann die Wut. Aber gleich wirst du wieder um Gnade winseln."

Ich stand auf, packte das Ende der Kette an der Wandhalterung und zog sie straff. Innerhalb weniger Sekunden wurde Tessa nach oben gezogen, bis ihre Füße den Boden kaum noch berührten. Sie hing genau so an der Decke, wie ich es mir vorgestellt hatte. Sie schrie mir weitere Beleidigungen entgegen, doch das prallte an mir ab. Es löschte nur den letzten, winzigen Funken Mitleid, den ich vielleicht noch in mir getragen hatte.

„Du hast wirklich schöne Kurven, Tessa", sagte ich anerkennend und musterte sie. „Eigentlich hatte ich gestern Abend eine andere im Visier. Aber nach dieser Nacht war ich froh, mich für dich entschieden zu haben."

„Fick dich! Ich hoffe, du stirbst qualvoll! Du mieses, dreckiges Schwein! Sie werden mich suchen! Sie werden dich finden!"

„Gestern Nacht fandest du mich aber gar nicht so ekelhaft", entgegnete ich grinsend und trat dicht an sie heran. „Da hast du mich geküsst, hast dich von mir ausziehen lassen und..."

Weiter kam ich nicht. Mit einem hasserfüllten Blick spuckte sie mir mitten ins Gesicht.

Jede Spur von Amüsement wich augenblicklich aus meinen Zügen. Meine Mundwinkel sackten ab, mein Kiefer mahlte. Nicht gut. Ganz und gar nicht gut.

Mit eisigen, zusammengepressten Lippen ging ich zum Tisch, nahm mein abgelegtes Hemd und wischte mir langsam die Spucke von der Wange. Das hatte sie nicht wirklich getan.

Als sie sah, wie sich meine Aura veränderte, wich die Wut sofort wieder der Panik. „E-Es tut mir leid! Bitte... ich wollte das nicht! Bitte!"

Ich warf das Hemd achtlos in die Ecke und verschränkte die Arme vor der Brust. Ein kaltes, humorloses Lächeln stieg in mir auf. „Eine Entschuldigung? Das überrascht mich jetzt aber bei dir." Ich trat langsam hinter sie, so nah, dass sie meinen Atem im Nacken spüren konnte. „Schön. Ich nehme sie an. Ich verzeihe dir deine Worte..."

Ich packte sie schlagartig bei den Haaren und riss ihren Kopf nach hinten, sodass meine Augen direkt in ihre vor Entsetzen geweiteten Pupillen starrten. „Aber mich spuckt niemand ungestraft an."

Ich ließ sie los, ging rüber zum Metalltisch, suchte in einer der Schubladen und zog Nadel und dickes, schwarzes Garn heraus.

Damit kann sie mich nicht mehr anspucken, dachte ich wütend, während ich mit langsamen Schritten zu Tessa zurückkehrte.

Ihre Augen weiteten sich vor blankem Entsetzen, als sie die Nadel in meiner Hand aufblitzen sah. „N-Nein! Bitte nicht!", wimmerte sie panisch und schüttelte hektisch den Kopf. „Ich habe mich doch entschuldigt! Was willst du denn noch?!"

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, packte ich ihren Kiefer mit eisernem Griff und hielt ihr die Nadel direkt vor die Augen.

„Siehst du das?! Du solltest jetzt verdammt noch mal stillhalten. Sonst rutsche ich aus und treffe etwas anderes", knurrte ich wütend. „Deine Entschuldigung habe ich akzeptiert. Aber eine Lektion musst du trotzdem lernen, und das geht nun mal nur so."

„Bitte... Bitte, ich tu das nie wieder!", presste sie mühsam hervor, während meine Finger unbarmherzig in ihre Wangen schnitten.

Diese eisblauen Augen... Sie hatten wirklich eine fast magische Wirkung, aber ich durfte mich jetzt nicht ablenken lassen.

„Pshh...", raunte ich leise und strich ihr beruhigend über die Wange. Es ist nur eine kleine Lektion... Sie wird das schon überstehen. „Ich weiß, ich weiß... Aber..." Ich glitt mit dem Daumen sanft über ihre bebenden, weichen Lippen. „Du solltest wirklich nachdenken, bevor du handelst."

Gewaltsam drückte ich ihr den Mund zu und setzte die scharfe Nadelspitze an ihrer Haut an. Tessa strampelte wild mit den Beinen, versuchte verzweifelt gegen meinen Griff anzuschreien, doch ich war unendlich viel stärker als sie. Die Nadel bohrte sich durch das Gewebe ihrer Lippen, und ein erster, perfekter Tropfen Blut quoll hervor. Nur Sekunden später verdrehte sie die Augen und verlor das Bewusstsein.

Perfekt. Jetzt konnte ich in aller Ruhe und Gelassenheit mein Werk vollenden.

Minutenlang arbeitete ich hochkonzentriert, bis ich den Faden mit einem sauberen Knoten fixierte. Grinsend schnitt ich das Garn ab und trat einen Schritt zurück, um das Ergebnis zu bewundern. Die feinen, zickzackförmigen Stiche hielten ihre Lippen unbarmherzig zusammen. Dunkle Blutrinnsale suchten sich ihren Weg an ihrem Kinn vorbei, hinab über ihren Hals direkt in ihr Dekolleté – ein atemberaubendes, lebendiges Kunstwerk. Ich hätte stundenlang so dastehen und es betrachten können, aber ich musste weitermachen. Wenn sie erst fertig präpariert war, würde sie einen hervorragenden Platz bei den anderen in meiner Sammlung bekommen.

Ihre Augenlider flatterten leicht. Langsam hob sie den Kopf. Sobald Tessa begriff, was geschehen war, schossen ihr erneut Tränen in die Augen, und sie starrte mich mit purem, brennendem Hass an.

Ich schlenderte grinsend zurück zum Tisch und deutete mit einer einladenden Handbewegung auf meine ausgelegten Werkzeuge. „Wie wäre es zur Abwechslung mit einem kleinen Spiel?", murmelte ich eher zu mir selbst und hob eine schwere Machete an. Ich hatte sie erst vor Kurzem frisch geschliffen; sie lag perfekt und schwer in meiner Hand. „Weißt du was? Du darfst heute entscheiden, womit wir weitermachen. Fangen wir mit dem Prachtstück hier an. Was hältst du von einer frisch geschliffenen Machete?"

Sie schüttelte panisch den Kopf, und durch die verschlossenen Lippen drangen nur gedämpfte, unverständliche Laute. Wahrscheinlich das übliche „Tu das nicht, es tut mir leid"-Gewimmer.

Seufzend betrachtete ich die Klinge ein letztes Mal, bevor ich sie zurücklegte. Schade. Mit der Machete hätte ich ihren Körper so wunderschön verzieren können. Aber wir haben ja noch genug Auswahl.

„Hm...", ich tippte mir nachdenklich ans Kinn. „Wie wäre es mit... ah!" Mit einem breiten Grinsen griff ich nach der Knochensäge. „Wie sieht es hiermit aus?" Hoffnungsvoll blickte ich sie an. Es gab kaum ein besseres Werkzeug für eine saubere Demontage.

Wieder schüttelte sie wild den Kopf und ruinierte meinen Entwurf. Genervt griff ich nach einer schweren Gartenschere. „Das hier?"

Tessas Blick glitt nach unten. Sie starrte stur auf den Betonboden und ignorierte mich einfach.

Ich verschränkte unzufrieden die Arme vor der Brust. „Hör auf, mich zu ignorieren, und such dir endlich etwas aus! Du hast das Spiel verloren, also sei wenigstens eine faire Verliererin. Oder soll ich die Entscheidung für dich treffen?"

Sofort schoss ihr Kopf nach oben, und sie sah mich flehend an.

„Na also, geht doch. Machen wir es einfach: Hammer oder Bohrer? Zweimal Kopfschütteln heißt beides nein."

Sie schüttelte hastig zweimal den Kopf.

Na gut, dann muss ich dich wohl austricksen. Ich griff nach einem schmalen, eleganten Skalpell und hielt es hoch. „Wie wäre es damit?"

Tessa schloss die Augen, nickte leicht und fing wieder an, lautlos zu weinen. Für einen Moment sah es aus, als würde sie beten. Ich hielt inne und beobachtete sie fasziniert.

„Das wird dir hier unten nicht helfen, mein Engel", flüsterte ich, während ich langsam wieder auf sie zutrat. „Es gibt keinen Gott. Und selbst wenn es einen gäbe – aus diesem Keller holt er dich nicht mehr heraus."

Als sie die Augen öffnete, spiegelte sich darin eine Mischung aus tiefer Trauer und ohnmächtiger Wut. Grinsend baute ich mich vor ihr auf. „Ein guter Freund hat dieses Messer extra für mich anfertigen lassen."

Während ich sprach, glitten meine Augen über ihren Körper auf der Suche nach der perfekten Stelle für den ersten Schnitt. „Es ist süß, dass du dachtest, das kleinste Messer wäre die schmerzfreieste Wahl. Aber leider war das eine Fehlentscheidung."

Ihre Pupillen folgten jeder meiner Handbewegungen mit nackter Panik.

Ich strich sanft über ihren flachen Bauch. Ihr Top war durch das Zappeln nach oben gerutscht; das glitzernde Bauchnabelpiercing sah verdammt sexy aus. „Nicht hier...", murmelte ich leise. „Dieses Messer ist extrem scharf, Tessa. Wenn ich dich schneide, spürst du den Schmerz nicht sofort. Erst verzögert. Aber dann tut es verdammt weh. Keine Sorge, ich verstehe mein Handwerk. Und weil du gestern so gut zu mir warst, versuche ich, es dir so angenehm wie möglich zu machen."

Die Klinge glitt mühelos durch den Stoff ihrer Kleidung und legte ihre Haut frei.

„Du hast dich gegen die Machete entschieden, weil du Angst hattest. Aber das war dumm, Tessa. Dadurch wirst du viel länger leiden. Mit der Machete wäre es schnell vorbei gewesen. Aber mir soll es recht sein – ich wollte dich ohnehin ein bisschen länger behalten."

Ihr Brustkorb hob und senkte sich in rasendem Tempo, ihre Augen waren weit aufgerissen.

„Du denkst einfach nicht nach. Genau deshalb bist du hier gelandet. Das Leben ist kurz, und du hättest besser auf dich aufpassen müssen..."

„Mm! Mmm!", presste sie verzweifelt durch die zugenähten Lippen. Keine Ahnung, ob sie mich beschimpfen oder umstimmen wollte.

Ich trat hinter sie und drückte meinen Körper eng gegen ihren Rücken. Sie fing sofort wieder an zu zappeln, doch in dem Moment, in dem das eiskalte Metall ihre Haut berührte, erstarrte sie augenblicklich.

„Hier ist es perfekt", flüsterte ich an ihrem Ohr und übte minimalen Druck aus.

Es dauerte ein paar Sekunden, bis der Schmerz ihr Gehirn erreichte, dann presste sie einen erstickten, grausamen Schrei heraus. Grinsend hielt ich sie noch fester an mich gedrückt und zog den Schnitt langsam nach unten. Ihr warmes, dunkles Blut quoll sofort hervor und lief über meinen Unterarm.

Ich ließ sie los und trat einen Schritt zurück. „Das ist eine der empfindlichsten Stellen des Körpers, habe ich selbst mal feststellen müssen. Die Hautschicht ist dort so dünn, dass selbst ein einfaches Kneifen höllisch wehtut."

In einem Moment, als sie kurz stillhielt, packte ich ihren Arm, rammte die Klinge hinein und zog einen schnellen, zehn Zentimeter langen Schnitt. Ich atmete tief durch und lächelte sie an.

„Siehst du? Hier lernt man sogar noch was!"

Tessa war völlig gefangen in ihren Schrei-Versuchen. Als sie hysterisch versuchte, nach mir zu treten, war ich überrascht über so viel Gegenwehr.

„Wir haben heute ja mal eine ganz Tapfere!", lachte ich, wiewich geschickt aus, packte ihren Fuß und trennte ihr mit einem schnellen, präzisen Schnitt die Achillessehne durch. „Ups. Tut mir leid."

Durch den unerträglichen Schmerz spalteten sich die Stiche an ihren Lippen mit einem hässlichen Reißen auf. Das wunderschöne Zickzack-Muster war komplett zerstört.

„Du Schwein!", schrie sie heiser und spuckte Blut. „Ich hoffe, du schmorst in der Hölle! Was hast du mit mir gemacht?!", kreischte sie und starrte fassungslos an sich herab.

Ihr leftes Bein hing nun völlig regungslos in den Seilen, während das andere immer noch versuchte, sich zu wehren. Ein weiterer kleiner, gezielter Schnitt, und auch dieses Problem war gelöst. Sie konnte sich nicht mehr rühren. Nur noch schreien und mich beleidigen.

„Ich mache dich nur bewegungsunfähig, mein Engel, damit du mir nicht wehtust", grinste ich. Aber langsam ging mir ihr ununterbrochenes, schrilles Kreischen auf die Nerven.

„Hör endlich auf zu schreien! Wenn du jetzt ruhig bist, bereite ich dir ein schnelles Ende, verstanden?!", rief ich gegen den Lärm an und hielt mir genervt die Ohren zu.

Tatsächlich verstummte sie für einen Augenblick und starrte mich an. Ich weiß genau, was du vorhast.

Im absolut letzten Moment duckte ich mich weg, als sie erneut versuchte, mir Blut und Spucke ins Gesicht zu jagen.

„Das war keine gute Entscheidung, Tessa. Wirklich überhaupt keine gute Entscheidung."

Ich ging rüber zum Tisch, holte eine Rolle starkes Panzertape und klebte ihr damit brutal den Mund zu. Genervt massierte ich mir die Schläfen, während der Zorn in mir hochkochte.

„Was bin ich?!", schrie ich sie plötzlich an. „Du beleidigst mich! Obwohl ich so gnädig bin und dir ein schnelles Ende anbiete?!"

Ich packte das Skalpell, setzte es an ihrem Oberschenkel an und schnitt ihr kaltblütig ein dreieckiges Stück Fleisch aus dem Bein. Das Blut spritzte sofort heftig hervor und hinterließ eine riesige Pfütze auf dem Boden.

Ich hielt abrupt inne. Ich fuhr mir mit der Hand durchs Haar und atmete tief durch. Sie wollte mich provozieren, damit ich sie aus Wut sofort tötete. Aber diesen Gefallen würde ich ihr nicht tun.

Ich rammte das Messer tief in die frische Wunde an ihrem Oberschenkel und drehte mich um. Tessa würde erst einmal weiterleben. Sie würde genau dann sterben, wenn ich es für richtig hielt – und zwar langsam. Sie hatte mich heute wahrlich genug Nerven gekostet.

„Ich muss duschen. Wir zwei sehen uns morgen", sagte ich völlig emotionslos, wandte mich ab und verließ den Keller.

Immer diese Beleidigungen, dachte ich kopfschüttelnd, während ich die schwere Stahltür hinter mir ins Schloss fallen ließ. Das war wirklich absolut kontraproduktiv für ein harmonisches Spiel.

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