LOGINAn diesem Abend wechselten Clara und Maximilian bis zum Ende des Empfangs kein einziges Wort miteinander.Den übrigen Gästen entging das nicht.Als der Empfang vorbei war, gingen Clara und Adrian als Erste; Maximilian, Alexander und Sebastian folgten ihnen kurz darauf.Während Alexander Clara und Adrian nachsah, die sich ein Stück vor ihnen entfernten, wandte er sich an Maximilian. „Maximilian, wegen dir und Elena …“„Um meine Angelegenheiten kümmere ich mich selbst“, sagte Maximilian.Sebastian begriff, dass Maximilian längst durchschaut hatte, was er und Alexander ihm sagen wollten.Aber Maximilians Haltung machte unmissverständlich klar, dass er ihren Rat nicht hören wollte.Sebastian runzelte die Stirn. „Maximilian, willst du nicht vielleicht doch –“„Es ist schon spät“, sagte Maximilian. „Fahrt nach Hause und ruht euch aus.“Da Maximilian nicht zuhören wollte, wusste Sebastian, dass alle weiteren Worte nichts nützen würden. Ihm blieb nur zu sagen: „… Na gut.“Als Alexand
Julian und Philipp waren gerade eingetroffen.Gerade rechtzeitig, um mitzubekommen, wie Maximilian und Clara einander demonstrativ aus dem Weg gingen.Philipp sagte leise: „Clara ist so herausragend, und Maximilian lässt sich trotz allem einfach nicht umstimmen. Früher wusste ich nur, dass er diese Frau Richter gut behandelt, aber jetzt sehe ich erst, wie treu er in Liebesdingen ist. Das hätte ich ihm wirklich nicht zugetraut.“Julian sagte nichts.Dass Maximilian für Clara trotz ihrer Fähigkeiten nach wie vor keine solchen Gefühle hegte, fand er nicht weiter bemerkenswert. Aber … dass Maximilian unbeirrt an seinen Gefühlen für Elena festhielt, obwohl sie und ihre Familie charakterlich und moralisch so fragwürdig waren …Für ihn waren Werte und Moral eine Grenze, die man nicht überschritt.Vielleicht lag es daran, dass er selbst noch nie wirklich geliebt hatte – jedenfalls konnte er Maximilians Gefühle für Elena nicht ganz nachvollziehen.Philipp fuhr fort: „Die beiden sind doch
Begleitet von leisem Getuschel trat Maximilian zu Dr. Lindemann. „Dr. Lindemann.“Auch Alexander und Sebastian begrüßten Dr. Lindemann.Dr. Lindemann erwiderte den Gruß knapp, warf Maximilian einen schrägen Blick zu, sah dann zu Clara hinüber und schnaubte: „Du hast Talmi für Gold gehalten und das echte Gold liegen lassen – tut dir das wirklich kein bisschen leid?“Maximilian sah nicht zu Clara hinüber, sondern wechselte das Thema. „Ich dachte, das Projekt, von dem ich Ihnen letztes Mal erzählt habe, interessiert Sie mehr.“Dr. Lindemann verschlug es die Sprache.Es interessierte ihn tatsächlich.Wenn Maximilian über sich und Clara nicht reden wollte, hatte Dr. Lindemann auch keine Lust nachzuhaken.Schließlich gingen ihn die Herzensangelegenheiten der jungen Leute nichts an.Er ärgerte sich nur und fand es schade, dass selbst eine so herausragende Frau wie Clara Maximilian völlig gleichgültig ließ.Er sprach das Thema Clara und Maximilian nicht mehr an, sondern unterhielt sic
Am Abend, an dem das verlängerte Wochenende zum Herbstfest zu Ende ging, waren Clara und Adrian zu einem Abendempfang eingeladen.Im Auto sagte Adrian: „Maximilian wird heute Abend wahrscheinlich auch da sein.“„Ja, ich weiß“, sagte Clara.„Es ist das erste Mal seit Dr. Lindemanns Empfang, dass ihr beide bei so einem Anlass aufeinandertrefft. Das könnte heute Abend ziemlich lebhaft werden.“„Mhm“, machte Clara.Letztlich waren eben manche Leute noch neugierig darauf, was zwischen ihr und Maximilian vorging. Mehr als ein paar zusätzliche Blicke würde sie nicht auf sich ziehen, und die störten sie nicht.Im Festsaal hatten sie kaum ein paar Worte mit dem Gastgeber gewechselt, als auch Dr. Lindemann eintraf.Weder Clara noch Adrian hatten damit gerechnet, dass Dr. Lindemann ebenfalls kommen würde.Seit jenem Abend hatten sie noch keine Gelegenheit gefunden, sich in Ruhe bei Dr. Lindemann zu entschuldigen. Als sie ihn sahen, plauderten sie noch kurz mit den Umstehenden und gingen d
Als Moritz darüber nachdachte, warum Maximilian ihnen nicht öffentlich helfen konnte, tauchte vor seinem inneren Auge Claras Gesicht auf.Er erinnerte sich noch gut an Clara.Nur hätte er nie im Leben gedacht, dass Clara und Maximilian verheiratet waren – und noch viel weniger, dass sie mit seiner eigenen Familie auf diese Weise verbunden war …In den Familien Richter und Sommer hing jeder seinen eigenen Gedanken nach, aber Elena stand nicht der Sinn danach, sich darum zu kümmern.Als sie sah, dass von Maximilian noch immer keine Antwort kam, schwieg sie einen Moment, griff dann zum Handy und schickte Sebastian und Alexander jeweils einen Festtagsgruß.Kaum hatte sie die Nachricht abgeschickt, hatte Alexander sie schon gesehen.Es war das erste Mal seit Längerem, dass Elena sich bei ihm meldete.Nach allem, was zwischen Clara und Elena vorgefallen war, würden sich die beiden nie im Leben versöhnen. Deshalb würden er und Elena auch dann keine Freunde werden, wenn Maximilian sie e
Heute wurde das Herbstfest gefeiert, und Claras Familie hatte sich vorgenommen, am Nachmittag Claras Mutter im Krankenhaus zu besuchen.Nach ein paar weiteren Telefonaten machte sich Clara, als es so weit war, mit ihrer Familie auf den Weg ins Krankenhaus.Der Zustand von Claras Mutter war unverändert, und die Familie konnte sie wie immer nur aus der Ferne von der Tür aus sehen.Nachdem sie Claras Mutter gesehen und die mitgebrachten Geschenke dem Pflegepersonal übergeben hatten, fuhren sie wieder nach Hause.Kaum waren sie zu Hause, berichtete die Haushälterin Clara, dass noch jemand Geschenke zum Herbstfest geschickt hatte.Clara sah vier, fünf Geschenkschachteln auf dem Tisch stehen. Schon an der Verpackung erkannte man, dass es sich nicht um gewöhnliches Gebäck oder Obstkörbe handelte.Sie fragte: „Von wem sind die?“„Angeblich hat Sophies Vater sie bringen lassen“, sagte die Haushälterin.Clara stutzte.Auch Claras Großmutter und die anderen waren verdutzt und runzelten d
Am nächsten Tag.Als Maximilian ins Büro kam, traf er Clara direkt am Eingang.Clara wusste nicht, dass Maximilian und Sophie bereits zurück im Land waren.Völlig unvorbereitet im Büro auf Maximilian zu treffen, ließ Clara abrupt innehalten.Maximilian war ebenfalls überrascht, sie zu sehen, dac
Adrian Hartmann und Clara hatten sich all die Jahre tatsächlich selten getroffen.Aber schon nach wenigen Begegnungen konnte Adrian erkennen, dass die Clara von heute weit entfernt war von der selbstbewussten jungen Frau von damals.Wenn er an die frühere Clara dachte, hätte er nie gedacht, dass d
Sophie von Falken sprang aus dem Bett: „Wirklich?!“„Ja.“„Warum hat Tante Elena mir das dann gerade nicht gesagt?“„Die Sache ist gerade erst klar geworden, sie weiß es noch nicht.“Sophie war außer sich vor Freude: „Papa, dann sag es Tante Elena noch nicht. Lass uns ihr eine Überraschung mache
Claras zwei Kolleginnen warfen verstohlen einen Blick auf Elena und wichen hastig zwei Schritte zurück, pressten sich an die Wand.Elena sah auch Clara.Doch sofort wandte sie gleichgültig den Blick ab. Offensichtlich beachtete sie Clara gar nicht und stieg mit den Managern in den Aufzug.Als sic







