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Kapitel 5

last update publish date: 2026-04-02 00:28:06

KAPITEL 5

Er hebt mich hoch, meine Beine schlingen sich instinktiv um seine Hüften, und trägt mich aus der Küche. Wir steigen eine Steintreppe hinauf, unsere Münder trennen sich nicht, unsere Hände erkunden fieberhaft.

Er stößt mit der Schulter eine Tür auf, und wir treten in ein Zimmer, das in goldenes Licht getaucht ist. Ein großes Himmelbett thront in der Mitte, bedeckt mit makellos weißen Laken.

Matthieu legt mich sanft auf das Bett und hält einen Moment inne, um mich anzusehen. Mein Kleid ist offen, gibt meine Wäsche preis – schwarze Spitze, die ich heute Morgen genau mit diesem Moment im Sinn ausgesucht hatte.

»Mein Gott«, haucht er. »Du bist … perfekt.«

Er streift sein Hemd mit einer fließenden Bewegung ab, und nun bin ich es, die mit offenem Mund dasteht. Sein Oberkörper ist durchtrainiert, jeder Muskel definiert. Die kleinen Narben aus der Küche verleihen ihm nur noch mehr Charakter.

Er beugt sich über mich, sein Körper deckt meinen, und das Gefühl seiner Haut auf meiner ist elektrisierend.

»Ich habe darauf gewartet, seit dem allerersten Moment«, murmelt er gegen meine Lippen. »Seit ich dich an deinem Fenster gesehen habe, mit diesem überraschten und interessierten Ausdruck. Ich wusste es. Ich wusste, dass du mir gehören wirst.«

»Anmaßend«, flüstere ich, aber meine Stimme zittert.

»Vielleicht. Aber ich hatte recht, oder?«

Sein Mund wandert meinen Körper hinab, hinterlässt eine Spur aus Feuer. Jeder Kuss ist ein Versprechen, jede Berührung eine Offenbarung.

»Sag mir, dass du mich willst«, befiehlt er, seine dunklen Augen in meine gebohrt. »Sag es.«

»Ich will dich. So sehr.«

Sein Lächeln ist triumphierend, raubtierhaft.

»Gut. Denn jetzt, wo ich dich hier habe, habe ich nicht vor, dich so schnell wieder gehen zu lassen.«

Und er hält Wort.

Sein Mund wandert meinen Körper hinab, jeder Kuss ein Funke, jede Berührung eine Offenbarung. Er lässt sich Zeit, als wolle er jeden Zentimeter meiner Haut kosten, als wolle er mich schmecken, spüren. Seine Lippen streifen sanft und beharrlich über meine Haut, hinterlassen eine Spur aus Feuer. Seine Hände sind nie weit, erkunden, liebkosen, besitzergreifend und doch zärtlich.

Er kennt meinen Körper bereits, findet jeden empfindlichen Punkt, jede Stelle, die mich erzittern lässt. Als seine Lippen um meine Brustwarze schließen, ein sanfter Zug, während sein Daumen die andere liebkost, entfährt mir ein erstes Stöhnen.

— Hörst du das? — murmelt er gegen meine Haut. — Genau das wollte ich hören.

Seine Lippen wandern tiefer, zeichnen einen Weg der Glut hinab über meinen Bauch, bis zu meiner Mitte. Seine Zunge findet mich, geschickt und fordernd, und ich greife nach seinen Haaren, ziehe ihn noch näher. Er stöhnt gegen mich, das Vibrieren schickt Schauer durch meinen ganzen Körper. Meine Hüften heben sich ihm entgegen, suchen mehr, immer mehr.

Er nimmt, was ich ihm gebe, und fordert noch mehr. Seine Finger gleiten in mich, während seine Zunge weiter ihre Kreise zieht, und ich spüre, wie die Anspannung in mir steigt, jede Bewegung bringt mich näher an den Rand.

— Sieh mich an, — befiehlt er, seine Stimme heiser. — Ich will sehen, wie du kommst.

Meine Augen treffen seine, und in diesem Moment bricht der Höhepunkt über mich herein, sein Name ein Schrei auf meinen Lippen.

Er richtet sich auf, sein Körper über mir, sein Blick hungrig. Ich spüre seine Härte an mir, und ich will ihn spüren, jetzt.

— Nimm mich, — flüstere ich.

Seine Miene wird noch dunkler, noch hungriger.

— Sag es noch einmal.

— Nimm mich, Matthieu.

Er dringt in einem einzigen, tiefen Stoß in mich ein. Ich umschließe ihn mit einem Stöhnen, das von beiden kommt. Für einen Moment bleibt er reglos, sein Körper zitternd vor Beherrschung, seine Stirn gegen meine gelegt.

— So perfekt, — keucht er. — Du fühlst dich so perfekt an.

Dann beginnt er sich zu bewegen. Langsam zunächst, jeder Stoß tief und bewusst, als wolle er diesen Moment in sich aufsaugen. Meine Beine schlingen sich um seine Hüften, ziehen ihn noch tiefer in mich hinein. Das Tempo wird schneller, wilder, unsere Körper finden einen Rhythmus, der alles andere auslöscht. Es gibt nur noch ihn, nur noch mich, nur noch uns.

Seine Lippen suchen meine, hungrig und fordernd. Meine Hände wandern über seinen Rücken, spüren die Muskeln unter seiner Haut, die Anspannung, die sich in ihm aufbaut.

— Ich bin … nah, — stöhne ich gegen seinen Mund.

— Halte durch. Komm mit mir.

Seine Hand gleitet zwischen unsere Körper, findet mich, drückt mich über den Rand. Ich komme mit einem Schrei, mein Körper spannt sich um ihn herum, und das reißt ihn mit. Mit einem letzten, tiefen Stoß ergießt er sich in mir, mein Name ein Keuchen auf seinen Lippen.

Für eine Weile bleibt alles still, nur unsere keuchenden Atemzüge erfüllen den Raum. Sein Gewicht auf mir ist schwer, aber tröstlich. Ich will, dass er nie wieder aufsteht.

Schließlich rollt er sich zur Seite, nimmt mich mit sich, sodass ich an seiner Brust liege, sein Arm fest um mich geschlungen.

— Das … — setzt er an und hält inne.

— Das? — frage ich schläfrig.

— Das war nicht nur Sex. — Er sagt es nicht fragend, sondern feststellend.

Ich hebe den Kopf, um ihm in die Augen zu sehen. Da ist etwas darin, etwas, das mich den Atem anhalten lässt.

— Nein, — bestätige ich leise. — Das war es nicht.

Sein Arm zieht mich noch fester an sich.

— Gut.

---

Stunden später liegen wir verschlungen in den Laken, unsere Körper glänzen vor Schweiß, unsere Atemzüge noch immer unregelmäßig. Das Nachmittagslicht fällt durch die Vorhänge und taucht alles in einen goldenen Schein.

Matthieu malt träge Muster auf meinen nackten Rücken, sein anderer Arm hält mich besitzergreifend umschlungen.

»Bleib«, murmelt er in meine Haare. »Heute Abend. Diese Nacht. Morgen.«

»Ich muss Montag arbeiten …«

»Melde dich krank. Bleib bei mir. Lass mich alle Mahlzeiten für dich kochen. Dir in jedem Raum dieses Hauses Liebe machen.«

Ich richte mich auf einem Ellbogen auf, um ihn anzusehen. Da ist etwas Verletzliches in seinen Augen, etwas, das im Gegensatz zu seiner sonstigen Selbstsicherheit steht.

»Was machen wir da, Matthieu? Was ist das zwischen uns?«

Er überlegt einen Moment, seine Hand kommt nach oben, um mir eine Strähne aus dem Gesicht zu streichen.

»Ehrlich? Ich weiß es nicht. Alles, was ich weiß, ist, dass ich so etwas noch nie zuvor gefühlt habe. Diese … Notwendigkeit. Diese Dringlichkeit. Du bist vor zwei Tagen in mein Leben getreten, und ich habe das Gefühl, dass sich alles verändert hat.«

»Das ist verrückt.«

»Völlig verrückt«, stimmt er zu. »Aber es ist mir egal. Bleib. Bitte.«

Wie kann ich dem widerstehen? Ihm? Dieser Intensität, die mich verzehrt?

»Okay. Ich bleibe.«

Sein Lächeln erhellt sein ganzes Gesicht. Er zieht mich an sich, küsst mich tief.

»Du wirst es nicht bereuen. Das verspreche ich dir.«

Und so liege ich in seinen Armen, in diesem Haus voller Geschichte und Erinnerungen, und ich entscheide mich, ihm zu glauben.

Auch wenn eine kleine Stimme in meinem Kopf mir zuflüstert, dass ich viel zu schnell, viel zu heftig falle.

Auch wenn Anaïs‘ Warnung noch in meinem Kopf nachhallt.

Für den Moment, in dieser perfekten Sekunde, entscheide ich mich einfach, zu fühlen.

Den Rest werden wir sehen.

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