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Six

Author: Les Neo
last update publish date: 2026-10-11 15:39:28

Der Schnitt auf meiner Wange war das Erste, was ich spürte, als ich aufwachte.

Eine dünne, brennende Linie, die pochte, sobald ich das Gesicht bewegte. Das Zweite war die leere Stelle neben mir im Bett. Alex war weg. Kein Zettel. Keine Nummer. Nur der schwache Geruch seines Parfüms auf den Laken und das dumpfe Ziehen zwischen meinen Beinen von der vergangenen Nacht.

Ich stolperte ins Badezimmer und blinzelte gegen die Helligkeit. Die Fliesen waren kalt unter meinen Füßen. Ich umklammerte den Ra
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  • Mari: Ein Dunkles Spiel - Die Serie    Six

    Der Schnitt auf meiner Wange war das Erste, was ich spürte, als ich aufwachte.Eine dünne, brennende Linie, die pochte, sobald ich das Gesicht bewegte. Das Zweite war die leere Stelle neben mir im Bett. Alex war weg. Kein Zettel. Keine Nummer. Nur der schwache Geruch seines Parfüms auf den Laken und das dumpfe Ziehen zwischen meinen Beinen von der vergangenen Nacht.Ich stolperte ins Badezimmer und blinzelte gegen die Helligkeit. Die Fliesen waren kalt unter meinen Füßen. Ich umklammerte den Rand des Waschbeckens und zwang mich, in den Spiegel zu sehen.Der Schnitt sah im Tageslicht schlimmer aus. Nicht tief genug, um genäht zu werden, aber sauber und wütend, eine dünne rote Linie direkt unter meinem linken Auge. Marks war präzise vorgegangen. Fast sorgfältig. Als hätte er genau abgemessen, wie weit er gehen konnte, ohne echten Schaden anzurichten. Ich berührte ihn mit der Fingerspitze und spürte einen seltsamen kleinen Nervenkitzel mir den Rücken hinunterkriechen. Er hatte sein Zeich

  • Mari: Ein Dunkles Spiel - Die Serie    5

    Das Spiel hört nicht einfach auf, nur weil Wochenende ist. Aber manchmal muss man so tun, als ob — wenigstens für ein paar Stunden.Ich ließ mich von meinen Freundinnen am Samstagabend in „The Book Club“ in Shoreditch schleppen. Eines dieser umgebauten alten Gebäude, das jetzt ein mehrstöckiger Club war: unten die Tanzfläche, oben die Bar, und noch ein Rooftop. Der Laden war voll. Der Bass aus dem Hauptbereich vibrierte durch den Boden. Die Luft roch nach verschütteten Cocktails, Parfüm, Schweiß und diesem typischen Londoner Club-Geruch aus Verzweiflung und Aufregung.Tasha sah mich zuerst und schrie über die Musik hinweg. „Endlich! Wir dachten schon, du hast wieder abgesagt wegen irgendeiner Leiche!“Ich zwang ein Lachen hervor und setzte mich zu ihnen an den hohen Tisch an der Bar. Tasha, Priya, Chloe und mein schwuler bester Freund Kai waren schon drei Drinks voraus, lachten laut und zogen Blicke aus der Menge auf sich.Priya schob mir einen Tequila-Shot rüber. „So muss das. Wir fe

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    Der Juckreiz hatte seine Stimme gefunden, und er wurde jeden Tag lauter.Ich versuchte, ihn zu ignorieren. Wirklich. Ich vergrub mich in Papierkram, flirtete in der Teeküche mit O’Malley wie ein normaler Mensch und redete mir ein, dass ich nicht jede Sekunde die Erinnerung an den armen Kerl in Dalston durchspielte, sobald ich die Augen schloss. Aber der Juckreiz scherte sich einen Dreck um meine guten Vorsätze. Er wollte nur gefüttert werden.Er fand seine Mahlzeit an einem regnerischen Donnerstagabend.Sein Name war Leon. Ein kleiner Dealer, der in den falschen Kreisen zu viel über den Dalston-Mord gequatscht hatte. Mein Informant hatte mich gewarnt. Leon kam Marks zu nah. Zu nah an die Wahrheit, die ich begraben wollte.Ich folgte ihm von einem trostlosen Estate in Hackney in eine dunkle Gasse hinter einem verlassenen Laden. Kein richtiger Plan. Nur der Juckreiz, der mich wie an einer Leine vorwärts zog.Er pisste gerade gegen eine Wand, als ich aus dem Schatten trat, Regen durchnäs

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    Jetzt fingen die echten Spiele an. Das Universum verarschte mich richtig.Der Juckreiz war nicht nur zurück. Er war lauter, schärfer, als hätte er wieder Blut geschmeckt und sich erinnert, wie süß es war. Jeden Morgen wachte ich mit diesem vertrauten Ziehen auf, genau wie damals nach Peaches. Dasselbe, das mich an Tatorten wie eine Verrückte grinsen ließ. Der Entzug war schlimm gewesen, aber dieser neue Hunger war schlimmer. Er wollte gefüttert werden.Und das Universum, diese grausame Schlampe, gab mir ständig neue Gelegenheiten.Am Morgen, nachdem ich Marks richtig gesehen hatte, kam ich schon summend ins Revier. O’Malley saß an seinem Schreibtisch, Krawatte gelockert, Ärmel hochgekrempelt, als wäre er seit dem Morgengrauen da. Als er mich sah, schnitt sein warmer irischer Singsang durch den Bürolärm.„Morgen, Mari. Du siehst aus, als hättest du kaum geschlafen, Liebes. Alles in Ordnung?“Da war es wieder. Diese Stimme. Dieses lässige „Liebes“, das etwas tief in meinem Bauch zusamme

  • Mari: Ein Dunkles Spiel - Die Serie    2

    Also jetzt zum ersten Fall, der fast meine Tarnung auffliegen lassen hätte.Zu wissen, wie man auf den Scheiß wie Opium oder Kokain abfährt…und dann setzt der Entzug ein und reißt dich auseinander…genau so fühlt sich mein Leben gerade an, oder?Ich hab einen neuen Fall.Einen Mordfall.Ein Mann wurde erstochen.Das Handy vibrierte um halb sieben, ratterte über die Bettdecke, als wollte es mich von den Toten zurückholen. Ich fühlte mich schon halb tot. Hände zitterten wie bei nem alten Säufer, Mund schmeckte, als hätte ich einen Aschenbecher ausgeleckt, dieses leere Ziehen in der Brust, das nach etwas griff, das ich nicht mal benennen konnte. Gestern Klamotten klebten noch an meiner Haut, Haare totales Vogelnest. Ich schnappte mir das Handy, sah Sergeant O’Malleys Namen und krächzte „Yeah?“„Ah Mari, Liebes, sorry, dass ich dich so früh aus dem Bett hole“, sagte er, dieser warme irische Singsang rollte durch den Lautsprecher wie Honig über Kies. „Aber wir haben hier ein richtiges Cha

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    Hi… also, ich bin Detective Marilyn Peters – Mari, wenn ihr cool seid, ansonsten verpisst euch. Eine 1,70 m große, hellhäutige Schwarze mit wilden Locken, die ich weder glätte noch stundenlang im Salon verbringe. Ich könnte locker als eine dieser perfekten Barbiepuppen durchgehen – große Rehaugen, volle Lippen, hübsche Nase, das ganze sexy Paket. Genug von One-Night-Stands, Leute… aber ihr könnt mich alle mal – ihr Schlampen, Nutten, ihr alle. Das ist meine verrückte kleine Geschichte, nicht wahr?PS: Falls du das total beleidigend findest und dich aufregst, ist mir das völlig egal. Ich bin gerade einfach unglaublich tollpatschig und habe einen furchtbaren Kater (Schluckauf) (Kichern). Xo.Ich weiß nicht mal, was das hier ist – Prolog? Erstes Kapitel? Meine Schreibblockade macht mich gerade fertig, aber ich werde es schon herausfinden, wenn es mir besser geht. Oder vielleicht auch nicht. Egal.Also gut, ich fange mal mit dem an, was die meisten von euch Weißen oder die Woken wohl als

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