LOGINUm ihren Freund Williams vor dem Rauswurf zu bewahren, opferte Kathrine Brown ihren Körper und ihre Würde einem korrupten Professor nur um im Gegenzug verraten zu werden. Um seine politische Zukunft zu sichern, inszeniert Williams einen brutalen Übergriff und verkauft Kathrine an Menschenhändler; so will er sicherstellen, dass sie niemals die Wahrheit ans Licht bringen kann. Roman Kane – ein skrupelloser Ex-Spezialeinheit-Soldat, der ein Untergrundbordell betreibt, vor einem staatlichen Kopfgeld flieht und eine düstere Vorliebe dafür hat, Frauen zu brechen – kauft Kathrine in der Erwartung, eine willenlose Puppe zu erhalten, die er ruinieren kann. Doch ihr unbezähmbares Feuer nimmt ihn völlig gefangen. Aus Besitzanspruch wird Besessenheit, und Roman verschafft ihr die Mittel zum Überleben. Doch ein Käfig bleibt ein Käfig, und Kathrine sehnt sich nach Freiheit. Als sie in den Nachrichten sieht, dass Williams zum Bürgermeister gewählt wurde, beschließt sie, ihren Ex ins absolute Verderben zu stürzen – und geht dabei ein tödliches Risiko ein. Sie verrät den Behörden Romans Aufenthaltsort, stiehlt sein Vermögen und unterzieht sich einer Operation, um ihr Gesicht vollständig verändern zu lassen. Unter falscher Identität schleust sie sich als brillante, wunderschöne neue Assistentin in das Büro des Bürgermeisters ein. Sie will ihn dazu bringen, sich in sie zu verlieben, seine Karriere systematisch demontieren und sein Leben von innen heraus zerstören. Doch Roman Kane lässt sich nicht lange gefangen halten. Als Vergangenheit und Gegenwart aufeinanderprallen, muss Kathrine ihre Gegner ausspielen – denn es geht ihr nicht mehr um Gerechtigkeit. Sie will den totalen Ruin.
View MoreIch hätte nicht mit dem Professor schlafen sollen – nicht, solange ich einen Freund hatte.
Auf dem Flur vor Professor Oregans Büro herrschte eine unerträgliche Stille, nur unterbrochen vom Summen einer einzelnen, flackernden Leuchtstoffröhre über mir. Ich stand wie angewurzelt da und umklammerte meine leere Mappe wie einen zerbrechlichen Schild. Der Kragen meiner Bluse schnitt in meinen Hals ein; ich hatte sie bis oben hin zugeknöpft, um anständig und sittsam zu wirken.
Doch das alles spielte keine Rolle. Nichts von dem, was ich trug, konnte mich in diesem Raum schützen.
Meine Gedanken überschlugen sich, während ich vor der Tür verharrte und den sauren Kloß aus Galle hinunterschluckte, der sich in meiner Kehle festkrallte.
Raum 3B-207.
Daneben befand sich ein Messingschild, das vom Alter stumpf geworden war: Professor Charles Oregan, Lehrstuhlinhaber für Politikwissenschaft.
Jeder Nerv in meinem Körper schrie danach, umzukehren und wegzulaufen. Doch meine Gedanken zogen mich zurück zu jenem verzweifelten, tränenreichen Streit in Williams’ Wohnung, der erst wenige Stunden zurücklag. Man hatte ihn beim Schummeln in der Abschlussprüfung auf frischer Tat ertappt. Die Sitzung des Disziplinarausschusses war für morgen früh um acht Uhr angesetzt. Ein Rauswurf war unausweichlich. Seine Zukunft, der Ruf seiner Familie und unser gesamtes gemeinsames Leben würden sich in Luft auflösen.
„Kathrine, bitte, nur dieses eine Mal“, hallte seine Stimme in meinem Kopf wider, während seine Hände in meinen heftig zitterten. „Professor Oregan führt den Vorsitz. Er ist der Einzige, der die Protokolle löschen kann, bevor der Ausschuss tagt. Er mag dich schon lange … Ich weiß, er ist viel älter, aber du verstehst das doch, oder? Wenn ich von der Uni fliege, verstößt mich mein Vater. Wir haben uns versprochen, nach dem Abschluss zu heiraten. Du liebst mich doch, oder?“
Ich hatte ihm geglaubt. Ich glaubte, dass Liebe bedeutete, ins Feuer zu gehen, damit der andere nicht verbrannte.
Ich hob die Faust und klopfte an. Zwei leise Schläge.
Der Riegel glitt mit einem metallischen Klicken zur Seite, und die Tür schwang knarrend auf. Dämmriges Licht fiel in den dunklen Flur. Professor Oregan stand im Türrahmen; seine blassen Augen verengten sich zu einem widerlichen Lächeln. Er wirkte eher wie siebzig als wie sechzig, mit spärlichem grauem Haar, das sorgfältig über die Kopfhaut gekämmt war.
„Miss Brown“, begrüßte er mich herzlich. „Kommen Sie herein.“
Ich trat ein, und die Tür fiel mit einem schweren Wummern hinter mir ins Schloss; das Schloss rastete hörbar ein. Im Büro roch es nach schwerem Rasierwasser, das eine feuchte, muffige Note überdeckte – ein Geruch, bei dem sich mir der Magen umdrehte.
Er deutete auf ein durchgesessenes Kunstledersofa. „Machen Sie es sich bequem.“
Als ich mich nicht bewegte, ging Oregan zu seinem Schreibtisch hinüber und schlug eine Akte auf. „Williams ist ein begabter Student. Die Anschuldigung wegen des Betrugs ist wirklich bedauerlich.“ Er hielt inne und ließ seinen düsteren Blick über meinen Körper schweifen. „Aber ... wir können das aus der Welt schaffen, nicht wahr? Sie wissen, was von Ihnen erwartet wird?“
Ich nickte einmal. Mehr brachte ich nicht zustande.
„Gut“, sagte er mit einem Grinsen. „Dann verlieren wir keine Zeit. Ziehen Sie Ihr Oberteil aus.“
Diese Worte ließen den Albtraum Wirklichkeit werden. Meine Finger zitterten, als sie zu den Knöpfen wanderten. Einer nach dem anderen löste sich. Die Bluse glitt von meinen Schultern und fiel zu Boden. Instinktiv verschränkte ich die Arme vor der Brust, doch er trat bereits auf mich zu.
Seine trockenen, faltigen Hände legten sich um meine Brüste, während er leise summte. „Noch besser, als ich es mir vorgestellt habe. Eine solch wunderbare Verschwendung an einem Jungen wie Williams.“
Ich wollte ihn anschreien, weil er Williams’ Namen ausgesprochen hatte, doch ich schluckte den Schrei hinunter. Das war der Preis. Der Preis dafür, dass der Mann, den ich liebte, sein Studium fortsetzen konnte.
Oregans feuchter Mund presste sich gierig auf meine Haut; er stöhnte, während er sich nahm, was ihm nicht gehörte. Ich starrte zur Decke, fixierte einen Wasserfleck in der Ecke und beobachtete die flackernde Glühbirne. Alles, nur nicht ihn ansehen.
„Auf die Knie“, befahl er, und seine Augen wurden dunkler.
Als ich mich nicht schnell genug bewegte, packte seine Hand meine Schulter und stieß mich nach unten. Meine Knie schlugen auf dem dünnen, staubigen Teppich auf. Ich roch den alten Kaffee und den Verfall, der vom Boden ausging. Dann ertönte das scharfe Klirren seiner Gürtelschnalle und das Geräusch des Reißverschlusses.
„Öffnen“, befahl er.
Ich gehorchte, doch mein Geist löste sich vollkommen von meinem Körper. Ich war nicht auf diesem verrotteten Teppich. Ich war am Strand bei Williams und sah zu, wie im ersten Studienjahr die Sommerwellen heranrollten. Ich zählte immer wieder die Deckenplatten, um das Geräusch von Oregans schwerem, keuchendem Stöhnen zu übertönen. Vier entlang der Fußleiste. Sieben die Wand hinauf. Ich ließ meine Seele völlig taub werden und opferte Stück für Stück meine Würde, um Williams seine Freiheit zu erkaufen.
Als es endlich vorbei war, ließ sich Oregan in seinen Stuhl zurücksinken – verschwitzt und mit einem Lächeln, als hätte er gerade die Korrektur der Zwischenprüfungen abgeschlossen.
„Du hast das gut gemacht“, sagte er und rückte seine Hose zurecht. „Williams ist aus dem Schneider. Wie versprochen. Lächle beim nächsten Mal, Süße. Du siehst hübscher aus, wenn du das tust.“
Ich ging hinaus, ohne mich umzusehen.
Die Stadt verschwamm vor den Fenstern des Taxis, und ehe ich mich versah, stand ich vor Williams’ Wohnung. Ich klopfte einmal. Die Tür wurde aufgerissen. Williams stand da, die Angst stand ihm in jeden Zug seines Gesichts geschrieben. „Kathrine. Hast du …“ Er hielt inne, als er meine geröteten Augen und die hängenden Schultern sah. „Komm rein.“
Die Wohnung roch nach seiner frisch gewaschenen Wäsche und teurem Parfüm.
„And…?“, he asked impatiently and followed me into the living room.
„It's done“, I whispered in a hollow voice. „You are safe. You won't be flying out of university.“
He took a deep breath and sank down onto the sofa. „God. Thank you. I was so scared.“
I sat down next to him and stared expressionlessly at my trembling hands. „He touched me, Williams. You know that, right?“
Williams stiffened. For a fleeting moment, guilt and shame flashed in his eyes. He slowly reached out his hand and pulled me into his arms. „I'm sorry“, he murmured into my hair. „I shouldn't have asked you to do that. It's over now. You are safe. I'm here for you.“
I allowed myself to believe him. I let myself sink into his embrace, believing that the worst was behind us.
Then my phone made a sound. I squinted and watched as the display on the table lit up.
Professor Oregan: „Meet me at the Voltex Hotel until 9 pm to finalize the deal. I still have the original log drive. If you're not there, the board will get it tonight.“
„Oh, es wird keinen Kummer mehr geben“,„Nicht mehr, nicht mehr“„Nicht mehr, nicht mehr“„Seit vielen tausend Jahren“Draußen vor der Wohnung drangen die gedämpften Klänge des Universitätschors durch die Fenster herein. Dutzende Studenten bewegten sich in einem langsamen, feierlichen Kreis auf dem Gehweg; ihre flackernden Kerzen reckten sie hoch in den Nachthimmel. Einer nach dem anderen gingen Kommilitonen an mir vorbei, senkten die Köpfe und murmelten ihre einstudierten Beileidsbekundungen.„Oh, es tut mir so unendlich leid, Williams“, flüsterte Mandy, als sie den Raum betrat und mir eine mitfühlende Umarmung anbot, bei der sie ihre überdimensionalen Brüste an mich presste. „Ich hasse es, dass du so schreckliche Schmerzen durchmachen musst. Es ist furchtbar, was Kathrine getan hat – sich einfach so das Leben zu nehmen, obwohl sie wusste, wie sehr es dich treffen würde.“„Nein, nein … sag das nicht“, stöhnte ich und legte ein Zittern in meine Stimme, während ich einen Schritt zurück
Kathrines Sichtweise„Was zur Hölle ist hier los!“, schrie ich und hob die Hände, während man mich in den Umkleidebereich führte. „Was ist das hier für ein Ort? Was ist da draußen auf der Tanzfläche passiert?“„Beruhig dich mal, Kleine“, sagte Candy mit einem leisen, emotionslosen Kichern und ging lässig hinter mir her, als hätte gerade eben kein Mann auf der Tanzfläche des Clubs eine Waffe gezogen.„Beruhigen? Da draußen ist gerade etwas völlig Verrücktes passiert, und ich soll mich einfach beruhigen? Allein schon hier zu sein, ist ein Albtraum!“„Tja, das hier ist der ‚Sinners‘“, sagte Candy und drehte sich mit einem leeren Lächeln zu mir um. „Und ich verspreche dir: Das ist noch lange nicht das Verrückteste, was du hier sehen wirst. Was auch immer da gerade mit Roman vorgefallen ist – das geht dich nichts an. Konzentrier dich einfach auf deine Arbeit. Das ist alles, was zählt.“„Es soll mir also egal sein, dass ich in einem Menschenhandelsring stecke, der jederzeit hochgenommen wer
Romans POV„Nimm deine Hände von ihr“, knurrte ich, „bevor ich sie dir abnehme.“Der Mann in der Mitte der VIP-Loge grinste, völlig blind für die Gefahr, der er gegenüberstand. „Yo, entspann dich! Wir wollen nur eine gute Zeit haben.“Ich antwortete nicht. Mein Kiefer blieb verkrampft, während ich mich direkt zwischen den Mann und Catherine stellte und ihm die Sicht auf sie vollständig versperrte.Ich hatte in meiner Suite hoch über der Tanzfläche gesessen und genau diesen Tisch beobachtet, seit mein Chefwächter mir die Nachricht gebracht hatte. Ich führte diesen Club mit wachen Augen. Vor einem millionenschweren Kopfgeld zu fliehen, ließ mir nicht den Luxus, Fehler zu machen. Jedes einzelne Gesicht, das Sinners betrat, wurde von meiner Sicherheit überprüft. Für meine Sicherheit und den Erhalt dieses Imperiums überwachte ich alles.Diese drei Männer waren Anomalien. Brandneue, allzu sterile Gesichter in einem Raum voller Stammgäste mit dickem Portemonnaie. Ich hatte sie schweigend beo
„Langsam!“ zischte ich, meine Stimme verfing sich in meiner Kehle, als der Wächter mich durch die Tür stieß.Ich stolperte, meine geprellten Glieder protestierten, während ich kaum das Gleichgewicht halten konnte und eine Handfläche gegen die kühle Wand des Umkleideraums stützte.Der Raum war ein schwindelerregendes Durcheinander aus hellen Glühbirnen, plüschigen Samtsofas und dem schweren Duft teurer Parfums, vermischt mit Haarspray. Wohin ich auch blickte, Frauen bewegten sich mit geübter Leichtigkeit. Keine sah aus wie die zitternden, gebrochenen Gefangenen von der Auktionsbühne, dies waren makellose, auffallende Geschöpfe, die sich darauf vorbereiteten, die Nacht zu erobern.„Die erste Nacht ist immer Mist, oder?“Eine Stimme ließ mich von der Seite zusammenzucken. Ich drehte mich um und fand ein Mädchen, das sich an eine nahe Frisierkommode lehnte und mich mit einem Paar scharfer, durchdringender blauer Augen musterte. Sie war eine umwerfende Blondine, ihr Haar zu mühelosen, kask

















