ログイン„Bedrohst du mich?“, fragte Henry, Wut brannte durch seine Stimme wie Feuer.Sein Kiefer spannte sich sichtbar an, und die Ader an seiner Schläfe pulsierte deutlich unter der Haut.Die hellen Kronleuchterlichter des Bankettsaals spiegelten sich in seinen kalten Augen wider, während er Diana anstarrte, als hätte sie gerade ein unverzeihliches Verbrechen begangen, als hätte sie ihn auf die schlimmstmögliche Weise verraten. „Komm jetzt sofort mit mir nach Hause, oder ich werde diese Scheidung real machen.“Die Drohung hing schwer zwischen ihnen, schwebend in der Luft.„Sie hat nein gesagt.“Eine feste weibliche Stimme schnitt scharf durch die Anspannung wie ein Messer.Linda stürmte ohne Zögern zwischen sie, ihre Absätze schlugen mit Autorität auf den Marmorboden, jeder Schritt bedacht und kraftvoll.Sie stieß Henrys Hand von Dianas Arm mit einer Kraft, die ihn einen halben Schritt zurücktaumeln ließ, Überraschung blitzte über sein Gesicht.„Verstehst du die Botschaft?“, fügte sie hinzu,
Henry blieb stehen, wo er war, erstarrt wie eine Statue aus Schock gemeißelt.Sein Mund war noch leicht geöffnet, seine Augen hafteten an Diana quer durch die Halle, als hätte er gerade einen Geist von den Toten auferstehen sehen.Das Lachen um ihn herum verblasste zu einem Verschwimmen. Das Klirren von Gläsern, das Summen würdevoller Gespräche, die leise Musik, die durch die kronleuchterbeleuchtete Halle schwebte; alles dumpfte in seinen Ohren ab.Alles, was er sehen konnte, war sie.Lebendig. Strahlend. Lachend.„Henry.“Laurens Stimme kam zuerst sanft, dann fester, als sie näher trat.Sie legte ihre manikürte Hand auf seine Schulter, die Berührung leicht, aber absichtlich. „Henry“, wiederholte sie und riss ihn aus seiner Trance. „Worauf starrst du?“Er blinzelte rasch, wie jemand, der aus einem Traum erwacht. „Äh…“ Er schluckte und warf einen Blick zurück in die Richtung, in die er gestarrt hatte. „Ich dachte, ich hätte gerade Diana gesehen.“„Diana?“, wiederholte Lauren, und dann
„Hm?“, sagte Emma und neigte den Kopf, beugte sich ein wenig näher zu Selena.Das Klassenzimmer war noch geräuschvoll, erfüllt vom leisen Summen plaudernder Kinder, Stühlen, die leicht über den Boden scharrten, und der Lehrerin, die vorne Bücher ordnete.Die Geräusche schienen Selenas Stimme zur Hälfte zu verschlucken. „Was hast du gesagt? Ich hab dich nicht gehört.“Selena verdrehte leicht die Augen, offensichtlich genervt, sich wiederholen zu müssen.Sie lehnte sich in ihrem Stuhl zurück, verschränkte die Arme mit einem kleinen Schnauben. „Ich habe gesagt, meine Mama hat mir früher eine Million Schleifen und Hasen gekauft“, sagte sie und hob diesmal die Stimme gerade genug. „Rosa Schleifen, blaue Schleifen, Stoffhasen, Teddybären. Überall.“ Sie schnaubte. „Die sind so langweilig. Ich hab die Maid einfach gebeten, sie wegzuwerfen.“Emmas Augen weiteten sich. Sie starrte Selena an, als hätte sie gerade etwas Unglaubliches gehört.Ihre kleinen Finger spannten sich um Bun-Buns weiches O
„Mr. Golding.“Die plötzliche Stimme schnitt durch die Stille des Arbeitszimmers, scharf genug, dass Henrys Hand mitten in der Luft erstarrte.Seine Finger waren bereits um den Rand des Dokuments im Manilakuvert gekrümmt, das Papier leicht herausgezogen.Er hielt inne.Langsam drehte er den Kopf.Mrs. Willis, die Haushälterin, stand an der Tür, die Hände ordentlich vor der Schürze gefaltet, ihre Haltung respektvoll wie immer, vorsichtig.Ihr Gesicht trug den geübten Ausdruck, den sie trug, wann immer sie Anspannung in der Luft spürte, sich aber entschied, sie nicht direkt anzusprechen.„Es ist Selenas erster Schultag in diesem Semester“, sagte sie sanft, der Ton entschuldigend für die Unterbrechung. „Sie und Miss Lauren warten unten auf Sie.“Henry atmete aus, der Atem verließ ihn schwerer als erwartet, belastet von etwas, das er nicht benennen konnte.Seine Augen drifteten zurück zum Kuvert in seiner Hand, dann zu dem halb freiliegenden Dokument, als könne es sprechen, wenn er lange
Merlin blieb stehen.Der plötzliche Halt ließ Emma leicht gegen seine Seite stoßen, doch sie beschwerte sich nicht.Stattdessen blickte sie mit hellen, erwartungsvollen Augen zu ihm hinauf und drückte Bun-Bun weiterhin fest an die Brust.Die Morgenluft war erfüllt von einer sanften Brise und entfernten Geräuschen des üblichen Lebens – Vogelgesang, irgendwo ein bellender Hund, das leise Rauschen des Verkehrs.Doch für Merlin schien alles genau dort innezuhalten, schwebend.Er drehte sich ganz dem kleinen Mädchen zu.Emma neigte den Kopf und musterte sein Gesicht sorgfältig, als versuche sie, seine Gedanken zu lesen, bevor er sie aussprechen konnte.Dann lächelte sie wieder, breit und hoffnungsvoll, die Augen strahlten vor unschuldiger Gewissheit.„Ich weiß, dass du planst, mich zu adoptieren, Onkel Merlin“, sagte sie selbstbewusst, als sei es bereits erledigt, eine abgemachte Sache.Merlin blinzelte, völlig überrumpelt. „Du… was?“Sie nickte eifrig, als wolle sie ihn beruhigen, dass si
Die Tür zu Dianas Wohnung öffnete sich langsam, und der vertraute Duft von frischen Laken, Büchern und Stille begrüßte sie wie einen alten Freund.Morgensonne filterte sanft durch die Vorhänge, wärmte den Raum gerade genug, um ihn wieder lebendig wirken zu lassen und die Schatten zu vertreiben, die sich in ihrer Abwesenheit gesammelt hatten.Diana trat vorsichtig ein, ihre Bewegungen langsam und behutsam, zögernd, als sei ihr Körper noch unsicher, ob er dem Boden unter ihren Füßen trauen könne, ob ihre Beine ihr Gewicht halten würden.Merlin hielt sie fest an einer Seite, sein Arm sicher und stabil um ihre Taille, während Emma ihre andere Hand mit beiden Händen umklammerte und neben ihnen herging, als sei dies die wichtigste Aufgabe, die ihr in ihrem jungen Leben je gegeben worden war.Diana spürte den Griff des kleinen Mädchens; sanft, beschützend, entschlossen, erfüllt von Fürsorge jenseits ihrer Jahre. Es ließ ihre Brust sich zusammenziehen auf eine Weise, die sie nicht bekämpfen w







