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Olivia Carter saß am Steuer, das Lenkrad etwas zu fest umklammert, den Kaffee im Getränkehalter vergessen. Der Parkplatz war still, abgesehen vom gelegentlichen Quietschen der Reifen auf dem Asphalt und dem fernen Summen der Stadt. Die Stimme ihrer Freundin Tessa drang wie immer scharf und neckend aus dem Lautsprecher.
„Ich kann es immer noch nicht fassen, dass Jack gestern Abend schon wieder abgesagt hat“, sagte Olivia und schüttelte den Kopf. Ihr Blick wanderte über die Reihe der Limousinen und SUVs, aber sie schaute nicht wirklich hin.
„Ich kann es mir vorstellen“, konterte Tessa. „Ehrlich, Liv, ich hasse diesen Kerl seit dem ersten Tag, und das weißt du auch. Was zum Teufel siehst du in ihm … Na ja, außer seinem Geld? Du verdienst Besseres als …“
„Er hatte einen anstrengenden Abend“, unterbrach Liv sie sanft und musste lachen. „Er hat es nicht so gemeint. Du weißt doch, wie beschäftigt er ist …“
„Beschäftigt? Klar. Beschäftigt mit seinen Intrigen. Zu beschäftigt, um an das Einzige zu denken, was wirklich zählt … für die Frau da zu sein, die er angeblich liebt?“ Tessa stöhnte. „Weißt du was, ich hab die Schnauze voll. Izzy und ich haben uns unterhalten, und wir müssen wohl mal eine Intervention starten.“
Olivia kicherte und schüttelte den Kopf. „Haha, Pech gehabt, Tess. Ich treffe mich gleich mit Izzy.“ Sie tippte leicht mit dem Handy ans Ohr, um ihre Worte zu unterstreichen. „Ich zeige ihr heute Nachmittag die Häuser, also … Mission erfüllt, bevor deine Intervention überhaupt anfängt.“
„Echt?“, fragte Tessa ungläubig und amüsiert. „Na toll. Ich hatte mich schon so darauf gefreut, mit ihr mal Klartext zu reden.“
„Ja“, antwortete Olivia mit einem Grinsen. „Und das heißt, ich kann sie sehen, bevor du sie zu deiner verdammten Intervention überredest.“
Tessa schnaubte. „Würde uns aber nicht aufhalten. Nur … ein bisschen verlangsamen.“
„Ja, ja. Intervention hin oder her“, sagte Olivia lachend. „Ich überlebe das schon.“
Es herrschte einen Moment Stille, bevor Tessas Stimme sanfter wurde. „Okay, Liv. Viel Glück mit deiner Klientin. Lass sie sich nicht so eine Bruchbude aussuchen, nur um mich zu ärgern.“
„Verstanden. Ich hab dich lieb, Tess.“
„Ich dich auch. Und denk dran … Intervention läuft.“
Damit beendete Olivia das Gespräch und verstaute ihr Handy in ihrer Tasche. Sie atmete aus und ließ die Anspannung in ihren Schultern nach, als sie die Autotür öffnete. Die späte Nachmittagssonne ergoss sich über den Parkplatz, glitzerte auf den polierten SUVs und tauchte alles in ein warmes, goldenes Licht. Sie stieg aus, strich ihren Anzug glatt und griff nach der Mappe mit den Immobilienangeboten, die sie vorbereitet hatte. Heute ging es darum, Häuser zu präsentieren, nicht darum, ständig an Jack zu denken.
Doch selbst als sie die Autotür hinter sich zuklickte, blieb ein kleiner, nagender Gedanke zurück – vielleicht hatte Tess ja recht. Es tat wirklich weh, dass Jack ihr Date schon wieder abgesagt hatte. Sie hatte gestern Abend vierzig Minuten damit verbracht, dieses Kleid auszusuchen. Vierzig Minuten für eine SMS mit „Wir verschieben das Treffen“? Sie hatte versucht, es zu verstehen, aber ehrlich gesagt war sie sehr enttäuscht.
Tessa könnte Recht haben. Vielleicht waren manche Eingriffe unvermeidbar … vielleicht sogar notwendig. Und sie und Jack mussten dringend ein ernstes Gespräch über ihre Beziehung führen.
„Ruhig, Schwesterchen“, sagte Derek in sein Handy, während er den Knopf für den Aufzug zu ihrem Stockwerk drückte. „Ich bin jetzt da.“
„Nicht so kleinlich“, schnauzte ihn seine Schwester Isabella an, und ihre Verärgerung brachte ihn zum Grinsen.
Er schauderte gespielt. „Dann beruhig dich mal.“ Jemand tauchte hinter ihm auf, ein Duft umhüllte ihn, Vanille vermischt mit etwas so Verlockendem, dass er es einfach nicht einordnen konnte, und sein Blick wanderte wie von selbst zu ihr.
„Beruhig dich!“, fuhr Isabella am anderen Ende der Leitung fort. „Du solltest schon vor einer halben Stunde hier sein …“
Die Stimme seiner Schwester verhallte in der Ferne, und sein Blick fiel auf die Frau, deren interessanter Duft nichts mit ihrem Anblick gemein hatte. Er spürte, wie sich seine Mundwinkel zuckten, sein Interesse war sofort geweckt.
Sie war wunderschön. Also nicht sein Typ, auf dem Papier ein klares „Nein“, aber als er sie sah, war er sofort begeistert. Normalerweise stand er auf Frauen ganz anders. Schlank, groß, sogar Models, aber diese Frau sah ganz anders aus.
Sie war das genaue Gegenteil. Sie war klein, aber gerade das machte sie noch süßer, trotz ihrer hohen Absätze immer noch recht klein, und sie war… mollig. Kurvig. Sie hatte buchstäblich genau die richtigen Kurven.
Sie stand mit dem Rücken zum Aufzug und wartete, genau wie er. Ein lila Stiletto klapperte ungeduldig, ihr Körper steckte in einem eng anliegenden schwarzen Hosenanzug, eine Mappe unter dem Arm – alles ganz normal, aber…
„Hörst du mir zu, Derek?“
„Klar, ich komme gleich“, sagte er zerstreut, beendete das Gespräch und steckte das Handy ein.
Es war ihr Haar, das ihn faszinierte. Die rotbraune Mähne war hoch zur Seite gescheitelt, fast vom Wind zerzaust. Und dann war da noch ihr Make-up, neutral bis auf den Lidstrich und die kräftige Lippenfarbe … war das Lila?
Sein Blick verengte sich, und sie schien seine Aufmerksamkeit zu spüren, denn ihre Augen huschten in seine Richtung. „Weißt du, es ist unhöflich zu starren.“
Ihre Stimme war rau, mit einem scharfen Unterton, der ihm einen Schauer über den Rücken jagte und ihre Anziehungskraft noch verstärkte. Derek war wie verzaubert. Ihre Augen waren wieder auf die Türen gerichtet, ihr Desinteresse offensichtlich. Er hätte es als Warnsignal deuten sollen, aber seit wann hatte er schon vor etwas zurückgeschreckt, das ihm gefiel? In Wahrheit machte sie ihn nur noch reizvoller.
„Unhöflich?“, sagte er und zog eine Augenbraue hoch. „Ich wurde schon vieles genannt – arrogant, rücksichtslos, sogar ein Arschloch – aber unhöflich, das habe ich noch nicht gehört.“
Ihr Mundwinkel zuckte, aber sie drehte sich nicht zu ihm um. Das Klingeln des eintreffenden Aufzugs unterbrach sie kurz.
Die Türen öffneten sich, und er bedeutete ihr, vorzugehen. „Sehen Sie, ich bin gar nicht so unhöflich.“
Sie sah ihn an, ihre grauen Augen funkelten, und ihre kräftig geschminkten Lippen formten ein Lächeln, das ihn einen Moment lang völlig durchnässte. Mann, war sie heiß! Ihre Lippenform war gedehnt, und ihre Unterlippe war immer noch voll – geschwollen sogar –, fast so, als wäre sie gerade verschlungen worden. Vielleicht hatte sie den Lippenstift nachschminken müssen, nachdem er abgerieben worden war. Ach, wäre ich doch nur der Grund für dieses kleine Vergehen!
„Danke.“
Es dauerte einen Moment, bis er begriff, dass sie gesprochen hatte, bis er sie wieder anstarrte, und dann kehrte die Vernunft zurück. „Gern geschehen – welches Stockwerk?“
Er drückte die Nummer für seine Schwester, und ihre dichten, schwarzen Wimpern folgten seiner Bewegung. „Dasselbe“, antwortete sie.
Er nickte und trat neben sie. Der Aufzug schloss sich, und sie standen zusammen da, die Stille schwer und bedrückend … zumindest für ihn.
Die zwei Wochen des turbulenten Treibens waren ein einziger Rausch aus hektischen Anrufen, Vorbereitungen und vorrangigen Verträgen gewesen, weil Derek nicht warten wollte – besonders da Olivia schwanger war –, doch als sich die schweren Eichentüren der Kapelle öffneten, versank die Welt in atemloser Stille.Olivia stand an der Schwelle, während ihre Hand leicht zitterte, als sie auf dem Arm ihres Vaters ruhte. Sie sah aus wie eine Erscheinung aus einer anderen Epoche. Ihr Kleid war eine bodenlange Empire-Kreation aus hauchzartem Seidenchiffon und Chantilly-Spitze. Das Mieder bestach durch einen tiefen V-Ausschnitt, der von zarten, schulterfreien Spitzenärmeln eingerahmt wurde, die wie Schmetterlingsflügel flatterten. Von der hohen Taille aus flossen Lagen aus plissierter Seide nach unten und ermöglichten ihr eine schwerelose, fließende Eleganz. Ihr Haar war zu einer lockeren, romantischen Hochsteckfrisur gesteckt, gehalten von einem einfachen Schleier, der wie ein Nebel hinter ihr he
Olivia schüttelte den Kopf, während sich endlich eine einzelne Träne löste und ihre Wange hinabrollte. „Ich wollte es dir sagen. Mehr als alles andere. Als ich diese Streifen sah, war ich so glücklich, dass ich kaum atmen konnte. Aber dann … dann begann ich darüber nachzudenken, was das für uns bedeutet. Für dich.“ Sie versuchte wegzusehen, aber er hielt ihren Blick fest und erlaubte ihr nicht, sich zu verstecken. „Wir haben das Gespräch übers Zusammenziehen noch nicht einmal geklärt, Derek. Und jetzt das. Ein Baby ist für immer. Es ist die ultimative Verantwortung. Ich wusste nicht, ob du …“ Sie ließ den Satz unvollendet.„Ob ich was, Liv?“, war Dereks Stimme nun sanfter, erfüllt von einer schmerzlichen Zärtlichkeit, die sie so an ihm noch nie erlebt hatte.„Ich wusste nicht, ob du es wollen würdest … Ob du dich darüber freuen würdest“, gestand sie mit brüchiger Stimme. „Ich weiß, dass wir in letzter Zeit leichtsinnig waren, aber ich wusste nicht, ob du auf so ein Ergebnis vorbereite
Die Luft im Loft war kühl und roch nach teurem Bourbon sowie den regennassen Straßen draußen. Derek stand an der Bar; die bernsteinfarbene Flüssigkeit fing das Licht ein, während er sich einschenkte. Als die Tür leise ins Schloss fiel, blickte er auf, und sein gesamtes Gesicht entspannte sich – dieses plötzliche, unbewachte Strahlen, das er immer bekam, wenn er sie sah, und das Olivia stets den Atem raubte.„Filmabend schon vorbei?“, fragte er mit warmer Stimme. Er wartete nicht auf eine Antwort, sondern ging um die Bar herum, um ihr entgegenzugehen. „Ich dachte, du übernachtest bei Isabella. Ich hatte mich mental schon auf ein kaltes Bett eingestellt.“Olivia ließ ihre Tasche mit einem dumpfen Knall auf den Tisch fallen. Sie trat in seinen Nähe und beugte sich hoch, um ihm einen Kuss auf die Wange zu drücken. Seine Haut war warm und roch nach Zedernholz und dem Drink, den er gerade eingeschenkt hatte. „Dachte ich auch, aber ich war müde, also bin ich nach Hause gekommen.“„Hmmm“, seu
Olivia stieß einen Atemzug aus, den sie gefühlt ihr ganzes Leben lang angehalten hatte. Ein kleines, zittriges Lachen entkam ihren Lippen, und sie drückte eine Hand auf ihren noch flachen Bauch. Ein Baby. Ein winziges Leben – halb Derek, halb Olivia – begann in ihrem Inneren Gestalt anzunehmen.Trotz allem spülte eine warme, goldene Welle des Glücks durch sie hindurch. Das hatte sie sich schon immer gewünscht: eine echte Familie, ein Zuhause voller Liebe, so wie sie es in den Augen ihrer Eltern gesehen hatte. Doch als das erste Strahlen zu verblassen begann, trat an dessen Stelle ein kaltes Prickeln der Angst.Derek.Sie lehnte sich gegen das Waschbecken und starrte ihr Spiegelbild an. Sie hatten den Streit ums „Zusammenziehen“ gerade so überstanden. Er hatte das Thema nicht einmal mehr angesprochen, besonders weil sie immer mehr Zeit bei ihm verbrachte, und obwohl sie wusste, dass er sie mit einer beängstigenden Intensität liebte, war ein Baby … viel. Es war die ultimative Verpflicht
Nach einer kurzen, heißen Dusche, um den Staub des Arbeitstages abzuwaschen, kam er abgetrocknet aus dem Bad. Er machte sich nicht einmal die Mühe, einen Bademantel anzuziehen. Er glitt ins Bett, wo die kühlen Laken schnell warm wurden, als er sich ihr näherte. Er hob die Bettdecke an, schob seinen Körper an ihren und zog ihren Rücken fest an seine Brust. Seine Hände fanden die vertraute, umwerfende Wölbung ihrer Taille und verankerten sie an sich.Olivia bewegte sich daraufhin, da die Hitze seines Körpers wie ein stummer Alarm wirkte. Sie drehte sich leicht, ihre Stimme schwer vom Samtschleier des Schlafs. „Derek …“, stöhnte sie und wandte den Kopf ein Stück zur Seite. „Du bist zu Hause.“Als er sie sein Zuhause so nennen hörte, tat das etwas mit seiner Seele – es war genau das, was sie ihm noch vor Tagen verweigert hatte, und es jetzt zu hören, fühlte sich wie eine Krönung an. Er verstärkte seinen Griff, während seine Nase die Beuge ihres Halses streifte und er den Duft ihrer Haut e
Er stieß wieder und wieder und wieder in sie hinein, dann langte er nach vorne, fand mit seinem Finger ihre Klit und versetzte ihr einen sanften Reiz, woraufhin er spürte, wie ihre Knie ein wenig nachgaben.„Das ist deine Bestrafung“, sagte er zu ihr, und sie stöhnte auf.Die perfekte Bestrafung. Der Tod durch Erfüllung. Sie schrie erneut auf, während er den sanften Druck auf ihrer Klit aufrechterhielt, und dann kam sie mit einem von Schmerz durchzogenen Schrei der Erlösung. Auch er kam; die Lust war so akut, dass sie sich beinahe schmerzhaft anfühlte, als der Orgasmus seinen Körper erschütterte. Dann brach er keuchend auf ihrem Rücken zusammen. —------------ Das Büro war immer noch von einer nachklingenden Hitze erfüllt, doch die wilde, raubtierhafte Energie hatte sich in eine schwere, angenehme Wärme verwandelt. Fünfzehn Minuten waren vergangen, und die schwere Eichentür blieb verschlossen, um den Rest der Welt auf Abstand zu halten.Derek saß wieder auf seinem Stuhl; sein Hemd war







